Archiv für die Kategorie ‘Kultur

Die Macht der weißen Männer   4 comments

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Es ist schon weit hergeholt, wenn man den weißen Mann als gefährdert in der Welt sieht, quasi wie eine Art, die vom Aussterben bedroht ist wie so viele Tierarten es sind. Ich halte das für Unsinn, sofern es nicht rassistisch motiviert ist. Vor allem kann man heute nicht mehr die Menschen so trennen, dass man immer nur auf Rassemerkmale schaut, wie es vielleicht Züchter bei einem Hund tun. Ich schaue mir immer zuerst den Menschen an wie er ist, welchen Charakter er hat. Von wo er ist oder welche Hautfarbe er hat ist für mich kein Qualitätsmerkmal. Es gibt ja auch unter den eigenen Leuten gegenügen Leute, von denen man nichts halten kann, oder auch richtige A… lö…
Schlimm finde ich jedenfalls, wenn andere Menschen abgewertet werden, weil sie irgendwie anders sind (Hautfarbe, Religion, sexuelle Orientierung…).  Auf solche Äußerlichkeiten darf man den Mensch nicht reduzieren. Denn dann sagt man ja man selbst oder Menschen die gleich ticken, sind die Besseren, denen eine Vorherrschaft zusteht, wie manche meinen. Ich hoffe die Zeit kommt nie wieder als man Menschen noch in Herrenmenschen und Untermenschen einteilte, neben anderen Gruppen noch.

 

Hier ein Bericht aus dem Tagesspiegel

Der weiße Mann ist eine Fiktion

Bild von Grit Petschik

Grit Petschik Wissenschaftliche Mitarbeiterin, Technische Universität Berlin

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Wer über Eliten redet, spricht oft vom weißen Mann. Diese Verallgemeinerung ist jedoch faktisch falsch und schädlich. Auch weiße Männer werden diskriminiert – von eben diesen.

Die Frage nach der Macht der weißen Männer, präziser noch nach deren Positionen in der Welt, verlangt nach einer Differenzierung: Nicht alle Männer sind gleich. Wer also davon redet, dass es weiße Männer sind, die die wichtigsten und mächtigsten Positionen etwa in der Politik, Wirtschaft, Justiz und Wissenschaft besetzen, sollte sich fragen, um welche Männer und welches weiß-Sein es sich handelt. Wie Raewyn Connell in ihrem Beitrag ausführt, handelt es sich hierbei um eine spezifische, weiße Elite, um Männer bestimmter sozialer und nationaler Herkunft: um Männer der Oberschicht aus westlichen Ländern.

Die herrschende Elite ist somit nicht nur weiß, sondern besonders auch einer bestimmten Klasse zuzuordnen. Es ist genau diese weiße, männliche Elite, die die Welt dominiert. Ausnahmen wie Barack Obama und Angela Merkel bestätigen die Regel, lassen jedoch gleichzeitig auf einen langsamen und zähen Wandel hoffen. Dennoch dominieren die westlichen Länder, in Persona meist weiße Männer „aus gutem Hause“, besonders aufgrund ihrer postkolonialen Wirtschaftsmacht heute nach wie vor das Weltgeschehen.

Es gibt nicht den einen weißen Mann, sondern verschiedene weiße Männer. 

Die allgemein konstatierte männliche Herrschaft ist zudem – entsprechend einer üblichen Aufteilung der Menschen in zwei Geschlechter – eng mit der Benachteiligung von Frauen verbunden. Aber auch bei dieser Aussage, wenngleich  ihr durchaus zugestimmt werden kann, ist eine weitere Differenzierung möglich und nötig: Die Vormachtstellung der westlichen Länder gegenüber dem „Rest“ der Welt impliziert nicht nur eine Besserstellung von bestimmten Männern, sondern auch eine Besserstellung von bestimmten Frauen gegenüben anderen Frauen – und auch gegenüber anderen Personengruppen: etwa die Vormacht von aus westlichen Ländern stammenden, „weißen“ Frauen aus gehobenen und hohen Schichten gegenüber Frauen und anderen Personengruppen. Welche Personengruppe(n) gegenüber anderen privilegiert oder benachteiligt ist, sollte dementsprechend immer kontextspezifisch betrachtet werden. Wie sich verschiedene Merkmale (Kategorien) dabei verstärken oder aufheben, ist eine Frage, der sich die Intersektionalitätsdebatte versucht anzunähern.

Die Grenze zwischen arm und reich hat nicht zwingend etwas mit dem Geschlecht zu tun. 

