Archiv für September 2017

Südtiroler Gesundheitswesen – au weia…   1 comment

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Bursitis des Trochanter 

Bursitis ist Schleimbeutel und Trochanter ist der größte Knochen seitlich an der Hüfte.

Ich bin maßlos und bitter enttäuscht vom öffentlichen Gesundheitswesen in Südtirol, das unter der Landesrätin Martha Stocker und dem bundesdeutschen Dr. Thomas Schael massiv verschlechtert wurde, und anderem mit Schließung von gut funktionieren Abteilungen (z.B. Geburtenabteilungen in Innichen und Sterzing).

Mein Hausarzt ist sehr vorsichtig, damit er ja nicht zu viele Kosten verursacht, wenn er mich zu einem Facharzt oder einer Therapie weiterschicken würde. Er befürchtet Rüffel vom Sanitätsbetrieb. Da kann man nicht mehr sagen, dass das Wohl des Patienten an erster Stelle steht. Es kann nicht sein, dass ein Patient wochenweise starke Schmerzen erleiden muss (jeder Arzt müsste wissen was die Diagnose bedeutet), bevor sich endlich im Sanitätsbetrieb eine Lücke auftut. Soll ich mich inzwischen mit Schmerzmitteln vollpumpen lassen? Nein, da bin ich nicht der richtige, der so leichtsinnig mit seiner Gesundheit umgeht.

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Aus dem Sanitätsbetrieb:

„Unsere Prinzipien:

Das stimmt wohl nicht, wie ich erfahren muss. An erster Stelle und im Mittelpunkt steht die Kostenvermeidung. Da werden auch schon mal Leute viel zu früh vom Krankenhaus nach Hause geschickt. Und der Chefredakteur der Tageszeitung „Dolomiten“ assistierte in einer PR-Aktion des Sanitätsbetriebes, der weiß, dass er ein schlechtes Image hat, unter anderem wegen der monatelangen Wartezeiten, in dem er sagte: wir haben das beste Sanitätswesen von Europa. Das kann er wohl nur sagen, weil er  wahrscheinlich nie den öffentlichen Gesundheitsdienst in Anspruch nimmt und sich PRIVAT behandeln lässt. Gut ich habe mich jetzt auch privat beim Traumacenter Kronplatz untersuchen lassen und ich bekam eine Spritze (Infiltration) die 2 Tage ein wunderbares Ergebnis hatte. Aber nach den 2 Tagen war es wieder dasselbe Lied.

 

Bursitis des Trochanter

Eine Bursitis des Trochanter (an dem ich schon seit 14 Tagen leide), ist einer übermäßigen Bewegung der Glutaeus medius-Sehne und dem Tensor fasciae über den äußeren Teil des Oberschenkelknochens geschuldet. Wiederholte Beugung der Hüfte und direkter Druck verschlimmern die Erkrankung. Unbehandelt verdickt sich die papierdünne Schleimbeutelwand in der Regel, wird steifer (fibrosiert) und verliert nach und nach ihre Fähigkeit, die äußeren Teile der Hüfte zu schmieren, um die reibungsfreie Bewegung sicherzustellen.

Aber es darf alles (fast) nichts kosten, jeder Euro für den Patienten wird 10 mal hin und her gedreht. Es ist ja nicht zu verantworten, dass die Schleimbeutelwand bei Nichtbehandlung steifer wird und ihre Gleitschmierfunktion verliert. Der Patient steht NICHT im Mittelpunkt wie das Südtiroler Gesundheitswesen behauptet und uns Patienten weis machen will.

„Unbehandelt verdickt sich die papierdünne Schleimbeutelwand in der Regel, wird steifer (fibrosiert) und verliert nach und nach ihre Fähigkeit, die äußeren Teile der Hüfte zu schmieren, um die reibungsfreie Bewegung sicherzustellen.

