Archiv für März 2016

Serbischer Nationalist Vojislav Seselj freigesprochen   Leave a comment

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Die Richter folgten der Anklage nicht, die 28 Jahre für den serbischen Nationalisten und Kriegsverbrecher Vojislav Seselj gefordert hätten. Es wäre ihm nichts nachzuweisen meinten die Richter. Ich staune welche Beweise man bei diesem Mann da noch suchte… Mit Entsetzen verfolgte man das Urteil in Kroatien und Bosnien. Großer Jubel hingegen im rechtsextremen Lager Serbiens. Man sieht an Beispiel von ex-Jugoslawien welche gefährliche Auswirkungen ein exzessiver Nationalismus hat.
Vojislav Seselj ist Parteigründer und Vorsitzender der Serbischen Radikalen Partei (SRS) und ist Ideologe, Jurist und Publizist. Es ist immer wieder enttäuschend welch unverständliche Urteile Richter, speziell bei Kriegsverbrechern, fällen.

„Anfang 1991 gründete Seselj in der Tradition der großserbischen Tschetnik-Freischärler im Zweiten Weltkrieg die faschistische Radikale Partei (SRS). Ihr Ziel war es, den Vielvölkerstaat Jugoslawien in ein allein von Serbien dominiertes Gebilde umzuwandeln.
Seselj war mit Hunderten Schmähschriften und Hassreden einer der Ideologen der Bürgerkriege (1991-1999) und zeitweise ein enger Verbündeter des serbischen Autokraten Slobodan Milosevic.
Heute propagiert Seselj weiter die Idee eines Groß-Serbiens, dem das Kosovo und die zu Kroatien gehörende Krajina gehören soll.“ (Aus Tagesschau.de)

 

Prozess wegen Kriegsverbrechen: Serbischer Nationalist Vojislav Seselj freigesprochen

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Die Anklage wollte ihm Kriegsverbrechen im früheren Jugoslawien nachweisen, doch die Richter waren nicht überzeugt: Vojislav Seselj, serbischer Nationalist, ist vom Uno-Tribunal in Den Haag freigesprochen worden.

Nach dem Zerfall Jugoslawiens wollte er ein Großserbien schaffen, doch kriminelles Verhalten ist ihm nicht nachzuweisen: Der serbische Nationalist Vojislav Seselj ist vom Vorwurf der Kriegsverbrechen und der Verbrechen gegen die Menschlichkeit freigesprochen worden. Das entschied das Uno-Kriegsverbrechertribunal zum früheren Jugoslawien am Donnerstag in Den Haag.

Die Richter fällten eine Mehrheitsentscheidung und wiesen alle Anklagepunkte ab. Sie sparten in ihrer Begründung nicht mit Kritik an den Anklägern des Tribunals: Teilweise hätten die vermeintlichen Belege nur entfernt mit der Realität zu tun gehabt. Zwar habe es im Jugoslawienkrieg eine serbische Freiwilligentruppe namens „Seselj-Männer“ gegeben, die auch an Kriegsverbrechen beteiligt war. Die seien allerdings nicht Seseljs Befehl, sondern dem der Armee unterstellt gewesen.

Seselj, 61, hatte auf nicht schuldig plädiert und nahm nicht an der Urteilsverkündung teil. Das Gericht hatte ihn aus gesundheitlichen Gründen kurzfristig von dem Termin freigestellt. Das Urteil kommentierte Seselj von Belgrad aus als einzig mögliche Entscheidung, die das Gericht habe treffen können.

Seselj beschimpft das Gericht

Es sei von „Anfang an klar gewesen, dass ich unschuldig bin“, erklärte er. Die Institution in Den Haag beschimpfte er als „antiserbisches Gericht in der Hand der westlichen Mächte“. Für seine knapp zwölfjährige Untersuchungshaft beim Uno-Tribunal werde er eine Entschädigung von 14 Millionen Euro verlangen. Seselj war 2014 aus gesundheitlichen Gründen vorläufig aus der Haft entlassen worden.

Schon vor der Urteilsverkündung hatte er seine Geringschätzung des Gerichts betont: „Ich habe keine Zeit, mich mit Den Haag zu befassen. Ich befinde mich im Wahlkampf und habe jeden Tag Veranstaltungen. Mit denen bin ich fertig“, hatte er am Mittwoch in Belgrad gesagt.

Seselj ist Vorsitzender der großserbischen Radikalen Partei (SRS). Mitte der Neunzigerjahre war Seselj ein Getreuer des 2006 in Den Haager Haft verstorbenen serbischen Ex-Präsident Slobodan Milosevic. Die Anklage hatte Seselj vorgeworfen, im Bürgerkrieg nach dem Zerfall Jugoslawiens an der Ermordung Tausender und der Vertreibung Zehntausender Kroaten und Muslime beteiligt gewesen zu sein.

„Beschämendes Urteil und Niederlage für das Gericht“

Die Anklage wollte Seselj wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit und sechs Fälle von Kriegsverbrechen in Kroatien, Bosnien und in der serbischen Provinz Vojvodina zu 28 Jahre Haft verurteilt sehen. Das Gericht sprach ihn jedoch überraschend frei.

Kroatiens Ministerpräsident Tihomir Oreskoviv bezeichnete das Urteil als beschämend und als Niederlage für das Uno-Kriegsverbrechertribunal.

Als ranghöchster Politiker wurde der ehemalige Serbenführer Radovan Karadzic am 24. März unter anderem für den Völkermord in Srebrenica zu 40 Jahren Gefängnis verurteilt. Karadzic will in Berufung gehen.

cht/sun/dpa/Reuters

Serbischer Nationalist Vojislav Seselj freigesprochen

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Gruß Hubert

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Erdogan und die NDR-Satire   Leave a comment

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Ich kann über diesen Erdogan nur noch den Kopf schütteln. Er scheint jede Bodenhaftung verloren zu haben. Die Türkei ist offiziell noch eine Demokratie, de facto ist sie unter Erdogan zur Diktatur mutiert. Von Pressefreiheit hält er nichts und Satire ist für ihn, (jedenfalls wenn es ihn betrifft) Majestätsbeleidigung, oder Präsidentenbeleidigung, wie er das nennt. Einfach ekelhaft diese Selbstherrlichkeit dieses Mannes vom Bosporus.

