Archiv für Juni 2017

Beim Sklavenhandel lernten Christen von Muslimen   2 comments

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Sklaven halten sich Muslime auch heute noch, man braucht nur an den IS zu denken. Da werden vor allem Frauen zu Sexsklavinnen gemacht. Das Christentum kannte auch noch bis vor einigen Jahrhunderten Sklaven, man denke vor allem an die USA. Es gab ja vorher keine Schwarze dort. Mit Sklavenhandel verdienten sich manche Weiße eine goldene Nase. Gierig war der weiße Mann ja schon immer.

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Aus der WELT – Auszug.

 

Sklavenhandel in Afrika: Lange vor den Europäern machten Araber Jagd auf Menschen (hier eine Zeichnung von 1884)
Sklavenhandel in Afrika: Lange vor den Europäern machten Araber Jagd auf Menschen (hier eine Zeichnung von 1884)

Quelle: picture-alliance / akg-images/akg

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In der Geschichte wird gern den Europäern die Schuld an Afrikas Elend gegeben. Doch als Kolonialmächte profitierten sie ab dem 17. Jahrhundert von einem System, das die Araber etabliert hatten. Über 17 Millionen Menschen waren bereits wegen muslimischer Sklavenhändler gestorben.

Hatte es lange so ausgesehen als seien allein die Europäer an Afrikas Elend schuld, so hat sich das Bild inzwischen gewandelt. Menschenjagden muslimischer Reitermilizen im Südsudan und das Massaker muslimischer Nomaden an nigerianischen Christen enthüllen Konfliktlinien, die weit in die vorkoloniale Ära zurückreichen.

Es wäre an der Zeit, schreibt der afrikanische Anthropologe und Wirtschaftswissenschaftler Tidiane N’Diaye, „dass der araboislamische Sklavenhandel, der einem Völkermord gleichkommt, näher untersucht wird und gleichermaßen zur Sprache kommt wie der transatlantische Menschenhandel.“ In diesem Sinn hat er sein beim Erscheinen in Frankreich 2008 leidenschaftlich und viel diskutiertes Buch betitelt: „Le génocide voilé“ – „Der verschleierte Völkermord“ (Rowohlt, 252 Seiten, 19,90 Euro).

Über 17 Millionen Menschen habe Afrika in den letzten dreizehnhundert Jahren an araboislamische Sklavenhändler verloren, und dabei sei die noch weit größere Zahl derer nicht mitgerechnet, die bei der Versklavung ganzer Dörfer umgebracht wurden.

Aus wenn „sich Horror und Grausamkeit weder differenzieren noch monopolisieren lassen“, könne man doch sagen; „dass der von den erbarmungslosen arabomuslimischen Räubern betriebene Sklavenhandel und der von ihnen geführte Dschihad weitaus verheerender für Schwarzafrika war als der transatlantische Sklavenhandel.“

Begonnen habe dieser fürchterliche Aderlass im Jahre 652 als der General und Emir Abdallah ben Said dem nubischen König Khalidurat einen Vertrag aufgezwungen habe, der neben der Auslieferung entflohener Sklaven von Muslimen auch die jährliche Lieferung von „dreihundertsechzig Sklaven beiderlei Geschlechts“ vorsah, „die unter den Besten eures Landes ausgewählt und an den Imam der Muslime überstellt werden“.

Im heutigen Sudan sei diese Geißel noch immer aktiv: „Der Horror im Darfur währt mittlerweile seit dem 7. Jahrhundert bis hinein ins 21. Jahrhundert, mit dem Unterschied, dass es nun auch eine ethnische Säuberung gibt.“

Dass sich im „Wettstreit der Erinnerungen“ afrikanische Stimmen zu Wort melden, ist nicht neu, aber bislang richtete sich deren Kritik an die Adresse Europas, an die Betreiber des transatlantischen Sklavenhandels und der Kolonisierung. Dass der araboislamische Sklavenhandel, den N’Diaye ausdrücklich als Völkermord brandmarkt, bis heute verschleiert blieb, erklärt er mit einem „Stockholm-Syndrom afrikanischer Art“, mit der wahnhaften Vorstellung von Opfern, die sich mit ihren Überwältigern solidarisch fühlen.

Araber und Schwarzafrikaner sähen sich als Angehörige einer Solidargemeinschaft, die „lange unter dem westlichen Kolonialismus leiden mussten“. So arrangiere sich „diese afroislamische ,schöne Gesellschaft’ auf Kosten des Westens. Alles geschieht, als ob die Nachkommen der Opfer Freunde und Verbündete der Henker geworden wären, denen sie zu Dank und Verschwiegenheit verpflichtet sind.“

[…]

Und wie muss es um die Gemütslage von Gesellschaften bestellt gewesen sein, welche über mehr als ein Jahrtausend hin Millionen von Menschen importierten, die über Nacht ihren Familien und ihrer Heimat entrissen, grausam misshandelt und oft kastriert worden waren? Anders als die römische Sklaverei, die als höchsten Ansporn die Aussicht auf Freilassung und Bürgerrecht bot, verhinderte die systematische Kastration afrikanischer Sklaven in der arabomuslimischen Welt eine Osmose zwischen Orient und Afrika.