Der Termin für eine Stoßwellenbehandlung wurde mir in 13 Tagen gegeben – und das soll noch ein Gefallen, besonders schnell sein. Was ist das für ein Gesundheitswesen? Ich wünsche mir nicht oft reich zu sein, aber wenn es um die Gesundheit geht, vermisse ich das schmerzlich, um der Bankrotterklärung des öffentlichen Gesundheitswesen entgehen zu können. Für was einem Beiträge für das Gesundheitswesen abgezogen werden ist für mich so nicht nachvollziehbar. Landesrat Theiner, der noch vor der eisernen Sparefroh-Frau Stocker im Amt war, hatte noch großspurig das Südtiroler Gesundheitswesen als vorbildhaft hingestellt, als Bestes in Europa, und hatte sich damit gebrüstet. Es war von ihm aus wohl das „beschtigste“ (für Nicht-Südtiroler: das beste vom besten). Das war es aber schon damals nicht!

Der bundesdeutsche Generaldirektor Dr. Thomas Schael ist in eiskalter und brutaler Sanierer, der hatte schon mal für 70-jährige und darüber billigere Hüften propagiert. Hat die Stocker keinen anderen gefunden oder war ihr eben gerade der kälteste Sanierer recht? Vieles spricht dafür. Ich hoffe sie bekommt bei den Landtagswahlen nächstes Jahr die Quittung dafür.

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Oder muss ich warten bis ich in diesem Zustand bin??

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Gruß Hubert

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„Unverschämt, was Sie erzählen“: Merkel spricht im ZDF über die Rente – bis eine Zuschauerin die Beherrschung verliert   Leave a comment

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Ich wundere mich schon lange, wie viele Leute sich in Deutschland mit einer so niederen Rente zufrieden geben (Putzfrau bekommt 650 Euro mit 40 Dienstjahren). Da hat die Reinigungsfrau recht, wenn sie sagt, dass es unverständlich, ja unverschämt ist, so wenig Rente für so viele Jahre zu bekommen. Es ließe sich schnell ändern, wenn Deutschland nur wollte. Armes Deutschland!

aus Huffingtonpost.de

  • In der ZDF-Sendung „Klartext“ hat Angela Merkel versucht zu erklären, wie sie mit Altersarmut umgehen will

  • Eine Zuschauerin war damit nicht zufrieden – und rief dazwischen

  • Die Szene seht ihr oben im Video

In der ZDF-Sendung „Klartext“ hat die Frage nach der Rente für eine hitzige Debatte gesorgt. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) musste sich sogar anhören, „unverschämt“ zu sein.

Zunächst fragte Petra Vogel aus Bochum, was die Bundesregierung gegen Altersarmut unternehmen wolle. Vogel arbeitet als Reinigungskraft in einem Krankenhaus und engagiert sich in einer Gewerkschaft und in der Linken. Sie werde im Alter nur eine Rente von etwas mehr als 650 Euro bekommen, sagte sie.

Warum gebe es in Deutschland nicht ein Modell wie in Österreich, fragte Vogel die Kanzlerin, wo alle B im Alter habe.

„Das ist eine Unverschämtheit“

Merkel zeigte zwar Verständnis für die Situation von Vogel, eine Lösung dafür hatte sie nicht. ürger in den Rententopf einzahlten – und am Ende jeder mindestens 1000 Euro“Ich glaube, dass das österreichische Rentensystem an dieser Stelle wirklich besser ist“, gab Merkel zu. Und fragte: „Machen Sie noch eine Zusatzversicherung?“

Vogel sagte, sie würde nie einen Riester-Vertrag zur Aufstockung ihrer Rente abschließen. „Da ist nur Riester von reich geworden“, sagte sie.

„Da bin ich anderer Meinung“, gab Merkel zurück. An dieser Stelle rief eine Zuschauerin im Publikum allerdings dazwischen. Zunächst war nicht zu verstehen, was die Frau sagte. Dann brachte ihr ein Assistent im Studio ein Mikrofon.

Und die Frau, die hinter Vogel saß, legte richtig los. „Das ist ein Witz, was Sie erzählen. Ich finde das unverschämt“, sagte die Zuschauerin zu Merkel. Die Bundeskanzlerin wolle die Frau mit einer solchen Antwort abspeisen. Die Altersarmut gebe es ja nach wie vor.

„Armes Deutschland“

2015 waren über 20 Prozent der Menschen im Alter von 55 Jahren und älter in Deutschland von Altersarmut bedroht. Das heißt, sie hatten weniger als 60 Prozent des Durchschnitts in der Bundesrepublik.

