Archiv für die Kategorie ‘Politik

Demonstration gegen Faschismus in Rom – Zivilgesellschaft gegen radikale Impfgegner   1 comment

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Ich sage dazu nur: Wehret den Anfängen. Die Erstürmung von Gewerkschaftszentralen durch Faschisten gab es schon mal in der italienischen Geschichte.

Aus fr.de

Teilnehmende der Demonstration „Nie mehr Faschismus: für Arbeit, Mitbestimmung und Demokratie“ in Rom.

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In der italienischen Landeshauptstadt Rom gingen rund 50.000 Menschen auf die Straße, um gegen rechte Gewalt radikaler Impfgegner und Neofaschisten zu demonstrieren.

Rom – Zehntausende Menschen haben unter dem Motto „Nie mehr Faschismus: für Arbeit, Mitbestimmung und Demokratie“ in der italienischen Hauptstadt demonstriert. Angemeldet beziehungsweise organisiert wurde die Demonstration von den Gewerkschaftsbünden CGIL, CISL und UIL. Rund 50.000 Menschen folgten dem Aufruf laut Angaben italienischer Medien und gingen eine Woche nach den rechtsextremistisch motivierten Ausschreitungen der Vorwoche auf die Straße.

Genau eine Woche zuvor nämlich demonstrierten ebenfalls in Rom Gegner:innen der Corona-Maßnahmen in Italien. Unter ihnen viele Rechte und Rechtsextreme, darunter Mitglieder der rechtsradikalen Partei Forza Nuova. Diese hatten am Rande der Corona-Proteste unter anderen den Hauptsitz der Gewerkschaft Confederazione Generale Italiana del Lavoro (CGIL) angegriffen.

Der Protest gegen die Corona-Regeln wird auch in Italien von Rechtsextremen angeführt

In Italien wird der Protest gegen die staatlichen Regeln zur Eindämmung der Corona-Pandemie, ähnlich wie in anderen europäischen Staaten, verstärkt von Rechtsextremen Gruppierungen unterwandert oder bereits angeführt. Besonders Forza Nuova engagiert sich lautstark unter anderem gegen den sogenannten „Grünen Pass“, also dem Nachweis über einen aktuellen Corona-Test, eine Impfung oder eine überstandene Corona-Erkrankung. Ohne dieses Dokument ist es Angestellten in Italien untersagt, ihrer Arbeit nachzugehen, imn Falle einer Zuwiderhandlung drohen hohe Geldstrafen und Suspendierungen.

Die Tagesschau schrieb nach den Ausschreitungen: „Radikale Impfgegner und Faschisten vereint“, generell fiel das Medienecho in Italien und international entrüstet über die Gewaltbereitschaft der Rechten in Rom aus. Im Zentrum der gewaltbereiten Protestierenden soll die Römerin Pamela Testa gestanden haben. Obwohl sich Testa als „freie Bürgerin“ inszeniert, die „ohne irgendwelche politische Ideologie, ohne eine Parteifahne“ gegen die Corona-Maßnahmen aufwiegelt, wird ihr eine Nähe zu rechtsextremen Gruppierungen nachgesagt. Dafür spricht, dass sie immer wieder auf Veranstaltungen der Forza Nuova auftritt.

Nach Gewalt bei Corona-Protesten: Auflösung der neofaschistischen Partei Forza Nuova gefordert

Die Partei gilt als größte neofaschistische Organisation in Italien. Über Landesgrenzen hinweg sucht die Forza Nuova etwa die Nähe zur deutschen NPD. Die demokratische Gesellschaft in Italien diskutiert inzwischen über eine Auflösung der Partei der Rechtsextremisten.

CISL-Generalsekretär Luigi Sbarra etwa forderte die Politik auf, beim Auflösen neofaschistischer und neonazistischer Organisationen „schnell voranzuschreiten“. Seine Forderung fiel auf den Jahrestag einer Razzia durch die Nazis vor 78 Jahren in Rom, in deren Folge mehr als 1.000 Menschen jüdischen Glaubens in das Vernichtungslager Auschwitz deportiert wurden. (Mirko Schmid)

Demonstration gegen Faschismus in Rom – Zivilgesellschaft gegen radikale Impfgegner

Aus tagesschau.de – Auszug.

Zehntausende bei Demo gegen Faschismus

Vor einer Woche hatten Rechtsradikale bei Ausschreitungen während einer Demo in Rom den Sitz der Gewerkschaft CGIL attackiert. Zehntausende Menschen gingen heute deshalb auf die Straße, um gegen Faschismus zu demonstrieren.

Eine Woche nach dem Angriff auf den Sitz der Gewerkschaft CGIL in Rom haben Zehntausende Menschen in der italienischen Hauptstadt gegen Faschismus demonstriert. „Nie mehr Faschismus: für Arbeit, Mitbestimmung und Demokratie“ lautete das Motto der Veranstaltung organisiert von den Gewerkschaftsbünden CGIL, CISL und UIL. Zur Kundgebung kamen Medienberichten zufolge mehr als 50.000 Menschen.

https://www.tagesschau.de/ausland/europa/italien-proteste-113.html

Tierschutz-Wahlprüfsteine für die Bundestagswahl 2021   Leave a comment

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Wem Tierschutz ein Herzensanliegen ist, der wird sicher nicht CDU und auch nicht FDP wählen.

Von Peta.de

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Bild von Peta.de

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Wahlen sind ein wichtiges Ereignis für alle Tierfreund:innen: Denn Sie bieten Ihnen die Möglichkeit, um auch den Tieren Ihre Stimme zu verleihen. Die Wahlprogramme der Parteien sind jedoch oft kurz gehalten und nicht immer eindeutig formuliert. Um Wahlberechtigten die Wahl zu erleichtern, haben wir von PETA Deutschland die wichtigsten Parteien vor den Wahlen zum Bundestag am 26. September 2021 gebeten, ihre Positionen zu acht wichtigen Tierschutzthemen zu offenbaren.

Zu Gunsten der Übersichtlichkeit sind sowohl die Fragen als auch die Positionen der Parteien in der nachfolgenden Tabelle stark verkürzt wiedergegeben. Die vollständigen Antworten der Parteien können Sie unterhalb der Tabelle als PDF-Datei herunterladen.

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Antwort der CDU

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Tierschutz-Wahlprüfsteine für die Bundestagswahl 2021

 

Wieso rechte Extremisten plötzlich die Taliban bejubeln   2 comments

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Es gibt ideologische Anknüpfungspunkte zwischen der extremen Rechten und Islamisten, zum Beispiel der Antifeminismus und die Ablehnung einer pluralistischen, heterogenen Gesellschaft.“

Aus web.de

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Die Proud Boys sind eine militante Bewegung in den USA. Bild von © imago images/ZUMA Wire/Raquel Natalicchio

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  • Angehörige der extrem rechten Szene in den USA feiern die Taliban für ihren Siegeszug.
  • Was hinter dem Applaus der ansonsten ausgesprochen ausländer- und islamfeindlichen Rechten steckt und was man dabei über diese Szene lernen kann, ordnen zwei Experten ein.

