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Alle zwei Tage ein neuer Milliardär   Leave a comment

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Den Beitrag muss ich nicht kommentieren, da die Faktenlage ja eindeutig ist. Wenn eine Näherin ein ganzes Leben arbeiten müsste umd das zu verdienen wie irgend so ein Chef in vier Tagen. Wer da noch lange hin und her diskutieren will was Gerechtigkeit ist, der will verwirren.  Oder er will Reiche in Schutz nehmen … als ob die darauf angewiesen wären. Wenn das nicht ungerecht wäre, dann kann man die Wörter (Un)-Gerechtigkeit aus dem Wortschatz streichen.
Von den jüngsten Vermögenszuwächsen gehen 82 Prozent an das reichste EIN Prozent!

Aus Tagesschau.de

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Vor dem Weltwirtschaftsforum in Davos hat die Organisation Oxfam einen Bericht zur sozialen Ungleichheit vorgestellt. Das Ergebnis: Der Reichtum der Reichen wächst rasant.

Die neuen Zahlen, mit denen Oxfam-Aktivist Nick Bryer hantiert, mögen bei den einen Achselzucken und bei den anderen Wut auslösen: Seinen Worten zufolge kommt alle zwei Tage irgendwo auf der Welt ein neuer Dollar-Milliardär hinzu. Inzwischen seien es mehr als 2000. Eine Näherin in Bangladesch müsse ihr ganzes Leben arbeiten, um so viel zu verdienen wie der Chef eines führenden Modekonzerns in vier Tagen. Und allein 42 Menschen besäßen zusammen so viel wie die gesamte ärmere Hälfte der Weltbevölkerung.

Die Schere zwischen Arm und Reich öffne sich, beklagt Bryer. „Wenn wir uns nur die jüngsten Vermögenszuwächse anschauen, dann gehen 82 Prozent davon – also vier von fünf Dollar – an das reichste ein Prozent“, sagt er. „Während der Wohlstand der unteren Hälfte der Menschheit, dreieinhalb Milliarden Menschen, gar nicht gewachsen ist.“

Kritik an der Datengrundlage und Interpretation

Die britische Hilfsorganisation Oxfam musste in der Vergangenheit Kritik einstecken: an der Grundlage der Daten und an deren Interpretation. Bryers Vergleiche beruhen zum einen auf der Milliardärsliste des US-Magazins „Forbes“, die teils Schätzwerte angibt. Zum anderen basieren sie auf dem „Globalen Wohlstandsreport“ der Schweizer Bank Credit Suisse, der für viele Länder nur eine schwache Datenbasis hat.

Nach der Oxfam-Methodik gilt etwa ein angehender Harvard-Jurist, der sich fürs Studium verschuldet, als arm – obwohl er später die Chance hat, viel Geld zu machen. Bryer verteidigt jedoch die Botschaft des neuen Berichts. „Es ist die zuverlässigste Schätzung, die sich ermitteln lässt“, sagt er. „Aber natürlich: Ohne einen globalen Zensus haben wir keine wirklich wissenschaftlichen Daten.

Das Muster ist aber klar: Wohlstand häuft sich bei denen an der Spitze an, während die meisten Menschen auf der Welt zurückgelassen werden.“

Erfolge der Globalisierung anerkannt

Oxfam verteufelt indes nicht die Globalisierung, sondern erkennt an, dass sich auch dank ihr der Anteil jener Menschen, die in extremer Armut leben, in den vergangenen 20 Jahren halbiert hat. Und es gibt Bryer Hoffnung, dass Regierungschefs und Konzernlenker aufgewacht sind, aufgeschreckt durch die Erfolge der Populisten. Sie registrieren die Ungleichheiten innerhalb eines Landes und auf der Welt nun immerhin als Problem.

Aber auch zuletzt seien etwa Löhne und Gehälter geringer gestiegen als die Produktivität. Den wohlfeilen Worten, die auch beim Weltwirtschaftsforum in Davos wieder zu hören sein werden, müssten jetzt Taten folgen, fordert Bryer. „Regierungen sollten gesetzliche Mindestlöhne einführen und kontrollieren. Sie sollten die Arbeitnehmerrechte stärken, vor allem für Frauen“, erklärt er. „Sie sollten exzessive Managergehälter und Ausschüttungen an Aktionäre begrenzen. Und sie sollten die Steuervermeidung in großem Stil von Konzernen und Superreichen bekämpfen.“

Kritik an US-Steuersenkungen

Die auch von der ARD veröffentlichten „Paradise Papers“ haben gezeigt, mit welchen Tricks Firmen und vermögende Prominente ihre Einnahmen in Steuerparadiese verschieben. Die Steuersenkungen von US-Präsident Donald Trump für Unternehmen kritisiert Bryer – auch wenn er es einen „Schritt in die richtige Richtung“ nennt, dass Apple nun seine Milliardenreserven aus dem Ausland in die USA transferiert und dort versteuert.

Als vorbildlichen Steuerzahler aber solle man den Tech-Giganten deshalb nicht gleich feiern, meint der Oxfam-Vertreter. Dass die EU kürzlich eine Schwarze Liste mit Steueroasen veröffentlicht hat, findet Bryer gut – sie hätte aber aus seiner Sicht etwa auch Irland und Luxemburg sowie die City of London enthalten sollen.

