Archiv für Januar 2014

Schwanzgedanken – Nachwehen zur Beschneidungsdebatte   2 comments

Wähnt ein Mann allein der Frauen Glück als Zeugnis seines Mannseins, so kann er diesen Zipfel Haut gewiss und leicht entbehren. Dies ist im Sinn von Männlichkeit, die sich als Zweck versteht, sich in den Dienst von andern opfert, sich selbst hingegen wenig ehrt, sich selbst als Werkzeug bietet. Es scheint uns ritterlich antik, das Bild vom immerharten Stecher, stets bereit es zu besorgen – ein bisschen aus der Mode.
Es wird auf oft gesagt bei Beschnittenen gehe es länger. Wen wundert’s – wenn man weniger spürt geht’s eben länger. Und wenn man gar nichts mehr spürt dann lässt man es besser. Aber ob der Mann diesen Preis bereit ist zu bezahlen bezweifle ich. Wer wagt auch dies allen Ernstes zu verlangen? Der Körper und damit auch der gesamte Schwanz gehört dem Mann – aus, Punkt.

Hier ein Artikel von cuncti.net

Schwanzgedanken – Nachwehen zur Beschneidungsdebatte

von Kevin Fuchs

Warum das Mantra um moderne Rollenbilder eine Lüge ist

 

Im Getümmel des Gefechts geht allzu vielen allzu oft der Blick für’s Ganze schnell verloren. Der Lärm, Geschrei, Getöse, Rauch und Nebel hüllen uns den Sinn, den Wald zu sehen, nicht die Bäume. Erst wenn sich Schweigen über’s Schlachtfeld legt, und sich der Pulverschleier senkt, dann tut sich zögernd auf, was vorher uns verborgen blieb. Forensisch und akribisch lässt sich dann das Mosaik – Stein um Stein mit viel Geduld – zu einem Sinn zusammenfügen.

Eine wahrlich laute Schlacht war ohne Frage wohl jene der Beschneidung. Nun sind die Trümmer längst geräumt, die Leichen nicht nur kalt, eher schon vermodert. Die Zeit hat jede Spur in Gänze aufgelöst. Und eben dies erschwert uns heute die Forensik, denn wo kein Fleisch sich findet, da ist auch keine Wunde und folgend kein Beweis.

Wo Zeit das meiste schon vernichtet weiß, da bleibt uns nur Vermutung. Jedoch: auch diese braucht den Anker, an dem sie sich bemisst. Ein eben solcher sei für uns die folgende Prämisse: Die Vorhaut ist zu hohem Grade erogen. Wer sie entfernt, beschneidet das Empfinden.

Diese Formel komprimiert im Kerne das Problem, aus dem zu jener Zeit sich das Gefecht erhob.
Im Gespräch und in Recherchen, da finden sich zwei Sorten Mann: Zum einen die, die man als Kind in jungem Alter schon beschnitt. Zum zweiten solche eben, die man erst später kürzte. Die ersten sind nicht von Belang, da der Vergleich hier fehlt.

Die zweiten aber sind es wohl. Denn diese Sorte teilt sich wieder. Der erste sagt „Ich kann jetzt länger“, der zweite sagt „ich muss jetzt länger“. Können oder müssen – das ist hier die Frage. Die ersten sind im Glück, die zweiten sind es nicht. Woher das „länger“ kommt, nimmt uns kein Wunder. Es fehlt nun mal, was einst entfernt und kann auch nichts mehr fühlen.

Unsere Auslese

Der eine sieht es als Gewinn, der zweite als Verlust. Objektiv jedoch geschieht dasselbe: es mindert das Gefühl.

Wähnt ein Mann allein der Frauen Glück als Zeugnis seines Mannseins, so kann er diesen Zipfel Haut gewiss und leicht entbehren. Dies ist im Sinn von Männlichkeit, die sich als Zweck versteht, sich in den Dienst von andern opfert, sich selbst hingegen wenig ehrt, sich selbst als Werkzeug bietet. Es scheint uns ritterlich antik, das Bild vom immerharten Stecher, stets bereit es zu besorgen – ein bisschen aus der Mode.

Das kann und darf der Mann, so darf er sich gern selbst verstehen. Dies Recht sei ihm beschieden. Er darf, er darf, wenn er das will, er muss es nicht. Vor allem jedoch soll er nicht es jemals müssen sollen.

Ist er erwachsen, kann er, wie er will, beliebig viel von seinem Körper trennen. Doch einem Kind es aufzuzwingen, bleibt und bleibt verboten. Das Grundgesetzt bezeichnet dies als sexuelle Selbstbestimmung – das Recht des unversehrten Körpers.

Ein Widerspruch des Rechts im Recht, wie etwa Volker Beck es meint, besteht in diesem Geiste nicht. Es gibt nichts abzuwägen, wo schlicht nichts abzuwägen ist, ja wo das Recht es gar verbietet.

Es gilt kein Recht auf Religion, das andern Menschen schadet. Wer glauben will, darf glauben, feiern, hoffen, beten, so oft wo immer er es will. Der Leib des andern aber bleibt derweil ein ehernes Tabu. Das Recht des Körpers bricht das Recht auf Glaube. Der Körper ist das Maß, der Körper ist die Grenze.

 Was war es aber, das die Leute trieb, mit solchem Eifer ein Gesetz zu formen, das der Vernunft so widerspricht? Hier muss man wissen, was nicht jeder weiß: Die Sache ist ein alter Fussel. Im März 2010: dort legte schon der Bundesrat den Antrag einer Änderung des Paragraphen 226 vor.