Zurück zur Ausgangsfrage: Wie steht es heute um die Macht der alten weißen Männer? Es lohnt eine Betrachtung der Machterhaltung. Der Machterhalt der herrschenden Eliten und anderer privilegierter Personengruppen wird nach wie vor institutionell gestützt. In Deutschland wird dies etwa an den aktuellen Debatten um den Armutsbericht und am Bildungssystem sichtbar, denn stärker als in anderen Ländern (auch im Vergleich zu anderen westlichen) hängt der Erfolg einer Person im deutschen Bildungssystem nach wie vor stark von dem Bildungsabschluss ihrer Eltern ab.

Gleichzeitig wird die Kluft zwischen Elite (reich) und dem „Rest“ (arm) immer größer – und dies ungeachtet von Merkmalen wie sozialer und nationaler Herkunft, religiöser Orientierung, Sexualität oder Geschlecht (d.h. auch allgemein privilegierte Personengruppen wie weiße, heterosexuelle Männer aus westlichen sind hiervon betroffen, wenn auch nicht immer im gleichen Maße wie andere Personengruppen). Während aufgrund von Normalarbeitsverhältnissen und sozialstaatlicher Absicherungen trotz des kapitalistischen Systems viele Personengruppen im letzten Jahrhundert vom Wohlfahrtsstaates profitierten, erobert heute das – ursprünglich weibliche – Prekariat im Zuge der Landnahme des Kapitalismus zunehmend den Weltmarkt. Schon lange sind nicht mehr nur Frauen von diesen einst typisch weiblichen Beschäftigungsformen betroffen: flexible Arbeitszeiten, Teilzeit, unbefristete Verträge, schlecht Bezahlung betreffen heute – und mit zunehmender Tendenz – einen Großteil der Beschäftigungsverhältnisse und damit weite Bereiche der Bevölkerung.

Diese Entwicklungen, die von vielen als ökonomische Krise wahrgenommen wird, da der Kapitalismus Wenige auf Kosten von Vielen bereichert, hat gravierende Folgen: Die eigene Angst und Unsicherheit führt zu einer Zunahme von rassistischen Ansichten, Meinungen und Handlungen. Die Pegida-Bewegung, der Brexit, sowie der Wahlerfolg von Trump sind Beispiele populärer politischer Ergebnisse dieser Entwicklung, die sich insbesondere gegen Menschen anderer nationaler Herkunft, Religion und Hautfarbe richten. Dabei geht es nicht um rationale Argumente, sondern um das Befeuern populistischer Ressentiments; wir leben, wie es neuerdings heißt, im postfaktische Zeitalter.

Die Macht einer bestimmten Gruppe von weißen Männern beruht auf der Ausbeutung und der Anerkennung der anderen. 

Die Macht der Elite, einer bestimmten Gruppe von weißen Männern, sowie ihr Machterhalt und der Ausbau ihrer Ressourcen wie bspw. ihres ökonomischen Kapitals beruht somit auf der Ausbeutung diverser, anderer Personengruppen, gleichzeitig jedoch auch auf der Legitimation und Anerkennung durch diese. Die zunehmende Prekarisierung verursacht Ängste, die einen Nährboden für Rassismus und Ausgrenzung darstellen.

Verliererin dieser Entwicklung ist die große Mehrheit der Bevölkerung, darunter – aber eben nur unter anderen – auch weiße Männer, die im Allgemeinen nicht der herrschenden Elite zugehörig sind.

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Die Macht der weißen Männer

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Gruß Hubert

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Von Thronstahl – Fahnenträger (English Translation)   Leave a comment

Vorgetragen von Oskar Werner

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Mich fesselt wie Oskar Werner vorträgt. Ich kenne keinen mehr, der das so meisterhaft macht. Kann aber sein, dass das eine subjetive gefärbte Meinung ist.

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Gruß Hubert

Veröffentlicht 21. April 2017 von hubwen in Kultur, Lyrik, Musik, Uncategorized

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Kinderreiche deutsche Familien in der Klemme   Leave a comment

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Satire

AfD-Horror Kinderreiche Höcke-Fans halten sich für Afrikaner

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Familie Schorf sieht nach der Höcke-Rede schwarz
Familie Schorf sieht nach der Höcke-Rede schwarz

Quelle: picture alliance / dpa

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Björn Höckes Rassentheorie sorgt für Unruhe bei seinen Anhängern: Immer mehr kinderreiche Rechte fürchten nun, zum „lebensbejahenden afrikanischen Ausbreitungstyp“ zu gehören.

Riesenschock für Familie Schorf aus dem Örtchen Keinparisa: Seitdem Thüringens Landes-AfD-Chef Björn Höcke bei einem Vortrag zwischen einem „lebensbejahenden afrikanischen Ausbreitungstyp“ und einem „selbstverneinenden europäischen Platzhaltertyp“ unterschieden hat, befindet sich die 21-köpfige Großfamilie in einer schweren Identitätskrise.