Die Berichterstattung über die Situation in Afghanistan beherrscht derzeit die Medien weltweit. Täglich berichten Zeitungen, Webseiten und Fernsehsender über den Siegeszug der Taliban. Die Aufmerksamkeit liegt dabei vor allem auf der Lage der Bevölkerung und der Frage, wie die Zukunft des Landes unter den Taliban aussehen wird.

Dabei nimmt die Diskussion darüber, welche Fehler die westlichen Länder bei ihrem Einsatz und Abzug gemacht haben, zusehends mehr Raum ein. So bezeichnete etwa Richard Engel, Chef-Korrespondent des US-Fernsehsenders NBC, den Sturz der afghanischen Regierung und die chaotische Evakuierung als „die schlimmste Kapitulation westlicher Werte zu unseren Lebzeiten“.

In einigen Kreisen der Ultrarechten in den USA gibt es unterdessen eine alternative Lesart der Situation: Sie feiern im Internet die Taliban dafür, die westlichen Mächte aus ihrer Heimat vertrieben und die Regierung gestürzt zu haben. Wie passt es zusammen, dass ausgerechnet diese Ausländer- und speziell Muslimfeindlichen Gruppierungen sich auf die Seite der Taliban stellen?

Die Rechten, die die Taliban bewundern

Dieser Widerspruch hat auch die Aufmerksamkeit verschiedener US-Medien geweckt: So bemerkt der Newsletter „Today’s WorldView“ der „Washington Post“, dass die extreme Rechte in den USA „eine merkwürdige Affinität zu den Taliban“ hat und zählt einige Beispiele auf. Besonders drastisch ist demnach etwa die Wortwahl in einem Telegram-Kanal, der mit der rechtsextremen „Proud Boys“-Organisation in Verbindung gebracht wird, deren Mitglieder am Sturm auf das US-Kapitol am 6. Januar beteiligt gewesen waren.

Ein Beitrag dort lautet: „Diese Bauern und kaum ausgebildeten Männer haben gekämpft, um ihre Nation von den [westlichen Neoliberalen] zurückzuerobern. Sie haben ihre Regierung zurückerobert, ihre Staatsreligion als Gesetz eingeführt und Andersdenkende hingerichtet. Es ist schwer, das nicht zu respektieren.“

Auch die „New York Times“ verweist in ihrem Artikel „Die Rechten, die die Taliban bewundern“ auf einen Telegram-Beitrag. Er wird dem ultrarechten Nick Fuentes zugeschrieben, der zur White-Supremacy-Bewegung gehört und Verbindungen zu dem republikanischen Kongressabgeordneten Paul Gosar hat. Fuentes schreibt: „Die Taliban sind eine konservative, religiöse Kraft, die USA sind gottlos und liberal. Die Niederlage der US-Regierung in Afghanistan ist zweifelsohne eine positive Entwicklung.“

Taliban-Bewunderung auch im deutschen Sprachraum

Selbst der republikanische Kongressabgeordnete Matt Gaetz setzte wiederholt Tweets ab, die in diese Richtung gehen. So schreibt er etwa: „Taliban und Trump sollten beide auf Twitter sein. Sie sind legitimierter als die letzte Regierung in Afghanistan oder die derzeitige Regierung hier.“

Auch in den deutschen Sprachraum ist diese verquere Interpretation der Situation in Afghanistan vorgedrungen, wie der Tweet eines selbsterklärten neuen Rechten aus Österreich zeigt.

Er schreibt: „Der Sieg der Taliban in Afghanistan bedeutet eine krachende Niederlage für den Globalismus. Dragqueens, Homoparaden und Menschenrechtsideologien haben dort Sendepause. Wird Zeit, dass auch Europa sich aus seinem Zustand als amerikanischer Kolonie befreit! [sic]“

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Dieser Beitrag gibt auch einen Hinweis darauf, welche Motivation die Ultrarechten zu ihrem Lob für die Taliban bringt: Es geht darum, die Lebensweise der Mehrheitsgesellschaft, die von der regierenden Partei in den USA unterstützt wird, zu diskreditieren. Dass sie sich dafür auf die Seite einer radikalislamischen Miliz stellen, ist ihnen egal, solange das Feindbild passt.

Expertin: „Ideologische Anknüpfungspunkte zwischen extremen Rechten und Islamisten“

Das bestätigt auch Ingrid Brodnig, Journalistin und Expertin für Desinformation und Hass im Internet: „Interessanterweise gibt es ideologische Anknüpfungspunkte zwischen der extremen Rechten und Islamisten – dazu zählt die Idee, dass der Feminismus ein Übel ist, sowie die Ablehnung einer pluralistischen, heterogenen Gesellschaft.“

Verwoben mit dieser Ablehnung sind verschiedene Verschwörungstheorien. Darauf weist in dem Tweet etwa die Verwendung des Begriffs „Globalismus“ hin, hinter dem sich eine in der rechten Szene gängige Globalisierungskritik verbirgt, die auf antisemitischen Annahmen beruht.

Entlang dieser Linien interpretiert auch Curd Knüpfer, der zu rechten Medien in den USA forscht, das Phänomen. Er verweist auf die sogenannte negative Parteinahme, die in der US-Politik eine zunehmend wichtige Rolle spielt. Dabei wird Zusammenhalt nicht um eine Ideologie herum aufgebaut, sondern aus gemeinsamer Ablehnung. In diesem Fall also die Ablehnung einer pluralistischen Gesellschaft.

Des Feindes Leid wird zur eigenen Freude

„Dieses Phänomen haben wir im vorvergangenen Wahlkampf, aus dem Trump als Sieger hervorgegangen ist, häufig gesehen“, erklärt Knüpfer: „Dort haben manche Wähler ihre Stimme nicht Trump gegeben, weil sie ihn gut fanden, sondern um gegen Hillary Clinton und das Establishment zu stimmen.“

Nun setzten Teile der neuen Rechte diese Methode ein, um die Politik des neuen US-Präsidenten Joe Biden zu diskreditieren. „Grob gesagt steht dahinter die Idee, dass des Feindes Leid unsere Freude ist. Also: Sie sehen, dass bei Biden etwas falsch läuft und schlachten das aus.“

Außerdem wollten diese teils extremistischen Gruppen wie etwa die Proud Boys das Staatsgebilde scheitern sehen, erklärt Knüpfer. Und so sei jedes Ereignis, das als Schwäche des Staats interpretiert werden könne, für sie gefundenes Fressen.

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Wieso rechte Extremisten plötzlich die Taliban bejubeln

Machtübernahme in Afghanistan: Wer sind die Taliban 2.0?   2 comments

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Die angeblich neuen Talibans geben sich sehr gemäßigt. Aber warum wollen sie diesen Anschein erwecken? Sie wollen ran an die eingefrorenen Gelder, da die Wirtschaft jetzt mal ganz am Boden ist, die Lebensmittelpreise täglich steigen. Sie wissen auch, dass sie dann die Bevölkerung früher oder später gegen sich haben. Und immer wieder diese Phrasen, dass niemand etwas zu befürchten hätte, dass alle Rechte eingehalten würden – immer im Rahmen der SCHARIA. Als wenn die Scharia ein guter Rechtsrahmen wäre. Ich kann jeden nur als naiv betrachten, wer diesen Schalmeientönen der neuen „Taliban-Ministranten“ glaubt. Taliban-Gewalt und Schreckensmeldungen gibt es ja schon, es gibt Videos dazu, siehe weiter unten. Na mal schauen wie sie die Wirtschaft jetzt schaukeln, von denen ein Taliban-Führer behauptete die Amerikaner hätten die Wirtschaft in Afghanistan zu Boden gebracht.

