Archiv für August 2017

Zur Glyphosat-Debatte in Südtirol   Leave a comment

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Es ist schon bedenklich und befremdend wie sehr der Vize-Chefredakteuer des „Tagblattes der Südtiroler“, die „Dolomiten“, Günther Heidegger, auf die Stimmungsmache-Tube drückt. Da spielt er den starken Verdacht der krebsfördernden Wirkung von Glyphosat unverantwortlich herunter und gibt sie der Lächerlichkeit preis. Das halte ich nicht für einen verantwortungsvollen Journalismus, der auf Berufsethos hält. Aber in Südtirol mag das ja durchgehen. Ich stelle mir da vor, dass es in Deutschland einden ordenlichen shitstorm darauf geben würde. Die tägliche Glosse „Vorausgeschickt“ befindet sich auf der Titelseite der „Dolomiten“. Die gegenständliche Glosse erschien am Freitag, 18.08.2017.

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Meine E-mail an den Vize-Chefredakteur der Lokalzeitung „Dolomiten“

Sehr geehrter Herr Günther Heidegger!

Sie schrieben am 18.08.2017 in Vorausgeschickt: „Glyphosat. Das kann gefährlich werden. Wenn ich 1000 Liter (Bier) trinke. Am Tag.

Das ist ja höchst niveaulose und billigste Gegenpropaganda. Genau so sollte Journalismus nicht sein: Reine Stimmungmache!!! Es ist immer das mieseste Mittel unsachlich zu werden, propagandamäßig zu schreiben und den politischen Gegner der Lächerlichkeit preisgeben zu wollen. Wer Ihnen da zustimmt hat selbst kein hohes geistiges Niveau.
Ganz allegemein sind Ihre Minisätze auch nicht jedermanns Sache. Holzhackerstil nenne ich das. Man kann das sporadisch machen aber nicht wie Sie zum Stilmittel erheben.
Sie sind ein treuer DIENER, im Dienste des Herrn. So kann man auch Karriere machen.

mfG
Hubert von Wenzl

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Die Antwort von Herrn Günther Heidegger, Dolomiten

Sehr geehrter Herr Wenzl,
besten Dank für Ihre Rückmeldung. Aber warum gleich so säuerlich und kleinkariert? So einfach gestrickt sind Sie doch nicht wirklich, oder vielleicht doch? Zum einen ist das Provozieren nicht das Privileg von einigen wenigen, zum anderen war ich in Sachen Bier nicht unsachlich. Es gibt eine Studie in der auf die 1000 Liter Bezug genommen wird.
Aber was erzähle ich Ihnen das überhaupt, ich niveauloser, geistig beschränkter, stilloser, und arschkriechender Prolet?! Menschen wie Sie wissen ohnehin alles besser und dürfen deshalb natürlich beleidigen, auf Teufel komm raus.
Herr Wenzl, lassen Sie mir meinen schlechten Stil, dann lasse ich Ihnen Ihre schlechte Kinderstube.
Beste Grüße
GH

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Meine Replik.

Sehr geehrter Herr Heidegger,

erlauben Sie mir noch mal kurz zu replizieren,

okay, dann machen Sie weiter so. Jedenfalls ist die krebsfördernde Wirkung von Glyphosat nicht so einfach von der Hand zu weisen. Es ist klar, dass die Bayer-Lobby es durchgesetzt hat, dass Glyphosat weiterhin für 10 Jahre verwendet werden darf. Es ist schon sehr bedenklich, dass heute in der Politik die Lobbys und die Wirtschaft regieren und die Politiker sich zu ihren Marionetten machen lassen. Was bedeutet da schon die Gesundheit? Profit first! Es ist heute schon sehr schwierig irgendeinem Politiker und/oder einer Partei seine Stimme zu geben. Ich bin kein Grüner, wenn Sie das meinen…
Ein Prolet sind Sie ganz sicher nicht, sonst hätten Sie es nicht bis zum Vize-Chefredakteur geschafft, das vor allem nicht in Südtirol.

Ich lasse Ihnen gerne Ihre gute Kinderstube. Ich wollte keinesfalls besserwisserisch sein, mir ging es um Kritik eines Journalismus in diesem Stil.

HvW

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Hubert

mit Grüßen aus der Heimat

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Ly O Lay Ale Loya (Circle Dance) ~ Native Song   Leave a comment

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Ly O Lay Ale Loya (Circle Dance) ~ Native Song

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Gruß Hubert

Veröffentlicht 20. August 2017 von hubwen in Musik, Uncategorized

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„Wer sind Sie denn – „Herr“ Erdogan?   Leave a comment

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Dieses Individuum kann man wirklich nur zurück beleidigen und ihn fragen wer ER überhaupt ist und ihn ein Arschloch nennen. Bei dem vergesse ich meine guten Manieren. Er hatte ja auch schon öfters Merkel und andere deutsche Politiker mit Du Merkel, Du xxx… angesprochen. Der muss wirklich aus der Gosse kommen.