Die Verstümmelung des Genitals, so war gefordert, sollte nach besonders strengem Maß und auch im Ausland strafbar sein. Doch der Entwurf sah dies nur vor, wenn dieses Genital speziell das eines Mädchens war.

Offenbar war man gewahr, welch Ärger solch Gesetz beschert, wenn es auch Jungen schützen sollte. Ein böser Wicht wer böses denkt, und Lobby-Werk vermutet. So war’s kein Unfall, sondern Plan, die pure Absicht war dahinter. Es passierte dann, was niemand ahnte. Ein Urteil lässt das Volk jetzt sehen, was es nicht sehen sollte. Und somit war mit einem Schlag der deutsche Bürger hell erwacht.

Berlin war aufgekratzt. Die Problematik aber schreckte nicht, sie war schon längst bekannt. Ein Kompass war nicht nötig auch kein Plan, geboten war kein Argument. Man war sich einig, wusste auch, wohin die Reise geht. Allein das „Wie“ war noch zu klären, das „Ob“ von keinem Rang. Ein Böser Wicht wer böses denkt, und Lobby-Werk vermutet.

In diesem Licht erklart das eigentümliche Gezappel, das in Berlin sich regte. Man versteht mit einem Mal, warum sogar der feinste Gutmensch dort sich nicht einmal genierte, ein Menschenrecht zu spalten, es den Mädchen zu gewähren und den Jungen hier zu nehmen.

In Berlin hat man gehofft, dass das Gesetz zum Schutz des Mädchengenitals in aller Stille, unbemerkt zur Wahrheit werde. Die Diskussion um die Beschneidung doch zerstäubte diesen Wunsch. Man war jetzt in Berlin genötigt, den Bürgern zu erklären, was bei allerreinstem Willen nicht sich irgendwie erklären ließ. Erläutern konnten sie es nicht, wohl haben sie es durchgesetzt. Nun ist es schlimmer als gedacht. Nicht nur gibt es von nun ein Recht, das Mädchen schützt und Jungen nicht. Bei Jungen ist’s vielmehr mit Ausdruck klar erlaubt. Ein Böser Wicht wer böses denkt, und Lobby-Werk vermutet.

Das Ministerium für „Frauen und Gedöns“, wie Kanzler Schröder es mal nannte, sorgt sich um die Jungs und meint, man müsse ihnen helfen. Ums Genital der Jungs schert man sich nicht, es geht um hehre Werte. Der Zwang zum Hartsein sei, so liest und hört sich’s an, der Quell für alles Übel. Den Jungs dies auszutreiben ist hiernach die allerwichtigste Mission.

„Neue Wege für Jungs“ ist drum ein vielgelobter Titel. Macht die Jungs ein wenig sanfter, lieber, zarter. Gefühl, mit Innenblick und Liebe, das fehlt den Jungs – so hört man es. Also lasst sie uns erziehen, lasst sie uns wie Mädchen machen, auf dass sie uns gedeihen. Wie schön das klingt, so wunderschön, man will darin zerfließen.

Das Ding mit der Beschneidung – ach – das macht die Sache schwierig. Es bezeugt uns doch das Gegenteil. In Anbetracht der Kühle, die Mann und Junge spürt, verbleibt uns nur zu sagen: der Wandel, den man hier verspricht, entkleidet sich zur Lüge – alter Trunk in neuen Bechern. „Neue Jungs“, das ist Betrug. Die neuen Jungs, das sind die alten, nur in neuem Schein.
Wo Mädchenkörper heilig sind, erscheinen die der Jungs entberhrlich, gering im Wert, verfügbar jederzeit. Erstere sind Zweck an sich, zweitere zum Zweck von andern. Härte scheint für Jungs ein Muss, entgegen aller Rede, weil dies zum Nutzen anderer ist.

Also Jungs, bleibt hart, man will es so, und lasst den Zipfel Euch nicht nehmen.

http://cuncti.net/haltbar/585-schwanzgedanken-nachwehen-zur-beschneidungsdebatte

 

Gruß Hubert

Die unglaubliche Aggression so genannter seriöser Medien   1 comment

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Gegenkampagne zu Markus Lanz von PR-Agenturen mit betrieben?

Markus Lanz scheint viele Freunde bei den Print-Medien zu haben. Es scheint für viele dieser Print-Medien ganz normal zu sein einem Gast ständig über’s Maul zu fahren, jede Neutralität und jedes gute Benehmen missen zu lassen.

Vielleicht ist auch das folgende ein wichiger Grund:

„Die herablassende Art der Kommentierung der Openpetition durch die Journalisten/innen hat viel damit zu tun, dass sich die überwiegende Mehrheit der Medienschaffenden zur Oberschicht oder zumindest der oberen Mittelschicht zählt.“

Hier ein Artikel von nachdenkseiten.de

Die unglaubliche Aggression so genannter seriöser Medien gegen die Open-Petition zu Lanz verlangt eine Antwort: Die Petition über die 300.000 Marke heben!