Von br.de – Auszug.

In Afghanistan gibt sich das neue Taliban-Regime betont tolerant und offen: Frauen und Oppositionelle hätten keinen Grund zur Sorge. Doch in sozialen Netzwerken kursieren Videos, die Gewalt zeigen – Experten sehen „keinen Grund für Optimismus“.

„Die Taliban sagen immer: In ihrem Regime geht alles, so lange es sich mit dem islamischen Recht vereinbaren lässt. Das ist so vage und lässt sich in alle Richtungen hin interpretieren.“ Kugelmann sieht gerade keinen Grund, „dass wir optimistisch sein können, dass die Taliban wirklich so viel anders regieren werden, als sie es Ende der Neunziger gemacht haben.“

Videos in Sozialen Netzwerken zeigen Taliban-Gewalt

Afghaninnen und Afghanen teilen in den sozialen Netzwerken Videos, die aus den Regionen stammen sollen, die schon länger unter der Herrschaft der Taliban sind. Darauf zu sehen: Diebe, die öffentlich an den Pranger gestellt werden, mit schwarzbemaltem Gesicht. Es gibt Fotos, auf denen öffentlich Männer an Stricken aufgehängt wurden oder eine Frau in einer Burka, die gesteinigt wird. Von einigen Orten hieß es, dass Mädchenschulen gleich nach der Machtübernahme der Taliban geschlossen wurden. Das soll in den ländlichen Regionen passiert sein.

Und auch die politische Führung der Taliban, die Jahre lang weit weg von Afghanistan, in Doha, beheimatet war, hat sich im Vergleich zu den 90er-Jahren kaum verändert. An der Spitze steht Haibatulla Akhundzada, er war schon der religiöse Berater des Taliban-Gründers Mullah Omar. Er ist der geistliche Führer der Bewegung, kann somit nicht abgesetzt werden. Denn bei aller vorgegebenen Toleranz: Die Taliban pochen darauf, dass sie ihr islamisches Emirat wiedereinführen wollen. Das heißt, sie wollen sich eng an die Scharia halten. Wahlen wären damit ausgeschlossen.

Machtübernahme in Afghanistan: Wer sind die Taliban 2.0?

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Afghanistan zwischen Taliban-Versprechen und Schreckensmeldungen

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Afghanistan ist „sehenden Auges kollabiert“

Auch für den Politikwissenschaftler Carlo Masala von der Universität der Bundeswehr München war der Umsturz durch die Taliban keinesfalls eine Überraschung. Sie hatten laut Schätzungen schon vorher zwischen 40 und 60 Prozent des Territoriums in Afghanistan beherrscht: „Es sind ganz viele Faktoren. Es ist natürlich sozusagen die Schwäche der Armee gewesen. Es ist die Tatsache gewesen, dass sich ranghohe Armeekommandeure gar nicht in Kämpfe reinbegeben haben, sondern sofort geflohen sind, dass die Regierung geflohen ist. Dieser Staat ist ja sozusagen sehenden Auges kollabiert. Es ist nicht nur die Schuld der Armee, sondern wir haben ja auch gesehen, dass die Regierung kein Interesse daran hatte, Afghanistan noch irgendwie zu verteidigen.“

Taliban wollen islamischen Gottesstaat

Zwar versprechen die Taliban jetzt Amnestie und auch Frauenrechte, aber Politikwissenschaftler Masala traut dem nicht: „Es ist eine moderatere Sprache. Aber der Kern ist noch immer der gleiche. Die Taliban, die einen islamischen Gottesstaat in Afghanistan errichten wollen.“ Es werde alles mit dem Vorbehalt der Scharia gesagt. So sagen die Taliban, dass es nur Amputationen, Steinigungen und Hinrichtungen geben werde, wenn es durch Gerichte entschieden werde. Aber über allem stehe die Scharia, das streng islamische Rechtssystem, so Masala.

Schon jetzt wollen tausende Afghanen das Land verlassen. Kommt es zu einer neuen Welle von Geflüchteten? Politikwissenschaftler Masala ist da eher skeptisch: „Also es wird sicherlich Flüchtlingsbewegungen geben, wobei man sagen muss, Pakistan hat die Grenze zu Afghanistan geschlossen, aber diese Flüchtlinge werden sich in der Region bewegen. Also diese plötzliche Idee, dass diese Flüchtlinge im Prinzip von Afghanistan direkt nach Deutschland marschieren werden. Das ist unsinnig, sondern sie werden sich in der Region niederlassen.“

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Afghanistan zwischen Taliban-Versprechen und Schreckensmeldungen

 

Hühner-KZs, vergaste Füchse und das Auschwitz der Tiere   Leave a comment

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Ich finde den Vergleich mit dem Holocaust bei sog. „Nutztieren“ voll angebracht. Überhaupt bin ich absolut gegen eine künstlich errichtete Kluft zwischen Mensch und nicht-menschlichen Tieren. Sie spüren wie wir Schmerzen, haben tiefe Gefühle und haben viele wunderbare Eigenschaften, von den körperlichen Sinnen gar nicht zu reden, wo sie dem Menschen oft unvergleichlich voraus sind. Und auf jedem Fall begehen Tiere nicht solche abscheulichen Verbrechen wie Menschen überall auf der Welt.

Von antispe.de

Legen macht frei

In den 60er Jahren wurden in Deutschland Legebatterien eingeführt, Gebäude, die angefüllt waren mit hölzernen Käfigen, in denen Hennen unter grausamen Bedingungen eingesperrt waren zu einem einzigen Zweck: ein kurzes Leben bis zu ihrem gewaltsamen Tod Nahrung aufzunehmen und diese in ihren gequälten Körpern umzuwandeln in Kot und Eier. Angesichts dieser massenhaften industriellen Quälerei und Tötung sprach der Zoologe Bernhard Grzimek von „Hühner-KZs“. Auch wenn diese Bezeichnung vom Gericht als zulässige Meinungsäußerung gewertet wurde, erregen noch heute oft weit mehr als die tierquälerischste Haltung die sogenannten „KZ-Vergleiche“ die Gemüter.

Anders offenbar als bekannte Parolen wie etwa „Polizei, SA, SS“ und „Stammheimer KZ“, die ja nun unleugbar ebenfalls in diese Kategorie fallen, solle es eine Verharmlosung der Greueltaten der Nazis sein, eine Herabwürdigung der Opfer. Denn es sind ja „nur Tiere“, um die es hier geht.

„Ich weigere mich Tiere zu essen, weil ich mich nicht von den Leiden und vom Tod anderer Lebewesen ernähren kann. Ich weigere mich, dies zu tun, weil ich selbst so schmerzlich gelitten habe, daß ich den Schmerz anderer fühle, indem ich mich meiner eigenen Leiden erinnere.“ Edgar Kupfer-Koberwitz verglich hier also tatsächlich sein eigenes Leiden im KZ mit den Leiden der Tiere, mehr noch, aus diesen heraus leitete er den kategorischen Imperativ ab, keine Tiere zu essen. Er zumindest empfand dies wohl nicht als Herabwürdigung. Daß andere dies anders sehen, ist klar: Speziesisten nämlich, so wie Rassisten es sähen, wenn sie Vertretern „minderwertiger Rassen“ „gleichgesetzt“ würden.