„Ich musste meinen Kindern schweren Herzens etwas Schreckliches gestehen“, erzählt der Vater und glühende Höcke-Fan Werner A. Schorf unter Tränen, „ich bin anscheinend ein Neger. Und mit dem hat auch noch meine Frau geschlafen! Schlimm!“

Familie Schorf: Reproduktionsverhalten wie Afrikaner

Diesen Schluss musste Schorf aus den Ausführungen Höckes ziehen, der dem „afrikanischen Ausbreitungstypus“ ein „Reproduktionsverhalten“ zuschreibt, das zu einem eklatanten „Bevölkerungsüberschuss“ führe, den der „europäische Platzhaltertyp“ auszubaden habe.

„Auf gut Deutsch: Der Schwarze schnackselt gerne und setzt unendlich viele Blagen in die Welt. Genauso wie ich, verdammt“, fasst Schorf die bittere Erkenntnis zusammen, die für ihn eine Welt zusammenbrechen ließ.

Vater traut sich nicht mehr zum AfD-Stammtisch

Die Konsequenzen aus Höckes Rede im Rahmen eines Kongresses des Instituts für Staatspolitik sind für den Thüringer nämlich höchst dramatisch. Nicht nur, dass er als Dunkelhäutiger bei AfD-Versammlungen schief angeschaut wird und sich aus Angst vor rassistisch motivierten Übergriffen nicht mehr unter seine rechtsnationalen Freunde traut – Schorf will sich jetzt auch noch kurz vor dem Weihnachtsfest von seiner Familie trennen.

„Ich lasse mich schleunigst abschieben“, erklärt der verzweifelte Vater, „dann gibt es wenigstens einen Afrikaner weniger in Deutschland!“

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Kinderreiche deutsche Familien in der Klemme

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Und jetzt auch noch das:

Bilder von angezogener Micaela Schäfer aufgetaucht

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Micaela Schäfers Fans sind entsetzt – von der heimlichen Neigung des Models, manchmal Kleidung zu tragen, ahnten sie nichts
Micaela Schäfers Fans sind entsetzt – von der heimlichen Neigung des Models, manchmal Kleidung zu tragen, ahnten sie nichts

Quelle: Getty/picture-alliance/BREUEL-BILD/Glasauge

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Nach Stars wie Emma Watson, deren private Nacktfotos an die Öffentlichkeit gerieten, wurde jetzt auch die deutsche Unterhaltungskünstlerin Micaela Schäfer Opfer eines üblen Hacker-Angriffs.

angsam reicht’s aber wirklich! Ein neuer perfider Hacker-Angriff macht die Runde – hatte es in der Vergangenheit unter anderem internationale Prominente wie Oscar-Preisträgerin Jennifer Lawrence oder Schauspielerkollegin Emma Watson erwischt, deren private Nacktbilder an die Öffentlichkeit geraten waren, so ist nun das deutsche Model Micaela Schäfer betroffen.

Unbekannte haben sich Zugang zum Handy der 33-Jährigen verschafft und die darauf befindlichen Fotos mit der vollständig bekleideten Schäfer im Internet veröffentlicht. Ein Sprecher von Schäfer bestätigte die Echtheit der Bilder, auf denen das Model u.a. in dickem Pullover und Jeans zu sehen ist, und verurteilte die Hacker-Aktion aufs Schärfste: „Das ist ein abscheulicher Eingriff in die Privatsphäre.“

Schäfer am Boden zerstört

Vertraute der Leipzigerin, die auch als Moderatorin und DJane arbeitet, berichten darüber, dass Schäfer völlig am Boden zerstört sei: Sie habe diese Aufnahmen schon vor vielen Jahren für ihre Großmutter gemacht und sich nichts dabei gedacht, heißt es aus dem Freundeskreis. Micaela habe die große Befürchtung, dass ihr Ruf nun aufgrund der Bilder ein für allemal zerstört worden sein könnte.

„Wer tut so etwas Schlimmes?“, fragen sich Schäfers Vertraute verzweifelt, „ihre Karriere dürfte wegen dieser geschmackvollen Fotos beendet sein.“

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Bilder von angezogener Micaela Schäfer aufgetaucht

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Gruß Hubert

Veröffentlicht 2. April 2017 von hubwen in Satire, Uncategorized

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Postfaktisch   7 comments

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Da bin ich ja nicht einverstanden, wenn „gefühlte Wahrheiten“ an die Stelle von objektiven Wahrheiten und Fakten gesetzt werden. Es kann nicht sein, dass man um Stimmungen zu erzeugen es mit der Wahrheit nicht so genau nimmt.