Verantwortlich:

Ein Freund berichtete mir vor zwei Tagen, er habe nach 20 Jahren Treue das Abonnement seiner überregionalen Tageszeitung gekündigt – wegen der arroganten und undemokratischen Kommentierung der „Openpetition“. Als Nachtrag zum Beitrag vom 24. Januar folgt deshalb hier eine Zusammenstellung einiger einschlägiger Reaktionen. Siehe Anlage. Darunter finden sich Medien, denen ich eine so aggressive und primitive Verteidigung des Markus Lanz und die Fortsetzung der Schaum-vor-dem-Mund-Kampagne gegen Sahra Wagenknecht nicht zugetraut hätte: die TAZ, Die ZEIT, die Süddeutsche, die FAZ, Spiegel online, der Tagesspiegel usw.. – Die Openpetition hatte bei Abschluss dieses Textes um 11:17h 226.302 Unterzeichner. Wenn die Befürworter/innen unter den täglich mindestens 60.000 NachDenkSeiten-Lesern Ihre E-Mail-Verteiler nutzen, um für die Unterzeichnung zu werben, dann müsste es möglich sein, die 300.000-Marke bald zu überschreiten. Zur Begründung und Erläuterung: Albrecht Müller.

Bemerkenswert an den Reaktionen der etablierten Medien:

  • Die Meinungsäußerung mit Hilfe der Openpetition wird als Zeichen von Launen gewertet, das ganze als Shitstorm. Das ist angesichts der Motive der meisten Unterzeichner und der mehrheitlich sehr sachlichen und wissenden Kommentare im Netz eine bösartige Bewertung.
  • Diese Bewertung kommt von Leuten, deren gemeinsames Merkmal das Mittelmaß ist.
  • Die Argumentation der jetzt massiv auftretenden Gegner der Petition ist oft ziemlich gleich gerichtet. Vermutlich ist die Gegenkampagne abgesprochen oder sogar von PR-Agenturen mit betrieben. Auch für deren Honorare zahlen wir mit unseren Rundfunkbeiträgen. Auffallend in diesem Zusammenhang ist die Ähnlichkeit der aggressiven Agitation von Jörges bei stern.de und Christoph Seils im Tagesspiegel gegen Wagenknecht. Siehe Anlage Ziffer 8 und 9. Die verbindende Methode: Haltet den Dieb!
  • Die Aggression der Kommentierung durch die etablierten Medien könnte man damit erklären, dass die in diesem Sinne tätigen Journalisten und Journalistinnen um ihr Monopol bei der Bewertung öffentlicher Vorgänge bangen. Nebenbei: Auch die NachDenkSeiten bekommen diese Angst vor der Konkurrenz zu spüren. Es gibt Printmedien, die auch nach zehn Jahren erfolgreicher Arbeit der NachDenkSeiten ihre Leser/innen noch nicht ein einziges Mal auf diesen politischen Blog aufmerksam gemacht oder unsere Arbeit kritisch begleitet haben.
  • Die herablassende Art der Kommentierung der Openpetition durch die Journalisten/innen hat viel damit zu tun, dass sich die überwiegende Mehrheit der Medienschaffenden zur Oberschicht oder zumindest der oberen Mittelschicht zählt. In den Hinweisen von gestern gingen wir schon darauf ein. Diese Journalisten/innen sehen sich als etwas Besonderes. Aus ihrer Sicht tummelt sich im Netz der Plebs.
  • Zusammenfassend: die Reaktion der Medien auf die Petition sagt viel über den traurigen Zustand der deutschen Medien: unkritisch gegenüber den Herrschenden, allzeit bereit zu Kampagnen gegen alles, was links von der neoliberal geprägten herrschenden Meinung liegt, mittelmäßig, PR gesteuert.

Eine Auswahl von erstaunlichen Solidaritätsadressen für M. Lanz:

Süddeutsche Zeitung
25. Januar 2014
Simulierte Demokratie im Internet
Klick, Maus und Shitstorm
Ein Kommentar von Andrian Kreye (Chef des Feuilleton
Die Online-Petition gegen ZDF-Moderator Markus Lanz mag wie ein Beispiel für direkte Demokratie erscheinen, doch sie ist nicht viel mehr als eine Kundenbewertung. Solche Online-Simulationen von Aktion, Gemeinschaft und Willensbildung lenken von wirksamem politischem Engagement ab.

Man kann darüber streiten, ob Markus Lanz versucht hat, eine unbequeme Meinung mit reaktionärem Geplapper wegzudrängen, oder ob es wirklich eine Unverschämtheit war, dass er Sahra Wagenknecht übers Maul fuhr. Höflichkeit gehört schließlich nicht zur Berufsbeschreibung von Journalisten. Eigentlich gehört es sogar zu den grundlegenden Moderatorenpflichten, dass sie den Redefluss von Politikern stoppen, die stur ihr Parteiprogramm herunterbeten.
Man könnte Markus Lanz sogar vorwerfen, dass sein öffentliches Bedauern am Freitag der eigentliche Fehler war, weil er, ähnlich wie Marietta Slomka beim Interview mit Sigmar Gabriel, doch nur sauberes Handwerk bewiesen hat.

Die angebliche Mausklick-Demokratie ist deswegen kein Ausdruck eines politischen Willens, sondern Abbild momentaner Launen.
Manche Laune kann im Rahmen der digitalen Schneeballsysteme zu einem “Shitstorm” anschwellen. Doch ein paar hunderttausend Petitionsklicker sind keine Bewegung, auch wenn die traditionellen Medien sich gerne verleiten lassen, Klickzahlen als relevantes Abbild einer Volksmeinung zu interpretieren.

Hier weiterlesen:
http://www.nachdenkseiten.de/?p=20403

Gruß Hubert

Veröffentlicht 30. Januar 2014 von hubwen in Internet, Politik

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Avicii – Hey Brother (Lyric)   Leave a comment

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Leider kann man das Video wieder einmal wegen der GEMA nicht in Deutschland sehen.