Die Verstümmelung, Funktionalisierung und Diskriminierung von Menschen zementierte eine Gesellschaftsform, in der Religion, Rasse und Status wesentliche Unterscheidungsmerkmale darstellten und in der Dogmatismus, Rassismus und Ämterpatronage schließlich die giftigen Früchte Stagnation und Staatsdefizit trugen. Mit der Sklaverei hatte man sich die Unfreiheit in Haus geholt und auf den Knochen von Millionen Afrikaner goldene Käfige errichtet.

Schuld daran war keine Religion, sondern deren Missbrauch zur Diskriminierung Andersgläubiger und zur Legitimation absoluter Herrschaft. Wenn jetzt muslimische und christliche Afrikaner aufeinanderschlagen, zeigt das, dass solcher Missbrauch noch immer ansteckend ist. Es erscheint nicht bloß als Ironie, sondern als Zynismus der Geschichte, dass der arabomuslimische Welt und das christliche Europa den Völkern Afrikas im Tausch gegen Millionen von Sklaven ihre religiösen Konflikte überlassen haben.

Von Ulrich Baron
Hier weiterlesen:

Beim Sklavenhandel lernten Christen von Muslimen

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Hier noch aus einer Schweizer Wirtschaftszeitung – bilanz.ch

Man sieht hier am Beispiel einiger Schweizer Unternehmer wie sehr sie sich mit dem Halten von Sklaven bereicherten.

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Schweizer Sklavenhandel: Die Schweizer Sklavenhändler

De Pury, Burckhardt, Sulzer: Prominente Schweizer Unternehmerfamilien haben sich am Sklavenhandel bereichert. Dies belegen neue, bisher unveröffentlichte historische Dokumente.

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Sklaven in Mittel- und Südamerika: Wer nicht parierte, wurde gefoltert oder umgebracht. (Illustration: Michael Graham-Stewart / Bridgeman)

Sklaven in Mittel- und Südamerika: Wer nicht parierte, wurde gefoltert oder umgebracht. (Illustration: Michael Graham-Stewart / Bridgeman)

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Die gemietheten Neger sind in der Regel verdorbene Individuen», schreibt der Schweizer Bundesrat im Jahr 1864 auf eine Anfrage aus dem Nationalrat, wie man denn mit Schweizern umzugehen gedenke, die im Ausland noch immer Sklaven hielten. «Deshalb sei es», so der Bundesrat weiter, etwa «von den in Brasilien niedergelassenen schweizerischen Handwerkern vorteilhaft und zeitgemäss, sich Negerknaben zu kaufen und ihnen das Handwerk zu lehren. Für gute Sklaven muss man einen höheren Ankaufspreis bezahlen, will man Jahre lang verlässige Dienstboten besitzen.»

Das Verständnis der Schweizer Landesregierung gegenüber der Ware «Neger», die als Empfehlung für den Sklavenkauf an Schweizer Auswanderer zu verstehen war, darf als charakteristisch für die Geisteshaltung bezeichnet werden, die damals in der Schweiz zum Thema Sklaverei herrschte. Und dies, obwohl die Sklaverei in Europa vom Wiener Kongress schon ein halbes Jahrhundert zuvor abgeschafft worden war.

Hier zu Lande betrachtete man den «Neger» selbst in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zumindest für die Auslandschweizerkolonien noch immer als begehrte Arbeitskraft und wichtige Einkommensquelle. Finanzielle Aspekte überwogen humanistische Forderungen bei weitem, wie die damalige Antwort des Bundesrates zeigt. Zumindest war damals dem Bundesrat noch bekannt, dass Schweizer zwei Jahrhunderte lang recht aktiv in den Sklavenhandel und die Sklavenhaltung involviert waren. Wenn auch nicht im gleichen Masse wie die Kolonialmächte, verdankten auch Dutzende von wohlhabenden Schweizer Familien und Schweizer Handelsfirmen von der zweiten Hälfte des 17. bis in die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts hinein einen stattlichen Anteil ihres Vermögens dem Geschäft mit dem Sklavenhandel.

Davon schien man in Bundesbern bis vor kurzem nichts mehr zu wissen. Hätte der amtierende Bundesrat seine Mitarbeiter besser recherchieren lassen, wäre ihm im September 2001 nicht der peinliche Fehler unterlaufen, dass ihr Menschenrechtsvertreter bei der Uno, ohne mit den Wimpern zu zucken, behaupten konnte, die Schweiz habe weder mit der Sklaverei, dem Sklavenhandel noch mit dem Kolonialismus je etwas zu tun gehabt.