 

Regierende Selbstherrlichkeit

Die harsche Reaktion des türkischen Präsidenten auf eine NDR-Satire zeugt von fehlender Größe – und zunehmender Selbstherrlichkeit, meint Reinhard Baumgarten. Mit wachsender Macht toleriert Erdogan immer weniger Kritik.

Von Reinhard Baumgarten, ARD-Studio Istanbul

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan möchte zu den großen Politikern der Welt gehören. Warum nicht? Man wächst mit seinen Ansprüchen und Herausforderungen. Wer aber zu den Großen gehören will, muss wissen, was die Großen darstellen. Der Umgang mit Kritik, Opposition, Satire und Ironie können Kriterien sein, an denen große Politiker gemessen werden.

Wie viel Häme und Spott müssen Angela Merkel, Barack Obama, David Cameron oder François Hollande einstecken? Sie stehen darüber, meistens jedenfalls. Sie erregen sich nicht öffentlich über Witze und spitze Bemerkungen. Sie geben sich diese Blöße nicht, weil sie die nötige politische Größe und Gelassenheit haben, um trotz beißender Kritik und ätzenden Spotts ernst genommen zu werden.

Anzeigen gegen Minderjährige

Mehr als 1800 Anzeigen sind in den vergangenen Monaten in der Türkei wegen Präsidentenbeleidigung erstattet worden – angezeigt wurden auch Minderjährige. Der Botschafter Deutschlands wird wegen eines Beitrags einbestellt, weil Erdogans Politik und Auftreten darin satirisch aufgespießt werden.

Satire darf alles, hat Kurt Tucholsky 1919 noch behauptet. Nein, Satire darf nach Holocaust, zahllosen Massenmorden und unaussprechlichen Verbrechen nicht mehr alles.

Aber eines darf Satire ganz sicher noch: zuspitzen und anprangern. Und hier beginnen die Probleme Erdogans mit Satire, die Ausdruck seines Politikverständnisses sind: Ein Präsident wird nicht verspottet, er darf nicht Zielscheibe von Witzen und Ironie sein.

Anspruch der Unantastbarkeit?

Ist es der Glaube an die eigene Unfehlbarkeit? (Anmerkung: also ein zweiter Papst). Ist es der Anspruch der Unantastbarkeit? Der türkische Präsident setzt mehr und mehr die Maßstäbe für das, was als richtig und falsch zu gelten hat in seinem Reich. Am Wochenende hat er sich mehrfach öffentlich darüber erregt, dass westliche Diplomaten einem Gerichtsverfahren beigewohnt haben. In dem Prozess geht es laut Anklage um Spionage. In dem Prozess, so die Botschaft der Diplomaten, geht es auch um Meinungs- und Pressefreiheit.

„Wer seid ihr? Was habt ihr dort zu suchen?“, fragt Erdogan bissig die Gesandten jener Staaten, in deren Mitte die Türkei aufgenommen werden möchte.

Deren schiere Präsenz ist die glasklare Antwort: Sie sind die Abgesandten gemeinsamer Werte und Vorstellungen. Europa spricht dieser Tage nicht oft mit einer Stimme. Im Gerichtssaal von Istanbul haben es die Botschafter der EU-Staaten getan – immerhin. Eine Geste gegenüber regierender Selbstherrlichkeit.

 

Erdogan und die NDR-Satire

 

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Song: Erdowie, Erdowo, Erdogan | extra 3 | NDR


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Der «Boss vom Bosporus» versteht keinen Spaß

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Was in Deutschland als ganz normale Satire gilt, kann in der Türkei auch schon mal als Majestätsbeleidigung aufgefasst werden. Die türkische Regierung fand einen «extra 3»-Clip, jedenfalls gar nicht witzig und bestellte den deutschen Botschafter ein.

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Erdogan’s dicker Hals

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Auszug aus Politik24.de

Es ist ja schließlich keine Kleinigkeit, wenn ein autokratischer Staatschef, wie aktuell gerade geschehen, in die deutsche Verfassungslage derart eingreift, dass er eine wirklich harmlose Satiresendung über sich selber, es ging um ein knapp 2minütiges Filmchen des NDR ( Extra3), das am 17. März in der ARD ausgestrahlt wurde, mit der ihm zu Gebote stehenden staatlichen Gewalt angreift und wie einen diplomatischen Gau zwischen zwei Ländern verfolgen will. Immerhin: Erdogan hatte den deutschen Botschafter am letzten Dienstag förmlich ins Außenministerium vorgeladen und verlangt quasi von Deutschland eine offizielle Entschuldigung und natürlich das modern gewordene Löschen des Satireclips.

[…]

Erdogan hat sich jetzt allerdings zu einem der größten Satiriker der Neuzeit gemausert und das ging so:

Er hatte persönlich Strafanzeige gegen zwei Journalisten seiner Türkei wegen Hochverrats und Unterstützung von Terrorgruppen erstattet. Am vergangenen Freitag war nun Prozessbeginn. Wie es nun in Demokratie und in Rechtsstaaten, auch der Möchtegernkategorie üblich ist, sind Gerichtsverhandlungen regelmäßig öffentlich und so war es kaum verwunderlich, dass unter den Zuschauern auch Diplomaten einiger EU-Staaten saßen, unter anderem der deutsche Botschafter Martin Erdmann als Beobachter eines Verfahrens, in dem es just um Meinungs-und Pressefreiheit ging.

Und jetzt kommt der Satiriker Erdogan: Er reagierte aggressiv auf das Auftauchen der Diplomaten beim Prozessauftakt gegen die türkischen Journalisten, die seine Regierung kritisierten und motzte öffentlich, dass ausländische Diplomaten in einem türkischen Gericht nichts zu suchen hätten, die Türkei sei nicht ihr Land, sondern sein, Erdogans Land.

Gleichzeitig tönte er, dass eine Erdogan-Satire in Deutschland, ausgestrahlt von Extra 3 im NDR, gleichsam eine diplomatische Kriegserklärung an ihn oder die Türkei wäre. Er ließ den deutschen Botschafter förmlich einbestellen, der sich gegenüber dem türkischen Außenministerium für eine deutsche Satire zu erklären, einzulassen, zu entschuldigen oder sonst was hätte, obwohl auch Erdogan als Deutschlandkenner weiß, dass die deutsche Regierung keinerlei Hoheitsrechte in Bezug auf privat geäußerte Satire besitzt, also völlig unzuständig für Satire ist.