Auch Vogel war sauer über die Antwort der Bundeskanzlerin. „Frau Merkel, das ist nicht die Beantwortung meiner Frage. Ich habe Sie gefragt, warum es in Deutschland nicht möglich ist, ein Rentensystem einzuführen, wo die Menschen wenigstens eine Grundrente von 1000 Euro bekommen können. Wo die Menschen nach vierzig Jahren nicht am Bahnhof stehen und Dosen sammeln müssen“, sagte sie.

Letztlich kamen die beiden aneinander nicht näher. Merkel verteidigte die Grundsicherung, die Reinigungskraft war nicht zufrieden.

„Es ist ein Unding, dass die Rentner in einem der reichsten Länder der Welt so behandelt werden“, klagt Frau Vogel. „Armes Deutschland!“

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„Unverschämt, was Sie erzählen“: Merkel spricht im ZDF über die Rente – bis eine Zuschauerin die Beherrschung verliert

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https://www.4shared.com/video/F0kGZV3Kei/Klartext_Eine_Putzfrau_bringt_.html
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und das zu recht, und wiiiiieee!!!

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Gruß Hubert

 

Veröffentlicht 29. September 2017 von hubwen in Politik, Uncategorized, Wirtschaft

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AfD-Kandidat mit Hitlergruß?   Leave a comment

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Marc Jongen stammt aus Lana, das ist in der Nähe von Meran. Im Sender Bozen hat man ihm breiten Raum gegeben, regelrecht hofiert. Hat man da kein Internet, dass man keine Recherchen zu ihm anstellen konnte? Aber Südtirol ist eben auch sehr rechtsdrallig. Darum gibt es auch keine linke Partei hier.

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Marc Jongen – Foto: Tageszeitung.it

http://www.tageszeitung.it/2016/02/09/ansturm-auf-europa/ )

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Hier einiges zum „großen Südtiroler Sohn“ Marc Jongen. 😉 (muss ich wohl setzen, sonst meint noch jemand ich meine das ernst).

Parteitag mit Nachspiel
AfD-Kandidat mit Hitlergruß?
Der Karlsruher AfD-Bundestagskandidat Marc Jongen soll auf dem Weg zum AfD-Parteitag in Karlsruhe den Hitlergruß gezeigt haben. Er hat den Vorwurf inzwischen als völlig absurd zurückgewiesen.

Die Staatsanwaltschaft Karlsruhe ermittelt inzwischen gegen Jongen, der Eingang einer Strafanzeige wurde mittlerweile bestätigt. Marc Jongen, AfD-Bundestagskandidat und Sprecher des AfD Landesvorstands in Baden-Württemberg hat gegenüber dem SWR eingeräumt, dass er – nach Provokationen durch Parteimitglieder der Linken – tatsächlich seinen linken Arm in Richtung der Demonstranten erhoben und „Vorwärts SED“ gerufen habe. Dies sei aber kein Hitlergruß gewesen, sondern nur eine Antwort auf die Provokationen gegen seine Person.
Ein Sprecher der Partei „Die Linke“ sagte, dass mehrere Parteimitglieder die Geste von Marc Jongen gesehen und als Hitlergruß erkannt haben wollen. Für einen weiteren Zwischenfall sorgte ein noch unbekannter Teilnehmer im Vorfeld des Parteitages der AfD in der Badnerlandhalle im Karlsruher Stadtteil Neureut. Mit den Worten „Ihr kommt alle ins KZ“ lief er an den Demonstranten vorbei und betrat den Veranstaltungsort. Auch in diesem Fall haben Mitglieder der Partei „Die Linke“ Strafanzeige gegen unbekannt bei der Polizei in Karlsruhe-Neureut erstattet.

Das hat mich inspiriert einen Leserbrief zu schreiben. Mal sehen ob er heute schon im „Tagblatt der Südtiroler“, der „Dolomiten“ veröffentlicht ist.