Von Stephanie Pieper, ARD-Studio London

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Alle zwei Tage ein neuer Milliardär

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Gruß Hubert

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Veröffentlicht 22. Januar 2018 von hubwen in Politik, Uncategorized, Wirtschaft

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Schweizer Grundschullehrer dürfen aufklären   Leave a comment

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Der Europäische Menschenrechtsgerichtshof hat entschieden, dass Grundschullehrer aufklären dürfen. Eine Mutter aus Basel hatte dagegen geklagt. Ich verstehe nicht, wie sehr sich manche super-religiöse Eltern gegen Sexualkunde wehren, indem sowieso nur mögliche Fragen ihrer Schüler beantwortet werden dürfen, es aber keinen „systematischen“ Sexualkundeunterricht geben kann.
Solche Eltern würden am liebsten Privatunterricht geben. So wie vor ein paar Tagen diese zwei Eheleute mit ihren 13 unterernährten Kindern in den USA, die für minderjährig gehalten wurden, obwohl die älteste Tochter schon 29 ist. Da wurde auch später berichtet, dass die Eheleute sehr religiös sind. Diese Assoziation hatte ich auch schon bei der ersten Meldung, denn sooo spinnen kann man nur wenn man religiös ist. Die Religionsfreiheit wird allzu oft missbräuchlich ins Feld geführt.

Aus Tagesschau.de

Sexuelle Aufklärung in der Grundschule? Eine Schweizer Mutter hielt das für viel zu früh und klagte. Doch der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hält die Sexualkunde für gerechtfertigt.

Sexuelle Aufklärung ist in der Schweiz bereits Thema in Grundschulen. Doch sind die Kinder dafür nicht noch zu jung? Nein, entschied nun der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) – zumindest nicht für die Form der Sexualkunde, wie sie in den Schweizer Grundschulklassen angeboten wird.

Privatsphäre oder Religionsfreiheit verletzt?

Grundlage für den Fall war eine Klage einer Schweizerin aus Basel, deren damals sieben Jahre alte Tochter 2011 in die zweite Klasse gekommen war. Von dem in dieser Stufe vorgesehenen Sexualkundeunterricht wollte die Mutter ihr Kind befreien lassen. Sie sah das Recht ihrer Tochter auf Achtung des Privat- und Familienlebens verletzt. Zudem führte die Mutter auch an, in einigen Fällen könne die Religionsfreiheit der Kinder eingeschränkt werden.

Beide Punkte wiesen die Straßburger Richter zurück. Ein Grund liegt in der Art und Weise der Aufklärung für die Grundschulkinder. Deren Lehrer sind angewiesen, mögliche Fragen ihrer Schüler zu beantworten, aber keinen „systematischen“ Sexualkundeunterricht zu erteilen, hieß es in der Urteilsbegründung. Dadurch bleibe den Eltern nach wie vor das Recht, ihre Kinder selbst aufzuklären. Und die Kinder könnten vor möglichem sexuellen Missbrauch geschützt werden.

Auch die Religionsfreiheit der Schulkinder sah der EGMR nicht verletzt. Denn die Religionsfreiheit schütze die Kinder nicht davor, in der Schule mit anderen Ideen oder Anschauungen in Kontakt zu kommen, sondern nur vor einer vehementen Indoktrination mit anderen Auffassungen.

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Schweizer Grundschullehrer dürfen aufklären

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Gruß Hubert

 

Veröffentlicht 18. Januar 2018 von hubwen in Kultur, Politik, Religionskritik, Uncategorized

Lanz – wirklich nicht stolz auf so einen Landsmann   Leave a comment

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Markus Lanz unterbricht seinen Gast Edmund Stoiber 43 Mal

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Wenn ich etwas nicht ausstehen kann, dann ist es das ständige Unterbrechen von Moderatoren, wenn sie jemand etwas fragen. Man oder ich möchte ja wissen was der Befragte antwortet und zwar bis er sein Argument zu Ende beantwortet hat und nicht wenn da so ein wenig gebildeter Moderator ständig dazwischen fährt. Egal wer das ist, die CSU-Politiker gehören ja nicht zu meinen Favoriten.

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In der Sendung von Markus Lanz am Dienstagabend scheint der Moderator schwerer am Jamaika-Aus zu knabbern als der Grünen-Politiker Cem Özdemir selbst. CSU-Urgestein Edmund Stoiber wird vom Gastgeber hingegen nach fast jedem zweiten Satz unterbrochen.

[…]
Neben Özdemir waren in der Sendung außerdem zu Gast: der ehemalige bayerische Ministerpräsident Edmund Stoiber, der Schauspieler und Umweltaktivist Hannes Jaenicke, der Entwicklungspsychologe Moritz Daum sowie die dreifache Mutter Nicola Gross, deren sechsjähriger Sohn in der Doku-Reihe „Die wunderbare Welt der Kinder“ mitspielt.

Noch bevor Edmund Stoiber zu Wort kommt, widmet sich Markus Lanz dem Grünen Özdemir. Der Moderator will wissen, ob Özdemir wehmütig ist, dass er jetzt nicht auf Staatsbesuch zu Erdogan fahren darf. Darauf erwidert der Politiker: „Ich finde es ja irgendwie klasse, dass wenn Markus Lanz und ich uns treffen, das erste Thema gleich immer der Außenminister ist.“ Sauer auf Christian Lindner, der die Jamaika-Verhandlungen abgebrochen hatte, sei Özdemir aber nicht. Denn sich über Dinge ärgern, die man nicht ändern kann, das führe nur zu Magengeschwüren.