Statt dass der deutsche Botschafter das türkische Außenministerium gleich wieder verlassen hat, soll er sich mit den türkischen Stellen lange über die besagte NDR3-Satire auseinandergesetzt haben. Wahrscheinlich ging es um Beschwichtigung, Besänftigung und eine Ausweitung der Visafreiheit, die Erdogan Merkel vor kurzem mit dem Deal „Gib mir einen Syrer, ich geb Dir dann einen Syrer zurück“ schon rausgeleiert hatte.

Dass der deutsche Botschafter sich nicht traute, Erdogan mit Rückendeckung seiner deutschen Regierung  in die Schranken zu weisen und zu sagen, das ist Satire in meinem Land, das geht Sie nun mal gar nichts an und das ist Presse-und Kunstfreiheit bei uns, offenbart die europäische Realität:

Kritik an der Regierung, das war im Westen und auch in Deutschland, mindestens bis zum Auftauchen der Merkel-Gabriel-GroKo, die höchste journalistische Disziplin, die Erdogan nach allem, was man hört, noch nie liebte. Im Umgang mit der Türkei gilt jedoch schon lange: Keine Haltung, keine Würde, keine Vernunft und keine Realität im Umgang mit der Erdogan-Türkei.

Noch absurder ist nur die deutsche Türkeipolitik

Erdogan regiert kräftig in die Bundesrepublik hinein, auf vielfältige Weise und auf vielen Ebenen, durchaus auch auf religiösen Pfaden und er hält riesige Wahlveranstaltungen mit seinen Landsleuten, die auch einen deutschen Pass haben, in der Bundesrepublik ab. Und dies mit voller Unterstützung der GroKo und des politisch veröffentlichten Mainstreams. Erdogan hat sehr viel Porzellan zerschlagen müssen, bevor die deutschen Medien von ihrem Erdogantrip etwas abließen und ein wenig kritisch gegenüber Erdogan geworden sind.

In dem satirischen Extra3-Song geht es um den selbstherrlichen „Boss vom Bosporus“, der so selbstverständlich ganz und gar andere Maßstäbe an Andere anlegt, als er sie für sich selber reklamiert. „Ein Journalist, der was verfasst, das Erdogan nicht passt ist morgen schon im Knast“, heißt es in dem Song und mit Filmausschnitten von Merkel unterlegt, die ihm bei ihrem letzten Besuch in der Türkei vor feudaler Kulisse im Beisein der Journalisten lächelnd die Hand schüttelt, heißt es in dem Song: „Sei schön charmant, denn er hat dich in der Hand, erdowie, erdowo, erdogan“…

Zur Frauenpolitik heißt es, während Bilder einer Demonstration gezeigt werden, auf der türkische Polizisten auf Demonstrantinnen am Weltfrauentag eindreschen; „Gleiche Rechte für die Frauen, die werden auch verhauen“. Und auch die Kurden werden erwähnt: „Kurden hasst er wie die Pest, die bombardiert er auch viel lieber als die Glaubensbrüder drüben beim IS“. Und wie es in dem Song so schön heißt: „Die Zeit ist reif für sein großosmanisches Reich, erdowie, erdowo, erdowan“.

Alles Satire, alles Realität und Realität ist auch, dass die GroKo gegenüber Erdogan routinemäßig duckmäusert und dies auch im Angesicht des massiven Erdogan’schen Angriffs auf diese deutsche, auf diese europäische Satire, die das thematisiert, was die GroKo zu thematisieren unterlässt oder gar schön redet. Und Steinmeier, hat der soviel Diplomatie gefressen, dass er unter normalen Umständen platzen müsste? Der schwafelt wieder von der strategisch und auch sonst so wichtigen Türkei, obwohl objektiv feststeht, dass Europa und der Westen die Türkei für gar nichts brauchen, aber Erdogan den Westen für seine antiwestliche Politik sehr wohl braucht.

Mit dieser satirischen Einlage Erdogans hat er selber zum xten Mal vorgeführt, wie europauntauglich und im wahrsten Sinne des Wortes europafeindlich er ist. Eine angesichts der großen Politik lächerlich kleine Satire, die aber offenkundig den Nerv trifft, zu einem diplomatischen Akt zu machen, ist absurd. Noch absurder ist nur die deutsche Türkeipolitik.

Hier weiterlesen:

http://www.politik24.de/erdogan-der-boss-vom-bosporus/2016/03/

 

Die Redaktion von «extra 3» ließ sich nicht einschüchtern. Auf ihrer Twitter-Seite wurde nach der Einbestellung des Botschafters ein Foto von Erdogan mit der Aufschrift: «Mitarbeiter des Monats» versehen.

So viel Freiheit können sich Journalisten in der Türkei kaum noch ungestraft leisten. Vergangenes Jahr wurden zwei Zeichner der Satire-Zeitschrift «Penguen» wegen Beleidigung Erdogans zu Geldstrafen verurteilt. Sie sind bei weitem nicht die einzigen, gegen die solche Anschuldigungen erhoben werden.

Nach Angaben des Justizministeriums wurden seit Erdogans Wahl zum Staatspräsidenten im August 2014 mehr als 1800 Verfahren wegen Präsidentenbeleidigung eröffnet.

„extra 3“ Video

https://de.nachrichten.yahoo.com/der-boss-vom-bosporus-versteht-keinen-spa%C3%9F-154318010.html

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Siehe auch:

https://www.ndr.de/nachrichten/Erdogan-Satire-Botschafter-betont-Pressefreiheit,erdogan182.html

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Hier noch ein früheres Video vom NDR extra-3

Ein Lied für Erdogan | extra 3 | NDR


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Gruß Hubert

Mit Gott und den Faschisten   1 comment

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Mit Gott und den Faschisten

Der Vatikan im Bunde mit Mussolini, Franco, Hitler und Pavelić

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Wenn man auch nur einige Bücher von Karlheinz Deschner gelesen hat und nicht durch Eltern und Erziehung das Gehirn katholisch oder auch evangelisch verätzt bekam, kann man nicht anders als sich von der (oder den) Kirche(n) abwenden. Ich frage mich auch wo Gott bleibt. Einen Gott, der nur zuschaut, der geht mir nicht ab.

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Dem Berliner Kirchenkritiker und Publizisten Peter Gorenflos ist es zu verdanken, daß Karlheinz Deschners fundamentales Werk »Mit Gott und den Faschisten« nach 47 Jahren wieder in einer unveränderten Ausgabe erschienen ist. Mit der ersten Auflage 1965 sowie seinem Buch »Abermals krähte der Hahn« (1962) hatte sich Deschner den Zorn der katholischen Kirche und des bundesdeutschen Regimes zugezogen; es hetzte wegen Gotteslästerung seine Justiz auf ihn. Deschner war aber wegen seiner kirchenkritischen Arbeiten im In- und Ausland bereits so bekannt, daß er vor Verurteilung und Inhaftierung geschützt war.