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http://www.bilanz.ch/unternehmen/schweizer-sklavenhandel-die-schweizer-sklavenhaendler

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Gruß Hubert

 

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Trump – Abschuss frei für Wildpferde   Leave a comment

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Das nenne ich eine Sünde und ein Verbrechen. Trump gibt den Abschuss von Zehntausenden Wildpferden frei bzw. können sie nach Mexiko (aha, sind das nicht minderwertige Menschen nach Trump?) und nach Kanada zum Schlachten gebracht werden. Angeblich würden die Wildpferde Kosten verursachen. Und es muss ja ALLES dem Mensch ALLEIN gehören. Die Landwirte möchten gerne mehr Weideland für ihre „Nutztiere“ haben. Diese Gier KOTZT MICH AN!

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Bild von Wolodja51 ( https://wolodja51.wordpress.com/2017/06/30/donald-trump-startet-frontalangriff-gegen-tierrechte/ )

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Washington Post

https://www.washingtonpost.com/news/animalia/wp/2017/05/26/wild-horses-could-be-sold-for-slaughter-or-euthanized-under-trump-budget/?utm_term=.74ef58ea9df9

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Hier das Video dazu:
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//www.washingtonpost.com/video/c/embed/6a15ce0e-423c-11e7-b29f-f40ffced2ddb

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Gruß Hubert

Erdogan – Die Zeit des Kuschens ist vorbei   Leave a comment

 

Endlich zeigt Deutschland gegen den osmanischen Diktator Erdogan klare Kante. Monatelang beschimpft er Deutsche als Nazis. Er fordert Redefreiheit ein und sperrt in der Türkei hunderte Journalisten und Opposotionelle hinter Gittern. Seine Reden kann er in der Türkei schwingen. Dieser Demokratieverächter verlangt in einem fremden Land demokratische Rechte um seine antidemokratische und antiwestliche Propaganda zu verbreiten. Es gibt in Deutschland kein Recht für ausländische Regierungchefs in Deutschland Reden vor Landsleuten öffentlich zu halten.

Aus web.de

Recep Tayyip Erdogan darf nicht in Deutschland auftreten: Auf Konfrontationskurs mit dem türkischen Präsidenten

Nazi-Vergleiche, Besuchsverbote, Abzug der Bundeswehr: Das deutsch-türkische Verhältnis rauscht von einem Tiefpunkt zum nächsten. Jetzt gibt es eine neue beispiellose Eskalationsstufe. Es ist wahrscheinlich nicht die letzte.

Schon oft dachte man in den vergangenen Monaten, die deutsch-türkischen Beziehungen seien nun wirklich auf dem Tiefpunkt angelangt, an dem es einfach nicht mehr weiter nach unten geht. Und dann kam doch wieder der nächste Rückschlag. Noch eine Etage tiefer.

Am Donnerstag war es wieder so weit. Außenminister Sigmar Gabriel steht vor einer deutschen Mähdrescher-Fabrik im russischen Krasnodar und dreht die Eskalationsspirale im Verhältnis zur Türkei ein großes Stück weiter.

Deutschland verbietet Erdogan-Auftritt

Präsident Recep Tayyip Erdogan habe offiziell mitgeteilt, rund um den G20-Gipfel in Hamburg zu seinen Landsleuten in Deutschland sprechen zu wollen, sagt er vor Journalisten. Die Bundesregierung halte das aber „für keine gute Idee“.

Kurz darauf steigt er in den Flieger nach Moskau. Nach der Ankunft tritt er noch einmal vor die Kameras und wird deutlicher. Die Bundesregierung werde der Türkei in einer Verbalnote mitteilen, „dass wir eine solche Veranstaltung nicht durchführen lassen werden“.

Im Klartext heißt das: Der Auftritt eines verbündeten Staatsoberhaupts in Deutschland wird verboten.

Das hat es so wohl noch nie gegeben. Nachdem die Bundesregierung monatelang viel über sich ergehen ließ, bis hin zu Nazi-Vorwürfen gegen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) persönlich, will sie sich jetzt nichts mehr bieten lassen.

[…]

Erst vor zwei Wochen beschloss sie den Abzug der Bundeswehr aus dem türkischen Incirlik, weil die türkische Regierung dort keine Besuche deutscher Abgeordneter zulassen wollte.

Auch das war schon ein beispielloser Vorgang – die Türkei ist schließlich ein Nato-Partner.

Wie reagiert Erdogan?

Und jetzt das. Die Reaktion Erdogans wird wohl nicht lange auf sich warten lassen. Er sieht Auftritte in Deutschland als sein gutes Recht an.

Die Argumentation Ankaras: Als demokratisch gewählter Präsident der Türkei wolle Erdogan ja einfach nur in einem offiziell befreundeten Staat zu seinen Landsleuten sprechen.

[…]

Erdogan braucht Deutschland – aber auch Feindbilder

Erdogan nutzte den Streit im Wahlkampf, um von innenpolitischen Problemen abzulenken.

Jetzt könnte die harte Haltung ihn in Zugzwang gebracht haben: Wenn er ohnehin schon in Hamburg ist, wie könnte er dann nicht zu seinen Anhängern in Deutschland sprechen?