 

Avicii – Hey Brother – Übersetzung

Hey Bruder, es ist eine endlose Straße zum Wiederentdecken,
Hey Schwester, du weißt das Wasser ist süß aber Blut ist dicker
Oooooh wenn der Himmel herunter fällt, gibt es nichts, was ich nicht für dich tun würde.

Hey Bruder, glaubst du immer noch an jemand anderen?
Hey Schwester, ich frage mich, glaubst du immer noch an die Liebe?
Oooooh wenn der Himmel herunter fällt, gibt es nichts, was ich nicht für dich tun würde.

Was wenn ich weit weg bin von Zuhause?
Oh Bruder, ich werde deinen Anruf hören.
Was wenn ich alles verliere?
Oh Schwester, Ich werde dir da raus helfen!
Oooooh wenn der Himmel herunter fällt, gibt es nichts, was ich nicht für dich tun würde.

Hey Bruder, es ist eine endlose Straße zum Wiederentdecken,
Hey Schwester, ich frage mich, glaubst du immer noch an die Liebe?
Oooooh wenn der Himmel herunter fällt, gibt es nichts, was ich nicht für dich tun würde.

Aaaaaah, Was, wenn ich weit weg bin von Zuhause?
Oh Bruder, ich werde deinen Anruf hören.
Was wenn ich alles verliere?
Oh Schwester, Ich werde dir da raus helfen!
Oooooh wenn der Himmel herunter fällt, gibt es nichts, was ich nicht für dich tun würde.

http://www.songtextemania.com/hey_brother_uebersetzung_avicii.html

Gruß Hubert

Veröffentlicht 27. Januar 2014 von hubwen in Musik

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„Haltet den Dieb“ – eine primitive Masche im Kampf gegen Sahra Wagenknecht und alles Linke   Leave a comment

Man kann die Angriffe gegen Sahra Wagenknecht von Seiten der Herren Lanz und Joerges nur als primitiv bezeichnen. Joerges unterstellt Wagenknecht häufig Unwahrheiten und Halbwahrheiten auszusprechen. Dieser Vorwurf fällt aber auf Joerges zurück. Mit Jörges, der Mitglied der Chefredaktion des „Stern“ ist, erlebt der Stern einen Qualitätseinbruch. Wagenknecht wird zur Zielscheibe vom bürgerlichen Lager und ebensolchen Medien, weil Wagenknecht sich als Alternativen zur herrschenden Linie präsentieren kann.
Von Markus Lanz und Jörges wurde in der Sendung vom 16.01. penetrant versucht Sahra Wagenknecht eine Europa- und eurofeindliche Haltung zu unterstellen. Die Forderung nach Europabekenntnissen von Wagenknecht kann man geradezu inquisitorisch nennen. Bekenne, oder du landest auf dem Scheiterhaufen des EU-Altars. Mit dieser Feststellung glaubt man Wagenknecht am besten diskreditieren zu können. Man versucht die EU-Spar-Politik, die für das Desaster in den Südstaaten verantwortlich ist unter den Tisch zu kehren.

Hier ein Auszug von nachdenkseiten.de

Gegen das Verhalten von Markus Lanz und Joerges in der Sendung des ZDF vom 16. Januar gab es massiven Widerspruch. Wie bekannt, ist die Petition gegen Lanz sehr erfolgreich. Jetzt sind es rund 170.000 Unterzeichner (inzwischen sind es schon 200.000). Bitte unterschreiben Sie dort, wenn Sie den Vorstoß richtig finden.
Offenbar tut der Widerspruch gegen das ZDF, gegen Lanz und gegen Jörges weh.
Letzterer greift jetzt mit einem Video Sahra Wagenknecht und die Linke insgesamt („shitstorm“) an – so primitiv wie in der Sendung des ZDF und nach der Methode „Haltet den Dieb“. Hier ein Einordnungsversuch der Vorgänge. Von Albrecht Müller

1)    Der Vorgang zeigt: Kampagnenjournalismus ist die vorherrschende und alles überlagernde Form der journalistischen Tätigkeit in Deutschland.

Ohne Zweifel gibt es in deutschen Medien gute und auch kritische Artikel. Aber diese sind leider ziemlich irrelevant, weil die großen Linien der politischen Strategen konsequent durchgehalten und verfolgt werden. Die großen Linien im Kontext der Sendung von Lanz sind der Versuch, eine für das konservative Lager und für das konservativ gewordene sozialdemokratische Lager gefährliche Politikerin auszuschalten, und generell der Versuch, keine Alternative zum schwarzgelbrotgrünen Lager aufkommen zu lassen.

Ein Teil der Linkspartei wird nicht mehr sonderlich gefährlich, weil angepasst. Sahra Wagenknecht und ihre Gruppe kann dem Dauer-Machtanspruch des konservativen und neoliberal eingefärbten Lager jedoch gefährlich werden, weil sie in das so genannte bürgerliche Lager hinein wirkt, und insgesamt sie und ihre Verbündeten im linken Lager sachlich und inhaltlich – etwa in der Wirtschafts- und Finanzpolitik, wie auch in der Europa- und Währungspolitik – Alternativen zur herrschenden Linie präsentieren.