Aus giga.de

Postfaktisch: Wort des Jahres 2016 – Was heißt das?
Postfaktisch ist ein Kunstwort, das sich an dem englischen Begriff Post Truth orientiert. Auf Deutsch übersetzt heißt das ungefähr “Jenseits der Wahrheit”. Gemeint ist damit, dass die Fakten und Tatsachen in der öffentlichen Diskussion zunehmend unwichtiger würden. An die Stelle der objektiven Wahrheit träten Emotionen und das Aussprechen “gefühlter Wahrheiten”. Laut Pressemitteilung der Gesellschaft für deutsche Sprache seien “immer größere Bevölkerungsschichten in ihrem Widerwillen gegen »die da oben« bereit, Tatsachen zu ignorieren und sogar offensichtliche Lügen bereitwillig zu akzeptieren.”
Aus http://www.giga.de/extra/social-media/news/postfaktisch-was-heisst-das-eigentlich-leicht-erklaert/

Aus handelsblatt.com

„Postfaktisch“ ist das Wort des Jahres 2016. Es bedeutet so viel wie „nach den Fakten“. Wie jetzt? Mona hat sich auf Spurensuche begeben. Dabei hat sie echte und falsche Fakten, Gefühle, Wahrheit, Lüge und einen Zweifler gefunden.

Wer benutzt das Wort postfaktisch?

Angela Merkel (CDU) benutzte das Wort „postfaktisch“ in einer Rede im September: „Es heißt ja neuerdings, wir lebten in postfaktischen Zeiten. Das soll wohl heißen, die Menschen interessieren sich nicht mehr für Fakten, sondern folgen allein den Gefühlen“, sagte sie.

Georg Pazderski (AfD) sagte im Sommer im Wahlkampf: „Es geht nicht nur um die reine Statistik, sondern es geht darum, wie das der Bürger empfindet. Perception is reality. Das heißt: Das, was man fühlt, ist auch Realität.“ Damit begeistert er natürlich viele Bürger, die sich nicht mehr ernst genommen fühlen und die glauben, dass Politiker und die Presse Lügen verbreiteten.

Warum ist postfaktisch Wort des Jahres 2016?

Die Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) hat „postfaktisch“ zum Wort des Jahres gekürt. Die Jury wählte zehn Wörter aus, „die den öffentlichen Diskurs des Jahres wesentlich geprägt und das politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Leben sprachlich in besonderer Weise begleitet haben“, wie es in der offiziellen Pressemitteilung heißt.

Postfaktisch oder einfach: Falsch?

Doch es gibt auch Zweifler, zum Beispiel Walter Krämer. Der Statistik-Professor an der TU Dortmund ist auch Vorsitzender des Vereins Deutsche Sprache. (Achtung, das sind nicht die, die das Wort des Jahres aussuchen.) Krämer meint, das Wort sei schlecht gewählt. Es verspreche etwas, was nicht kommt, sagt er: „Was heißt ‚post‘? Das heißt ‚danach‘. Man denkt: Da kommt noch etwas hinterher, da kommt noch etwas Besseres.“ Dabei seien damit Lügen gemeint. Es gebe 20 bessere Worte dafür, eins zum Beispiel sei „Falschmeldungen“.

International ist „post truth“ das Wort des Jahres

Das bekannte Englische Wörterbuch „Oxford Dictionary“ hat jüngst „post truth“ als internationales Wort des Jahres 2016 gekürt. Es bedeutet etwa dasselbe wie „postfaktisch“. Wenn Medien über dieses Wort berichten, zeigen sie häufig Fotos von Donald Trump. Er hat in seinem Wahlkampf vor allem die Gefühle der Wähler angesprochen. Fakten waren ihm oft wohl nicht so wichtig.

Aber es sei nicht nur Trump, der es nicht so genau mit der Wahrheit hält. Walter Krämer sagt, es gebe auch „seriöse Politiker“, zum Beispiel aus unserer aktuellen Bundesregierung, die auch nicht immer die Wahrheit sagen würden. „Das gab’s schon immer“, sagt Krämer. Auch die Bundeskanzlerin habe Lügen verbreitet, was Renten, Armutsmessung, die Eurokrise und die Umwelt betreffe. Auch in den seriösen Medien gebe es das Problem der Falschmeldungen. Ein Beispiel: „Die Tagesschau hat gemeldet, es hätte 20.000 Fukushima-Tote bei der Strahlenkatastrophe 2011 gegeben. Aber es gab gar keine Strahlentote. Alle Opfer sind ertrunken“, klärt Krämer auf.