Dabei bemühte sich Erdogans Regierung eigentlich gerade wieder um ein besseres Verhältnis zu Europa.

Und besonders wirtschaftlich braucht die Türkei Deutschland – etwa für die von Ankara angestrebte Ausweitung der EU-Zollunion, der Berlin nicht zustimmen will, wenn Erdogan auf Konfliktkurs bleibt.

[…]

Allerdings braucht Erdogan auch Feindbilder, und da hat sich Deutschland in der jüngeren Vergangenheit bewährt.

Erdogan pflegt das Bild einer Türkei, die von (westlichen) Gegnern umgeben ist, die er für die Schwierigkeiten im Land gleich welcher Natur verantwortlich machen kann.

Die Bundesregierung zeigt nun klare Kante. Sie versteckt sich nicht mehr hinter den Sicherheitsbehörden, sondern verbietet den Auftritt selbst. Das ist eine direkte und offene Konfrontation.

Gabriel sagte am Donnerstag zwar, dass Erdogan trotzdem beim G20-Gipfel „mit Ehren empfangen“ werde. Ob es jetzt überhaupt noch dazu kommt, scheint aber fraglich.

Hier weiterlesen:

Erdogan – Die Zeit des Kuschens ist vorbei

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Gruß Hubert

Veröffentlicht 30. Juni 2017 von hubwen in Politik, Uncategorized

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Ferkelbuch Lesung   Leave a comment

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Mal was für die ganz Kleinen. Auch sie dürfen über Gott nachdenken, vor allem wenn es so unterhaltsam geschieht.

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5/5 Ferkelbuch Lesung

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Und auch etwas für die Erwachsenen von der Filmemacherin Ricarda Hinz.

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1/2 Himmel, hilf – die Atheistin Ricarda Hinz in west.art am sonntag

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Gruß Hubert

 

Veröffentlicht 29. Juni 2017 von hubwen in Religionskritik, Uncategorized

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Der Heimatbegriff im Wandel   Leave a comment

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Heimat ist für mich da wo ich mich wohl fühle und nicht so sehr an geografische Eigenheiten gebunden, obwohl es mir schon schwer fallen würde mich an ebenes Land zu gewöhnen. Vor allem hängt Heimatgefühl auch von Leuten ab, die mich umgeben. Ich glaube, dass auch die Kindheit viel zu bedeuten hat für ein Heimatgefühl.

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Hier ein Kulturwissenschaftler der Universität Basel zu diesem Thema, Walter Leimgruber.

Wenn Heimat nur als Ort der Geburt oder als Vergangenes empfunden wird, kann sie diskriminierendes Potential freisetzen und zu Ausschließung führen. Genau wie die Heimat, muss auch unsere Definition von ihr sich wandeln.

Zur Zeit ist Heimat ein Hype. Dieser Hype hat mit Globalisierung zu tun, und diese wiederum mit gefühltem Verlust. Nicht, dass es uns schlecht gehen würde, aber ein grosser Teil der Bevölkerung hat in den letzten Jahren keinen Fortschritt verspürt, während eine kleine Minderheit abhebt und zugleich andere Teile der Welt sich schnell entwickeln. Die Menschen der westlichen Welt spüren, dass die Globalisierung nicht für sie läuft, vielleicht sogar eher gegen sie, da es um eine Neuverteilung des globalen Wohlstandes geht. Deshalb wenden sich viele gegen die damit verbundenen Entwicklungen, wollen zurück in eine Welt, in der es für alle aufwärts ging. Dieses Zurück nennen sie Heimat.

„Der Älteste kriegt die Heimat“, sagte man im Schwäbischen und belegte damit die enge Verbindung von Besitz und Heimat: „Die Heimat“ ist nichts anderes als das Haus, das einem gehört und in dem man lebt. Selbstverständlich ist es ein Bauernhaus, denn ein Großteil der Bevölkerung hat früher als Bauern gelebt, samt Land und Tieren. Eine Heimat haben, eine bestimmte Tätigkeit ausüben und über Besitz verfügen, gehören zusammen. Das zeigt sich daran, dass diejenigen Kinder, die den Hof nicht übernehmen konnten, die Heimat verlassen und ihren Lebensunterhalt anderswo verdienen mussten, als Knechte, Mägde, Handwerker, später als Fabrikarbeiter. Sie wurden entwurzelt, weil bei ihnen Heimat, also der elterliche Hof, der Lebensunterhalt, also die bäuerliche Arbeit, und die Zugehörigkeit zu einer Gemeinschaft, also zum Dorf, zusammenfielen und der Verlust des einen auch den Verlust der anderen bedeutete. Und wer gar nie eine „Heimat“ besaß, war ohnehin schlecht dran, denn ohne Hof ließ sich in den Dörfern nicht gut leben. Man war Knecht oder Magd, Taglöhner oder Hintersasse, geduldet zwar, solange man sich ernähren konnte, aber ohne Rechte.

Der Nationalstaat lässt uns glauben, Teil von etwas Größerem zu sein.