Nach dem Ersten Weltkrieg, weist Deschner nach, ergriff die katholische Kirche die Gelegenheit, um gemeinsam mit dem aufkommenden Faschismus das Rad der Geschichte zurückzudrehen. Die Angst vor einem Sieg der Arbeiterbewegung in ganz Europa nach dem Vorbild Rußlands war in Rom so groß, daß der Vatikan mit dem reaktionären Großbürgertum Italiens und dessen Handlangern, den Faschisten, ein Bündnis einging, das allen Seiten eine dauerhafte Existenz sichern sollte. »Diese unheilige, katholische Allianz mit dem angeblich kleineren – faschistischen – Übel«, schreibt Gorenflos im Vorwort zur Neuauflage, »führte in die größte Katastrophe der Menschheitsgeschichte: den Zweiten Weltkrieg und den Holocaust (…) Bei diesem von der Catholica herbeigesehnten ›Weltanschauungskrieg‹, wie ihn Hitler auch nannte, wurde der Holocaust als eine Art nicht unwillkommener Kollateralschaden in Kauf genommen.«

Deschner wiederum bedauert in seinem Vorwort die Unkenntnis vieler darüber, daß die katholische Hierarchie sämtliche faschistische Staaten von deren Anfängen an systematisch unterstützt hat und so entscheidend am Tod von 60 Millionen Menschen im Zweiten Weltkrieg mitschuldig wurde. Er untersucht im ersten Kapitel die »freundschaftlichen« Beziehungen zwischen dem Vatikan und dem italienischen Faschismus. Der »Duce« wußte, wofür die katholische Kirche nützlich ist, und der Vatikan begriff, daß sein Partner die Träger jeglichen Fortschrittsdenkens physisch ausrotten würde. In Italien wie in Deutschland betrieb der Papst die Auflösung der katholischen Partei, um Mussolini und Hitler in den Sattel zu helfen. So konnte z.B. der Abessinienkrieg 1935 mit päpstlichem Segen geführt werden.

Antibolschewismus

»Der Vatikan und der spanische Bürgerkrieg« heißt das zweite Kapitel. Bereits zwischen 1936 und 1939 kamen ungefähr 600000 Spanier ums Leben, danach ging das Schlachten weiter. Vatikan-Staatssekretär Eugenio Pacelli, ab 1939 Papst Pius XII., hielt schon während des Putsches 1936 fest zu General Francisco Franco. Thema des dritten Kapitels ist »Der Vatikan und Hitlerdeutschland«. Am 20. Juli 1933 wurde das Konkordat zwischen dem Heiligen Stuhl und dem Deutschen Reich geschlossen – Hitlers erster völkerrechtlicher Vertrag. Fast zwei Drittel der 34 noch heute gültigen Artikel sicherten kirchliche Privilegien.

Während des Zweiten Weltkrieges, zeigt das vierte Kapitel, unterstützten die deutschen Bischöfe Hitler noch intensiver als zuvor. Nach dem Überfall auf die Sowjetunion erklärten sie am 10. Dezember 1941: »Mit Genugtuung verfolgen wir den Kampf gegen die Macht des Bolschewismus.« Ein Jahr später befanden sie, daß ein Sieg über den Bolschewismus gleichbedeutend mit dem Triumph der Lehren Jesu über die der Ungläubigen wäre. Bis 1945 und darüber hinaus gewährte der Vatikan Schutz und Schirm für die Faschisten.

Pius XII. segnete auch einen der größten Verbrecher des 20. Jahrhunderts, den kroatischen Ustascha-Führer Ante Pavelić, mit dem sich Deschner im fünften Kapitel »Der Vatikan und die Kroatengreuel« befaßt.

 

Vorwort zur Neuauflage

 

Weshalb – nach fast 50 Jahren – eine Neuauflage von Karlheinz Deschners Werk ›Mit Gott und den Faschisten‹?
     Weil es sehr aktuell ist. Weil es völlig zu Unrecht Gefahr läuft, in Vergessenheit zu geraten. Weil es einen Verdrängungsprozeß, nein, die gezielte Desinformations-Politik des Vatikan stört. Es erinnert an die Kollaboration des Vatikan nicht nur mit Hitler, dem wohl größten Verbrecher aller Zeiten, sondern auch mit Mussolini, Franco und dem wenig bekannten Pavelić, Faschistenführer in Kroatien und zusammen mit Kardinal Stepinac verantwortlich für das Konzentrations- und Vernichtungslager Jasenovac, über dessen Existenz heute nur noch wenige Bescheid wissen.

Weil das Lügengeflecht des Vatikan entlarvt wird, der sich seit einigen Jahrzehnten als Widerstandsorganisation gegen die Hitlerei aufzuspielen versucht, obwohl doch Pius XII. laut Kardinal Faulhaber »der beste Freund, am Anfang sogar der einzige Freund des neuen Reiches gewesen war«, gerade in der labilen Anfangsphase des Nationalsozialismus, als die Geschichte noch einen ganz anderen Verlauf hätte nehmen können! Weil es eben kein Mode-Buch ist, das aus Gefälligkeitsgründen einen Meinungstrend bedient, sondern präzise und detailreich historische Fakten präsentiert, zusammenfaßt und daraus für jeden nachvollziehbare Schlußfolgerungen zieht. Daniel Jonah Goldhagen hält es offenbar für unnötig, in seinem Buch ›Die katholische Kirche und der Holocaust‹ Deschner überhaupt zu zitieren, obwohl dieser doch schon fast 40 Jahre früher mit viel weniger Tinte weit mehr zu berichten weiß. Und weil es sich dabei auch noch spannend liest, wie ein Roman, in dem doch jede Zeile stimmt, und jeder Leser nach der Lektüre wesentlich klüger und aufgeklärter ist als zuvor; vielleicht auch schockiert ist über das Ausmaß der Kollaboration zwischen den Nazis, allen Faschisten und dem Vatikan! Kurz, weil es eine Geschichtslüge entlarvt. Die Lüge vom katholischen Widerstand.