Analysen zur AfD

Ich bin entsetzt, wie sehr man in Südtirol und auch im Sender Bozen den Rechtsruck mit der AfD verharmlost und nur Befürwortern der AfD Raum und Zeit bietet (u.a. auch dem Südtiroler Dr. Marc Jongen, Programmkoordinator der AfD Baden-Württemberg). Die AfD ist nicht nur gemäßigt rechts, konservativ, bürgerlich, sondern in großen Teilen rechtsradikal. Man muss sich nur viele rechtsradikale Aussagen von Höcke (der Geschichte unterrichtet…) mit Anleihen aus der NS-Zeit, Gauland usw. zu Gemüte führen. Der Karlsruher AfD-Bundestagskandidat Marc Jongen soll auf dem Weg zum AfD-Parteitag in Karlsruhe den Hitlergruß gezeigt haben. Die Staatsanwaltschaft ermittelt (swr.de/swraktuell). Ein großer Sohn Südtirols? Wenn man das alles nicht für so schlimm hält, hat man ein ernsthaftes Problem. Also bitte genauer hinschauen und hinhören. Oder will man, dass Südtirol ruhig rechtsradikaler werden kann? Nur ein Beispiel für eine kritische Betrachtung: der Historiker Leopold Steurer wäre ein Experte für den Nationalsozialismus und für rechtsradikales Gedankengut. Ist er unerwünscht?

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AfD-Kandidat mit Hitlergruß?

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Aus der SZ

Die AfD steht für das Wehrhafte, das Heroische, das Starke

Jongen ist eben kein Björn Höcke, er argumentiert lieber mit Platon als mit dumpfen Parolen. Aber er verteidigt Höcke (Anmerkung: das sagt mir alles und ich weiß jetzt genau wo er steht) und lobt, dass die AfD die einzige Partei sei, die Wut und Zorn in der Bevölkerung nicht nur ernst nehme, sondern anzufeuern wisse. Die „Thymos-Spannung heben“ nennt Jongen das im Gespräch mit Journalisten. Was nichts anderes heißt, als den Zorn der Bürger zu schüren. Thymos ist bei Platon, neben Logos und Eros, eine der drei Gemütsbewegungen des Menschen. Der Wutbürger habe eben eine erhöhte Thymos-Spannung.

Versucht man Jongen mit der Frage zu konfrontieren, ob er tatsächlich wolle, dass der Zorn in der Gesellschaft steigt, wird deutlich, wie vorsichtig er im Umgang mit Medien inzwischen ist. Kein Interview mehr, nur schriftliche Fragen, jede Kürzung in seinen Antworten will er vorab vorgelegt bekommen. Aber dann streitet er keineswegs ab, dass er sich einen kräftigeren Thymos wünscht. „Zorn und Protest sind für die AfD aber kein Selbstzweck, sondern haben ein ganz konkretes Ziel: die verfassungsmäßige Ordnung wiederherzustellen, sodass die Sicherheit im Land und der soziale Frieden nicht weiter gefährdet werden“, schreibt er in seiner Antwort.

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Foto: Süddeutsche Zeitung

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In dem Szenario, das Jongen hier suggeriert, ist die Verfassung in Deutschland außer Kraft und der Wutbürger die Instanz, die die Sicherheit im Land gewährleistet. Eine Ordnung wiederherzustellen, ist ein vollmundiges Versprechen in diesen unübersichtlichen Zeiten. Wohlklingend für alle, die überfordert und desorientiert sind. Jongen sagt, er wünsche sich „mehr Selbstachtung“. Wut, Ordnung und Stolz, darauf ist sein Konzept gebaut.

Vor allem aber, das betont Jongen immer wieder, müsse das Erregungsniveau gehoben werden, damit die Deutschen nicht länger „wehrlos“ seien gegenüber „robusteren Naturellen“, sagte er der FAS. Er schürt die Angst vor einer Bedrohung durch „Masseneinwanderung“, um dieser „Gefahr“ dann die AfD als Gegenwehr entgegenzusetzen. Denn die AfD steht in Jongens Darstellung für das Wehrhafte, das Heroische, das Starke.

http://www.sueddeutsche.de/politik/philosoph-marc-jongen-der-wutdenker-der-afd-1.2865813

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Gruß Hubert

Veröffentlicht 29. September 2017 von hubwen in Politik, Uncategorized

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Neoliberalismus – Kapitalismus ohne menschliches Antlitz – Teil 2   Leave a comment

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Hier der zweite Teil über den neoliberalen Kapitalismus aus der ZEIT.