2) „Haltet den Dieb“ in Sachen Europa

Es ist typisch für diese Konstellation, dass in der Sendung von Markus Lanz von diesem und Jörges penetrant versucht worden ist, Sahra Wagenknecht eine Europa- und eurofeindliche Haltung zu unterstellen. Mit den permanenten Fragen der Beiden – Euro raus oder rein usw.

– wird unausgesprochen der Eindruck und die Botschaft transportiert, dass diese Herrschaften und die sie vertretenden politischen Kräfte – konkret: die Große Koalition – für Europa und für den Euro seien. Damit wird verdeckt, dass die Regierenden und ihre Medienvertreter zum Beispiel mit ihrer aggressiven Haltung gegen die Südländer wie auch mit den praktischen Folgen der Austeritätspolitik und der Weigerung etwas zur Angleichung der Wettbewerbsfähigkeit der einzelnen Staaten des Euroraums zu tun, Europa und den Euro wie auch den Geist der guten Nachbarschaft in Europa massiv beschädigen.
So gesehen war das primitive Spielchen von Lanz und Jörges mit ihrer permanenten Forderung nach Europabekenntnissen der Sahra Wagenknecht eben auch ein Versuch, „haltet den Dieb“ zu rufen und damit von der eigenen Verantwortung für das kommende Desaster in Europa und die existente wirtschaftliche und soziale Not vieler Europäer abzulenken.
    Das ist ein äußerst cleverer Schachzug, ein wirksamer propagandistischer Trick: Niemand aus den famosen Medien unseres Landes fragt die Regierenden und die regierungstreuen Medien nach ihrer tatsächlichen Europafreundlichkeit. Niemand attackiert sie wegen ihrer faktischen Europafeindlichkeit.
3)   Die Medien werden ihrer eigentlichen Aufgabe, das politische Geschehen kritisch und damit konstruktiv zu begleiten, nicht gerecht. Sie sind mitverantwortlich dafür, dass man deshalb auch im Blick auf Deutschland von einer funktionierenden Demokratie nicht sprechen kann.

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Wenn sich die Regierenden wie zum Beispiel Angela Merkel praktisch alles leisten können, die Spaltung unserer Gesellschaft in Superreich und Arm wie auch den Ruin anderer Volkswirtschaften und damit der europäischen Einigung und des gemeinsamen Währungsraums, weil fundierte Kritik in den Medien ausbleibt oder nur in Nischen jenseits der Linien der großen Kampagnen stattfindet, dann kann man von einer funktionierenden Demokratie nicht mehr sprechen. Dies in Deutschland zu sagen, ist gefährlich, weil man dann sofort als radikal abgestempelt wird. Aber diese Gefahr muss man hinnehmen, wenn man die Realität beschreiben will.

Die Sendung mit Lanz war auch für dieses Thema lehrreich: Immer wieder wird nämlich von den Pächtern der Demokratie, wie sie etwa Lanz und Joerges darstellen, der Versuch gemacht, das Bestehen demokratischer Verhältnisse bei uns dadurch als selbstverständlich darzustellen, dass man anderen vorwirft, sie würden das infrage stellen. Sahra Wagenknecht wurde heftig angekreidet, dass der diskutierte Text der Linken den Vorwurf enthalte, die EU sei undemokratisch. Die normale Wirkung dieses Vorwurfs beim Publikum ist die unterschwellige Behauptung, die EU sei selbstverständlich eine demokratische Einrichtung. Damit wird verunmöglicht, eine sachliche Diskussion über den tatsächlichen Zustand der EU zu führen.

Das gleiche gilt für den Vorwurf, der Text der Linkspartei unterstelle, die EU sei militaristisch. Dieser Vorwurf wird gezielt eingesetzt, auch nach der Methode haltet den Dieb, um zu verhindern, dass man die steigende Tendenz zu militärischen Interventionen und Aktionen der Europäischen Union wie auch der Bundesrepublik Deutschland kritisch hinterfragt.

[…]
5) Der Niedergang des „Stern“ ist geradezu sagenhaft.Jörges, das Mitglied der Chefredaktion des „Stern“, ist geradezu das Sinnbild des Niedergangs dieses Organs. Viele Leser erinnern sich nicht mehr, weil das lange her ist: der „Stern“ war einmal ein wirklich fortschrittliches und aufklärerisches Medium.

Verantwortlich:

Hier weiterlesen
http://www.nachdenkseiten.de/?p=20257

Gruß Hubert

Neuer Kardinal wirbt offen für Homo-„Heilung“   Leave a comment

 

Es ist schon seltsam dass es immer noch Kreise gibt, die behaupten Homosexualität wäre eine Krankheit und somit heilbar. Die kath. Kirche glaubt das ja schon seit Urzeiten, wie sie ja auch anderen Unsinn für immer glauben wird (z.B. an die Jungfrau Maria, und und…) Seltsam sind auch die Allianzen, in der sich die Kirchen bei der Homophobie befinden. Dass vom neuen Papst keine große Reformen zu erwarten sind, sieht man auch an der Ernennung des neuen konservativen Kardinals Fernando Aguilar. Man tut so als ob Homosexualität eine „psychische Verirrung“ wäre. Spätesten seit den 60-er 70-er Jahren ist wissenschaftlicher Kenntnisstand, dass diese Orientierung angeboren ist. Glauben die Anhänger der Theorie, dass Homosexualität eine (psychische) Krankheit wäre…, dass die Homosexuellen sich das aussuchen und sich hartnäckig und uneinsichtig einer „Heilung“ widersetzen?? Wenn der neue Kardinal glaubt, dass Homosexualität eine Krankheit wie Bluthochdruck sei, dann ist er nicht ganz dicht – und alle anderen die solchen Quatsch glauben.
Der zentrale Punkt um der es den Kirchen bei der Sexualität geht ist die Fortpflanzung. Schließlich ist ihre Macht ja viele Mitglieder zu haben. Ein bisschen Lustgefühl duldet sie gerade noch – aber da ist man schon nahe an der Sündhaftigkeit. Aber geht ja leider (für die Kirche) nicht anders. Ein nicht tolerierbarer Punkt ist auch, dass man Homosexuelle von mancher Seite auch gerne in die Nähe von Pädophilen rückt.