  Vergessen wir nicht, daß es die Französische Revolution war, welche die katholische Kirche in ihre Schranken verwies und damit ihrer feudalen Macht – wenn auch leider nur sehr halbherzig – ein Ende setzte. Dennoch verurteilte die spanische Inquisition den letzten Ketzer – den Schullehrer Caetano Ripol – am 26. Juli 1826 zum Tod am Galgen und zur »symbolischen Verbrennung«, fast ein halbes Jahrhundert nach dem Sturm auf die Bastille!In deren Folge besetzten napoleonische Truppen Ende des 18. Jahrhunderts den Kirchenstaat – der aus blutigen Kriegen hervorgegangen war und mit einer gefälschten Urkunde legitimiert wurde, der sogenannten »Konstantinischen Schenkung« –, verhafteten Pius VI. und führten ihn als Gefangenen nach Valence ab.Der Wiener Kongreß restituierte 1815 den Vatikanstaat mit verkleinertem Territorium noch einmal, aber 1870 ging er nach der Besetzung durch italienische Truppen endgültig im neuen italienischen Nationalstaat auf. Die Verantwortlichen wurden daraufhin exkommuniziert. Und scherten sich nicht darum.

Durch das Erstarken des Bürgertums, die Entwicklung der europäischen Nationalstaaten, die Emanzipationsbewegung, die Naturwissenschaften und den Fortschritt durch technische Entwicklungen wurde die Catholica in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts immer stärker in die Defensive gedrängt, versuchte mit dem ersten Vatikanischen Konzil verzweifelt – und aussichtslos – den Kampf gegen den »modernen Rationalismus« aufzunehmen und die angeschlagene päpstliche Autorität durch das Unfehlbarkeitsdogma aufzuwerten. Aber die Zeit lief gegen den Katholizismus. Unter Bismarck wurden im »Kulturkampf« fast 2000 katholische Kleriker inhaftiert oder zu hohen Geldstrafen verurteilt, die sich in staatliche Angelegenheiten eingemischt hatten, die USA brachen am 28. Februar 1867 die diplomatischen Beziehungen zum Vatikan ab (und nahmen sie erst wieder 1984 unter Ronald Reagan auf). Die »Römische Frage« war entstanden: wie rettet man sich vor dem endgültigen und damals absehbaren Niedergang, wie restituiert man seine alte Machtfülle und mit wessen Hilfe? Verschärft wurde dieses Problem durch das Aufkommen der dezidiert antiklerikalen, der Aufklärung und dem Gleichheitsprinzip verpflichteten Arbeiterbewegung nach dem Debakel des Ersten Weltkriegs.

Das ist der Ausgangspunkt von Karlheinz Deschners Buch ›Mit Gott und den Faschisten‹. Daß es nicht der Vergessenheit anheimfällt, ist das Anliegen dieser Neuauflage beim Ahriman-Verlag. Detailreich, historisch fundiert und unter Auswertung zahlreicher Quellen wird hier nachgewiesen, daß nach dem ersten Weltkrieg die Gelegenheit ergriffen wurde, zusammen mit dem aufkommenden Faschismus das Rad der Geschichte zurückzudrehen.

Aus Angst vor einem Sieg der Arbeiterbewegung in ganz Europa – nach sowjetischem Vorbild – ging der Vatikan zusammen mit dem reaktionären Großbürgertum und dessen Handlangern – den Faschisten – ein Bündnis ein, das beiden die Existenz sichern sollte. Diese unheilige, katholische Allianz mit dem angeblich kleineren – faschistischen – Übel führte in die größte Katastrophe der Menschheitsgeschichte: den zweiten Weltkrieg und den Holocaust.

Wovon träumten Benedikt XV., Pius XI. und Pius XII.? Sie träumten von einem katholischen Kontinentaleuropa im vereinten, militärischen Kampf gegen die gottlose Sowjetunion, so degeneriert sie durch Stalins Einfluß auch schon gewesen sein mag (man lese Arno Lustigers Rotbuch ›Stalin und die Juden‹). Sie träumten vom Ende der Orthodoxie, vom Ende des Kommunismus und von der Katholisierung Rußlands. Und von einem neutralen, anglikanischen Großbritannien, einer neutralen USA. Denn eine militärische Auseinandersetzung innerhalb des westlichen Lagers machte den Ausgang eines Krieges unberechenbar. Nach der militärischen Niederlage Frankreichs schien man diesem Ziel sehr nahe, und 1940 war die ganze Welt davon überzeugt, daß Hitler den Krieg gewinnen würde. Jetzt war die Realisierung des Traums der Kurie mit Hitlers Hilfe in greifbare Nähe gerückt.

     Bei Karlheinz Deschner lernen wir, wie der Überfall auf die Sowjetunion am 22. Juni 1941 vom Episkopat nicht nur in Deutschland offen begrüßt wurde, wie maßlos seine Begeisterung für Hitler und die Hetze gegen Rußland waren. Und Pius XII. – der angeblich zu wenig gegen Hitler getan haben soll, zu viel geschwiegen haben soll – sprach eine Woche danach in einer Rundfunkansprache von »Lichtblicken, die das Herz zu großen, heiligen Erwartungen erheben: Großmütige Tapferkeit zur Verteidigung der Grundlagen der christlichen Kultur und zuversichtliche Hoffnung auf ihren Triumph«, womit er laut Botschaftsrat Menshausen der Hoffnung Ausdruck geben wollte, daß die großen Opfer, die dieser Krieg erfordere, nicht umsonst wären und nach dem Willen der Vorsehung zum Sieg über den Bolschewismus führten.

Bei diesem von der Catholica herbeigesehnten »Weltanschauungskrieg«, wie ihn Hitler auch nannte, wurde der Holocaust als eine Art nicht unwillkommener Kollateralschaden in Kauf genommen. Vielleicht empfand man sogar eine klammheimliche Freude in Anbetracht des christlichen Antijudaismus über 2000 Jahre.

Kokettierte Hitler nicht schon im April 1933 vor hohen katholischen Funktionären – wie Deschner berichtet – und sehr zu deren Entzücken, daß seine »Behandlung der Judenfrage« nur die mittelalterliche katholische Tradition fortsetze? Der Papst verurteilte die nazistischen Judenpogrome jedenfalls niemals, selbst als man sozusagen vor seinen Augen die Juden zusammentreiben und abführen ließ. Die heutzutage propagierte Vorstellung von einem jüdisch-christlichen Abendland beruht auf einem Synkretismusschwindel.