 

Kapitalismus ohne menschliches Antlitz

 

Die für den Laien kaum zu entwirrende Verflechtung von Politik und Wirtschaft macht Chomsky vor allem an Lateinamerika deutlich, dem klassischen „Hinterhof“ US-amerikanischer Wirtschaftspolitik, die – egal, unter welchem Präsidenten – vor rigidesten Maßnahmen bis hin zu Mord nicht zurückscheut. Wenn es um Rohstoffe, Absatzmärkte und Binnenzölle geht, ist Washington wenig heikel: „In Kolumbien, das in den letzten Jahren zu den führenden Empfängern US-amerikanischer Militärhilfe gehörte, wurden die Menschenrechte mit Füßen getreten wie nirgendwo sonst auf der Welt. Angeblich geht es den Vereinigten Staaten um den ,Drogenkrieg‘, aber das ist ein reiner Mythos.“

Das Brisante dieses Essays liegt tatsächlich nicht so sehr im benutzten, vorgeführten und interpretierten Tatsachenmaterial; obwohl es in unserer schlecht informierten Informationsgesellschaft immer wieder frappant ist, mit allerlei Zahlen konfrontiert zu werden: dass die USA seit den sechziger Jahren der Staat sind, der am häufigsten sein Veto in der Uno eingelegt hat, wenn es um internationales Recht, Menschenrechte, Umweltschutz ging – Anfang 1997 zum 71. Mal seit 1967.

Das Brisante liegt vielmehr im Denkangebot. Es gilt ja für jeden von uns, sich versuchsweise zurechtzufinden in einer Welt, in der zwar die Begriffe Kommunikation und Information angebetet werden wie der sprichwörtliche Splitter vom Kreuze Christi – in der aber kaum eine Nachricht überprüfbar ist oder der Überprüfung standhält: ob aus dem Irak- oder dem Balkankrieg, ob über Politikerbestechungen oder präsidentiale Lüge. Die Undurchschaubarkeit unserer gesellschaftlichen Systeme jedoch produziert etwas Verhängnisvolles: Verdruss und Passivität. Da etwa die Angabe: 1971 noch bezogen sich 90 Prozent der internationalen Finanzgeschäfte auf reales Kapital und 10 Prozent auf spekulatives Kapital, 1995 bereits sind umgekehrt 95 Prozent spekulativ, und die täglich hin- und zurückfließende Kapitalmenge beträgt mehr als eine Billion Dollar: Da eine solche Angabe zwar unser Leben bestimmt, aber nicht mehr begreifbar ist – sind wir vom Beteiligten zum Zuschauer geworden. Wir sind nicht mehr Teil, sondern Ersatzteil. Das gute alte Marx-Wort Entfremdung ist aktueller denn je, und eine eigens dazu geschaffene Industrie potenziert sie. Den Umstand, dass für Marketing in Amerika jährlich eine Billiarde Dollar ausgegeben wird, ein Sechstel des US-Bruttosozialprodukts, kommentiert Noam Chomsky: „Diese Kosten sind vielfach steuerabzugsfähig, so daß die Leute für das Privileg, manipuliert zu werden, auch noch bezahlen.“

Der manipulierte Mensch. Man könnte auch sagen: der amputierte; denn Partizipation ist durch Konsumation ersetzt, also Aktivität durch Passivität. 80 Prozent der Amerikaner glauben nicht, dass die Regierung die Interessen des Volkes (vielmehr die der wenigen) vertritt, 80 Prozent halten das Wirtschaftssystem für ungerecht, 70 Prozent meinen, die Wirtschaft übe zu viel Macht über zu viele Bereiche des amerikanischen Lebens aus, und fast 100 Prozent vermissen, dass die Konzerne ihre Gewinne „auch für die Verbesserung der Lebensbedingungen ihrer Beschäftigten“ verwenden.