Natürlich gibt es bei allen Vergleichen zwangsläufig Unterschiede. Vollkommen Gleiches kann in diesem Sinn nicht verglichen werden. Dagegen ist es möglich, um das bekannte, jedoch falsche, Schlagwort zu bemühen, Äpfel mit Birnen zu vergleichen, also Unterschiede und Gemeinsamkeiten zu benennen: „Ich esse lieber Äpfel als Birnen“, „Äpfel haben einen höheren Pektingehalt als Birnen“ oder „Äpfel gehören wie Birnen zum Kernobst“ – dagegen ergibt „Äpfel sind runder als Äpfel“ keinen Sinn. Wenn Äpfel mit Äpfeln verglichen werden sollen, müssen es solche mit unterschiedlichen Eigenschaften sein: „Die Äpfel auf der Sonnenseite dieses Baums sind reifer als die auf der Schattenseite“, „Die Äpfel an den oberen Zweigen sind genau so groß wie die an den unteren“. Dies ist so elementar, daß es bei Obst allgemein einleuchtet – doch in anderen Fällen wird offenbar der Verstand über Bord geworfen: „Auf den Scheiterhaufen der Inquisition starben eineinhalb mal soviele Menschen wie in den Gaskammern der Nazis“ wird plötzlich zu einer Relativierung der Greueltaten der Nationalsozialisten, als ob ein solches Verbrechen in irgendeiner Weise weniger grauenhaft würde, wenn es ein anderes vergleichbaren oder auch größeren Ausmaßes gab. Als ob Jack the Ripper durch Jeffrey Dahmer plötzlich zu einem netten Menschen würde.

Was den sogenannten KZ-Vergleich angeht, es ist meist keiner, sondern zum einen die bloße Feststellung von Tatsachen, zum anderen eine reductio ad absurdum, und als solche durchaus geeignet, Inhalte zu vermitteln – je ein Beispiel:

 

  • Jedes zweite Kücken der Legehuhnzuchtlinien ist durch Zucht für die Mast und aufgrund seines Geschlechts zum Legen ungeeignet, und so werden jährlich Abermillionen männlicher Kücken unmittelbar nach dem Schlüpfen vergast. Auch zum Töten von „Pelztieren“ wird häufig Gas eingesetzt, um die Haut nicht zu verletzen, und Jäger töten so Füchse im Bau. Es muß möglich sein, diese Tatsachen zu äußern, ohne wegen des Gebrauchs des Wortes „vergasen“ als Revisionist abgestempelt zu werden. Dabei ist es völlig unerheblich, daß nicht Zyklon B verwendet wird, sondern Kohlenmonoxid (das übrigens ebenfalls von den Nationalsozialisten in transportablen Gaskammern in abgedichteten Lastkraftwagen eingesetzt wurde).

  • Tierschützer fordern häufig, Lebendtiertransporte zeitlich zu begrenzen oder zu verbieten, gleichzeitig aber als vermeintliche Alternative Schlachtung vor Ort bzw. Kühlfleischtransport. Analog hierzu wäre die Forderung, Häftlinge in „lokalen“ Gaskammern zu töten, um ihnen den Transport zu ersparen. Solcher Zynismus dient selbstverständlich nicht dazu, Opfer herabzuwürdigen, sondern zeigt, wie absurd die Forderung nach Verkürzung von Transportzeiten ist, und daß die einzig ethisch vertretbare die ist, Schlachtung ganz und gar abzuschaffen.

Es ist angesichts des ungeheuren Ausmaßes der Verbrechen an Tieren schwer, eine Sprache zu finden, die dies adäquat klarmacht. So bleibt oft nur, Parallelen zu ziehen zu anderen Verbrechen ebenfalls ungeheuren Ausmaßes, zu Sklaverei und eben auch zu Konzentrationslagern. Parallelen zum massenhaften Tod in Schlachthäusern und grauenhaften medizinischen Experimenten hier wie dort. Lampenschirme aus Menschen-, Couchbezüge und Schuhe aus Rinderhaut. Düngung der Felder mit Tiermehl und mit Asche aus den Krematorien. Die Bilder gleichen sich, und die Beispiele ließen sich endlos fortsetzen: So wie die Nationalsozialisten den Reichstagsbrand vermutlich selbst inszeniert hatten, ihn aber ihren Gegnern zuschrieben, hat (wenn auch in kleinem Maßstab) der berüchtige, angeblich von Veganern mit Mordanschlägen bedrohte Bremer „Öko-Schlachter“ Groth den Brand in seinem Laden selbst gelegt. Natürlich gibt es Unterschiede, Bremen ist nicht Berlin, eine Metzgerei kein Reichstag, mit dem Kommunisten van der Lubbe wurde wegen der Brandstiftung im Reichstag ein Unschuldiger verurteilt, der Metzger Groth wegen der Brandstiftung in seinem Laden zurecht. Entscheidend aber sind auch hier die Parallelen: die Perfidie, die eigenen Verbechen anderen unterzuschieben, um dann eine Hetzjagd auf sie zu betreiben – wann immer in der Bildzeitung, der taz, in Schrot und Korn oder im Spiegel von Veganismus die Rede war, der „Anschlag“ auf den armen Metzger blieb nie unerwähnt – und zum Teil noch nach seiner Verurteilung. Wo Schindler die Menschen in den Zügen nach Auschwitz mit Wasser versorgte, sind es heute die Tiere in Transportern. Wer einmal ein paar Hühner aus einer Legebatterie befreit hat und hunderttausend zurücklassen mußte kann nachempfinden, wie Schindler sich fühlte, nicht mehr Menschen vor dem KZ bewahren zu können.

Ein häufig angeführter Einwand ist die unterschiedliche Motivation der Täter. Während Konzentrationslager vor allem auf einen Genozid ausgerichtet waren, dienen Tierfabriken in erster Linie der Ausbeutung und Bereicherung. Davon abgesehen, daß von der Arbeitskraft bis zu den Haaren der KZ-Häftlinge alles akribisch in Reichsmark und Pfennigen aufgewogen wurde und andererseits die Massentierhaltung sehr wohl mit Genozid, wenn auch eben gerade an anderen als den ausgebeutetet „Nutztierrassen“ einhergeht, würde das im Umkehrschluß bedeuten, daß der Massenmord in den KZs weniger schlimm gewesen wäre, hätten die Nazis diesen nur aus Gewinnstreben begangen – das wird wohl kaum jemand ernsthaft behaupten wollen. Auch wenn sie eine andere Form haben: vergiftete Äpfel sind ebenso tödlich wie vergiftete Birnen.