     Noch viel tiefer verstrickt in die faschistischen Verbrechen war der Vatikan in Kroatien, wo die Franziskaner federführend gewesen waren bei den dort durchgeführten Greueln, wegen deren Brutalität sich sogar die Deutschen beschwerten. Hier hatte Deschner einst Pionierarbeit geleistet, und wer sich näher mit dieser düsteren Materie befassen möchte, sei auf das ausführliche Grundlagenwerk von Vladimir Dedijer überJasenovac, das »jugoslawische Auschwitz«, verwiesen.

Wer wollte Karlheinz Deschner nicht zustimmen, wenn er am Ende des Buches im Jahre 1965 das Resümee zieht: »Erwägt man das Verhalten Eugenio Pacellis zur Politik von Mussolini, Franco, Hitler und Pavelić, so scheint es kaum eine Übertreibung, zu sagen: Pius XII. ist wahrscheinlich mehr belastet als jeder andere Papst seit Jahrhunderten. Mittelbar und unmittelbar ist er so offensichtlich in die ungeheuersten Greuel der faschistischen Ära und damit der Geschichte überhaupt verstrickt, daß es bei der Taktik der römischen Kirche nicht verwunderlich wäre, spräche man ihn heilig.«

Nun, die Seligsprechung ist fast 50 Jahre danach in Arbeit!
Kommen wir noch einmal zurück zur Gegenwart, zu den verfassungsrechtlichen Spätfolgen kirchlicher Kollaboration mit dem Faschismus in Deutschland.

Man halte die enge Verflechtung zwischen Kirche und Staat, diesen deutschen Kirchenstaat bis zum heutigen Tage, den es laut Grundgesetz und Weimarer Verfassung gar nicht geben dürfte, als Schablone gegen die Verfassungen der USA und Frankreichs, in denen die Trennung von Staat und Kirche klar geregelt ist. Dann wird deutlich, wie weit das heutige Deutschland von einer modernen Demokratie entfernt ist. Es ist ein Land, in dem die Kirchen aufgrund von Landeskonkordaten in allen Rundfunk- und Fernsehräten sitzen, in fast allen Zeitungsredaktionen, an zahllosen Multiplikationsstellen und – teils ganz offen, teils gut versteckt – an den Schalthebeln der Macht.

Dann wird klar, welch großen Gefallen Hitler und Mussolini dem Vatikan mit dieser speziellen Beantwortung der Römischen Frage getan haben, mit der Restitution seiner Staatlichkeit, seines Vermögens und des öffentlichen Einflusses, die sich in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts in Auflösung befanden. Und zu welch hohem Preis für den Rest der Welt!

Karlheinz Deschners Buch ist ein wichtiges Stück Aufklärung, ein Juwel für jeden, der die historische Wahrheit sucht, es ist ein Antidot gegen die Geschichtslüge vom katholischen Widerstand gegen Adolf Hitler und liefert einen elementaren Beitrag zur aktuellen Debatte über die Rehabilitierung der Piusbrüder um Richard Williamson, die geplante Seligsprechung Pius’ XII., die Skandale um die Vatikanbank, die Wiedereinführung der Karfreitagsfürbitte und die Rolle des Vatikan in der Welt überhaupt.

Wer den historischen Ariadnefaden aus dem Labyrinth kirchlicher Fremdbestimmung sucht, kommt um Karlheinz Deschners Buch ›Mit Gott und den Faschisten‹ nicht herum. Wer noch weiteres erfahren möchte, viele historische Schichten tiefer zum Beispiel, über die historischen Ursprünge des Christentums, dem empfehle ich an dieser Stelle Hyam Maccobys vorzügliches, zentrales Werk Der Mythenschmied, in welchem er nachweist, daß das Christentum nicht auf den jüdischen Jesus, sondern auf den Griechen Paulus zurückgeht, der einen hochvirulenten Mythenmix aus Gnosis, Mysterienkulten und der Jesusgeschichte zusammenstellte und damit den Auftakt setzte zu 2000 Jahren christlichem Antijudaismus, der im Holocaust kulminierte.
Den anderen Ariadnefaden aus dem religiösen Labyrinth, den subjektiven, »psychologischen«, findet jeder, der ihn sucht, bei Sigmund Freud (›Totem und Tabu‹, ›Die Zukunft einer Illusion‹, ›Der Mann Moses und die monotheistische Religion‹), vor allem aber auch bei Fritz Erik Hoevels in seiner wegweisenden Abhandlung zum Thema Religion »Bhagwan« Rajneesh und das Dilemma einer menschenfreundlichen Religion, aus dem Freiburger Ahriman-Verlag, dem nun auch das Verdienst zukommt, Deschners Meisterwerk ›Mit Gott und den Faschisten‹ neu aufzulegen. Beide Autoren machen klar, wie eng das Nadelöhr ist, durch das die menschliche Gesellschaft gehen muß, wenn die Ziele der Aufklärung, Vernunft, Freiheit, Gleichheit, maximales Glück für eine maximale Mehrheit, Realität werden sollen, wie viele archaische und dennoch reale Machtstrukturen bis dahin überwunden, gebrochen werden müssen.
Möge sich der interessierte Leser fast fünfzig Jahre nach der Erstauflage von ›Mit Gott und den Faschisten‹ von der Aktualität dieses Buches selbst überzeugen. Es ist spannend geschrieben, ein Lesevergnügen allerersten Ranges.

Man ist nach seiner Lektüre viel klüger als zuvor und verfügt nun endlich wieder über dieses hochwirksame, unersetzliche Antidot gegen die Geschichtslüge vom katholischen Widerstand gegen Hitler.

Im November 2012 – Peter Gorenflos

Mit Gott und den Faschisten

Auch Tiere sind Opfer der Kirchen   Leave a comment

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„Seid furchtbar und mehret euch!“
Der bedeutende Kirchenkritiker Karlheinz Deschner kommt in seinem Buch „Die beleidigte Kirche oder: Wer stört den öffentlichen Frieden ?“ zu folgendem Ergebnis: Nach intensiver Beschäftigung mit der Geschichte des Christentums kenne ich in Antike, Mittelalter und Neuzeit, einschließlich und besonders des 20. Jahrhunderts, keine Organisation der Welt, die zugleich so lange, so fortgesetzt und so scheußlich mit Verbrechen belastet ist wie die christliche Kirche, ganz besonders die römisch-katholische Kirche.