Auszug aus Web.de

Recep Tayyip Erdogan an Sigmar Gabriel: „Wer sind Sie denn? Erkennen Sie Ihre Grenzen!“

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Im Streit um seine Einmischung in den deutschen Bundestagswahlkampf hat der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan massiv nachgelegt.

An die Adresse von Bundesaußenminister Sigmar Gabriel (SPD) sagte Erdogan am Samstag bei einer Veranstaltung in Denizli: „Wer sind Sie denn, um den türkischen Präsidenten anzusprechen? Erkennen Sie Ihre Grenzen.“

[…]

Merkel und SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz hatten sich am Freitag jede Einmischung der Türkei in den Bundestagswahlkampf verbeten.

„Wir werden uns von niemandem, auch nicht von Präsident Erdogan, da hineinreden lassen, dass unsere deutschen Staatsbürger, egal welcher Abstammung sie sind, (…) ein freies Wahlrecht haben“, sagte Merkel am Freitagabend in Herford. „Und wir verbitten uns jede Art von Einmischung in die Meinungsbildung.“

Hier weiterlesen:

„Wer sind Sie denn – „Herr“ Erdogan?

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Erdogans nächstes Opfer.

Warum aber Spanien Herrn Dogan Akhanli auf Betreiben der Türkei festnimmt, kann ich nicht verstehen und nachvollziehen. Dem Erdogan darf man doch niemand ausliefern!

Der türkischstämmige Kölner Schriftsteller Dogan Akhanli ist auf Betreiben der Türkei in Spanien festgenommen worden.

 

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Der Kölner Schriftsteller Dogan Akhanli – im Urlaub in Spanien festgenommen.

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https://web.de/magazine/politik/tuerkei-erdogan/martin-schulz-recep-tayyip-erdogan-zeigt-paranoide-zuege-scharfe-kritik-festnahme-schriftstellers-32485068

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Bereits 2010 gab es in Deutschland eine Solidaritätskampagne für die Freilassung des türkischstämmigen Schriftstellers Akhanli. Nun wurde der Kölner erneut festgenommen – im Urlaub in Spanien, auf Wunsch der türkischen Regierung.

Der türkischstämmige Kölner Schriftsteller Dogan Akhanli ist auf Betreiben der Türkei in Spanien festgenommen worden. Aus dem Auswärtigen Amt hieß es am Samstag zunächst nur, man kenne den Fall und bemühe sich um konsularische Betreuung.

Akhanli lebt seit seiner Flucht aus der Türkei im Jahr 1991 in Deutschland und hat ausschließlich die deutsche Staatsbürgerschaft.

https://web.de/magazine/politik/tuerkei-erdogan/tuerkei-dogan-akhanli-koelner-schriftsteller-spanien-urlaub-festgenommen-32484914

 

Aus ksta.de

Die türkisch-stämmige Menschenrechtsaktivistin Lale Akgün zeigte sich entsetzt. Sie sei „fassungslos“, sagte die Kölner SPD-Politikerin dem „Kölner Stadt-Anzeiger“. „Dogan Akhanli ist ausschließlich deutscher Staatsbürger. Wenn der Arm von Erdogans Schergen jetzt schon bis in die EU reicht, kann sich auch in Deutschland bald niemand mehr sicher sein, der sich kritisch über die Zustände in der Türkei äußert.“

Uyar sagte, Akhanlis Festnahme zeige den Versuch des türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan, „seine Macht über die Grenzen seines Landes hinaus auszudehnen und weltweit gegen unliebsame und kritische Stimmen vorzugehen“.

http://www.ksta.de/panorama/vermerk-von-interpol-koelner-schriftsteller-dogan-akhanli-in-granada-festgenommen-28192636

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Gruß Hubert

Veröffentlicht 19. August 2017 von hubwen in Politik, Uncategorized

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Aufwind für Ultrarechte in den USA durch Trump   Leave a comment

 

 

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Trump fällt bis jetzt nur durch Geschmacklosigkeiten und Skandale auf, Aussagen von niederem Niveau, zum Regieren kommt er gar nicht. Zudem wurden schon x-Leute von ihm gefeuert oder sie gingen selbst. Er hat in den USA erst den Boden bereitet für die Eskalation der Rechtsextremen, der Neonazi Organisationen, der White Power, des Ku Klux Klan, von dessen ehemaligen Anführer er großes Lob bekam. Durch ihn bekamen erst alle diese Ultrarechten erst Aufwind und fühlten sich bestätigt.
Der Großkotz Donald Trump will diese Leute nicht verprellen, deswegen nahm er nicht klar Stellung bzw. schwenkte mit seinen Aussagen hin und her. Er ist ein Wegbereiter für Rechtsextreme, Nazis und Ultrarechte und befördert den Rassismus. Seine letzte Stellungnahme war wieder auf der Seite der Rechtsextremen.