Daher waren schon immer viele Menschen mobil und heimatlos, verdienten ihren Lebensunterhalt umherziehend, als Bettler, Wanderhändlerin oder Söldner. Je mehr Menschen im 19. Jahrhundert mit der zunehmenden Industrialisierung aus ihrer Heimat wegzogen, umso intensiver wurde die Heimat, nun verstanden als Ort der Herkunft, der Vertrautheit, der Idylle, sentimental beschrieben und besungen. Der entstehende Nationalstaat machte sich dieses Gefühl zunutze, um die Gemeinschaft der in ihm Lebenden zu stärken, indem er sich als neue Heimat anbot, grösser und abstrakter zwar als die kleine Heimat, aber doch verbunden etwa durch gemeinsame Sprache, vertraute Verhaltensweisen, das Beschwören einer gemeinsamen Geschichte und Kultur. Heimat wurde auf diese Weise zu einer abstrakten Dimension. Benedict Anderson spricht von der imagined community, der «vorgestellten Gemeinschaft», die eine Nation darstelle. Man kennt sich zwar nicht mehr, die Menge ist unüberschaubar geworden, aber dennoch fühlt man sich in ihr daheim, sieht sich als Teil von etwas Größerem.

Die Vertrautheit der Heimat ist aber auch eine zeitliche. Heimat steht oft für die Jahre der Kindheit, der Unbeschwertheit, für eine Zeit, an die Erwachsene sehnsüchtig zurückdenken, weil ihnen das Gefühl der Geborgenheit und Sicherheit häufig abhandenkommt. Auch die raschen Veränderungen der Umgebung durch Modernisierungsprozesse aller Art, durch Abriss, Um- und Neubau sowohl der materiellen Umgebung wie auch der Strukturen und Institutionen führen zu einem Vertrautheitsschwund, wie Hermann Lübbe das genannt hat.

Teil dieses Vertrautheitsschwundes ist weiter die Auseinandersetzung mit dem Fremden und den Fremden. Gemeint sind Menschen und kulturelle Verhaltensweisen, die traditionell nicht dazugehören. Das Merkwürdige daran ist allerdings die Tatsache, dass sich die Grenzen des «Vertrauten» und des «Fremden» ständig verschieben. Was gestern noch fremd war, ist heute vertraut, sogar Lebensstil-Vorbild, etwa die mediterrane Lebensweise, angefangen bei der italienischen Küche über die Ferien im sommerlichen Spanien bis zum Traum vom Haus in der Toskana.

Jede Heimat wandelt sich.

Auch Normen und Werte müssen in diesem Prozess des Vertrautheitsschwundes diskutiert und neu ausgehandelt werden. Vieles ist heute selbstverständlich, was eben noch heftig umstritten war. Man denke etwa an die Gleichstellung der Geschlechter, die Akzeptanz gleichgeschlechtlicher Beziehungen oder den Schwund der Machtposition der Kirche, welche die Gesellschaft in wenigen Jahrzehnten fundamental verändert haben – auch ohne die vielbeschworenen Einflüsse durch Migrantinnen und Migranten.

Passieren aber zu viele Änderungen zu schnell, verlieren viele Menschen den Boden unter den Füssen, sie werden angeblich «entwurzelt», eine seltsame Metapher bei einem Lebewesen mit zwei Beinen. Insbesondere Migrantinnen und Migranten kennen dieses Gefühl bestens. Aus der Auseinandersetzung zwischen alter Heimat und neuem Lebensmittelpunkt ergibt sich für sie oft eine Konstellation der Zerrissenheit zwischen den Wertvorstellungen und kulturellen Erwartungen von «hier» und von «dort». Häufig sehnen sie sich nach einem Leben in der geliebten alten Heimat. Ziehen sie dann hin, etwa im Rentenalter, stellen sie aber mit Schrecken fest, dass ihnen die Heimat fremd geworden ist. Sie hat sich verändert, denn Gesellschaften verändern sich trotz aller Beschwörung der Tradition unaufhaltsam. Aber auch die Migrantinnen und Migranten selber haben sich verändert, haben vieles aus der neuen Umgebung übernommen, ohne zu realisieren, dass diese ihnen immer vertrauter, dass sie ihre Heimat geworden ist.

Hier weiterlesen:

Der Heimatbegriff im Wandel

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Hier noch einiges aus meiner Heimat Südtirol.

Südtirol, der Nabel der Welt. Dominik Plangger singt in seinem Song „Südtirol“ gegen „die soziale Kälte und die emotionale Verkrüppelung in Südtirol“ an, wie der junge Vinschger Liedermacher selbst sagt.

https://tv.barfuss.it/dominik-plangger/s%C3%BCdtirol

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Und noch einige Gedankensplitter.

Aus: Die Weise von Liebe und Tod des Cornets Christoph Rilke

Der Beschlag vorn am Sattel glänzt durch den Staub. Und dann steigt der Mond. Er sieht es an seinen Händen.