Seine klare Bestandsaufnahme gilt auch den Tieren,“ …den am wenigsten geachteten, am meisten missbrauchten, den hilflosesten Wesen dieser Welt …“, wie er sie in seinem Buch „Für einen Bissen Fleisch“ nennt. Deschner schreibt – unter dem vielsagenden Titel „Seid furchtbar und mehret euch!“ – über die Missachtung und Schändung der Tiere durch die Kirchen:
“ Da die Krone der Schöpfung der Mensch, die Krone des Menschen der Pfaffe ist, lässt sich von ihm für das Tier am wenigsten erhoffen.“ ( S.15 )

Tatsachen wie Tierversuche, brutale Tiertransporte, Massentierhaltung, Schlachthäuser, Jagd auf wehrlose Geschöpfe, von den Kirchen befürwortet, geduldet, sprechen für sich. Tierschutzbewegungen entstanden und entstehen großenteils durch engagierte Menschen außerhalb der Kirchen. Deschner führt aus, dass „keinen Pfarrer Tierquälerei im geringsten zu berühren scheint“ ( S. 62 ) und weist darauf hin, dass in der Bibel auch dazu jede Menge Widersprüchliches steht. An dieser Stelle taucht die berechtigte Frage auf nach dem Wahrheitsgehalt der Bibel insgesamt und nach dem Stellenwert von Menschen, denen die Natur und die Tiere am Herzen liegen. Denn über solche Menschen berichtet der Kirchenkritiker: „Und wo jemals ein längst vergessener Prophet ein Wort fallen ließ zugunsten des Viehs, wurde er noch schneller vergessen als er und niemals zur Kenntnis genommen von Kirchenvätern / Lehrern und Co.“ ( S.62 ) Deschners Buch “ Für einen Bissen Fleisch“ ist ein Plädoyer für die Tierwelt, das seit der Antike aktuell ist, denn schon Plutarch sagte: “ Für einen Bissen Fleisch nehmen wir einem Tier die Sonne und das Licht und das bisschen Leben und Zeit, an dem sich zu freuen seine Bestimmung gewesen wäre.“ ( S.17 )

Auszüge davon aus dem Buch von
Karlheinz Deschner – Für einen Bissen Fleisch – Das schwärzeste aller Verbrechen.

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»Da die Krone der Schöpfung der Mensch, die Krone des Menschen der Pfaffe ist, läßt sich von ihm für das Tier am wenigsten erhoffen.

Auch befiehlt, auf der ersten Bibelseite, Gott selber seinen Ebenbildern, zu ›herrschen über die Fische im Meer und die Vögel unter dem Himmel und über das Vieh und alle Tiere des Felds‹. Um gleich abermals zu heischen: ›… und machet sie euch untertan und herrschet …‹ Und dann noch einmal: ›Furcht und Schrecken vor euch über alle Tiere … in eure Hände seien sie gegeben. Alles, was sich regt und lebt, sei eure Speise‹ – zwar ein ›Kulturbefehl‹ angeblich, ›ein Imperativ der Freude und Fröhlichkeit‹, tatsächlich das umfassendste Unterjochungs- und Todesverdikt der Geschichte, infernalischer Auftakt der Deformierung eines Sterns zum Schlachthaus.« Karlheinz Deschner

Deschners essayistische Texte stellen eine bitterböse Analyse ›biblischen Tierschutzes‹ dar. Ihn wundert im Grunde nicht, dass in den von Menschen gemachten ›Viehzüchterreligionen‹ die Rechte von Tieren nur eine Nebenrolle spielen. Selbstkritische Nebenbemerkung: Auch die humanistische Bewegung schenkt den Mitgeschöpfen des Menschen bisher kaum Beachtung.

http://shop.asku-books.com/Karlheinz-Deschner-Fuer-einen-Bissen-Fleisch

 

Gruß Hubert

 

Hooligans stören Trauer in Brüssel   Leave a comment

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Das geht überhaupt nicht, wenn Trauernde von solchen Hooligan-Horden bei ihrer Trauer gestört werden und die sogar noch Streit mit Trauernden suchten. Da fehlt mir jedes Verständnis für so ein unmenschliches und menschenverachtendes Verhalten. Es waren ja sicher auch Angehörige der bei diesem feigen Terroranschlag um Leben gekommenen Opfer dabei. Wenn ich mich da in so einem Angehörigen hineinversetze, der da trauert und da gewalttätige Hooligans daher kommen und nationalistische und fremdenfeindlichen Parolen skandieren. Denen fehlt jeder Respekt vor Trauernden, vor den Toten und Pietät ist solchen Rowdys sowieso ein Fremdwort.
Wenn schon, sollten sie ihre nationalistischen und fremdenfeindlichen Parolen bei anderer Gelegenheit loswerden. Ich bezweifle auch, dass es solchen Hooligans um Politik geht, sondern nur um das Ausleben von Gewalt.

Mehrere Hundert rechtsgerichtete Hooligans haben das Gedenken an die Terroropfer im Stadtzentrum von Brüssel gestört. Die Polizei setzte Wasserwerfer ein. Auf der Suche nach Terrorverdächtigen führte die Polizei erneut Razzien durch. Neun Personen wurden festgenommen.

Bei einer Kundgebung für die Opfer der Terroranschläge im Zentrum von Brüssel ist es zu Ausschreitungen gekommen.

Etwa 450 Hooligans störten laut Nachrichtenagentur Belga das Gedenken mit nationalistischen und fremdenfeindlichen Parolen. Einige von ihnen waren vermummt, viele auch alkoholisiert.

Ein Augenzeuge berichtete von „sehr aggressiver“ Stimmung. Die Störer hätten Streit mit den Trauernden gesucht und den Hitlergruß gezeigt. Nach Angaben der Polizei warfen sie brennende Gegenstände auf die Beamten.

Polizisten rückten zur Sicherung des Platzes an und trennten die Hooligans von den übrigen Anwesenden. Es kam zu Rangeleien mit Polizisten, die mit Schlagstöcken, Schildern und Helmen ausgerüstet waren. Die Sicherheitskräfte setzten auch Wasserwerfer ein.

Ein massives Polizeiaufgebot geleitete die Hooligans zurück zum Brüsseler Nordbahnhof. Läden entlang des Weges wurden auf Anordnung der Ordnungskräfte geschlossen. Die Störer wurden mit Zügen nach Mechelen und Antwerpen geschickt. Zehn Verdächtige wurden vorübergehend festgenommen.