David Duke

„Der ehemalige Abgeordnete des Repräsentantenhauses von Louisiana war führendes Mitglied der Knights of the Ku Klux Klan (Grand Wizard des KKK, die höchste Position, die man im Klan erreichen kann). Duke vertritt die Ideologie der White Supremacy und tritt sehr häufig mit antisemitischen Äußerungen hervor.

https://de.wikipedia.org/wiki/David_Duke

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White Power

White Power (im Sinne von: Weiße Macht) ist ein oft verwendeter Schlüsselbegriff in der Neonaziszene. Der Begriff White Power und das Symbol der White-Power-Faust entstand als Provokation des Ku Klux Klans gegenüber dem Black Power-Slogan der Bürgerrechtsbewegung der Afroamerikaner in den USA. Aufgegriffen wurde es von dem britischen Neonazi Ian Stuart, dem Sänger der Band Skrewdriver, der es als umfassenden Wahlspruch für die nationalsozialistische und rassistische Theorie von der Vorherrschaft der „weißen Rasse“ etablierte.

Die weiße, geballte, aufwärts gerichtete, meist rechte Faust ist eines der weltweit am häufigsten verwendeten Symbole im Neonazi-Umfeld. Die Faust wird häufig eingeschlossen durch den ebenfalls weißen Schriftzug White Power (WP), Supreme White Power (SWP) oder White Pride World Wide (WPWW). In der rechtsextremen Skinhead-Szene wird die Faust auch oft in einem Lorbeerkranz gezeigt.

Ein Symbol von White Power

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Von H.Franke – Eigenerstellt, Bild-frei, https://de.wikipedia.org/w/index.php?curid=4025418

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https://de.wikipedia.org/wiki/White_Power

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David Duke sagte: „Wir erfüllen seine (Trumps) Versprechen.

US-Präsident Donald Trump hat nach dem Anschlag in Barcelona mit einem Tweet für Empörung gesorgt, in dem er an eine Massenexekution von Muslimen auf den Philippinen erinnert. Doch die hat nie stattgefunden.

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Nach Charlottesville„Ultrarechte in den USA fühlen sich bestätigt“

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Bild aus Tagesschau.de

 

„Trump hat in den USA ein Klima geschaffen, in dem sich ultrarechte Gruppierungen bestätigt fühlen,“ sagt der Politikwissenschaftler Boris Vormann. Ein Interview über Redefreiheit und Rassenhetze in den USA.

ARD-faktenfinder: Warum fallen der Hitlergruß und das offene zur Schaustellen von Nazi-Symbolik – oder auch das Verbrennen von Kreuzen – in den USA unter die Redefreiheit?

Boris Vormann: Die Redefreiheit ist in den USA weit gesteckt. Erst bei Gewalt greift die Justiz ein. 2009 wurden die Gesetze gegen „hate crimes“ zwar verschärft. Aber ob selbst der Fall des tödlichen Angriffs mit dem Auto in Charlottesville in diese Kategorie fällt, ist gegenwärtig nicht klar.

ARD-faktenfinder: Warum?

Zunächst wird zu prüfen sein, ob der Angriff etwa Rasse, Religion oder der sexuellen Orientierung der Angegriffenen galt – denn so werden diese Fälle des „hate crimes“ definiert, die es den Bundesbehörden erlauben würden, direkt einzugreifen. Das liberale Prinzip der individuellen Freiheit ist auch hier sehr dominant und macht ein Handeln für den Justizapparat in solchen Fällen sperrig. Trotz der weit gefassten Redefreiheit galten bislang gewisse gesellschaftliche Normen und Tabus, die Ku-Klux-Klan und Naziaufmärschen Einhalt geboten haben – die griffen, wo es das Gesetz nicht tat. Mit seiner zweideutigen Haltung gegenüber den Vorfällen am Wochenende hat Trump das Verhalten der Ultrarechten indirekt legitimiert. Wir werden es wohl in Zukunft häufiger mit der Zurschaustellung ähnlicher Symbolik in den USA zu tun haben.

ARD-faktenfinder: Wieso konnten in Charlottesville paramilitärisch ausgestattete Milizen den Protestzug begleiten?

Vormann: Dass paramilitärische Gruppen sich in den USA überhaupt im öffentlichen Raum bewegen können, hängt mit der nationalen Mythologie des US-amerikanischen Unabhängigkeitskrieg zusammen, wo das Aufbegehren gegen die britische Krone und die amerikanische Revolution letztlich von genau jenen Gruppen getragen worden sein soll.

Das ist auch ein Grund, weshalb das oft zitierte Second Amendment – der Zweite Zusatzartikel der US- Verfassung, der den Besitz und das Tragen von Waffen erlaubt – so strittig diskutiert wird. Denn viele meinen, diese Wehrhaftigkeit des Volkes müsse aufrechterhalten werden. Es gäbe allerdings tatsächlich Präzedenzfälle, um paramilitärische Vereinigungen zu stoppen. Juristen prüfen deshalb mit Blick auf bereits angekündigte Märsche in den nächsten Wochen die Möglichkeit, das Versammlungsrecht für schwer bewaffnete Gruppen einzuschränken.

[…]

ARD-faktenfinder: Hat Donald Trump die Entwicklung befeuert?