Wie wäre es denn Herr Kardinal, wenn man bei der kath. Kirche mit der „Heilung“ der vielen Homosexuellen in ihren Reihen anfinge?! Da würde es dann ein ganzes Heer von Psychologen brauchen.

Ich kann diese Homophobie nicht ganz nachvollziehen, denn diese „anders gepolten“ Menschen tun den Heteros ja nichts und nehmen ihnen nichts weg. Man fragt ja Heteros auch nicht welche sexuelle Praktiken sie anwenden (stimmt nicht ganz – außer die kath. Kirche bei Ledigen, wenn jemand so idiotisch ist und zur Beichte geht). Wie man weiß gibt es auch bei Heteros Analverkehr. Was zwei in ihrem Schlafzimmer oder sonstwo machen ist ausschließlich ihre Sache. Und dass sie sich nicht fortpflanzen können verträgt die Gesellschaft gut. Es gibt ja genug andere die das tun können oder könnten. Es liegt auch an der Politik ein familienfreundliches Umfeld zu schaffen, zum Beispiel angemessene Löhne oder genügend Kitas, um nur zwei Felder zu nennen.

Hier ein Artikel von queer.de

Katholische Kirche

Neuer Kardinal wirbt offen für Homo-„Heilung“

Artikelbild
Fernando Aguilar: Homosexualität ist eine Krankheit wie Bluthochdruck

Ein von Papst Franziskus gerade zum Kardinal beförderter Geistlicher wirft Homosexuellen ihre „fehlerhafte“ Sexualität vor und fordert sie auf, sich behandeln zu lassen und heterosexuell zu werden.

Der spanische Ex-Erzbischof Fernando Aguilar hat in einem Interview mit der Lokalzeitung „Sur“ erklärt, dass Homosexualität keine akzeptable sexuelle Orientierung sei, sondern „geheilt“ werden solle.
Pikant: Papst Franziskus hatte erst vor gut einer Woche die Ernennung von Aguilar in den Kardinalsstand angekündigt, die Ende Februar vollzogen werden soll. Aguilar war von 1993 bis 2007 Erzbischof von Pamplona.

Im Interview erklärte der 84-Jährige: „Viele Menschen beschweren sich [über ihre Homosexualität] und tolerieren sie nicht. Ich sage mit allem Respekt, dass Homosexualität eine fehlerhafte Erscheinungsform der Sexualität ist“. Schließlich, so der katholische Würdenträger, sei die einzige wichtige Funktion der Sexualität die Fortpflanzung. Mit dieser Aussage wolle er Schwule und Lesben nicht beleidigen, so Aguilar weiter, schließlich habe er selbst auch viele „Unzulänglichkeiten“ wie seinen hohen Blutdruck.
„Es ist keine Beleidigung, wenn ich auf die Fehlerhaftigkeit von Homosexualität hinweise, sondern hilfreich. In vielen Fällen kann man sich von Homosexualität erholen und sich normalisieren, wenn man die richtige Behandlung erhält“.

(Hubert, Einige Bemerkungen dazu: der alte … (ginge es vielleicht nicht noch ein bisschen älter für die Ernennung zum Kardinal, zum Beispiel 90 Jahre, statt „nur“ 84) meint, dass die Fortpflanzung die einzige wichtige Funktion der Sexualität wäre. Da zieht er wohl ganz wichtige psychologische Elemente außer Betracht – aber dieses sexfeindliche Argument kennt man ja von der Kirche.
Aber die Spitze der Dummheit ist es, wenn er behauptet dass Homosexualität eine Krankheit sei, die man heilen könnte. Welche Pillen gäbe es denn da nach Aguilar? Er stellt das ja als organisches Leiden hin wie Bluthochdruck. Oder stellt der Vatikan diese Wunderpille her um Homos auf das „richtige“ Ufer zu ziehen?)

 

Aguilar: Papst ist meiner Meinung

Aguilar deutete ferner an, dass er in dieser Frage mit dem Papst einer Meinung sei. Er wurde etwa auf die homofreundlichen Äußerungen des Papstes angesprochen, der im vergangenen Jahr gesagt hatte: „Wenn jemand schwul ist und guten Glaubens den Herrn sucht – wer bin ich, über ihn zu urteilen?“ (queer.de berichtete) (Papst nennt Schwule „unsere [warmen?] Brüder“. Laut Aguilar seien diese missverstanden worden).
Franziskus habe „Respekt“ für alle Menschen, das ändere aber nichts daran, dass homosexuelle Praxis moralisch nicht gerechtfertigt werden könne.

LGBT-Gruppen verurteilten die Äußerungen des zukünftigen Kardinals. Die Organisation Colegas stellte Strafanzeige gegen den katholischen Würdenträger, weil er gegen Antidiskriminierungsrichtlinien verstoßen habe. „Diese Aussagen gefährden das Wohlergehen tausender homosexueller Teenager, die bereits jetzt unter massivem homophoben Mobbing zu leiden haben“, erklärte die Gruppe in einer Pressemitteilung.