Nach wenigen Minuten leitet Lanz schließlich zum Gespräch mit Edmund Stoiber weiter – doch eine richtige Unterhaltung sollte während der ganzen Sendung nicht entstehen. Denn schon nach 15 Sekunden unterbricht Lanz seinen Gast zum ersten Mal. Und auch als der 76-Jährige auf die Frage antworten will, ob er denn ein Jamaika-Bündnis oder eine Große Koalition bevorzugen würde, hakt Lanz mittendrin nach: „Wer ist eigentlich ihr Lieblings-Grüner?“ Stoiber überlegt kurz und deutet dann auf seinen Sitznachbarn: „In der Zwischenzeit Cem Özdemir.“ Als Stoiber etwas zu seinem Kollegen sagen will, fällt im Lanz erneut ins Wort: „Wo steht Jürgen Trittin in ihrem Ranking?“ Stoiber diplomatisch: „Das ist auch ein interessanter Mann.“ Gelächter im Publikum.

Im Verlauf der Sendung unterbricht Markus Lanz den ehemaligen Kanzlerkandidaten noch weitere 41 Mal. Ein richtiges Gespräch will nicht zustande kommen. Im Netz kritisierten daraufhin viele Zuschauer den Moderationsstil von Markus Lanz:

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@Klaus-Peter Schröck – Twitter
Ich bin weit weg von Stoiber, aber das dauernde Unterbrechen Stoibers ist einfach daneben, Herr Lanz. Kinderstube in Südtirol war wohl geschlossen!

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Lanz – wirklich nicht stolz auf so einen Landsmann

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Gruß Hubert

 

Veröffentlicht 17. Januar 2018 von hubwen in Politik, Uncategorized

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„Überlegenheit der weißen Rasse“   Leave a comment

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Die „White Supremacy“-Anhänger gehen davon aus, dass die weiße Rasse anderen Rassen überlegen seien. Vor allem die Schwarzen sehen sie als Rasse mit einem deutlich geringeren IQ und noch mit sonstigen negativen Defiziten versehen. Davon abgeleitet wird ein Herrschaftsanspruch. Sie hätten sich gefälligst den Weißen unterzuordnen und sollten sich mit weniger Rechten zufrieden geben. Am liebsten würden sie sie in ein Reservat stecken – so wie sie es mit den Indianern taten. Am gewinnbringendsten wäre es natürlich, wenn die Weißen die Schwarzen wieder als Sklaven benützen könnten. Aber das lässt sich doch heute nicht mehr durchsetzen. Alles wegen dieser blöden Politcal correctness 😉 .

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„Überlegenheit der weißen Rasse“ (white Supremacy)

Gerade machen in Amerika Demonstrationen von sich reden, bei denen Leute für eine „White Supremacy“ im Sinne einer Überlegenheit der weißen Rasse eintreten, Naziflaggen mit sich herumtragen und den Nazigruß verwenden.

In Amerika hat diese Auseinandersetzung eine durch die frühere weite Verbreitung der Sklaverei eine tiefe geschichtliche Bedeutung.

Dazu auch aus der (bei politischen Themen dieser Art sicherlich mit Vorsicht zu genießenden) Wikipedia:

Noch im selben Jahr, in dem die Sklaverei endgültig abgeschafft wurde (1865), entstand auch der Ku-Klux-Klan, der eine Gleichstellung der nunmehr freien Afroamerikaner mit den Mitteln des Terrors zu verhindern suchte und sich für eine Rassentrennung einsetzte.[11]

Enge Beziehungen zur White-Supremacy-Ideologie bestehen auch in manchen kleinen amerikanischen Glaubensgemeinschaften, besonders in der Christian-Identity-Bewegung, die die angelsächsische bzw. nordische „Rasse“ als „Gottes auserwähltes Volk“ betrachtet und deren Mitglieder seit 1984 mehrfach durch rassistische und antisemitische Gewaltakte in Erscheinung getreten sind.[12] Das 1973 gegründete Creativity Movement fordert eine „weiße Religion“ und die Ausweisung aller Andersfarbigen aus den USA.[13] Obwohl die Ásatrúar („Odinisten“) die White-Supremacy-Ideologie mehrheitlich verwerfen, bekennt sich ein kleiner Teil der White Supremacists auch zu dieser neuheidnischen Religion.[14]

Eine der ältesten White-Supremacy-Organisationen in den Vereinigten Staaten ist der Pioneer Fund, der am 11. März 1937 von Wickcliffe Preston Draper gegründet wurde. Draper war der Auffassung, dass Schwarze anderen „Rassen“ genetisch unterlegen seien, und forderte, dass Afro-Amerikaner nach Afrika ausgesiedelt werden.[15] Der erste Präsident des Pioneer Fund war Harry Laughlin, Autor des Buches Eugenical Sterilization in the United States (dt. „Eugenische Sterilisation in den Vereinigten Staaten“). Laughlin sowie der zweite Präsident der Organisation, Frederick Osborn, waren in die Eugenikprogramme der Nationalsozialisten in den späten 1930er Jahren verstrickt.[15] Von 1958 bis 2002 war Drapers Anwalt, Harry F. Weyer, Präsident des Pioneer Fund, 2002 übernahm John Philippe Rushton diese Position. Eine wichtige Aufgabe des Pioneer Fund besteht in der Finanzierung von Forschung, die weiße Vorherrschaft stützen soll. Beispielsweise investierte der Pioneer Fund 3,5 Mio. $ in die Forschung von Charles Murray und Richard Herrnstein, die in ihrem Buch The Bell Curve die Behauptung aufstellten, dass Schwarze im Vergleich zu Weißen über eine minderwertige Intelligenz verfügten. William Bradford Shockley, der der Ansicht war, dass Schwarze genetisch bedingt weniger intelligent seien als Weiße, erhielt finanzielle Mittel in Höhe von mindestens 170.000 $ für seine Forschung. Darüber hinaus wurde auch Rushton selbst finanziell bei seiner Forschung über die intellektuellen Fähigkeiten verschiedener „Rassen“ unterstützt.[15] Der Pioneer Fund war nach Angaben des Southern Poverty Law Center 2013 noch aktiv.[16]

Der Gründer der American Nazi Party, George Lincoln Rockwell, schuf in den 1960er Jahren in Anlehnung an den schwarzen Kampfbegriff Black Power das SchlagwortWhite Power“, das in der amerikanischen Neonazi– und SkinheadSzene bis heute verbreitet ist.