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US-Präsident Donald Trump bei einer Pressekonferenz | Bildquelle: REUTERS

Hat Rechtsextremen Aufwind gegeben: US-Präsident Trump

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Er hat in den USA ein Klima geschaffen, in dem sich ultrarechte Gruppierungen bestätigt und legitimiert fühlen. Mit Steve Bannon und Sebastian Gorka hat er sogar rechtsextreme mit in sein engstes Beraterteam geholt. Das spricht gegen ein Umdenken.

Wir sehen aber auch, wie der Justizapparat, Einzelstaaten und lokale Regierungen entgegen der Politik Trumps erfolgreich handeln konnten, beispielsweise im Fall des Muslim Bans oder der Sanctuary Cities. Ähnlicher Widerstand ist im Falle der Ultrarechten zu erwarten, zumal sich auch prominente Führungspersönlichkeiten der Republikanischen Partei wie Paul Ryan und Marco Rubio in dieser Frage sehr klar gegen Trump gestellt haben.

Von Boris Vormann

http://faktenfinder.tagesschau.de/charlottesville-redefreiheit-usa-101.html

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Die Pershing-Legende

US-Präsident Donald Trump hat nach dem Anschlag in Barcelona mit einem Tweet für Empörung gesorgt, in dem er an eine Massenexekution von Muslimen auf den Philippinen erinnert. Doch die hat nie stattgefunden.

Die Meldungen aus Katalonien waren nur wenige Stunden alt, da wandte sich Donald Trump per Twitter an die Welt. Zunächst verurteilte er den Terror, sprach den Spaniern Mut zu und kündigte Hilfe an. Doch 45 Minuten später meldete er sich erneut zu Wort und brachte die aktuellen Ereignisse mit einer Legende aus der Zeit des spanisch-amerikanischen Krieges in Verbindung.

„Lest nach, was US-General Pershing mit Terroristen gemacht hat, nachdem er sie gefangen hat. Danach gab es 35 Jahre keinen radikal-islamistischen Terror mehr!“

Trump erntete umgehend Empörung für sein Statement. Der Präsident, so kritisierten zahlreiche US-Medien, glorifiziere die Hinrichtung Gefangener, während die Welt noch um die Toten trauere.

Pershing-Legende – Philippinen

Es seien in Schweineblut getauchte Patronen verwendet worden, um den muslimischen Hinrichtungsopfern dadurch den Zugang zum Paradies zu verwehren. Dem einzigen Überlebenden sei hinterher befohlen worden, die Nachricht zu verbreiten. In einer anderen Version seien die Toten bei ihrer Bestattung mit den Innereien von Schweinen bedeckt worden.

Legende gilt als widerlegt

Wie die New York Times berichtet, tauchte dieser Mythos zum ersten Mal in der Zeit um den 11. September 2001 in Internet-Foren und Kettenbriefen auf. Trump griff sie auf einer Wahlveranstaltung im Februar 2016 in einer Rede auf und zeigte sich überzeugt, dass ein solches Vorgehen auch heute islamische Terroristen abschrecken würde.

Die US-amerikanische Faktenchecker-Website „PolitiFact“ nahm sich daraufhin der Legende an und interviewte mehrere Historiker zum Wahrheitsgehalt. Das Ergebnis: Die Geschichtswissenschaft kennt keine belastbaren Belege für die Behauptungen.

„Die Geschichte ist eine Erfindung und gilt seit langem als nicht glaubhaft“, zitiert PolitiFact den texanischen Historiker Brian McAllister Linn. „Ich bin verwundert, dass sie immer noch die Runde macht.“ Zwar gebe es vereinzelte Berichte von auf den Philippinen stationierten US-Soldaten, die von solchen Misshandlungen erzählen.

Doch die, so der Geschichtswissenschaftler David J. Silbey von der Cornell University, seien Jahrzehnte nach den Ereignissen verfasst worden und wichen stark von Trumps Version ab.

Selbst wenn die Geschichte wahr sei, merkt Michael H. Hunt von der University of North Carolina an, sei Trumps Behauptung, es habe seitdem auf den Philippinen lange keinen islamistischen Terror mehr gegeben, falsch. Die Region leide vielmehr bis in die Gegenwart unter dauerhafter Unruhe.

Kritik aus den eigenen Reihen wird lauter

Donald Trump ist in den letzten Tagen verstärkt Kritik insbesondere aus den eigenen Reihen ausgesetzt. Bereits gestern hatte der einflussreiche republikanische Senator Bob Corker Trump einen Mangel an Charaktereigenschaften vorgeworfen, die für das Präsidentenamt nötig sind. Wörtlich sagte Corker, der dem Auswärtigen Ausschuss im Senat vorsitzt: „Der Präsident war bisher nicht fähig, die Stabilität oder etwas von der Kompetenz an den Tag zu legen, die er braucht, um erfolgreich zu sein.“

Von Matthias Vorndran

http://faktenfinder.tagesschau.de/barcelona-trump-pershing-101.html

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Die Pershing-Legende auf den Philippinen.

https://de.nachrichten.yahoo.com/nach-charlottesville-heftige-kritik-trump-105758649.html

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Nach Charlottesville: Heftige Kritik an Trump

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I escaped the nazis once. you will not defeat me now.
(Ich entkam den Nazis einmal. Sie werden mich jetzt nicht bezwingen).