Er träumt.
Aber da schreit es ihn an.
Schreit, schreit,
zerreißt ihm den Traum.
Das ist keine Eule. Barmherzigkeit:
der einzige Baum
schreit ihn an:
Mann!
Und er schaut: es bäumt sich. Es bäumt sich ein Leib
den Baum entlang, und ein junges Weib,
blutig und bloß,
fällt ihn an: Mach mich los!

http://gutenberg.spiegel.de/buch/-823/56

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Reiten, reiten, reiten, durch den Tag, durch die Nacht,
durch den Tag.
Und der Mut ist so müde geworden und die Sehnsucht so groß.

Auch aus obiger Lyrik.

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Von Norbert C. Kaser – Bruchstücke.
In seinen literarischen Liebeserklärungen schreibt er, was er in Briefen in dieser schutzlosen Deutlichkeit kaum wagt: „eine zahme kraehe moecht ich Dir sein im koernerleeren winterfeld der schnittigen kaelte ausgesetzt auf hartem schnee meinen durst stillen mit kristallen des rauhreifs an den erlen laengs der dampfenden rienz.“

Im April 1978 schreibt er noch an einen Freund: „wenn die suedtiroler nicht so harte unfreundliche knochen waeren. aber bei einigen glaesern wein läßt sich das noch ueberleben.“

nicht zu vergessen die tauben —
kein bauer saet mehr fuer sie kein brot faellt auf die
straße herzlos sind sie all

wieder wird sie junge kriegen & die tauben wollen ihr
recht die alten & stehen sich schlecht wie ich & alt

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Und nun genug „melancholiert“

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Von hubert

Ungefragt in die Welt geworfen

aber alles hat einen Anfang und ein Ende

und das ist gut so

Ohne Segen bin ich gekommen

und ohne Segen werde ich gehen

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Gruß Hubert

Veröffentlicht 28. Juni 2017 von hubwen in Uncategorized

Noch Raum für einen Schöpfer?   Leave a comment

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Stephen Hawking ist zu bewundern, da er trotz seiner misslichen körperlichen Lage diese Energie aufbringt und sehr wichtige Beiträge auf seinen Gebieten bringt. Mich interessiert aber vor allem auch sein Zugang zu einem Schöpfer, Schöpfer ja oder nein?

Rüdiger Vaas beschreibt das hier sehr gut.

„Aufgrund eines Luftröhrenschnitts kann sich Hawking seit 1985 nur noch mit einem Sprachcomputer verständigen. Er bedient ihn buchstäblich mit seinem letzten Zucken, indem er mit Bewegungen der Augen oder rechten Wange mühsam Buchstabe für Buchstabe in das Programm eingibt – bestenfalls zwei bis drei Wörter pro Minute.

Mit diesem tragischen Schicksal passt Hawking perfekt zum Klischee des im regungslosen Körper gefangenen genialen Geistes, der die Grenzen der Erkenntnis zu sprengen trachtet – handeln seine Forschungen doch von den abstraktesten, entlegensten und kompliziertesten Themen: Schwarzen Löchern, Urknall, Zeitreisen, Relativitätstheorie, Quantenphysik und der Suche nach einer Weltformel, die alle Teilchen und Kräfte erklärt. Kein Zufall, dass er zum Medienstar wurde! Hawking selbst sieht es ähnlich: „Ich bin sicher, dass meine Behinderung eine Rolle spielt, warum ich so bekannt bin. Die Menschen sind fasziniert von dem Kontrast zwischen meinen sehr eingeschränkten physischen Kräften und der gewaltigen Natur des Universums, mit der ich mich beschäftige. Ich bin der Archetypus des behinderten Genies. Doch ob ich ein Genie bin, kann bezweifelt werden.“

Aber ich möchte jetzt zum Abschnitt Schöpfer kommen.

 

Noch Raum für einen Schöpfer?

Bereits in seinem Bestseller Eine kurze Geschichte der Zeit fragte Hawking rhetorisch, wo denn noch Platz für Gott wäre, wenn die Welt physikalisch weitgehend verstanden sei. Zwar endete das Buch beinahe mystifizierend: Eine vollständige Erklärung des Universums wäre „der endgültige Triumph der menschlichen Vernunft“, „denn dann würden wir Gottes Plan kennen“. Doch damit wollte Hawking keineswegs eine religiöse Lanze brechen. Tatsächlich hat er immer wieder deutlich gemacht, dass er bei solchen Metaphern mit „Gott“ nur die Gesetzmäßigkeiten der Physik meint. „Ich verwende das Wort ‘Gott’ in einem unpersönlichen Sinn, so wie es Einstein für die Naturgesetze tat. Den Geist Gottes zu kennen heißt also, die Naturgesetze zu kennen“, kommentierte er.