Bereits vor seiner Wahl zum US-Präsidenten versuchten offenbar mehrere Rassisten, Barack Obama umzubringen.[17] Aus diesem Grund waren die Sicherheitsvorkehrungen für den damaligen Junior Senator aus Illinois so hoch wie bei keinem anderen Kandidaten bisher.

Quelle: allesevolution.wordpress.com

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Aus Wikipedia

Als White Supremacy [waɪt səˈprɛməsi] (englisch für „weiße Vorherrschaft“, „Überlegenheit der Weißen“, dt. auch Suprematismus, die Anhänger Suprematisten) werden im englischsprachigen Raum rassistische Ideologien bezeichnet, welche auf der Annahme beruhen, dass „Europide“ anderen menschlichen „Rassenprinzipiell überlegen seien und dass diese Überlegenheit faktisch verteidigt werden müsse. Der Ausdruck dient als Sammelbezeichnung für eine Vielzahl rassistischer ideologischer Systeme, darunter auch die Nationalsozialistische Rassenlehre und die Rassenideologie im südafrikanischen Apartheids-Regime. Darüber hinaus schließt der Begriff „White Supremacy“ auch solche Ideologien ein, die in englischsprachigen Ländern wie den Vereinigten Staaten verbreitet waren bzw. noch heute verbreitet sind, z. B. die Alt-Right. Viele amerikanische Historiker und Politologen bevorzugen den Ausdruck „White Supremacy“ gegenüber dem weniger präzisen Ausdruck „Rassismus“, weil er erstens explizit benennt, von welcher Personengruppe diese Ideologien ausgehen, und weil er zweitens klar herausstellt, dass es dabei um Macht und Herrschaft geht und nicht nur um etwas so Vages wie etwa Einstellungen oder Vorurteile. Das Pendant hierzu ist die Black Supremacy.

[…]

Während der Sklaverei

Die Ursprünge der White-Supremacy-Ideologie in den Vereinigten Staaten liegen in der Sklaverei der Kolonialzeit. Während die Pflanzer eine auf der Arbeitskraft afroamerikanischer Sklaven basierende Plantagenökonomie errichteten, durch die sie wohlhabend und politisch mächtig wurden, förderten sie ein rassistisches Gedankensystem, das ihre Macht auch ideologisch rechtfertigte. Wie der amerikanische Historiker Ira Berlin beschrieben hat, definierte dieses ideologische System in seiner Hochblüte nicht nur das Verhältnis zwischen Schwarzen und Weißen, sondern führte die menschlichen Beziehungen generell auf ein Herrschafts-Unterwerfungs-Verhältnis zurück, etwa auch die Beziehung zwischen Eltern und Kindern, Männern und Frauen, Arbeitgebern und Arbeitnehmern.[8]

Die Pflanzer betrachteten sich nicht nur als Herren ihrer Sklaven und Bediensteten, sondern entwickelten die Ideologie einer paternalistischen Gesellschaft, in der alle sozialen Beziehungen durch Differenz und Autorität definiert und in der sie selbst die Beweger aller Dinge waren. Ihren Anspruch auf bedingungslosen Gehorsam leiteten sie daraus ab, dass sie sich als wohlwollende Patres familias verstanden, die an ihrer erweiterten „Familie“, zu der sie auch ihre Sklaven zählten, väterlichen Anteil nahmen, ihnen monatliche „Rationen“ zuwiesen und zu Weihnachten Geschenke machten. Die Plantage erschien in dieser Konstruktion als ein kollektives Unternehmen, in dem Herr und Sklaven zum beiderseitigen Vorteil miteinander verbunden waren.

https://de.wikipedia.org/wiki/White_Supremacy

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Gruß Hubert

Wie rassistisch sind die USA?   Leave a comment

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Trump ein Mann ohne Prinzipien – wie so viele RECHTE – Trump rechne ich einem rechten Meinungsgesindel zu. Er sagt an einem Tag das und am nächsten Tag genau das Gegenteil davon. Rechte biegen sich alles zusammen wie es ihnen gerade in den Kram passt. Ich höre schon jetzt wie von Rechten gegeifert hat: das hat Trump nie gesagt oder nicht so gesagt, oder aus dem Zusammenhang gerissen. Natürlich war das dann wieder die sogenannte „Lügenpresse“ (übrigens aus dem 3. Reich entliehen). Drecklochsland ist Drecklochsland. Da gibt es null zu deuteln. Ich wüsste nicht einen Grund oder eine Eigenschaft wo ich mit Trump übereinstimmen könnte. Und natürlich tut er alles für das eigene Volk – America First. Übrigens hat der Ultrarechte Steve Bannon (der Alt Right-Bewegung, dem Faschismus zuzuordnen – siehe die ZEIT – http://www.zeit.de/politik/ausland/2016-12/alt-right-bewegung-usa-rechtsextremismus-donald-trump/seite-2 ) dieses Schlagwort erfunden. Jetzt ist er ja in Ungnade gefallen weil er bei einem Buch in dem über Trump ausgepackt wird als Einflüsterer fungierte, und sie sind zu ärgsten Feinden geworden. Beim Rassismus in den USA braucht man auch nur an die zahlreichen Übergriffe von Polizisten gegen Schwarze zu denken, wo es auch häufig Tote gibt – aber keiner von diesen Polizisten wird zur Rechenschaft gezogen.