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https://de.nachrichten.yahoo.com/nach-charlottesville-heftige-kritik-trump-105758649.html

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Trump verbreitet Gewalt-Karikatur gegen CNN

 

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Ein Zug mit der Aufschrift „Trump“ rammt einen CNN-Mann: US-Präsident Trump hat auf Twitter eine brutale Zeichnung geteilt – kurz nachdem in Virginia ein Neonazi in eine Menschengruppe fuhr.

Die Botschaft der brutalen Zeichnung, die Donald Trump nun auf Twitter geteilt hat: Der Republikaner räumt die ihm unliebsamen Medien kompromisslos aus dem Weg. Der US-Präsident sieht sich selbst im „Krieg“ mit den kritischen Journalisten, so hat er es selbst gesagt. Auch gegen Zeitungen wie die „New York Times“ oder die „Washington Post“ schießt er immer wieder, kanzelt ihre Berichterstattung als Erfindungen ab – als „Fake News“.

Es ist nicht das erste Mal, dass Trump dabei zu Gewalt-Assoziationen greift. Im Juli twitterte er ein Video von einem Wrestlingkampf aus dem Jahr 2007, an dem er teilgenommen hatte. Auch der Kopf des Mannes, den Trump dort zum Schein verprügelte, ist darin von einem CNN-Logo überdeckt.

http://www.spiegel.de/politik/ausland/donald-trump-teilt-bild-von-cnn-mann-auf-twitter-der-von-zug-gerammt-wird-a-1162993.html

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Siehe auch:

„Für Trump könnte die Luft dünn werden“

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tagesschau.de: Diese Spaltung ist nicht erst seit Beginn der Trump-Präsidentschaft im Land spürbar. Wie nehmen Sie dieses Auseinanderdriften wahr?

Clüver: Die Spaltung existiert tatsächlich schon lange. Das Kernland der USA und die Metropolen entwickeln sich immer weiter auseinander. Die Finanzkrise von 2008 hat diesen Trend spürbar beschleunigt. Seitdem haben immer mehr Menschen in den ländlichen Teilen des Landes das Gefühl, den Lebensstandard der Mittelschicht nicht mehr halten zu können und fürchten, ihren Kindern kein besseres Leben mehr bieten zu können. Daraus destillierte sich eine immer größer werdende politische Bewegung, die mit der Tea Party begann und bis heute immer größere Kreise gezogen hat.

Gleichzeitig fühlten sich linksliberale Gruppen durch die Obama-Präsidentschaft und ihre gesellschaftlichen Reformen bestärkt, die Teils über den Kopf des Kongresses hinweg vorangetrieben wurden. So wurden die Gräben im Land immer tiefer.

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Konkret spüren das Familien überall im Land. Am Thanksgiving-Tisch können Verwandte teils nicht mehr miteinander reden, weil die Spaltung so groß geworden ist. Das ist in Cambridge, einem Vorort von Boston, wo ich lebe, jedoch noch anders. Boston ist generell eine demokratische Hochburg und damit in der Kritik an der Trump-Regierung recht vereint. Und dennoch fühlen sich bestimmte Gruppen durch die Aussagen des Präsidenten enthemmt. Hier hat eine lose rechtsgerichtete Gruppierung aus dem ganzen Land für das Wochenende unter dem Deckmantel des ersten Verfassungszusatzes zu freier Meinungsäußerung eine Veranstaltungslizenz beantragt. Es wird auch mit Sicherheit hier in Boston am Samstag zu Ausschreitungen kommen.

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http://www.tagesschau.de/ausland/usa-trump-cluever-interview-101.html

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Hier ist ein Video vom ZDF zu sehen.

Amerikas erstarkte Rechte

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Gruß Hubert

 

Veröffentlicht 18. August 2017 von hubwen in Politik, Uncategorized

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Ein „Problembär“ weniger   Leave a comment

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Im Trentino gab Landeshauptmann Ugo Rossi die Genehmigung zum Abschuss des Bären „JK2“. Es wäre auch möglich gewesen den Bär zu betäuben, einzufangen und in ein Gehege zu verbringen. Sie rufen zum Boykott der Region Trentino und ihrer Produkte auf. In den beiden Provinzen Trient aber noch mehr in der Provinz Bozen fehlt das Bewusstsein und die Sensibiltät für Bären oder auch Wölfe. Die agrarische Prägung schlägt da noch zu stark durch. Da wird Stimmung gemacht und man bleibt nicht bei den Fakten. Da werden schon auch mal Kinder ins Spiel gebracht, die von Bären gefährdet würden. In meinem Bekanntenkreis war sogar eine Frau, die schon vor Jahren sagte, dass Bären auch auf Kinderwägen losgingen 😉
Auch der bekannte ehemalige Extrembergsteiger Reinhold Messner bläst ins gleiche Horn der Bären-Beseitiger und hält den Abschuss des Bären „KJ2“ für richtig. „Es war richtig, weil gefährlich. Auch Ängste der Bauern verständlich.“

Die Bärin KJ2 habe den 69 Jahre alten Spaziergänger gebissen, nachdem der mit einem Stock auf sie losgegangen war.