Wir haben es also nicht zu tun mit einem Pamphlet, sondern mit einer – fervent vorgetragenen – Warnung: Wenn das Hauptprodukt des zeitgenössischen Kapitalismus Vereinsamung und Verzagen ist, dann halten wir an einem geschichtlichen Wendepunkt – denn Demokratieverdruss ist der tödlichste Feind der Demokratie. Eigentlich sind wir alle aufgefordert zu fragen, wie wohl eine „postkapitalistische“ Gesellschaftsordnung aussehen könnte. Gewiss, im Augenblick scheint derlei „nicht denkbar“. Aber die Abschaffung der Sklaverei schien auch einmal undenkbar wie die Beendigung der Kolonialherrschaft oder die Gleichberechtigung der Frau. Das Positive an diesem so negativen Buch ist der – von Noam Chomsky so nicht formulierte – Appell: Die Aufgabe des neuen Jahrhunderts ist es, das Undenkbare zu denken.

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Neoliberalismus – Kapitalismus ohne menschliches Antlitz – Teil 2

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Hier erklärt Sahra Wagenknecht auch was Neoliberalismus ist, weil das manche nicht verstehen oder nicht verstehen wollen.

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Wütende Sahra Wagenknecht über Trump , AFD, Krieg und Neoliberalismus: Genial

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Gruß Hubert

Neoliberalismus – Kapitalismus ohne menschliches Antlitz – Teil 1   Leave a comment

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Neoliberalisten propagieren weltweit die große Ungleichmache, nicht offen, aber de facto.
Selbst schuld, wenn du im Straßengraben liegst oder obdachlos bist… schaue wo du bleibst (Leute, die wie in den USA Obamacare weghaben woll(t)en). Diese Ideologie macht Reiche noch reicher. Sie will den Staat klein machen, ihn zum Rückzug zwingen.

Das ist die Ideologie des Neoliberalismus, wie sie z.B. auch die AfD vertritt, eine absolut unsoziale Partei.
Den Neoliberlismus lehne ich aber strikt ab und bekämpfe ihn. Ich halte nichts von deren Zynismus und ellenbogenartigen Egoismus. Die Macht des Stärkeren gilt. Ohne soziale Gerechtigkeit geht bei mir GAR NICHTS, da scheiße ich auf Patriotismus und Nation bzw. Nationalisten, Heimatdusler und Traditionhochhalter (auch tote Traditionen werden von Reaktionären noch gepflegt). Neoliberale Agonisten vertreten einen inhumanen Ökonomismus, der KEINE soziale Gerechtigkeit und auch keine Solidarität kennt. Wer am besten rafft, ist der beste Neoliberalist. Eine absolute ideologische Scheiße für mich, weil es humanistischen Werten widerspricht.

Hier ein Artikel aus der ZEIT

Noam Chomsky wagt, das Undenkbare zu denken: Eine neue Ordnung der Gesellschaft

Es gibt Bücher, bei deren Lektüre denkt man anfangs: „Das weiß ich doch alles.“ Bei fortschreitender Lektüre erkennt man dann: Der Autor fügt die Steinchen, die man zu kennen meint, zu einem ganz eigenen Mosaik zusammen. So ein Buch ist Noam Chomskys Essay; sein Mosaik allerdings gerät mehr und mehr zum Horrorbild – der Tenor lautet: Kapitalismus ohne Maske.

Längst und immer wieder und auch immer vernehmlicher klagen ja Publizisten wie (wenige) Politiker die ruchlosen Raubtiermethoden unserer zügellos gewordenen kapitalistischen Welt an; zügellos heißt: steuerungslos, unkontrolliert. Noam Chomsky und der Autor des Vorworts, Robert W. McChesney, haben in dem so brillanten wie schockierenden Buch Material gesammelt und analysiert, um den Begriff des Neoliberalismus gleichsam zu enttarnen; denn es handelt sich nicht um eine neue, avancierte Form von liberal, vielmehr – bereits das eine Art Begriffsdiebstahl – um die fälschend etikettierte Rücknahme liberaler Ideen und Strukturen:

„Inzwischen läßt sich mit neoliberalen Vokabeln alles Mögliche begründen – Steuererleichterungen für Wohlhabende, Reduzierung der Maßnahmen zum Umweltschutz, Zerschlagung staatlicher Bildungs- und Wohlfahrtsprogramme. Mittlerweile ist jede Aktivität, die an die gesellschaftliche Vorherrschaft der Konzerne rührt, automatisch verdächtig, weil sie die Mechanismen des freien Marktes, der einzig vernünftigen, fairen und demokratischen Instanz für die Verteilung von Gütern und Dienstleistungen, gefährden könnte.“