Steve Bannon ist ein führender Kopf in der Alt-Right-Bewegung.

* Alt-Right-Bewegung

 Im Zentrum steht die rassistisch und antisemitisch begründete Annahme, dass die „Identität der weißen Bevölkerung“ von der multikulturellen Einwanderungsgesellschaft der USA sowie einer „politischen Korrektheit“ und Gesetzen zur Förderung der sozialen Gerechtigkeit bedroht sei und gegen diese verteidigt werden müsse. Anhänger der Alt-Right werden oft auch als „White Supremacists“, Rechtsextremisten und Neonazis.

https://de.wikipedia.org/wiki/Alt-Right

Aus Tagesschau.de

Das schafft nur Donald Trump: Mitte vergangener Woche soll er afrikanische Länder als „Dreckslöcher“ bezeichnet haben, aus denen möglichst keine Menschen mehr in die USA kommen sollen – dafür lieber aus Norwegen. Nur einen Tag später lobt er Martin Luther King – als wäre nichts gewesen. Dass King als Nachfahre von Sklaven aus einem der „Dreckslöcher“ in Afrika stammt, scheint nicht zu irritieren. Trump lobte King vor dem heutigen Martin-Luther-King-Tag für seinen Kampf für Bürgerrechte „unabhängig von der Hautfarbe“.

Womöglich kommt in Trumps Äußerungen sehr gut zum Ausdruck, wie gespalten das Land ist: in dem einen Staat mehr, in dem anderen weniger. Doch selbst in der weltoffensten Stadt Amerikas, in New York, steht Rassismus auf der Tagesordnung.

Martin Luther Kings Erben

Zu Kings Erben im Kampf um Bürgerrechte für Schwarze gehört L. Joy Williams, die sich im NAACP engagiert. Schon Martin Luther King gehörte zu dieser Organisation zur Förderung von Schwarzen. Williams ist die NAACP-Vorsitzende von Brooklyn, hauptberuflich ist sie Politikberaterin.

Trumps Äußerungen – und es sind nicht die ersten dieser Art – kann sie sogar etwas Gutes abgewinnen: „Einen engstirnigen Rassisten im Weißem Haus zu haben, zeigt uns, was Sache ist. Wir können klar sagen: Schaut, der Rassismus existiert immer noch. Das ist der Grund, warum wir unseren Kampf fortsetzen.“

Obwohl sie in der amerikanischen Gesellschaft weit gekommen ist, ist Diskriminierung für sie alltäglich. „Man kriegt es zu spüren. Ich sollte eine Konferenz leiten, eine Firma hatte mich dafür engagiert. Dann komme ich da rein und die fragen mich, was es zu Mittag gibt … Als wäre ich die Küchenhilfe.“

Forscher: Viel Diskriminierung im Alltag

Mit solchen Erfahrungen steht sie nicht allein. Ganz im Gegenteil: Zahlreiche Studien in den USA belegen eindrücklich wie stark Schwarze im Alltag diskriminiert werden. Das betrifft praktisch alle Lebensbereiche: ob bei Bewerbungen, der Wohnungssuche, beim Arztbesuch oder im Kontakt mit Polizei und Justiz.

So verschickten Forscher beispielsweise identische Bewerbungen, einmal unter einem „weißen“ Namen, einmal unter einem „schwarzen“. Dann untersuchten sie den Rücklauf der Arbeitgeber: Bei gleicher Qualifikation hatten Weiße eine 50 Prozent höhere Chance, zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen zu werden.

Tägliche Ungleichbehandlung

Von „digitaler Diskriminierung“ sprechen sie in den USA, wenn Onlineplattformen wie Airbnb Kunden mit „schwarzem“ Nutzerprofil schlechter behandeln als Kunden mit „weißem“. Dass weiße Taxifahrer immer wieder schwarze Kunden im wahrsten Sinne des Wortes im Regen stehen lassen und ließen, ist eine der alltäglichen Diskriminierungen. Die Taxi-Plattformen Uber oder Lyft waren mit dem Anspruch angetreten, dies zu ändern. Doch Fahrer lehnten schwarze Kunden deutlich häufiger ab als Weiße oder ließen sie im Vergleich viel länger warten.

Der Fahrradkurier Jason Woody ist Aktivist in der Bewegung „Black Lives Matter“ in New York. Er besuchte das Morehouse College, dieselbe Schule wie Martin Luther King. Er sagt: „Soviel sich seit Kings Zeit auch getan hat, es reicht mir nicht. Wir kämpfen weiter um die Herzen und Köpfe. Nur weil wir den ersten schwarzen Präsidenten hatten, ist der Rassismus nicht vorbei.“

Hier weiterlesen:

Wie rassistisch sind die USA?

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Gruß Hubert

 

Die Kluft wird immer größer   1 comment

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Mich wundert, dass von den meisten Menschen das so hingenommen wird, dass die Kluft zwischen Arm und Reich immer größer wird. Das beruht ja nicht auf einem Zufall. Alles ist so gewollt wie es ist. Die Mächtigen und Reichen richten es sich so wie es ihnen passt. Und Merkel versteht sich ja prächtig mit der „First Class“.

Aus Report Mainz

Reiche werden immer reicher, Arme immer ärmer – laut aktuellen Studien wächst die soziale Kluft in Deutschland. Das ARD-Politikmagazin REPORT MAINZ greift das Thema am 28. Juni um 21.45 Uhr im Ersten mit einer „Spezial“-Sendung auf. Wir wollen von Ihnen wissen: Was ist für Sie die größte Ungerechtigkeit in Deutschland?