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Aus der Frankfurter Rundschau.

Ein „Problembär“ weniger

 

Die Erschießung von„KJ2“ in der italienischen Provinz Trient löst eine Debatte aus. Hätte man die Bärin nicht betäuben und einfangen können?

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Die Tiere greifen meist nur zur Selbstverteidigung an. Foto: rtr

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Seit drei Wochen war sie zur Fahndung ausgeschrieben, die Problembärin KJ2. Das 14 Jahre alte Tier hatte zwei Mal Menschen verletzt, erst einen Jogger, dann im Juli einen Spaziergänger in den Dolomiten, der mit schweren Bisswunden am Arm ins Krankenhaus kam.

Am Wochenende ist die Braunbärin nun erlegt worden, wie die Provinz Trient mitteilte. 30 Männer der Forstpolizei hatten sie in den Bergwäldern oberhalb der Stadt Trient aufgespürt und erschossen. Ein offizielles Foto zeigte den massigen, 130 Kilo schweren Körper niedergestreckt im Gras.

Italiens Umwelt- und Tierschutzverbände sind hellauf empört. Sie drohen dem Präsidenten der norditalienischen Region, Ugo Rossi, der den Abschuss angeordnet hatte, mit einer Klage. Ihrer Meinung nach hätte es ausgereicht, KJ2 einzufangen, zu betäuben und in ein anderes Gebiet umzusiedeln, weiter entfernt von Wanderwegen und Menschen. „Besser ein toter Bär als ein verletztes Kind“, sagt dagegen Rossi.

Seit 1999 läuft im Trentino das von der EU finanzierte Projekt „Life Ursus“, mit dem Braunbären in den Alpen wieder heimisch gemacht werden sollen, nachdem sie fast ausgerottet waren. Zehn Bären wurden aus Slowenien geholt und im Naturpark Adamello-Brenta ausgesetzt. Inzwischen leben in den Wäldern des Trentino und Südtirols rund 50 Exemplare. Doch wie auch im Fall der Wölfe schafft der erfolgreiche Artenschutz zahlreiche Konflikte.

Besser ein toter Bär als ein verletztes Kind.

Ugo Rossi,  Präsidenten der norditalienischen Region Trient

Eine Anti-Bären-Front hat sich formiert: Bauern und Viehzüchter klagen über Attacken auf ihre Schafe, Imker fürchten um ihre Bienenstöcke, und die rechte Lega Nord sieht das Tourismusgeschäft bedroht. Vergangenes Jahr wurden in der Provinz Trient allein 185 von Bären verursachte Schäden angezeigt.

Das größte Problem ist jedoch, dass sich ab und zu auch Menschen und Bären ins Gehege kommen. Der Begriff „Problembär“ wurde schon vor mehr als zehn Jahren bekannt, als JJ1, genannt „Bruno“, wochenlang die deutschen und internationalen Medien beschäftigte. Der Bär war aus dem Trentino bis nach Bayern gewandert und nach 170 Jahren der erste, der sich in Deutschland in freier Wildbahn bewegte. Bruno riss Schafe und plünderte Kaninchen- und Hühnerställe.

Drei Wochen versuchte man vergeblich, ihn lebend zu fangen, dann wurde er erschossen. 2008 ereilte seinen Bruder JJ3 dasselbe Schicksal. Vor drei Jahren schließlich erregte der Tod der Bärin „Daniza“ in Italien Aufsehen. Die Mutter von zwei Bärenjungen hatte einen Pilzsammler mit Prankenhieben verletzt und sollte betäubt und umgesiedelt werden. Doch das Narkosemittel führte zum Herzstillstand.

Tier- und Umweltschützer argumentieren, dass Bären Menschen nur zur Selbstverteidigung angreifen. Daniza habe ihre Jungen schützen wollen. Die Bärin KJ2 habe den 69 Jahre alten Spaziergänger gebissen, nachdem der mit einem Stock auf sie losgegangen war. Italienische Umweltverbände, darunter der Tierschutzbund Enpa, nennen die Erschießung des Tiers ein Verbrechen und rufen zum Boykott der Region Trentino und ihrer Produkte auf. Legambiente wirft den Behörden Versagen vor. Es fehle eine Strategie für das Zusammenleben von Mensch und Bär. Der WWF Italien kündigte rechtliche Schritte an.

Von Regina Kerner

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Ein „Problembär“ weniger

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Der abgeschossene Bär „JK2“

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Anstatt des Frosches des Künstlers Martin Kippenberger (+) „Zuerst die Füße“ nun ein Bär am Kreuz.

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Gruß Hubert

Es ist nur einer mehr, an den ich nicht glaube   Leave a comment

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Ich mache da gar keine lange Einleitung und kommentiere das nicht weiter, weil die Position des Atheisten Ricky Gervais vollkommen auch meine ist. Ganz wichtig auch der Satz: „„Der Atheismus lehnt lediglich die Behauptung ab, es gäbe einen Gott. Er ist kein Glaubenssystem.“ Weil manche möchte auch gerne das zurecht stricken, dass Atheismus auch ein Glaubenssystem ist – ganz offensichtlich oft in böswilliger Absicht.
Im Artikel ist auch ein Video in englischer Sprache enthalten. Wer des Englischen mächtig ist kann es sich ja durch den Link am Ende anschauen.