Jeder von uns erlebt täglich die Mischung aus Ruppigkeit, Menschenverachtung und Rücksichtslosigkeit, die inzwischen das „normale Leben“ prägen – beim Autokauf, beim Reiseveranstalter, beim Reklamieren nachlässig zusammengeschusterter Ware, beim Lügen der Politiker und beim Mogeln der Medien. Dass dieser „Kapitalismus ohne menschliches Antlitz“ unseren Alltag vergiftet, wissen wir;

die Geschichte vom Personaldirektor, der in Gegenwart des Geschäftsführers zwölf Leute entlässt, ist nicht erfunden: Als der Letzte der Entlassenen den Raum verlassen hatte, sagte der Geschäftsführer: „Morgen ist Ihr letzter Tag.“ Fast niemand mehr, der solche Ungeheuerlichkeiten nicht wüsste, selbst erfahren hätte, aus dem Betrieb seiner Frau kennte. Nur, dass die meisten schweigen; wer will schon Meckerer und Nörgler sein.

Noam Chomsky – Sprachwissenschaftler sind ja selten schrill – geht ziemlich nüchtern vor, wenn er Fall an Fall reiht, um zu demonstrieren: Schon sehr früh, und seit Wegfall einer sozialistischen Alternative nun völlig ungehemmt, hat die von immer gigantischer gewordenen Wirtschafssimperien „in Kauf“ genommene Politik sich als willfähriger Vollstrecker bewährt: „Aus diesen Gründen hat George Kennan, der einflußreiche Chef des außenpolitischen Planungsstabes, bereits 1948 dazu geraten, daß wir ,aufhören sollten, über verschwommene und unrealistische Ziele wie Menschenrechte, Anhebung des Lebensstandards und Demokratisierung zu reden‘, sondern ,frei von idealistischen Phrasen‘ über ,Altruismus und Weltbeglückung‘ mit ,eindeutigen Machtkonzeptionen arbeiten‘ müssen.“

 

Chomskys Methode ist die des Dokumentarfilms. Er reiht Fakten an Fakten, Polemik verbietet sich da: Im selben Jahr (1989), in dem Amerikas Brasilienpolitik als Erfolgsgeschichte gefeiert wird, das „goldene Jahr“ mit einer Verdreifachung der Profite, besagt eine Studie der Weltbank, dass die ohnehin niedrigen Industrielöhne in Brasilien um 20 Prozent fielen und zwei Drittel der Bevölkerung nicht genug zu essen haben, um normale körperliche Tätigkeiten auszuüben. Während Business Week das neu-reiche Amerika feiert mit der Schlagzeile „Wohin mit dem ganzen Kleingeld?“, hat laut Statistik keine Industrienation so viele in Armut lebende Kinder wie die USA. Im mit „spektakulären Profiten“ bejubelten Jahr 1996 erlaubt sich sogar das Magazin FortuneIronie: Es gebe allerdings bei den global so erfolgreichen Unternehmen einen Bereich, bei dem sie nicht viel zulegen, nämlich auf den Lohnstreifen. „Diese Ausnahme umfaßt auch Unternehmen, die ein ,großartiges Jahr‘ mit einer ,Gewinnexplosion sondergleichen‘ hinter sich haben, während sie Arbeitsplätze wegrationalisierten und zur Beschäftigung von Teilzeitkräften ohne Sozialleistungen und Arbeitsplatzgarantie übergingen.“ Um im Vokabular der von Noam Chomsky gründlich ausgewerteten Wirtschaftspresse zu bleiben: eine niederschmetternde Bilanz. Die Verquickung von regierender Wirtschaft und deren Kommandos ausführender Regierung macht Chomsky fest an Zahlen, Fakten, Daten – ob am Beispiel der Marshallplan-Hilfe, die an den Kauf US-amerikanischer Landwirtschaftserzeugnisse gebunden war, über strangulierende Gesetze und Maßnahmen gegen Brasilien, Mexiko, Kenia bis zur so inhumanen wie sinnlosen Boykottpolitik gegen Kuba: Karl Marx redivivus.