Die Kluft in Deutschland zwischen Arm und Reich wird immer größer. Das geht aus einer neuen Untersuchung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) hervor. In den vergangenen zehn Jahren stieg sowohl die Zahl der Armen als auch die der Reichen an, während die Mittelschicht schrumpft. Experten kritisieren, dieser besorgniserregende Trend werde durch die Bundesregierung noch verschärft, die mit ihrem Sparpaket hohe Einkommen verschone und niedrige belaste. Dabei hätten Menschen mit niedrigeren Einkommen ohnehin immer weniger in der Tasche.

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Hier einige Kommentare dazu.

Die mit Abstand größte Ungerechtigkeit erleiden die nicht-menschlichen Tiere in der Nahrungsmittelproduktion! Männliche Schweine werden (auch bei allen Bio-Betrieben) betäubungslos kastriert, in der Massenhaltung ihre Schwänze und Zähne gekürzt, männliche Küken (auch bei allen Bio-Betrieben) für die Zucht Eier-legender Hühner zerschreddert oder vergast (teils mehrere Versuche notwendig) und in der Massenhaltung die Schnäbel abgebrannt, Rinder (außer bei Demeter) betäubungslos enthornt und unter Trennungsschreien ihrer Kälber beraubt. Vom allgegenwärtigen (oft extremen und nur mit wenigen Ausnahmen) Platzmangel weiß wohl jeder. Schließlich werden sie nach einem kurzen Leben (Wochen bis wenige Jahre) getötet, was oft nicht planmäßig verläuft und somit ebenfalls zu Qualen führt. Die Dimension der grausamen Ausbeutung unserer Mitgeschöpfe ist also mit keiner anderen Ungerechtigkeit in unserer Gesellschaft auch nur annähernd vergleichbar!

Matthias Ebner

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Die größte Ungerechtigkeit in Deutschland ist für mich, dass der soziale Stand so sehr über die Zukunft der Kinder entscheidet! Wie sollen Kinder, die in einem schwach ausgeprägtem sozialen Milieu aufwachsen, ohne fremde Hilfe jemals aus diesem System aussteigen können!? Ein weitere große Ungerechtigkeit ist der Umgang mit den Verursachern der Wirtschaftskrise. Man hat das Gefühl, dass diese weiter wie bisher schalten und walten dürfen – und sogar nun an der Erholung kräftig mit verdienen. Leid-Tragend ist der gemeine Arbeitnehmer, der durch Kurzarbeit und Steuern das Schlimmste zu einem sehr großen Teil mit aufgefangen hat. Mich wundert es, dass in Deutschland so wenige Menschen sagen „Es reicht! Jetzt werden die Verursacher mit ihrem Beitrag zur Kasse gebeten.“ Von der Politik kann man das ja bis dato nicht erwarten (halbherzige Versuche sind ja grandios gescheitert), aber von jedem einzelnen, der durch seinen Beitrag den „Super-Gau“ verhindert hat!

K. Simon

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Es ist schockierend, mit welcher Selbstverständlichkeit man HartzIV-Empfänger diskriminiert und als faule, dumme Nichtstuer hinstellt. Und das wird zunehmend von intellektuellen Menschen und zu oft und wohl auch vorallem von jenen getan, durch deren Geschäftgebahren hiesige Arbeitsplätze und Steuern ins Ausland geschafft wurden. Eine solche pauschale Anfeindung hatten wir vor 80 Jahren in Deutschland schon mal. Es macht mir Angst, daß anscheinend in manchen Kreisen die Forderung nach zwangsmäßig angeordneter Arbeit wieder zu vernehmen ist. Es sollte ein Programm geben, was die Parallelgesellschaft der Trüffel- und Champagnerkonsumenten wieder in die normale deutsche Gesellschaft integriert. Und ihnen die Augen öffnet, was der immense Unterschied und der fehlende Ausgleich in Zukunft für diese Gesellschaft bedeutet…vielleicht auch damit ihnen bewußt wird, daß die jetzt schon schwelende Aggression nicht vor ihren Zäunen haltmachen wird… Denn während bei ihnen der alte Spruch „Erst das Fressen – dann die Moral.“ schon zu einer ellenlangen Aufzählung vor dem „dann“ mutiert ist, kommt bei unsereinem zum Monatsende z.T. nichtmal das „Fressen“ unter. Wie lange werden wir unter diesen Umständen noch die Moral wahren? Und hat mal jemand ausgerechnet, wieviele ordentlich bezahlte Arbeitsstellen man durch die bisher entdeckten, hinterzogenen Steuersummen hätte schaffen können? Von den mit Hilfe von staatlichen Subventionen ins Ausland geschafften Produktionsstätten mal ganz zu schweigen… Ich bin gern bereit sowas wie einen Austausch zwischen den Welten zu organisieren – z.B. als Herausforderung oder Outdoorevent für Manager oder gelangweilte Millionärsgattinen. Explizit den Herrn, der sich in dem Beitrag seinen Pool von einem HartzIV-Empfänger reinigen lassen möchte, lade ich gern ein, um sich ein Bild von meinem Leben zu machen. Er kann mich gern beim Besuch im Jobcenter begleiten und sich ein Bild von den „vielen Möglichkeiten“ machen, die wir haben. Kann mal sehen, was es heißt mit dem Buget von 345€/Monat klarzukommen. Bei einem Gegenbesuch in seiner Welt lasse ich mir danach auch gern von ihm erklären, was ich seiner Meinung nach tun müßte, um aus meiner Situation herauszukommen. Gern können Sie ihm meine E-Mailadresse zukommen lassen – obwohl ich nicht glaube, daß es ihm um ein realistisches Bild unserer gemeinsamen,deutschen Gesellschaft geht, als vielmehr um ein Feindbild, über welches er sich mit seinen Golffreunden beim gemeinsamen Steuernhinterziehen echauffieren kann.