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Ricky Gervais zu Stephen Colbert: „Sie glauben nicht an 2999 Götter. Es ist nur einer mehr, an den ich nicht glaube.”

Wenn der strenggläubige Katholik Stephen Colbert den Atheisten Ricky Gervais in seine Show einlädt, kann man darauf wetten, dass es in ihrem Gespräch irgendwann um Religion gehen wird. Gestern Abend (Anm. d. Red.: 1. Februar 2017) warteten beide nicht erst, bis das Thema von selbst auftaucht, sondern kamen gleich zur Sache; sie diskutierten „erste Ursachen”, die Definition von Atheismus und warum Gervais nicht einfach nur „an Wissenschaft glaubt”.

Die Konversation war nicht streitlustig, erlaubte aber beiden Bühnenkomikern, ihre Positionen klar zu machen.

Gervais: „Der Atheismus lehnt lediglich die Behauptung ab, es gäbe einen Gott. Er ist kein Glaubenssystem. Das ist Atheismus, in aller Kürze. Sie sagen, es gibt einen Gott. Ich sage: Können Sie das beweisen? Sie sagen: Nein. Ich sage: Daher glaube ich Ihnen nicht. Sie glauben an Gott, nehme ich an?

Colbert: „Ähm… in Gestalt dreier Personen, aber fahren Sie fort.”

Gervais: „Ok. Es gibt etwa 3000 Götter zur Auswahl. Im Grunde lehnen Sie einen weniger ab als ich; Sie glauben nicht an 2999 Götter, und ich glaube an nur einen weiteren nicht.”

Gervais sagte weiterhin, er fühle immense Dankbarkeit für seine Existenz, denn „die Chance war eins zu Milliarden, dass ich als ich selbst auf diesem Planeten erscheine, und ich werde es nie wieder.” Anschießend, nachdem er hörte, sein Vertrauen in die Wissenschaft sei auch nur eine Art Glaube, konterte Gervais mit diesem hübschen Monolog.

Gervais: „Wissenschaft wird ständig auf die Probe gestellt. Schauen Sie – wenn wir irgendwelche Belletristik nehmen, irgendeine heilige Schrift, und sie zerstören, dann wird sie auch nach tausend Jahren nicht wiederkehren. Wenn wir dagegen alle wissenschaftlichen Literatur vernichten, dann wäre sie in tausend Jahren wieder da, weil all die gleichen Versuche die gleichen Resultate hervorbringen würden.”

Colbert: „Das ist gut. Das ist wirklich gut.”

Gervais: „Ich brauche also keinen Glauben an die Wissenschaft. Ich brauche keinen Glauben, um zu wissen, dass, wenn ich aus dem Fenster springe, dass jedesmal, wenn jemand aus dem Fenster springt, wir wegen dieser Sache, die man Gravitation nennt, zerschmettert werden.”

All das haben wir natürlich schon oft gehört – aber das ist bei Colberts Abend-Publikum nicht notwendigerweise der Fall. Welch ein Vergnügen, zu erleben, wie Gervais dieselben Argumente anbringt, die Menschen wie Richard Dawkins immer vermitteln können, aber gegenüber einem viel größeren Publikum, das nicht um eine Debatte über Religion gebeten hat.

Als 2015 Bill Maher in Colberts Show auftrat, diskutierten beide auch über Gott, aber es war viel heikler. Maher rümpfte die Nase über Colbert, den Gläubigen, und wirkte herablassend, trotz seiner treffenden Argumente.

Gervais andererseits leistete wunderbare Arbeit bei der Erklärung seiner Haltung, ohne Colbert wie einen Trottel zu behandeln. Es war viel wirksamer.

Übersetzung: Harald Grundner

Hier geht’s zum Originalartikel…

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Es ist nur einer mehr, an den ich nicht glaube

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Gruß Hubert

Veröffentlicht 16. August 2017 von hubwen in Religionskritik, Uncategorized

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Glauben heißt nicht wissen     8 comments

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Religion will sich oft mit Zirkelschlüssen beweisen, zum Beispiel Gott hat die Bibel geoffenbart, also ist das was in der Bibel steht war.

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Kann man den Glauben begründen?
Antwort: Seit wann beruht Glauben auf einer Begründung?

 

Das Problem der Begründung des Glaubens

Die entscheidende Grundfrage ist die: Was wissen wir eigentlich – sicher? Jede Philosophie und jede Religion setzt sich mit der Frage auseinander. Und jedes Zeitalter beschäftigt sich mit der Frage aufs Neue. Es gibt zwar die »aufgeklärte« Position, nach der eine Religion nicht wahr, sondern nur in moralischem Sinne nützlich zu sein hat, das ist in keinem Fall die fundamentalistische Haltung: Demzufolge ergibt sich der moralische Anspruch als Folge aus dem Wahrheitsanspruch. Was ist wahr?Die verschiedenen Religionen hatten und haben darauf stets Antworten parat.Die Antwort ist: Man muss es nicht wissen, man muss es nur glauben! Und der Glauben braucht keine Begründung.