Dies nämlich, Summe der vielen Details, ist eine verblüffende Erkenntnis, zu der Noam Chomsky und mit ihm der Leser kommt: Die weiland so getaufte und raschestens als kommunistisch verunglimpfte These des „Stamokap“ ist keineswegs abwegig. Wie ja ohnehin marxistische Wirtschaftsanalysen nicht deswegen obsolet sind, weil Stalin Gulags baute. Staats-Monopol-Kapitalismus – fraglos ist das zu entscheidenden Teilen die politökonomische Struktur unserer Gesellschaft. Selbst der in ökonomischen Theorien nicht bewanderte Laie fragt sich ja, wieso eigentlich in die Pleite gemanagte Unternehmen – und das sind nicht nur Bauunternehmen – nach Staat und staatlicher Hilfe rufen, oft auch noch mit Erfolg; wieso bei einem Treffen sämtlicher deutscher Botschafter die Herren vom Außenminister als Wirtschaftsemissäre verpflichtet werden; wieso die Flugzeuge von Präsidenten und Kanzlern voll gestopft sind mit Industriebossen. Geht’s gut, bleibt man unter sich. Geht’s schwer oder gar schlecht, muss die Politik helfen, ob bei einer U-Bahn in China oder bei Ölkonzessionen in Afrika. Die Hilfe ist öffentlich, der Profit ist privat.

Noam Chomsky erzählt nicht nur die Geschichte vom Lockheed-Konzern, der nur dadurch vor dem Zusammenbruch gerettet wurde, dass die US-Regierung die Garantie für zwei Milliarden Dollar an Lohn- und Gehaltszahlungen übernahm; sondern er kann auch anhand der von ihm benutzten Fachliteratur generell folgern, „daß, nahezu alle Großfirmen weltweit ihre Strategie und ihren Wettbewerbsvorteil dem entscheidenden Einfluß regierungspolitischer Maßnahmen und/oder Handelsbarrieren verdanken‘, während zumindest 20 von ihnen, die 1993 laut Fortune zu den 100 größten Unternehmen gehörten, ,als unabhängige Unternehmen gar nicht überlebt hätten, wenn sie nicht von ihren jeweiligen Regierungen gerettet worden wären‘. Das geschah durch die Sozialisierung der Verluste oder – bei ernsthaften Schwierigkeiten – durch direkte staatliche Übernahme.“

Von Fritz J. Raddatz

Neoliberalismus – Kapitalismus ohne menschliches Antlitz – Teil 1

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Fortsetzung folgt.
 

Varoufakis und Chomsky über Neoliberalismus

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Gruß Hubert

 

Die Ausbeutung hat noch lange nicht aufgehört   Leave a comment

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Wieder mal die Internationale, damit man nicht vergisst wie brutal noch vor ca. 100 Jahren Arbeiter von der Bourgeoisie unterdrückt und ausgebeutet wurden und mit der Militärmacht niedergemacht wurden. Es gab viele Tote. Na gut, ausgebeutet werden Arbeiter heute auch wieder, man denke nur die vielen atypischen Arbeitsverhältnisse mit Hungerlöhnen und die Hungerrenten, die speziell Frauen betreffen. Ein Schandfleckt für Deutschland – und dann heißt es Deutschland geht es gut… aber wen denn, den Superreichen, die zudem lächerliche Steuern zahlen, für die es keine Vermögenssteuer gibt und wenn überhaupt eine minimale Erbschaftssteuer.
Der Kampf gegen Rechts hat noch lange nicht aufgehört. Wenn ich an Polen denke, mit ihrer rechtsnationalen Regierung oder auch an die USA mit diesem narzisstischen „Deal-Präsidenten“, dann kommt mir der Magen hoch. Also ganz schnell vergessen und verdrängen diese Primitivlinge mit ihrem Patriotismus und antiquiertem Vaterlandsgehabe.

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Die Internationale

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Gruß Hubert

Veröffentlicht 25. September 2017 von hubwen in Politik

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Russian Rammstein – Du Riechst So Gut   Leave a comment

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Wieder etwas, das etwas aus dem Rahmen fällt.

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Russian Rammstein – Du Riechst So Gut

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Mutter, Rammstein. Розыгрыш доверчивой публики

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(geht nicht einzubetten)

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Gruß Hubert