Die Heilung von Homosexualität wird von allen etablierten Psychologenverbänden als Stigmatisierung einer Minderheit abgelehnt. Der Weltärztebund hat Homosexualität erst im vergangenen Jahr in einer Erklärung als „natürliche Variation menschlicher Sexualität ohne direkt daraus resultierende schädliche Auswirkungen“ beschrieben.

Schädlich für Schwule und Lesben seien lediglich „direkte und indirekte Diskriminierung, Stigmatisierung [und] die Ablehnung durch nahestehende Menschen und Mobbing“ (queer.de berichtete). (dk)

http://www.queer.de/detail.php?article_id=20859

Gruß Hubert

Kaltes Herz – Subway to Sally   Leave a comment

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Kaltes Herz – Subway to Sally

 

Ich hab mein altes Herz getauscht,
es tut jetzt nicht mehr weh.
Wo links einmal die Unruh saß
ist es nun kühl wie Schnee.
Seitdem ist mir ganz wohl um das,
wo einst das Herzleid war.
Die Trauer und der Zorn verflog,
und Angst vor der Gefahr.

Mein Herz ist kalt und hart wie Stein,
vorbei ist all mein Sehnen.
Mein Herz ist schwarz und Ungestalt.
Mein Herz ist kalt.

Was wollt ihr nur mit eurem Herz,
dem dummen kleinen Ding.
Ein Muskel nur, der zuckt und bebt
so wie ein Schmetterling.
Das Herz das sich zusammenkrampft
von Lust und Leid bestimmt
das Sehnsucht und Barmherzigkeit
sich sehr zu Herzen nimmt

Mein Herz ist kalt und hart wie Stein…

Ich hab mein altes Herz getauscht,
es tut jetzt nicht mehr weh.
Wo links einmal die Unruh saß
ist es nun kühl wie Schnee.

Mein Herz ist kalt und hart wie Stein…

 

http://www.songtexte.com/songtext/subway-to-sally/kaltes-herz-bc7357a.html

 

Gruß Hubert

Veröffentlicht 25. Januar 2014 von hubwen in Musik

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Die liebe Frau von der Leyen   Leave a comment

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Es ist unglaublich wie leicht sich die Leute einlullen lassen. Frau von der Leyen gelingt das mit ganz einfachen Mitteln. Ihre Zauberformel heißt Familie. Immer wieder gelingt es ihr nette Bilder von ihr und ihrem Wirken zu schicken. Sie hilft mit, dass die CDU bei den Umfragewerten bei 48% liegt – toll!

Hier ein Artikel von tammox2 (Auszug).

Nicht, daß das eine neue Erkenntnis wäre, aber die Deutschen sind einfach zu doof, um politische Themen, bzw Politiker zu beurteilen.

Kontinuierlich unter den fünf beliebtesten Politikern Deutschlands befindet sich die gewohnheitsmäßige Lügnerin von der Leyen.

Die ist so nett. So sympathisch. So unaufdringlich. Aber immer klar. Deutlich. Und vor allem: immer sachlich. Sie ist die große Umwälzmaschine im zarten Gewand: Ursula von der Leyen. Sie hätte auch Umweltministerin werden können oder Verkehrsministerin. Dann wäre es die Umwelt, die familienfreundlicher werden müsste – oder die Autobahn. Es ist komplett egal, welches Ressort, Ursula von der Leyen hat eine Zauberformel für ihr politisches Wirken und die heißt „Familie „.