Das Münchhausentrilemma

Wenn wir uns die Antworten ansehen, sehen wir dieselben Muster: Es ist wahr, weil es geoffenbart wurde, es ist wahr, weil es in einer heiligen Schrift steht, es ist wahr, weil es eine Autorität verkündet hat (als Papst unfehlbar ), weil es der Tradition entspricht. Alle die Dinge führen uns direkt in das Münchhausen-Trilemma (nach Hans Albert), d. h., wir landen entweder in einem Zirkel, was logisch fehlerhaft ist in einem unendlichen Regress, was in Praxis undurchführbar ist oder gelangen zu einer willkürlichen Aussetzung des Begründungspostulats, was uns direkt in den Dogmatismus führt. Die Religionen landen i. d. R. im Dogmatismus (»Es ist wahr, weil der Papst ex cathedra entschieden hat« oder »Es ist wahr, weil die Bibel es sagt«), oder in einem logischen Zirkel (»Die Bibel ist von Gott geoffenbart und aus dem Grund wahr. Wir wissen es, weil die Schreiber der Bibel es sagen. Die Bibel wiederum gibt uns Zeugnis, dass die Verfasser derselben göttlich inspiriert wurden« – die Argumentationsweise wird von Hank bzw. seinen Freunden benutzt . Es ist in der Mehrheit der Fälle nicht so plump wie in den Beispielen hier, die nur ein allgemeines Muster zeigen sollen. Ich bezeichne die Denkweise als archaisch oder vorwissenschaftlich.

Wenn man Gründe für den dogmatischen Anspruch sucht, stößt man auf einen logischen Zirkel. Mindestens eine der drei Positionen lässt sich gegen jede Begründung vorbringen, gegen subjektive Erfahrungen, d. h., jede Begründung ist hinterfragbar. Außer, Denkverbote verhindern es. Es handelt sich hier nicht um ein Argument gegen die archaische Denkweise, die moderne Denkart ist davon genauso betroffen. In der heutigen Geisteshaltung wird daraus nur der Schluss gezogen, jeden absoluten Wahrheitsanspruch anzufechten und ihn nicht für die eigene Position zu reklamieren (Skeptizismus).

Während religiöse Anschauungen sich gegen die Kritik zu immunisieren suchen, also ihre Ansprüche wider die Vernunft durchzusetzen trachten. Die (oft erfolgreiche) ↑Immunisierung ist die wahre Bedrohung des Verstandes, sie suggeriert, dass man das Ende allen Wissens erreicht hätte, wo man erst am Anfang steht oder bei einem Irrtum.

 

Die Stufen der Erkenntnis

Wir können folgende drei Stufen der Erkenntnis postulieren, die aufeinander aufbauen: Wahrnehmung, sie ist unbewusst und unkritisch.Erkenntnis, sie ist bewusst und unkritisch. Wissenschaft, sie ist bewusst und kritisch. Der religiöse Glauben ist der zweiten Stufe zuzuordnen. Mag sein, der Glaube ist kritisch, aber nicht gegen seine eigenen Grundlagen, sondern überwiegend anderen Weltanschauungen gegenüber. Eine schöne Beschreibung des hier kurz skizzierten Problems gibt Dr. Michael Schmidt-Salomon in: →Das Münchhausen-Trilemma oder: Ist es möglich, sich am eigenen Schopfe aus dem Sumpf zu ziehen?

Es gibt drei Methoden, mit denen Menschen ein Verhalten rechtfertigen, das sich nicht vernünftig begründen lässt: Tradition – das haben wir schon immer so gemacht. Mehrheit – die anderen machen das ja auch alle so. Religion – oft gemischt mit den beiden vorigen »Begründungen«. Kein vernünftiger Mensch käme auf die Idee, die Genitalien kleiner Kinder zu beschneiden. Wenn es Tradition ist, oder die Mehrheit es tut, oder man eine Religion anführen kann – ist es erlaubt. Und wer sich gegen die Praxis ausspricht, der ist ein Feind von Tradition und Religion.

 Es ist ein Zweck der organisierten Religion, das für wahr und das Verhalten für richtig befinden zu können, dass kein Mensch ernst nehmen würde. Es wird eindringlich »Respekt« von den Religionen eingefordert: Weil normalerweise kein rationaler Mensch auf die Idee käme, solche abwegigen Gedanken zu respektieren. Was erwachsene religiöse Menschen freiwillig und ohne Zwang unter sich machen, wäre kein Thema und zu tolerieren (nicht respektieren). Kritisch wird es erst, wenn daraus Forderungen an die Allgemeinheit abgeleitet werden.

Der Glaube ist nicht der Anfang, sondern das Ende allen Wissens.

Johann Wolfgang von Goethe.

Glauben heißt nicht wissen

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Gruß Hubert