Ein weiterer häufiger Einwand ist etwa der, die Geschehnisse im Nationalsozialismus seien einmalig, das erste Mal in der Geschichte wäre versucht worden eine „Volksgruppe“ planmäßig zu vernichten. Ein Blick in ein geeignetes Geschichtsbuch, Deschners „Kriminalgeschichte des Christentums“ beispielsweise oder einfach eine Enzyklopädie zeigt das Gegenteil. Es gab mehr als nur einen Fall nicht nur versuchter, sondern in vielen Fällen durchgeführter Vernichtung von „Volksgruppen“, durch die Kreuzritter oder die Konquistadoren etwa. Sind Scheiterhaufen harmloser als die Gaskammern, die päpstliche Hexenbulle freundlicher als die Nürnberger Gesetze, die Folterinstrumente der Inquisitoren angenehmer als die eines Mengele, die Bartholomäusnacht vergnüglicher als die Reichskristallnacht, die Verfolgung von Juden, Homosexuellen, Andersdenkenden vertretbarer, wenn sie christlich statt faschistisch begründet ist? Ist der Tod von neun Millionen Menschen (von anderen Tieren, die wegen „Hexerei“ verbrannt wurden, nicht zu reden) gemäß dem biblischen Gebot „Eine Hexe sollst du nicht am Leben lassen“ (Ex. 22:17) nicht mit dem von sechs Millionen KZ-Opfern zu vergleichen, ebenso wie die Versuche der Täter und deren geistiger Erben, die Zahlen herunterzuspielen? Da ist im Zusammenhang mit KZ-Vergleichen die Rede von einem „Geschichtsrevisionismus“ – und damit wird gerade einem Revisionismus (in diesem Fall dem christlichen) das Wort geredet, das Christentum in unverantwortlicher Weise verharmlost, sprich: es wird eben das getan, was anderen vorgeworfen wird.

Es ist selbstverständlich, daß das Aufzeigen von Parallelen faschistischer und ethnozentrischer zu speziesistischer und anthropozentrischer Handlungs- und Denkweise nicht zu bloßen Schlagworten verkommen darf. Im Grund genommen ist die Ablehnung sogenannter KZ-Vergleiche jedoch meist nichts anderes als ein sich Winden derer, die sich getroffen fühlen: denn sie zeigen, daß die Speziesisten heute in ihrem Verhalten den Tieren gegenüber, sei es als aktive Täter oder als Mitläufer, die die Taten dulden und bezahlen, nicht anders sind als die Nazis als Mitglieder der vermeintlichen „Herrenrasse“ Menschen gegenüber. So, wie jemand, der in einer sexistischen oder rassistischen Gesellschaft sagt, „es sind ja nur Frauen“, „es sind ja nur Juden“, „es sind ja nur Schwarze“ sich als Sexist oder Rassist entlarvt, so entlarvt sich, wer sagt, „es sind ja nur Tiere“ als Speziesist.

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Hühner-KZs, vergaste Füchse und das Auschwitz der Tiere

Frauenrechtlerin Ghafari aus Afghanistan in NRW eingetroffen   Leave a comment

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Es braucht schon sehr viel Mut – Todesmut, um in Afghanistan als Frau Bürgermeisterin zu werden – auch bevor bedauerlicherweise die Taliban wieder das Ruder dort übernommen haben. Sie war in andauernder Lebensgefahr. Zum Glück wurde sie jetzt gerettet und in Sicherheit gebracht.

Ich glaube den Talibans kein einziges Wort was sie in Bezug auf Frauen in Schalmeientönen verlauten lassen.

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Aus wdr.de – Auszug.

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Die Landesregierung hat angekündigt, 1.000 Plätze für afghanische Frauen zur Verfügung zu stellen. Nun kam die Frauenrechtlerin Ghafari nach NRW.

Keiner weiß, wie lange die Evakuierungsflüge vom Kabuler Flughafen in Afghanistan noch möglich sind. Die Taliban haben bereits klar gemacht, dass am 31. August damit Schluss sein soll. Derzeit laufen Gespräche über eine Verlängerung der Mission. Die Bundeswehr hat bislang etwa 3.800 schutzbedürftige Personen evakuieren können, darunter 351 deutsche Staatsbürger.

Frauenrechtlerin in Köln/Bonn angekommen

Eine davon ist die afghanische Frauenrechtlerin Sarifa Ghafari, die vor den radikalislamischen Taliban geflohen ist. Zusammen mit Familienmitgliedern landete Ghafari am Montagabend am Flughafen Köln/Bonn. Anschließend traf sie NRW-Ministerpräsidenten Armin Laschet.

Ghafari sagte, dass sie der deutschen Regierung „sehr, sehr dankbar“ sei, dass sie ihr und ihrer Familie das Leben gerettet habe. Sie betonte, dass sie nicht als Migrantin in Deutschland sei. „Ich bin hier, um mich stark zu machen für 99 Prozent der afghanischen Bürger, denen es nicht möglich ist, aus ihren Häusern zu kommen oder die Frauen, die nicht arbeiten dürfen, die Frauen, die ihre Meinung nicht sagen dürfen.“ In den kommenden Tagen wollen sie viele Gespräche führen.

Jüngste Bürgermeisterin Afghanistans

Mit 26 Jahren wurde Ghafari 2018 Bürgermeisterin der afghanischen Stadt Maidan und galt damit als die jüngste Bürgermeisterin und eine der wenigen weiblichen Stadtoberhäupter des Landes überhaupt. Zudem gründete sie die Organisation Unterstützung und Förderung afghanischer Frauen („Assistance and Promotion of Afghan Women„). Vergangenes Jahr zeichnete das US-Außenministerium sie für ihren Mut aus. Im Juli wurde ihr der Menschenrechtspreis der Frankfurter Ingrid-zu-Solms-Stiftung für ihren Einsatz für Frauenrechte in Afghanistan verliehen.

Die 1992 geborene Frau hatte laut einem Bericht der „Bild am Sonntag“ erst vergangene Woche unter dramatischen Umständen den Flughafen Kabul erreicht. Von dort war sie über Islamabad nach Istanbul ausgeflogen worden. Am Montagabend landete sie dann in NRW. Laschet nannte Ghafari nach einem Gespräch „eine der engagiertesten Frauen Afghanistans„.

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Frauenrechtlerin Ghafari aus Afghanistan in NRW eingetroffen

Wer sind die Taliban überhaupt?   13 comments

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Das sind ja tolle Aussichten für Afghanistan wenn die Talibans das Ruder in Afghanistan übernehmen. Aber es gibt aber durchaus Leute aus dem Westen, die das toll finden. Hauptsache es geht gegen westliche Werte. Religioten-Werte scheinen für manche besser zu sein. Was ich jedenfalls ganz sicher nicht haben möchte ist ein Gottesstaat. Da gruselt es mich und es stellt mir die Haare auf. Das wollen aber die angeblich „neuen“ Talibans.

Aus Web.de

Die Übersetzung des arabischen Wortes „talib“ gibt einen Hinweis darauf, wo die Taliban ihren Ursprung haben: „Es bedeutet übersetzt so viel wie Schüler oder Lernender“, sagt Afghanistan-Kenner Boris Barschow im Gespräch mit unserer Redaktion. Der Journalist war dreimal als Reservist in Afghanistan im Einsatz.