Hier weiterlesen:

http://orange.handelsblatt.com/artikel/18169

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Gruß Hubert

 

Veröffentlicht 27. Februar 2017 von hubwen in Kultur, Netzpolitik, Uncategorized

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Älterwerden, was für ein blöder Scherz Gottes!   3 comments

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Da kann ich nur zustimmen. Es ist (wäre) ein blöder Scherz eines Gottes (so es denn ihn gäbe). Denn wer lässt sich denn solch sadistischen Schmarrn wie Prostata-Wachstum, Alzheimer, Krebs oder sonstige entwürdigenden „altersgemäßen“ (so nennen es Mediziner oft) Leiden einfallen. Die, die das Alter schönreden, wollen wohl damit einen angeblich allmächtigen und alles planenden Gott entlasten.

„Ihnen sei Segen und Glück, Heiterkeit und Gesundheit beschieden!“, sage ich denen mit dem Journalisten Eike Christian Hirsch aus Hannover.

Hier ein unterhaltsames „Streitgespräch“ zwischen Henryk M. Broder und Alan Posener.

Aus der WELT

Älterwerden, was für ein blöder Scherz Gottes!

Von Henryk M. Broder, Alan Posener
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Henryk M. Broder und Alan Posener streiten über Gott und die Welt
Henryk M. Broder und Alan Posener streiten über Gott und die Welt

Quelle: Martin U. K. Lengemann

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Zwei alte, weiße und auch verdammt zornige Männer streiten darüber, was sie aus ihrem Leben gemacht haben und was sie noch erwartet. Jenseits von Reha und Prostata.

Altersmilde, Altersweisheit gar? Davon scheint Henryk M. Broder etwas abbekommen zu haben. Damit kann Alan Posener gar nichts anfangen. Wie immer sind sich Broder und Posener darüber einig, dass sie sich nicht einig sind.

HMB: Ich bin vom Älterwerden nicht begeistert. Aber es hat auch Vorteile, nicht mehr 40 oder 50 zu sein. Mir wird zunehmend vieles egal. Und am egalsten ist mir, was Leute von mir halten, ob sie mich lieben oder hassen, ob sie meine Texte freiwillig lesen oder weil sie es müssen, weil sie im Sozialkundeunterricht durchgenommen werden. Ich hab mich früher über jeden Scheiß aufgeregt, inzwischen bin ich wählerischer. Wer oder was mich kränkt, entscheide ich.

APO: Mich kränkt das Älterwerden selbst. Ein blöder Scherz Gottes. Die Wahl zwischen sabbernder Alzheimerseligkeit im Pflegeheim oder schnellem Krebsabgang, was für die Hinterbliebenen besser ist, weil sie dann was erben: Nur ein richtiges Arschloch kann sich so etwas ausgedacht haben. Selbst mit Mördern geht man besser um.

HMB: „Das Alter ist ein Massaker“, so Philip Roth. Stimmt leider. Und es gibt keinen dümmeren Satz als „Man ist so alt, wie man sich fühlt.“ Wenn ich eine Rentnertruppe an einer Autobahnraststätte sehe, die geschlossen den Klos zustrebt, fahr ich gleich weiter. Aber wenn ich die 30-Jährigen sehe, die sich um Karriere und Rente sorgen, bin ich froh, dass ich das alles hinter mir habe. Als junger Mensch hast du endlos Zeit, mit dem Alter wird die Zeit zum kostbarsten Gut. Das zwingt dich, immer neu zu entscheiden, ob sich der Aufwand lohnt.

APO: Da hast du recht: „Man ist so jung, wie man sich fühlt“ ist das Motto altersgeiler Idioten. Ich habe mir mit 30 keine Sorgen um Karriere und Rente gemacht. Jetzt habe ich den Salat. Ich dachte beim Rentenbescheid, da fehlt ein Blatt. Und dann muss ich dauernd lesen, den Rentnern werde es vorn und hinten reingeschoben. Das müssen andere sein.

HMB: Es ist doch völlig wurscht, wie viel Rente du bekommst. Bald ist das Geld eh nix mehr wert. Aber betrachte das Ganze mal als ein Langzeitexperiment. Als ich jung war, haben die Frauen Latzhosen getragen, sich die Beine nicht rasiert und kein Deo benutzt. Das galt als reaktionär. Die jungen Frauen heute sind intelligent, selbstbewusst, elegant, gepflegt – und sie sehen gut aus. Für mich und dich ist es zu spät, das zu genießen, aber es ist doch schön zu sehen, dass alle Vorhersagen der Feministinnen nicht eingetroffen sind. Und ich finde es tröstlich, dass die meisten Paare immer noch gemischt sind.

APO: Du hast offensichtlich andere Frauen gekannt als ich. Das erklärt einiges. Für gemischte Paare bin ich auch: christlich-jüdisch, wie meine Eltern, schwarz-weiß, Sushi – sunnitisch-schiitisch. Aber egal, ob du deinen Groll gegen die Feministen bestätigt fühlst oder ich mich über die bunter werdende Gesellschaft freue: Wir gehen ihr beide bald am Arsch vorbei, und das schmerzt. Ich möchte sehen, wie das Experiment weitergeht. Gerade wenn Reaktionäre wie du recht behalten.