Gleichwohl gilt die scheinbare Ordnung der Welt vielen Gläubigen als Hinweis auf einen universalen Gesetzgeber. Aber die Naturgesetze können ganz natürlich erklärt werden (wofür auch Hawkings Forschungen sprechen). „Wenn ich Recht habe, ist das Universum in sich selbst gegründet und wird von den Naturgesetzen allein regiert“, sagt Hawking. Und schon in Eine kurze Geschichte der Zeit schrieb er im Hinblick auf sein kosmologisches Modell: „Wenn das Universum wirklich völlig in sich selbst abgeschlossen ist, wenn es wirklich keine Grenze und keinen Rand hat, dann hätte es auch weder einen Anfang noch ein Ende: Es würde einfach sein. Wo wäre dann noch Raum für einen Schöpfer?“

Die antiquierte Annahme eines Schöpfers, der das Universum erschaffen und eingerichtet hat, ist in der modernen Kosmologie überflüssig und auch sonst eher schädlich. Doch es bleibt rätselhaft, warum es die Naturgesetze überhaupt gibt und weshalb sie so sind, wie sie sind, wie es zum Urknall kam und warum er genau dieses Universum hervorbrachte. Hawking spekuliert über die Existenz vieler Universen mit ganz unterschiedlichen Eigenschaften. „Ihre Schöpfung ist nicht auf die Intervention eines übernatürlichen Wesens oder Gottes angewiesen. Vielmehr ist diese Vielfalt von Universen eine natürliche Folge der physikalischen Gesetze, eine naturwissenschaftliche Vorhersage.“ Das heißt nicht, dass es keine Erkenntnisgrenzen gibt. Im Gegenteil: „Auch wenn die Wissenschaft möglicherweise das Problem zu lösen vermag, wie das Universum begonnen hat, nicht beantworten kann sie die Frage: Warum macht sich das Universum die Mühe zu existieren?“

Gott ist im Verständnis der meisten Gläubigen allerdings nicht auf einen „Designer“ reduzierbar, der die Naturgesetze erlässt, die physikalischen Konstanten einstellt oder den Urknall zündet. Gott gilt gemeinhin nicht nur als Erschaffer der Welt, sondern er erhält sie auch und vernichtet sie wieder, diktiert Wertordnungen, erhört Gebete und greift in den Weltlauf ein. Ein solcher Glaube – oder frommer Wunsch – kann mangels Überprüfbarkeit physikalisch nicht widerlegt, aber sehr wohl philosophisch kritisiert werden. Und genau das tut Hawking, indem er argumentiert, dass Gott in der modernen Kosmologie nicht mehr denknotwendig ist. Der Glaube lässt sich allenfalls als eine skurrile Privatsache tolerieren, die Hawking selbst jedoch nicht ernst nimmt: „Ich habe mit der Erwartung eines baldigen Todes gelebt. Ich habe keine Angst vor dem Tod, aber ich habe es nicht eilig zu sterben. Ich möchte noch so vieles vorher tun. Ich halte das Gehirn für eine Art Computer, der aufhört zu arbeiten, wenn seine Bestandteile versagen. Es gibt keinen Himmel oder ein Leben nach dem Tod für defekte Computer; das ist ein Märchen für Leute, die Angst vor dem Dunkeln haben.“

In Sachen Welterklärung ist der Glaube ohnehin längst obsolet geworden. „Es gibt einen grundlegenden Unterschied zwischen Religion, die auf Autoritätsgläubigkeit beruht, und Wissenschaft, die auf Beobachtungen und Vernunft basiert“, ist Hawking überzeugt. „Wissenschaft wird gewinnen, weil sie funktioniert.“

Rüdiger Vaas ist Astronomie- und Physik-Redak­teur beim populären Monatsmagazin bild der wissenschaft. Mit Stephen Hawking hat er mehrfach gesprochen und vier Bücher über dessen Leben und Werk publiziert, zuletzt Hawkings Kosmos und Einfach Hawking!.

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Noch Raum für einen Schöpfer?

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Gruß Hubert

 

Veröffentlicht 28. Juni 2017 von hubwen in Religionskritik, Uncategorized, Wissenschaft

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Von Arm und Reich   9 comments

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Die Schere zwischen Arm und Reich klafft ja im neoliberalen Wirtschaftssystem immer weiter auseinander. Wenn es eine Lohnerhöhung gibt, dann bekommen die, die sonst schon viel mehr verdienen auch noch prozentmäßig den höheren Wert.
Die Ungleichheit wird auch noch gefördert. Diese neoliberale Ideologie wendet sich gegen jede Gleichmacherei – wie sie es nennt, wenn es gerechter werden sollte. Spöttisch wird auch gesagt, wenn man gerechter verteilen würde, würde das dazu führen, dass alle arm wären. Oder es wird auch gerne ins Feld geführt, dass man keinen Neid-Komplex anfachen solle, wenn es darum geht für mehr soziale Gerechtigkeit zu sorgen.
Da kann es auch mal passieren, dass ein 24-stöckiges Hochhaus in London wie Zunder abbrennt, weil man im sozialen Wohnbau völlig ungeeignetes Dämm-Material verwendet hat, dass eben pro m2 um 1 Pfund billiger war.