Mehrere Hundert Menschen hatten sich auf dem Börsenplatz im Stadtzentrum versammelt trotz der Absage eines Marsches „Gegen die Angst“ aus Sicherheitsgründen.

Premierminister Charles Michel verurteilte das Verhalten der Unruhestifter scharf. „Ich verlange Respekt in einem Augenblick der Trauer für das ganze Land“, erklärte er.

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Hooligans stören Trauer in Brüssel

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Gruß Hubert

 

Erdogan – was für ein Regierungschef…   Leave a comment

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Es ist abstoßend wie sich dieser Regierungschef verhält und wie er Journalisten einschüchtert. Die beiden Journalisten der Zeitung „Cumhuriyet“ hatte er selbst angezeigt und er respektiert auch nicht den Freispruch der Staatsanwaltschaft. Die zwei Journalisten sollen verurteilt werden, weil sie nichts anderes als die Wahrheit schrieben. Dafür sollen sie, wenn es nach Erdogan geht, lebenslänglich bekommen.

 

Türkei: Erdogan erregt sich über Diplomaten bei Journalisten-Prozess

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Recep Tayyip Erdogan

DPA -Recep Tayyip Erdogan
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„Wer sind Sie? Was machen Sie da?“ Voller Wut hat sich der türkische Präsident Erdogan über Diplomaten geäußert, die den Prozess gegen zwei prominente Journalisten besucht haben.

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Recep Tayyip Erdogan hat den deutschen Botschafter in der Türkei und andere Diplomaten scharf kritisiert, weil sie einen Prozess gegen zwei prominente Journalisten besucht haben.

Der türkische Präsident reagierte mit einem Wutausbruch auf die Prozessbeobachter. „Dies ist nicht Ihr Land, dies ist die Türkei“, empörte er sich am Samstag in einer vom Fernsehen übertragenen Rede.

„Diplomatie unterliegt einem gewissen Anstand und Umgangsformen.“ Die Diplomaten könnten im Rahmen ihrer Vertretungen tätig werden, ansonsten sei eine Erlaubnis nötig.

In Istanbul hat am Freitag der höchst umstrittene Prozess gegen die Journalisten Can Dündar und Erdem Gül der regierungskritischen, oppositionsnahen Zeitung „Cumhuriyet“ begonnen. Sie müssen sich nach einem Bericht über Waffenlieferungen des türkischen Geheimdienstes an Islamisten in Syrien wegen des Vorwurfs der Spionage und des Verrats von Staatsgeheimnissen verantworten. Erdogan hatte dies als rufschädigend für die Türkei bezeichnet. Den Angeklagten drohen lebenslange Haftstrafen.

Erdogan hatte persönlich Strafanzeige gestellt und tritt im Prozess als Nebenkläger auf. Zum Prozessauftakt waren etwa 200 Besucher ins Gericht gekommen, darunter Kollegen, Oppositionspolitiker, einfache Bürger und ausländische Diplomaten. Erdogan warf den Diplomaten nun vor, sie hätte „Stärke demonstrieren“ wollen. „Wer sind Sie? Was machen Sie da?“, rief er wütend in seiner Rede aus.

Öffentlichkeit vom Prozess ausgeschlossen

Der Prozess findet künftig hinter verschlossenen Türen statt. Die Richter gaben zum Prozessauftakt einem entsprechenden Antrag der Staatsanwaltschaft statt. Die Unterstützer der beiden Angeklagten im Gerichtssaal reagierten empört auf den Ausschluss der Öffentlichkeit.

Gegen den Prozess hatten der Europarat, internationale Journalistenverbände sowie unter anderem mehr als hundert Autoren in einem offenen Brief protestiert, darunter Literatur-Nobelpreisträger Mario Vargas Llosa.

Kritiker werfen der türkischen Regierung ein zunehmend repressives Vorgehen gegen oppositionelle Medien vor. Auf einer Rangliste zum Stand der Pressefreiheit von Reporter ohne Grenzen liegt die Türkei auf Platz 149 von 180 Staaten. Dutzende Journalisten sind in dem Land inhaftiert.

Im Video (auf der „Spiegel“-Seite): Der Prozessauftakt in Istanbul

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AFP

gam/AFP/Reuters

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Erdogan – was für ein Regierungschef…

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Gruß Hubert

The Sisters of Mercy – Lucretia, My Reflection   Leave a comment

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Lucretia My Reflection

Ich höre das Brüllen einer großen Maschinerie
Zwei Welten und dazwischen
Heißes Metall und Methamphetamin
Ich höre, dass das Reich gefallen ist
Ich höre, dass das Reich gefallen ist

Ich höre das Brüllen einer großen Maschinerie
Zwei Welten und dazwischen
Verlorengegangene Liebe, Feuer frei
Dum-Dum-Geschosse und tödliche Schüsse, ich höre
Sturzkampfflugzeuge und
Das Reich ist gefallen
Das Reich ist gefallen

Ich höre die Söhne der Stadt enteignet
Runter mit euch und entblößt euch
Macht euch schön, aber du und ich
Wir hatten das Königreich, wir hatten den Schlüssel
Wir hatten das Reich, heute wie damals
Wir zweifeln nicht, wir nehmen keine Anweisungen an
Lucrezia, mein Spiegelbild, tanz den Geistertanz mit mir

Wir sehen genau hin
Wir durchschauen
Wir sehen genau hin, um die Wirklichkeit zu sehen
Solche Dinge höre ich, sie machen keinen Sinn
Ich sehe nicht viele Anzeichen
Ich fühle nichts. Ich fühle nichts. Ich fühle nichts

Ein langer Zug wurde aufgehalten von Vorschriften und weiteren Vorschriften
Eine grausame Herrschaft wurde aufrechterhalten durch Wut
Einst eine Bahnlinie
Nun ist es vorbei…

Ich höre das Brüllen einer großen Maschinerie
Zwei Welten und dazwischen
Heißes Metall und Methamphetamin
Ich höre, dass das Reich gefallen ist…

Wir hatten das Reich, heute wie damals
Wir zweifeln nicht, wir nehmen keine Überlegungen an
Lucrezia, mein Spiegelbild, tanz den Geistertanz mit mir…

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http://www.songtexte.com/uebersetzung/the-sisters-of-mercy/lucretia-my-reflection-deutsch-23d6d4a3.html

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Gruß Hubert

Veröffentlicht 25. März 2016 von hubwen in Musik, Uncategorized

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