Anfang der 1990er Jahre sind die Taliban aus pakistanischen Koranschulen hervorgegangen. Dort studierten afghanische Männer, die vor der sowjetischen Besatzung geflohen waren. „Es handelt sich um Gebiete nahe der sogenannten Durand-Linie, die durch paschtunische Stammesgebiete verläuft“, sagt Barschow. Die Durand-Linie bildet die Grenze zwischen Pakistan und Afghanistan. Nach den britisch-afghanischen Kriegen wurde sie künstlich gezogen. Erstmals in Erscheinung traten die Taliban dann 1994 im Bürgerkrieg in der afghanischen Stadt Khandahar.

Was wollen die Taliban?

„Die Taliban wollen einen islamischen Gottesstaat, so, wie sie ihn auch schon Mitte der 90er versucht haben aufzubauen“, sagt Barschow. Nach den Anschlägen auf das World-Trade-Center in New York, die den Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr auslösten, versuchte der Westen 20 Jahre lang, das Land zu demokratisieren.

Die Taliban wollen die Errungenschaften wieder rückgängig machen, streben eine „wahre islamische Herrschaft an“, die einen Ur-Islam aus dem Mittelalter zum Vorbild hat. „Dazu zählt auch die Scharia als Rechtsrahmen“, sagt Barschow.

Scharia als Rechtsrahmen

Die Scharia sieht zum Beispiel Strafen wie Steinigungen und Hand abhacken vor. Die Taliban schreiben strenge Religionsregeln vor: Unter der bislang letzten Herrschaft der Taliban durften Frauen nicht arbeiten und mussten sich vollverschleiern, Männer mussten Bärte tragen, Musik und Fernsehen waren als „weltliche Einflüsse“ verboten.

„Auch jetzt hängen die Afghanen aus Angst Bilder von Frauen ab, Musiker verstecken sich“, sagt Barschow. Politische Ziele haben die Taliban nie detailliert dargelegt. Sie konzentrieren sich jedoch auf Afghanistan und haben zugesagt, keine anderen Länder zu bedrohen.

Wie viele Taliban gibt es und wie sind sie organisiert?

Wie viele Kämpfer und Anhänger die Taliban zählen, ist unklar. Im vergangenen Jahr schätzte der UN-Sicherheitsrat die Zahl der Kämpfer auf bis zu 85.000. „Es gibt verschiedene Strömungen mit mehr oder weniger ideologisierten Kämpfern“, sagt Barschow. Geführt werden die Taliban von islamischen Geistlichen, wobei Mawlawi Haibutullah Achundsada als „Befehlshaber der Gläubigen“ an der Spitze steht.

Der etwa 60-jährige Paschtune zählt zu den Gründungsvätern der Taliban und wurde von seinem Vater zum muslimischen Geistlichen ausgebildet. Als solcher unterrichtete er in der Koranschule in Kandahar. Im nun ausgerufenen Kalifat gilt Achundsada als designiertes Staatsoberhaupt. Mullah Omar, ebenfalls Gründungsvater der Taliban, wurde bei einem US-Drohnenangriff getötet. Dessen Sohn Mullah Jakub steht heute der Militärkommission der Taliban vor und steuert das Netzwerk aus zahlreichen Milizen.

Unterstützung durch Terrornetzwerke

Zu den vier Stellvertretern des Anführers Achundsada zählt Mullah Abdul Ghani Bardar. Er gilt als führender Stratege der Fundamentalisten und steht dem politischen Büro der Taliban in Ktar vor. Auch dem Stellvertreter Siradshuddin Haqqani, der das Haqqani-Terrornetzwerk anführt, wird großer Einfluss nachgesagt.

Die Taliban haben zudem Unterstützung durch weitere terroristische Netzwerke: So hat beispielsweise der Chef des Terrornetzwerkes Al-Kaida, Aiman al-Sawahiri, den Taliban seine Hilfe zugesichert.

Wie haben sich die Taliban in den vergangenen 20 Jahren gewandelt? Sind sie wirklich gemäßigter?

In den vergangenen 20 Jahren haben die Taliban dazugelernt und sind politisch erfahrener geworden. „Sie wollen ihr Image wandeln und moderater auftreten“, sagt Barschow. So haben sie beispielsweise seit mehreren Monaten keine Selbstmordattentate in afghanischen Städten für sich beansprucht. Die Strategie dahinter: Die Taliban wissen, dass sie nicht gegen die Mehrheit der Bevölkerung regieren können und wollen Zivilisten für sich gewinnen.

„Die Taliban haben auch erklärt, sie wollen mehr auf den Schutz der Zivilisten achten und Frauenrechte achten“, sagt Barschow. Regierungsmitgliedern solle Amnestie gewährt werden. Barschow hält das jedoch für ein Fassadenspiel. „Die Taliban sind noch immer sehr brutal und es gibt Berichte, wie sie Zivilisten in Häusern suchen“, sagt Barschow. Er glaubt, die Taliban wollten durch ihr offeneres Auftreten nur eine ruhigere Machtübernahme erreichen.

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Wer sind die Taliban überhaupt?

Die Macht der Religiösen   Leave a comment

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Von miz-online.de

Warum Carsten Frerks Studie zur „Kirchenrepublik“ erst ein Anfang ist

Carsten Frerk hat mit seiner vom Internationalen Bund der Konfessionslosen und Atheisten angestoßenen und finanzierten Studie Kirchenrepublik Deutschland. Christlicher Lobbyismus erstmals den Einfluss der Kirchen auf die Politik genauer analysiert. Dabei hat der Politikwissenschaftler eine beeindruckende Menge an Material zusammengetragen und ausgewertet. Doch wie Frerk selbst feststellt, kann dies erst eine „Annäherung“ an das Thema sein. Das für die säkulare Szene wichtigste Projekt muss weiter vorangetrieben werden.

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In der Bundesrepublik ist zunehmend zu beobachten, dass in den Parlamenten deutliche Defizite bei der Vertretung großer Bevölkerungsgruppen auftreten. So sind über 20 Prozent der Bundestagsabgeordneten Juristen, der Anteil der Juristen in der Bevölke­rung liegt jedoch deutlich unter einem Prozent. Ein solches Repräsentations­defizit lässt sich nicht zuletzt für die Vertretung von säkularen Interessen feststellen. Zwar sind nur noch wenige Menschen in der Bundesrepublik im strengen Sinne religiös, im Parlament tummeln sich dagegen auffällig viele Frömmler. Gut zu erkennen war dies an der erst kürzlich geführten Debatte zur Sterbehilfe, bei der zahlreiche Abgeordnete sich von irrationalen religiösen Gefühlen leiten ließen. Frerks Studie zur Kirchenrepublik hat nun erstmals ein wenig Licht ins dieses Dunkel gebracht. Sehr umfassend hat der Politikwissenschaftler sich die Lobbyarbeit der Kirchen angesehen. Detailliert nennt er Namen, zeigt Verbindungen auf, erklärt, wie die kirchlichen Lobbybüros auf Länder und Bundesebene arbeiten, wirft einen strengen Blick auf Postenwechsler, zeigt wie intensiv die Kirchen bei der Gesetzgebung eingebunden werden und entlarvt die verfassungsgemäße Trennung von Staat und Kirche somit als Märchen. Dennoch ist Frerks Arbeit erst ein Anfang, denn der Autor selbst spricht von ihr als einer „Annäherung“. Und tatsächlich sind noch viele Bereiche unerforscht, nur grob skizziert oder es fehlen noch systematischere Analysen. Im Folgenden werde ich einige dieser Bereiche darstellen, gleichwohl kann auch dies im Rahmen eines solchen Zeitschriftenartikels nur ein Anfang sein.