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„Vierhundert Millionen Pfund an öffentlichen Geldern für die Renovierung von Buckingham Palace aber kein Geld für Feuermelder und Sprinkleranlagen für das arme Volk“, empören sich mehrere Stimmen“, wie die faz schrieb.
Und weiter in der faz: “ „Vierhundert Millionen Pfund an öffentlichen Geldern für die Renovierung von Buckingham Palace aber kein Geld für Feuermelder und Sprinkleranlagen für das arme Volk“, empören sich mehrere Stimmen.“

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© dpa – Mahnmal: Löscharbeiten an der völlig verkohlten Fassade des Grenfell-Hochhauses im Londoner Stadtteil Kensington.

http://www.faz.net/aktuell/demonstranten-stuermen-bezirksrathaus-in-london-15064121.html

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Man kann das Ganze aber auch noch unter einem anderen Aspekt betrachten, nämlich wie sich Arm und Reich auf den Tierschutz auswirkt, so wie es Martin Balluch im Folgenden schreibt.

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Im New Scientist vom 21. April 2012, Seiten 52-55, wird ein Überblick über psychologische Forschungen zu Einstellungen von Menschen aus armen und reichen sozialen Schichten geboten. Dabei, so wird dort ausgeführt, zeige sich, dass reiche Menschen eine signifikant geringere Fähigkeit haben, mit anderen mitzufühlen. Sie seien unfähiger, emotionale Zustände in anderen zu erkennen, und würden sich weniger für die Bedürfnisse anderer interessieren. Sie wären auch eher bereit, andere zu übervorteilen und sich durch Tricks Gewinne zu erschleichen.

Als Erklärung meinen die WissenschaftlerInnen, dass ärmere Menschen eher auf die Hilfe anderer angewiesen sind und daher eher mit Problemen anderer mitfühlen könnten. Wer selbst existentielle Probleme habe, würde auf die emotionalen Zustände anderer mehr achten und anderen in der Not eher beistehen.

In Bezug auf Tierschutz frage ich mich oft, ob sich eine wirtschaftliche Rezession positiv oder negativ auf Tierschutzbelange auswirkt. Mit weniger Geld wären vielleicht mehr Menschen gezwungen, nur die billigsten Tierprodukte zu kaufen und hätten kein Geld für Tierschutzspenden und keine Zeit, sich gegen Tierleid einzusetzen. Andererseits ermöglicht mehr Geld den Menschen, sich mit Luxustierprodukten, wie Pelz oder Gänsestopfleber, einzudecken und viel mehr zu konsumieren. Die im New Scientist referierten Ergebnisse weisen darauf hin, dass eine wirtschaftliche Rezession für Tierschutz eher besser wäre. Menschen mit weniger Geld und größeren wirtschaftlichen Problemen sollten demnach eher in der Lage sein, Mitgefühl für ausgebeutete Tiere zu entwickeln, auch wenn ihnen das geringere Budget weniger Freiraum bietet, sich dafür einzusetzen. Deckt sich das mit unserer Erfahrung? Mir ist kein eindeutiges Urteil möglich.

Im New Scientist werden aber auch Ergebnisse zu einem anderen psychologischen Aspekt von Reichtum angeführt. Menschen, die im Wohlstand leben, seien relevant häufiger als andere Menschen davon überzeugt, dass man selbst Schuld sei, wenn man wenig Geld hat. Das Gefälle von Reich zu Arm sei keine Ungerechtigkeit der Gesellschaft, sondern eine Folge der höheren Leistungsfähigkeit der Reichen, denen deshalb ihr Reichtum zustehe und sie nichts davon abgeben müssten. Die Schere zwischen Reich und Arm sei also nach Ansicht ersterer eine Folge ihrer größeren Fähigkeiten und daher durchaus gerecht und kein politisches Problem, das gelöst werden müsse. Reichere würden darüber hinaus eher dazu tendieren, rechtskonservativ zu sein und den repressiven Überwachungsstaat zu begrüßen.

Diese Ergebnisse erscheinen nachvollziehbar. Allerdings haben wir das Problem, dass die Reichen einen überproportional hohen politischen Einfluss haben. So erklärt sich die entsprechende Entwicklung unserer Gesellschaft und warum unsere Finanzministerin tatsächlich im Fernsehen verkündet, man müsse die Reichen entlasten, weshalb sie eine Senkung des Höchststeuersatzes durchführen werde.

Ich denke das ist ein Aufruf an die viel größere Zahl der Nicht-Reichen und politisch Einflusslosen, sich zu organisieren. Sonst setzt sich überall die 2-Klassen-Gesellschaft durch wie in London, wo die Lebenserwartung im reichen Bezirk Kensington für Männer 88 Jahre erreicht hat, während sie im ärmeren Bezirk Tottenham Green in derselben Stadt nur 71 Jahre beträgt. Niemand mit einem Minimum an sozialem Gewissen kann derartige Unterschiede goutieren.

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Von Arm und Reich

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Gruß Hubert

 

Veröffentlicht 23. Juni 2017 von hubwen in Politik, Uncategorized

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