HMB: Reaktionäre behalten meistens recht. Aber ich möchte weder reaktionär sein noch recht behalten. Ich will nur nicht meine Zeit vergeuden. Weder mit dem Ausfüllen von Formularen für das Finanzamt und schon gar nicht mit der Frage, ob wir für den Klimawandel verantwortlich sind. Mätzchen.

APO: Dafür sitzt man ewig beim Arzt oder vertrödelt die Zeit mit Reha-Gymnastik. Du magst die Frage verdrängen können, was mit dem Klima wird, aber nicht, was mit der Prostata ist. Und du kannst nicht einmal behaupten, das hätten die Grünen bloß erfunden.

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Älterwerden, was für ein blöder Scherz Gottes!

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Gruß Hubert

 

Veröffentlicht 9. Februar 2017 von hubwen in Kultur, Medizin, Uncategorized

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Wie die biblischen Familienideale unser Denken und Fühlen bis heute bestimmen   Leave a comment

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Das konservativ-christliche Familienbild ist nicht gerade eines was ein spannendes Familien- noch weniger Sex-Leben verspricht. Kein Wunder dass es Bordelle gibt. Sehr viele Christen sind sich auch nicht der vielen Widersprüche bewusst, die vor allem aus der „unbefleckten Jungfrau“ Maria, der sexlosen christlichen Übermutter, resultieren. Das Kind stammt nicht vom Vater wie Christen wissen sollten, sofern sie überhaupt darüber nachgedacht haben. An die Stelle eines nominellen Vaters tritt ein ferner Urheber, wobei man nicht mal weiß welchen Geschlechtes der Heilige Geist sein soll. Der, das oder die sollte ja an die Stelle des Zeugers getreten sein. Wobei Jungfrau ein Übersetzungsfehler war, richtig war junge Frau.  Aber genug des Unsinns. Wer einen Kopf hat und ihn zum denken benützt, möge denken oder weiterhin blind glauben.

Nun zum Artikel der ZEIT über biblische Familienideale.

Warum Familie ein Problem ist? Zunächst aus praktischen Gründen: Das Familienleben ist ortsgebunden, also lokal. Das Arbeitsleben hingegen wird immer mobiler, nicht selten global. Beides in Einklang zu bringen stellt eine große lebenspraktische Herausforderung dar und verschärft einmal mehr den Rollenkonflikt der Frauen: zwischen dem Wunsch, eine gute Mutter zu sein, und dem Anspruch auf ein erfülltes Arbeitsleben.

Ein typisch deutsches Problem ist unser traditionelles Mutterbild, das heute zwar nicht mehr als offene Ideologie vertreten wird, vielleicht nicht einmal in entlegenen bayerischen Gemeinden. Aber das alte Vorbild wirkt in der Tiefe nach, als diffuses Ungenügen. Es hat sich gewissermaßen in den Körpern abgelagert. Wenn eine berufstätige Mutter eine Woche verreist, fühlt sie sich unwohl. Ein Luxusproblem? Ganz sicher eines der Mittel- und Oberschichtfamilien. Deren Familienleben funktioniert oft nur, weil dritte Personen im Haushalt helfen und bestimmte Pflegefunktionen übernehmen. Oft sind das Frauen, die wiederum ihre Familien in Polen, der Ukraine oder Spanien zurücklassen. Das Gleiche gilt für die USA, wo es mexikanische Dienstboten und Kindermädchen sind, die wohlsituierte Familien zusammenhalten.

Manche Soziologen glauben, die globalisierte Arbeitswelt und damit der Kapitalismus sei ein Feind der Familie. Historisch gesehen, hat der Kapitalismus aber die bürgerliche Kleinfamilie, wie wir sie kennen, erst hervorgebracht. Sie ist ein Produkt moderner, urbaner, marktwirtschaftlicher Gesellschaften, in denen die Trennung von Wohnung und Arbeitsplatz typisch ist, ebenso wie die Rollenteilung zwischen den Geschlechtern. Seit dem 18. Jahrhundert schrumpft die Familie auf ihren biologisch definierten Kern, ohne Dienstpersonal und entfernte Verwandte, die früher im Haushalt lebten. Familie heute ist eine amputierte soziale Einheit, herausgeschnitten aus dem Gefüge der Sippe.

Ist die Familie in der Krise? Glaubt man dem westlichen Familiendiskurs, war sie es immer. Alle Klagen über den Zustand der Familie sind nostalgisch, indem sie von einer Zeit erzählen, als die Familie noch heil gewesen sei. Aber war sie das je?