Wirtschaft

Sehr umfassend erforscht ist inzwischen (dank Carstens Frerks Studien zu den Finanzen der Kirchen), wie sich die Kirchen als Wirtschaftsunternehmen betätigen. Daran anknüpfend hat Frerk in seinem Buch Kirchenrepublik Deutschland nun umfassend dargestellt, dass die Kirchen ganz besonders intensiv Lobbying betreiben, wenn es um ihre finanziellen Interessen geht. Weitgehend unerforscht ist jedoch noch ein anderer Bereich. Denn es gibt eine ganze Fülle christlicher Organisationen im Bereich der Privatwirtschaft. Dazu gehören der Christliche Unternehmer e.V., der Christen in der Wirtschaft e.V., die Vereinigung Katholiken in Wirtschaft und Verwaltung, der Bund Katholischer Unternehmer e.V., der Arbeitskreis Evangelikaler Unternehmer und noch viele mehr. Hier stellt sich gleich eine ganze Reihe an Fragen. Wie stehen diese Organisationen zur Kirche? Welche Ziele verfolgen sie? Wie sind diese ins kirchliche Netzwerk eingebunden? Wird hier kirchliche Lobbyarbeit quasi über Bande gespielt? Zudem wäre es interessant zu wissen, welche Wirtschaftsbosse sich für die Kirchen und deren Interessen einsetzen. Auf all diese Fragen fehlen uns derzeit noch aussagekräftige Antworten.

Lobbyarbeit anderer religiöser Gruppen

Zur Lobbyarbeit der Evangelischen Allianz hat Carsten Frerk in Kirchenrepublik Deutschland bereits erste Vorarbeiten geleistet. Weitgehend unberücksichtigt geblieben ist aber bislang, wie zum Beispiel die Islamverbände in Deutschland Lobbying betreiben. Wie drängend es wäre, sich diesem Thema zu widmen, zeigt ein Blick auf die jüngsten Entwicklungen. So wird derzeit nahezu flächendeckend ein Islamunterricht eingeführt, der voraussehbar durch konservative Gruppen und Verbände bestimmt werden wird.2 Absehbar ist zudem, dass zumindest die großen Islamverbände schon bald in den Genuss weiterer staatlicher Förderung kommen werden. Justizminister Heiko Maas hat diesen Willen erst kürzlich in einem Interview bekräftigt. Zudem hat die Debatte um die Beschneidung gezeigt, wie schnell unsere Volksvertreter sich dem Diktat der Religiösen unterwerfen, wenn Islamverbände, Kirchen und der Zentralrat der Juden an einem Strang ziehen. Dann werden Menschenrechte binnen kürzester Zeit einfach außer Kraft gesetzt. Es wäre also geboten, zu untersuchen in welcher Form die unterschiedlichen religiösen Verbände zusammenarbeiten und ob gemeinsame Strategien existieren.

Bundesverfassungsgericht

Das Bundesverfassungsgericht hat in der Bevölkerung von allen politischen Institutionen den besten Ruf und das bei genauerer Betrachtung zu Unrecht. Denn das Verfassungsgericht ist keineswegs politisch neutral; wie Studien gezeigt haben, sind dessen Entscheidungen ganz maßgeblich davon beeinflusst, wen die Parteien dorthin entsandt haben. So wäre das „Kruzifixurteil“ 1995 wohl kaum so positiv für Säkulare ausgefallen, wenn im Senat damals mehrheitlich getreue Christdemokraten gesessen hätten. Carsten Frerk hat in seiner Studie das Verfassungsgericht aus säkularer Perspektive in Augenschein genommen und konnte zeigen, dass christlich geprägte Richter keine Seltenheit dort sind. Gleichwohl fehlt es noch an einer systematischen Analyse darüber, wie groß der Einfluss religiöser Gruppen auf das Verfassungsgericht tatsächlich ist und wie häufig Urteile entsprechend beeinflusst sind. Zudem wäre es geboten, sich genau anzusehen, warum auffällig häufig Klagen, die das Verhältnis von Staat und Kirche betreffen, abgewiesen werden. So zuletzt bei einer Klage gegen die Konkordatslehrstühle.

Medien

Auch der Bereich der Beeinflussung der Medien durch religiöse Lobbyisten und religiös geprägte Verantwortliche ist noch nicht ausreichend untersucht. Carsten Frerk geht hier in seinem Buch nur oberflächlich darauf ein und verweist u.a. auf die einschlägigen Arbeiten von Uli Schauen, der das Thema ja auch schon für die MIZ näher beleuchtet hat. Gleichwohl fehlt es noch an einer umfangreichen wissenschaftlichen Analyse. Dabei wäre besonders interessant, systematisch zu analysieren, wie häufig sich religiöse Propaganda in der täglichen Berichterstattung in den unterschiedlichen Medien niederschlägt. Bei den öffentlich-rechtlichen Medien gibt es hierzu zwar bereits erste Erkenntnisse, eine Analyse der privaten Medien steht jedoch noch aus.

Wissenschaft

Ebenfalls noch weitgehend unerforscht ist der Einfluss der Kirchen auf die Wissenschaft. Zwar wissen wir dank Carsten Frerks Vorarbeit, dass im Bereich des Staatskirchenrechts sich zahlreiche kirchennahe Professoren tummeln. Das ganze Ausmaß der kirchlichen Unterwanderung der Wissenschaften liegt jedoch noch weitgehend im Dunkeln. Auffällig ist auf den ersten Blick jedoch, dass die Kirchen in den unterschiedlichsten Fachbereichen über ihnen nahe stehende Professoren verfügen. So weiß ich aus meinem eigenem Bereich, der Religionssoziologie, dass sehr viele Lehrstühle mit religiös geprägten Professoren besetzt sind, was sich mitunter in abenteuerlichen Forschungsergebnissen widerspiegelt. Ebenfalls kein Geheimnis ist es, dass die Religionswissenschaften kirchlich unterwandert sind und auch im Bereich der alten Geschichte gibt es bekanntermaßen viele Professoren, die religiös eingefärbte Forschung betreiben.