C. Wandke

Ein sehr guter Kommentar, dem ich mich sofort anschließe – obwohl zum Glück nicht Hartz-IV-Empfänger.

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Was der eine als gerecht empfindet, empfindet ein anderer möglicherweise als angemessen. Die größer werdende Kluft zwischen Arm und Reich als ungerecht zu bezeichnen, subjektiviert und relativiert ein System-Problem in unserer Gesellschaft: Dem Anhäufen von Geld- und Sachvermögen wird in unserer Gesellschaft zur Zeit keine Grenze gesetzt. Hohe Vermögen bieten – neben einer großen spekulativen Masse – die Möglichkeit zur Investition in neue gewinnbringende Geld- und Sachvermögen, so dass diese Vermögen weiter anwachsen – per Definition finanziert letztlich durch die Arbeit anderer. Das funktioniert auf Dauer nicht – unabhängig davon, ob es als gerecht oder als ungerecht empfunden wird, unabhängig davon, ob Kritiker als links oder als kapitalismusfeindlich diffamiert werden. Es ist ähnlich wie beim Monopoly-Spiel. Dort setzt sich schließlich ein Spieler durch und zieht von allen anderen die Vermögen ab. In der realen Welt wird eine kleine Schicht immer vermögender, während die Armen ärmer werden und der Mittelstand erodiert. Jenseits von Schlagwörtern, wie Kommunismus oder Sozialismus, sollten wir diese Konzentrationsmechanismen erkennen und die Spielregeln des Spiels so verändern, dass die Polarisierung nicht immer weiter voranschreitet: Das bedeutet: Begrenzung der Vermögen, die Privatpersonen anhäufen dürfen. Zinsen implizieren eine massive Umverteilung von Geldvermögen in unserer Gesellschaft – die Zinsen, die diejenigen mit hohen Geldvermögen erhalten, werden über Konsum und Kreditzinsen der Verschuldeten finanziert. Das sollte erkannt und auf eine geeignete Art unterbunden werden. Vielleicht: Festlegung von maximalen Einkommensunterschieden innerhalb von Unternehmen, so dass eine Krankenschwester nicht mehr 400 Jahre lang arbeiten muss, um ein einziges Jahresgehalt eines Vorstands einer Großbank zu erhalten.

Prof. Dr. J. Kremer

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Die Kluft wird immer größer

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Gruß Hubert

Was ist die „Konservative Revolution“?   Leave a comment

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Dieser Alexander Dobrindt ist mir schon lange unsympathisch, in seiner ganzen Art und seinem Charakter. Jetzt aber schickt er sich an bei der Neuen Rechten Ideen zu holen – wohl in der Absicht der AfD das Wasser abzugraben oder sie womöglich noch rechts zu überholen. Aber bei der CSU verwundert es nicht, wenn sie immer wieder mal „rechte Ausschläge“ macht. Ihr Idol Franz Josef Strauß sagte ja schon, dass es rechts von der CSU nur noch die Wand geben darf. Was ich ganz sicher nicht mag sind autoritäre und rückwärtsgewandte Systeme. Was sich Arbeiter blutig erkämpft haben, darf nicht durch Rechte, Wirschaftsliberale wieder Schritt für Schritt weggenommen werden. Genau das ist das Bestreben von Rechten, Wirschaftsliberalen oder auch von manchen Konservativen. Das neoliberale Gift muss neutralisiert werden.

Hier ein Beitrag aus tagesschau.de

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Eine „Konservative Revolution“ hat CSU-Politiker Dobrindt gefordert – und dafür viel Kritik geerntet. Denn der Begriff hat eine lange Geschichte und wurde vor allem geprägt durch einen Publizisten, der nach dem Krieg die deutsche Rechte vom Nationalsozialismus reinwaschen wollte.

„Auf die linke Revolution der Eliten folgt eine konservative Revolution der Bürger“, schrieb der Chef der CSU-Landesgruppe im Bundestag, Alexander Dobrindt, gerade in einem Gastbeitrag für „Die Welt“, und weiter: „Wir unterstützen diese Revolution und sind ihre Stimme in der Politik.“

Wenn Dobrindt von einer „Konservativen Revolution“ spricht, verwendet er – bewusst oder unbewusst – einen Begriff, der einen historischen Hintergrund hat. Schon in der Weimarer Zeit tauchte dieser als politischer Kampfbegriff auf. Nach dem Zweiten Weltkrieg griff der Schweizer Armin Mohler auf die „Konservative Revolution“ zurück. Mohler gilt als ein Vordenker der Neuen Rechten, der als Publizist „Zeit seines Lebens zwischen Nationalsozialismus, europäischem Faschismus und Radikalkonservatismus“ changierte, wie ihn der Historiker Volker Weiß beschreibt.

Mohler verfasste 1949 eine Dissertation mit dem Titel „Die Konservative Revolution in Deutschland 1918 – 1932“, die er später zu einem Handbuch erweiterte. Weiß zufolge versuchte Mohler aus verschiedensten Autoren des deutschen Radikalnationalismus eine eigenständige Denkschule zu entwickeln, die nichts mit dem Dritten Reich und den Nazis zu tun haben sollte.