In der Literaturgeschichte geht es fast ausschließlich um zerbrochene oder gefährdete Familien. In der deutschen Tradition beginnt das beim bürgerlichen Trauerspiel und hat Folgen noch für die heutige Alltagssentimentalität: Sie sehnt sich immer nach dem, was früher angeblich besser war. Vor allem zu Weihnachten. Das Fest von früher und die Familie von gestern waren angeblich heil. Enttäuschungen am Heiligen Abend sind programmiert – Familienkrisen, Gewalttaten, sogar Suizide.

Wo ist der große Familienroman, der kein Katastrophenroman wäre? Die kanonisierte Literatur mag eine gewisse Neigung zu apokalyptischen Szenarien haben, aber es ist schon interessant, dass die glückliche Familie letztlich ein Fall für sentimentale Zeitschriften bleibt – sei es die Gartenlaube des 19. Jahrhunderts oder die Landlust heute. Die glückliche Familie, so scheint es, ist ein triviales Objekt.

Tatsächlich spielen sich in der Familie sämtliche Konflikte einer Gesellschaft im Kleinen ab – und zwar ins Höchstpersönliche gewendet: das Geschlechterverhältnis, das Verhältnis von Ökonomie und Gefühlswelt. Wir aber reden nur über die Vater-Mutter-Kinder-Konstellation. Die ist eine Fiktion. Anstelle von früheren Haushälterinnen, Tischgästen, Verwandten gibt es heute Kindergärten und Babysitter, auch die Großeltern rücken in eine Schlüsselfunktion. Je mehr die Isolation der Kleinfamilie wächst, desto mehr spielt bei der Wohnortwahl die Entfernung zu den Großeltern eine Rolle. Sie werden aber, genau wie all die anderen zusätzlichen Figuren, die heute Familien ergänzen und funktionsfähig halten, in der Familiendebatte kaum erwähnt. Sie passen nicht in das sentimentale Schema von Familie.

Das Ideal von der heilen Familie hat religiöse Wurzeln. Es ist durch die christliche Heilige Familie geprägt. Dabei war ausgerechnet sie ziemlich unheil, eigentlich eine Patchworkfamilie: das Jesuskind stammt nicht von Josef, die Geschwister Jesu sind Stiefgeschwister, die Familie ist eine Flüchtlingsfamilie. Man könnte sie sogar als die erste Samenspenderfamilie der Geschichte bezeichnen: An die Seite des nominellen Vaters tritt ein ferner Urheber. Doch im kulturellen Gedächtnis Europas blieb etwas anderes haften – die Andachtsbilder Marias mit dem Jesuskind.

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Wie die biblischen Familienideale unser Denken und Fühlen bis heute bestimmen

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Seite 2

[…]

Das Christentum ist eine Sohnesreligion. Die Tochterposition ist nicht vorgesehen. Überhaupt sind die Verwandtschaftsverhältnisse der christlichen Urfamilie kompliziert. Denn durch die Verbindung mit der Dreieinigkeit besetzt Maria mehrere nicht miteinander vereinbare Positionen. Sie ist die Braut Gottes, aber auch die Braut ihres Sohnes, mütterlich mit ihm vereint. Und sie steht für ein unerreichbares Rollenmodell: als Mutter und Jungfrau erfüllt sie zwei patriarchale Imperative gleichzeitig: keusch sein und Mutter sein. In sexuellen Dingen unerfahren, aber liebend ein Kind umarmend. Ein unerreichbares Vorbild, das die Geschichte Europas prägte: als Ideal der tugendhaften Frau und reinen Mutter, die gar nicht weiß, was Sex ist.

[…]

Das politisch brisanteste Erbe der Heiligen Familie besteht in der Spaltung der Vaterfunktion zwischen dem transzendenten Vater im Himmel und dem sozialen Vater vor Ort. Am Beispiel Josefs wird sichtbar, wie patriarchale Kulturen die Macht des sozialen Vaters einschränken. Er muss mit der Tatsache leben, dass die Anbetung, die Liebe, die Hingabe der Frau nicht ihm gilt, sondern dem Kind und dessen Zugehörigkeit zu einem abstrakten Vaterprinzip namens Gott. Seine Rolle erschöpft sich darin, irdischer Statthalter einer höheren väterlichen Macht zu sein.

Man könnte sagen, dass das Verhältnis der Familie zum säkularen Staat in mancher Hinsicht das Verhältnis der Heiligen Familie zu Gott nachbildet. Der soziale Vater ist für die Alimentation, die Fürsorge zuständig, aber die höhere Vaterinstanz greift tief in die Familie hinein. Der römische Vater war einst Herr über Leben und Tod seiner Kinder, das sind Väter heute nicht mehr, im Gegenteil. Sie müssen sich immer wieder arrangieren mit Mutter und Staat, ihre Macht ist stark einschränkt. Der Staat will nicht mehr die große Verwandtschaft, die mächtigen Häupter von Sippen und Clans, sondern den Vater, der Mutter und Kind versorgt. Das Funktionsgeheimnis des modernen Patriarchats besteht gerade in der Beschneidung der Willkür der Männer.