[….] Sie bringt die Truppen hinter sich. Wir kennen das aus der Geschichte: Wer regieren will, sollte das Militär im Rücken haben. Nicht vor der Brust.
Und wie geschickt sie das anstellt! [….]  Ursula von der Leyen kommt mit dem um die Ecke, das man am wenigsten erwartet. Hatte man bislang denken können, zum Töten bereitzustehen und Familie wären Gegensätze wie Krieg und Frieden, nimmt von der Leyen dem Übel „Bundeswehr“ einfach seinen Schrecken durch das hübsche Wort „Familie“.
Daraus entsteht eine Mischung aus Kasernenhof und Phantasialand: Frauen und Männer, die ihre Arbeitszeiten im Dialog mit den Vorgesetzen ihrer familiären Situation entsprechend ausrichten, betreten motiviert und gut gelaunt das Kasernengelände. Mit dem Fahrrad kommen sie morgens aus der angrenzenden Siedlung herbeigeradelt und bringen ihren Nachwuchs in die kaserneneigene Kinderbetreuung, die von 6 bis 22 Uhr geöffnet hat. In der Mittagszeit nehmen sie das Angebot der „Angehörigenstunde“ wahr, auch die ein Teil des neuen Arbeitszeitmodells, und besuchen ihre demente Mutter. Sie wird gleich neben dem Hort im Altersheim liebevoll von estländischen Fachkräften und jungen Menschen im Sozialen Jahr betreut.[….]
(Silke Burmester 19.01.14)
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Tatsächlich inszeniert von der Leyen sich mitfühlende Ministerin einer durch und durch guten Sache. Unsere Soldaten in Afghanistan!
12 Jahre sitzen sie dort jetzt und alles ist schlimmer denn je.
Eine ehrliche Analyse der Lage, also beispielsweise das Eingeständnis, daß der Einsatz völlig nutzlos, teuer und kontraproduktiv war, findet selbstverständlich nicht durch diese Ministerin statt. Sie benutzt wie Vorvorgänger zu Guttenberg die Bundeswehr als TV-Kulisse, um sich selbst im heimischen Fernsehen im schönsten Licht zu präsentieren.
Die Bundeswehr in Afghanistan war von Anbeginn ein Mythos. Und einen Mythos muss man vor der Entmythologisierung schützen und bewahren. Deshalb fliegen auch die Minister, Staatssekretäre, Abgeordnete aller Parteien, Tausendschaften von Journalisten immer wieder dorthin, bis kein deutscher Soldat mehr da ist.
Interessant: Sie alle behaupten, nach Afghanistan zu fliegen. In Wirklichkeit begeben sie sich wie ein Dieb in der Nacht in eine der Kasernen der Bundeswehr, die einen exterritorialen Flughafen haben. Nicht mal die Regierung in Kabul erfährt von der Reise der deutschen Repräsentanten. [….]
Der damalige deutsche Verteidigungsminister Thomas de Maizière flog am 11. Dezember zu seinem traditionellen Weihnachtsbesuch nach Mazar-i-Scharif. D. h., er flog natürlich nicht in die afghanische Stadt, sondern in das außerhalb gelegene Camp der Bundeswehr. Ursula von der Leyen ließ die Gelegenheit nicht aus, einen Tag nach ihrer Ernennung als Verteidigungsministerin einen zweiten Weihnachtsbesuch in der Kaserne zu machen, sie nahm natürlich ein Team des ZDF und ein Team der ARD und vierzig Journalisten mit.
(Rupert Neudeck, 7. Januar 2014)
Frau von der Leyen sollte sich wirklich schämen ein militärisches Desaster so zur Eigen-PR zu missbrauchen.
Allerdings dürfte ihr Schamgefühl sehr fremd sein.
40 Journalisten läßt die Verteidigungsminister in ein Pseudo-Afghanistan einfliegen, um schöne Bilder zu produzieren, statt darüber aufzuklären, daß es blutiger denn je dort zugeht, daß die Übergabe der Macht an das afghanische Militär ein totaler Reinfall ist.
[…]

Wenn von der Leyen hübsche Bilder produziert, muß das dort geschehen, wo es keine echten Afghanen gibt.

Einerseits sollten unsere Soldaten dort keinen Krieg führen, es gab ja auch keine Frontlinien. Andererseits sind alle Afghanen außerhalb des Camps verdächtig. Außer den Kindern, denen deutsche Soldaten im Beisein von TV-Teams Schokolade oder Spielzeug zusteckten. Es gab und gibt keinerlei Verbindung mit dem Leben der Afghanen außerhalb der exterritorialen Weltraumkapsel, genannt Camp Marmal. […]  85 Prozent der Soldaten [haben] nie Berührung mit einem normalen Afghanen auf der Straße. Sie sollen dadurch Eindruck machen, dass sie in mauerbetonierten Riesenarealen Achtung gebietend einfach nur außerhalb-innerhalb Afghanistans da sind. Ihre Handys haben deutsche Nummern, ihr Bier ist ein deutsches Produkt, das so pünktlich kommt, dass niemand auf die zwei Dosen am Abend verzichten muss.

Als die Nato-Staaten auf die unsinnige Idee gekommen waren, überall Wachbataillone hinter großen Mauern und Palisaden im ganzen Land zu stationieren, suchte eine Prüfkommission des Bundesverteidigungsministeriums den sichersten Ort in dem relativ unsicheren Afghanistan. Der Vorgang war an Lächerlichkeit nicht zu überbieten. Sie fand ihn in Kundus. Die afghanischen Mitarbeiter auf den Baustellen der Grünhelm-Projekte in der afghanischen Provinz Karoq dachten, wir Deutschen seien verrückt.

Auf die Frage, warum die deutschen Soldaten ausgerechnet nach Kundus gingen, konnten wir ihnen nur sagen: weil die Bundesregierung der Überzeugung ist, Kundus sei der sicherste Platz in Afghanistan. Unsere Afghanen kratzten sich hinter dem Ohr und meinten etwas verlegen: „Aber wenn das doch der sicherste Platz ist, dann brauchen sie doch nicht dahin zu gehen mit ihren Waffen!?“[….]

[…]

Aber es geht Frau von der Leyen auch erkennbar nie um ein politisches Sachthema. Sie benutzt alles nur als Selbstinszenierungsplattform und wird dafür vom Urnenpöbel geliebt.

Daß diese Politik vollkommen sinnlos ist, interessiert niemanden.

Der Politikwissenschaftler Philipp Münch hat kürzlich für das Afghanistan Analysts Network untersucht, welche Art von Krieg die Bundeswehr in Badachschan geführt hat. Sein Ergebnis: Den Deutschen mangelte es in drastischer Weise an Informationen, sie verfolgten keine konsistente Strategie und versuchten im Gegensatz zu anderen Nationen nicht, die bestehenden Machtverhältnisse in ihrer Region zu verändern.
Solange die Soldaten da waren, konnten sie Gewalt unterdrücken. Eine wirksame Regierung und schlagkräftige Sicherheitskräfte haben die Deutschen nicht hinterlassen.

Aber die CDU liegt in der politischen Stimmung mit ihrer grandiosen Mannschaft wieder bei 48%!
Absolute Mehrheit wie in Bayern.

http://tammox2.blogspot.it/2014/01/pseudo-politik.html


Gruß Hubert