Gratwanderung „zwischen Mythos und Wissenschaft“

Mohler wollte so den Rechten nach dem Zweiten Weltkrieg eine Orientierungshilfe geben, wie der Historiker Helmut Kellershohn erklärt. Die Konstruktion einer intellektuellen, von den Nazis unbelasteten Rechten sei ihm jedoch nicht gelungen, da eine klare Trennung vom Nationalsozialismus in Fällen wie den „Völkischen“, die Mohler zu jenen Intellektuellen zählte, gar nicht möglich sei. Das Werk sei eine Gratwanderung „zwischen Mythos und Wissenschaft“, so Kellershohn.

Neue Rechte

Der Begriff Neue Rechte beschreibt eine uneinheitliche, rechtsgerichtete politische Strömung in verschiedenen Staaten. Sie ist intellektuell ausgerichtet und sucht Querverbindungen ins konservative Spektrum. Einige Gruppierungen der Neuen Rechten wollen einen völkischen Nationalismus modernisieren. Politikwissenschaftler weisen der Neuen Rechten eine Scharnierfunktion zwischen Konservatismus und Rechtsextremismus zu. Dabei würden Gegensätze zwischen demokratischem Konservatismus und antidemokratischem Rechtsextremismus relativiert und Gemeinsamkeiten überbetont.

Mohler habe „gewagte Konstruktionen, Auslassungen und Legenden“ verwendet, schreibt der Historiker Weiß. Er habe „einerseits höchst heterogene Phänomene aufseiten der Rechten“ zusammengefasst, „um sie andererseits mit dem gemeinsamen Merkmal zu versehen, nichts mit dem Nationalsozialismus zu tun zu haben“, so Weiß. „Mit der Erfindung einer ‚Konservativen Revolution‘ sollte der durch Nationalsozialismus, Shoah und Kriegsniederlage belasteten deutschen Rechten wieder zu einer positiven Tradition verholfen werden“, fasst der Historiker zusammen.

Von Legenden umrankte Biografie

Weiß verweist darauf, dass die Dissertation Mohlers eng mit dessen Biographie verbunden war und zitiert einen Brief von Mohlers Doktorvater, dem deutschen Philosophen Karl Jaspers, an seinen Studenten:

„Ihre Arbeit ist eine großangelegte Entnazifizierung dieser Autoren, die besticht und heute in Deutschland mit Begierde gelesen werden wird. Wenn ich nicht wüsste, dass Deutschland politisch nichts mehr zu sagen hat, sondern dass alles auf USA und Russland ankommt, könnte ich die Verantwortung für ihre Dissertation nicht übernehmen. Da sie aber bloß begrenzten Unfug stiften wird, nehme ich sie an.“

Der Schweizer Mohler, der 1920 in Basel zur Welt kam, hat eine schillernde, von Legenden umrankte Biografie. Zu den wichtigsten Aspekten seines Lebens zählt, dass er 1942 versuchte, sich als Freiwilliger bei der Waffen-SS zu melden. Sein Ziel, in deutscher Uniform gegen die Sowjetunion zu kämpfen, habe er aber nie erreicht, schreibt Weiß. Nach seiner Rückkehr in die Schweiz musste Mohler eine Haftstrafe absitzen.

Die Dissertation und viele bereits geknüpfte Verbindungen eröffneten Mohler eine Karriere in der Bundesrepublik, zunächst als Privatsekretär des Schriftstellers Ernst Jünger, dann als Korrespondent in Paris, von wo er unter anderem für die „Zeit“ schrieb, bis hin zu Beratertätigkeit für den CSU-Politiker Franz Josef Strauß. Er scharte junge Autoren um sich, mit denen er eine „Nationale Opposition“ aufbauen wollte.

Vordenker der Neuen Rechten

Auf seine Jahre in Paris gehen Verbindungen zur französischen Nouvelle Droite (Neue Rechte) um den Publizisten Alain de Benoist und seinen Think Tank Groupement de Recherche et des Étudiants Nationalistes (GRECE) zurück. Er brachte ihnen Jünger, Oswald Spengler, Arthur Moeller van den Bruck und Carl Schmitt nahe. Die Nouvelle Droite wiederum lieferte der Neuen Rechten in Deutschland wichtige Impulse.

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„Identitäre“-Bewegung in Europa Très chic, très hip, très rechtsradikal

http://www.tagesschau.de/inland/identitaere-101~_origin-c38e592a-0f1a-47a1-8bd6-98278b7116ac.html

 

Mohler selbst isolierte sich politisch jedoch im Laufe der Jahre und geriet sogar mit der Zeitung „Junge Freiheit“ in Konflikt, die mit dem Slogan „Jedes Abo eine konservative Revolution“ warb.

Doch den Neuen Rechten in Deutschland gilt er als Vordenker. Einer ihrer Hauptvertreter, Karlheinz Weißmann, sah sich als Schüler Mohlers und fertigte eine Biografie über ihn an, die im Verlag Antaios von Götz Kubitschek herausgegeben wurde. Weißmann würdigte Mohler nach dessen Tod 2003: Er habe stärker als jeder andere Vertreter der rechten Intelligenz prägend gewirkt.

Der Historiker Weiß zweifelt jedoch, ob Mohler eine epochale Wirkung für den Konservatismus hat. Vielmehr sei er ein zentraler Denker der äußersten Rechten gewesen, der den Hauptfeind im Liberalismus gesehen habe.

Volker Weiß: Die Autoritäre Revolte. Die Neue Rechte und der Untergang des Abendlandes

Thomas Wagner: Die Angstmacher: 1968 und die Neuen Rechten

Helmut Kellershohn: Zwischen Wissenschaft und Mythos. Einige Anmerkungen zu Armin Mohlers „Konservativer Revolution“

Von Silvia Stöber, tagesschau.de

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Was ist die „Konservative Revolution“?

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Gruß Hubert