In der Scheidungs- und Sorgerechtsdiskussion ist die Rolle des Vaters neuerdings wieder gestärkt worden, aber im Prinzip bleibt er schwach: Er muss sich im Fall von Trennung den Zugang zum Kind erstreiten, muss sich den Gerichten oder gar der Fürsorge unterwerfen. Die Mutter-Kind-Einheit wird staatlich geschützt, die Vaterposition beschnitten und reglementiert. An die Stelle des Gottvaters tritt gewissermaßen eine andere spirituelle Konstruktion: der Schutz der Familien durch staatliche Institutionen, Rechtsregeln und Gesetze.

Und wo bleibt die Liebe? Eine erotische, romantische Liebe zwischen Erwachsenen ist im Bild der Maria, der andächtigen Mutter, die das Kind in ihrem Schoß wiegt, nicht vorgesehen. Josef hält die Laterne und steht sorgsam und zärtlich daneben. Ganz selten findet man Bilder, auf denen Josef das Kind im Arm hat. Ansonsten ist dieser Josef eine von Lächerlichkeit bedrohte und unwichtige Nebenfigur. Maria bleibt bei Jesus bis zu dessen Tod, während Josef in den Evangelien später keine Erwähnung mehr findet. Er scheint schlicht vergessen zu werden.

 

Die Bestimmung der Familie liegt in der Reproduktion, damals wie heute. Sie brachte dem Staat neue Bürger und dem Militär neue Soldaten, heute schafft sie dem Staat Steuerzahler. Deshalb gilt schnell als Hedonist, wer keine Kinder bekommt. Früher sollte die Ehe die wilde Sexualität einfangen und sublimieren. Lange hat man nicht geglaubt, dass Ehe und Liebe überhaupt miteinander kompatibel sind, erst im 18. Jahrhundert werden sie in Europa zusammen gedacht. Und noch heute dient die Ehe idealiter einer keuschen Alchemie, der chemischen Umwandlung unsteter Lüste in beständige Liebe.

Dafür steht Maria. Sie hat keine Sehnsüchte, keine Träume, sie geht auf in der Fürsorge für das Kind. Früher galt dies als Lebenszweck jeder Frau. Inzwischen sind Ehen häufig zu Lebensabschnittspartnerschaften geworden, sodass immer wieder Phasen im Leben vorkommen, in denen die Erwachsenen eine erwachsene Liebe suchen und auf den freien Markt der Partnerwahl zurückkehren. So ist heute nicht mehr das ganze Erwachsenenleben in einer Ehe „begraben“ oder „aufgehoben“ wie früher. Ehe ist nicht mehr lebenslang und nicht mehr unbedingt auf zwei Beteiligte beschränkt. In Nordamerika wird bereits diskutiert, ob die Ehe ein Bund zwischen nur zwei Personen bleiben muss. Warum nicht zwischen einem Mann und mehreren Frauen? Oder einer Frau und mehreren Männern? So kommt das ganze Normengefüge um den Begriff der Ehe ins Rutschen. Wir haben uns aus den Zwängen der bürgerlichen Vorstellung von Ehe befreit, und zu unseren kulturellen Errungenschaften gehört etwa die Überwindung von Homophobie. Heute dürfen Lesben und Schwule Kinder haben. Es ist eine gewaltige Freiheitsbewegung.

Hier weiterlesen:

http://www.zeit.de/2015/42/familie-ideale-tradition-moderne-mutterbild/seite-2

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Gruß Hubert

 

Wortschatz der Geldwörter   Leave a comment

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Kröten, Kies, Moos und Mäuse sind geläufige Umschreibungen für Geld in unterschiedlichen Mengen. Allerdings werden sie meist in umgangssprachlichen Kontext verwendet. Wenn offizielle Kreise nicht über Geld sprechen, heißt das dann halt Finanzierungs- oder Forschungsmittel.

Kohle als Umschreibung gibt es auch noch. Leider war die Zeitung schon „derwuzelt“. Habe ich noch vor dem Feuer machen gerettet. 🙂

 

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Mammon

…worauf man sich verlässt. Mammon steht urprünglich nur für unredlich erworbenen Gewinn oder unmoralisch eingesetzten Reichtum.

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Quelle: Tiroler Tageszeitung

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Gruß Hubert

 

Veröffentlicht 4. Januar 2017 von hubwen in Humor, Kultur, Uncategorized, Wirtschaft

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