Politische Sozialisation

Weitgehend unberücksichtigt geblieben ist das Thema Politische Sozialisation. Aus der Soziologie wissen wir, dass sich politisches Engagement in Parteien bereits sehr früh abzeichnet. Oftmals spielt hier die Herkunft eine entscheidende Rolle. Sind die Eltern politisch aktiv, so sind es oft auch die Kinder und das dann nicht selten in der gleichen Partei. Einen ähnlichen Zusammenhang gibt es ebenfalls bei religiösem Engagement. Hier ist ebenfalls die Herkunft entscheidend. Auffällig ist zudem, dass religiös geprägte Jugendliche besonders häufig sich politisch engagieren. Ein Musterbeispiel für einen solchen Lebenslauf ist die 1966 geborene Bundestagsabgeordnete Kerstin Griese, der wir das neue desaströse Gesetz zur Sterbehilfe zu verdanken haben. Bereits als Schülerin engagierte sie sich intensiv für die evangelische Kirche. So war sie von 1979 bis 1989 in der Jugendarbeit der Evangelischen Kirchengemeinde Düsseldorf-Urdenbach und im Kir­chenkreisverband Düsseldorf tätig. Zudem war sie von 1987 bis 1989 Jugend­delegierte zur Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland. Nachdem sie dann zunächst einige Jahre stellvertretendes Mitglied der Synode der EKD war, ist sie seit 2003 Mitglied der Synode und seit 2015 Mitglied im Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland. Griese ist zudem bestens vernetzt und Mitglied in zahlreichen christlich geprägten Organisationen u.a. bei der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit Düsseldorf e.V., im Verein der Freundinnen und Freunde des Deutschen Evangelischen Kirchen­tages e.V., im Arbeiter-Samariter-Bund Deutschland e.V. und bei der Bergischen Diakonie Aprath.

Griese ist beileibe kein Einzelfall. Betrachtet man die Lebensläufe von Bundestagsabgeordneten, dann fällt schnell ins Auge, dass viele sich bereits früh im kirchlichen Bereich engagiert haben und das ist längst nicht nur bei Christdemokraten der Fall. Tatsächlich wäre hierzu ein umfangreiches Forschungsprojekt geboten, welches folgende zentrale Fragen zu beantworten hätte: Warum sind religiös geprägte Jugendliche eher bereit, sich in politischen Parteien zu engagieren? Wie sehen typische Lebensläufe angehender Politiker aus, die über einen religiösen Background verfügen? Was tun die Kirchen, um ihre „Zöglinge“ in parteipolitische Positionen zu bringen? Und wie beeinflussbar sind Politiker mit Religionshintergrund durch den sozialen Druck, dem sie durch ihre Religionsgemeinschaften ausgesetzt sind. Es sind in diesem Bereich also noch viele Fragen offen.

Fazit: Carstens Frerks verdienstvolle Arbeit sollte als Startschuss für weitere umfangreiche Forschung gesehen werden. Wir müssen als Säkulare umfassend verstehen, auf was der ungebrochen starke Einfluss der Kirchen, aber auch anderer Religionsgemeinschaften basiert.

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Die Macht der Religiösen

 

Der große Dachschaden   Leave a comment

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Von miz-online.de

Wie die Verschwörungstheorie vom „Great Reset“ die Welt erobert

Die Coronakrise hat zu einer bedenklichen Zunahme neuer Verschwörungstheorien geführt. Viele Menschen flüchten sich vor der Realität in eine Scheinwelt, in der klar nach Gut und Böse unterteilt werden kann und Schuldzuweisungen einfach sind. Die derzeit angesagteste Aluhuttheorie ist die vom Great Reset.

Von Karlheinz Deschner stammt das Zitat „Je größer der Dachschaden, desto schöner der Ausblick zum Himmel.“

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Verschwörungstheoretiker:innen auf dem Vormarsch, Foto: Markus Spiske / unsplash.com

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Damit meinte der Kirchenkritiker zwar in erster Linie das Christentum, aber wenn es um absurdes Denken und verrücktes Verhalten geht, haben Esoteriker und Verschwörungstheoretiker dem Papst & Co. längst den Rang abgelaufen. Im Zentrum der derzeit angesagtesten Verschwörungstheorie steht diesmal nicht Bill Gates oder George Soros, sondern ein anderer einflussreicher Mensch: der deutsche Wirtschaftswissenschaftler Klaus Schwab. Dieser ist Gründer und geschäftsführender Vorsitzender des Weltwirtschaftsforums. Diese Stiftung richtet einmal jährlich ein gleichnamiges Treffes im schweizerischen Davos aus, an dem führende Politiker, Wissenschafter, Wirtschaftsvertreter und andere meist prominente gesellschaftliche Akteure teilnehmen. Diskutiert werden dort dann globale Fragen zu den Themen Wirtschaft, Gesundheit, Umwelt und Soziales. Kritisch gesehen wird das Treffen vor allem von linker Seite und von Globalisierungskritikern, denen die dort mitunter vertretene neoliberale Agenda berechtigterweise ein Dorn im Auge ist. Daneben war das Weltwirtschaftsforum aber auch schon immer Anlass für verschwörungstheoretische Spekulationen.

Mit berechtigter Kritik hat die Verschwörungstheorie des Great Resets jedoch überhaupt nichts zu tun. Zudem unterscheidet sich die Erzählung deutlich von linken Positionen. Anlass für die Entstehung des neuen Verschwörungsglaubens war eine Vortragsreihe des Weltwirtschaftsforums, die im Frühjahr 2020 mitten in der Coronakrise begann. In den Vorträgen ging es im Kern darum zu überlegen, wie man nach der Pandemie soziale und finanzielle Ungleichheiten überwinden könnte. Die Reichen wurden zudem zu mehr sozialer Verantwortung aufgefordert. Der Kapitalismus sollte also sozialer und vor allem ökologischer werden. Die erarbeiteten Vorschläge wurden von Schwab dann gemeinsam mit dem englischen Prinzen Charles veröffentlicht und es erschien ein Buch von Schwab mit dem zugegeben reißerischen Titel The Great Reset. In einer Pressemitteilung im Juni 2020 brachte Klaus Schwab die Botschaft nochmal auf den Punkt: „Wir haben nur einen Planeten, und wir wissen, dass der Klimawandel die nächste globale Katastrophe mit noch dramatischeren Folgen für die Menschheit sein könnte. Wir müssen die Wirtschaft in dem kurzen noch verbleibenden Zeitfenster dekarbonisieren und unser Denken und Verhalten wieder in Einklang mit der Natur bringen“.

Bei den Verschwörungstheoretikern wurde aus den gut gemeinten Vorschlägen für eine gerechtere Welt jedoch etwas völlig anderes. Demnach geht es nicht um eine soziale Transformation des Kapitalismus, sondern um dessen Abschaffung. So sollen sich eine globale Finanzelite und hochrangige Politiker dazu verschworen haben, eine neue totalitäre marxistische Weltordnung einzuführen. Die Pandemie sei dabei Mittel zum Zweck und von Menschenhand erschaffen, um diese neue Ordnung durchzusetzen. Auch das Impfen der Bevölkerung ist nach dieser Erzählung Teil des Plans, um die Bevölkerung mittels Mikrochips gefügig zu machen. Wie immer bei solchen Verschwörungstheorien gibt es zahlreiche Ableger und Varianten. So wird mitunter auch über die Einrichtung von Konzentrationslagern spekuliert oder der Transhumanismus soll Teil der Verschwörung sein. Womit auch die säkulare und religionskritische Giordano-Bruno-Stiftung zu den verdächtigen Organisationen gehört, beruft diese sich doch auf den transhumanistischen Vordenker Julian Huxley. Wie fast immer bei solchen Verschwörungsmythen finden sich zudem stark antisemitischen Untertöne. Da Schwab selbst kein Jude ist, gilt er dann als Marionette der jüdischen Finanzelite, und es wird behauptet, er und das Weltwirtschaftsforum würde von George Soros oder den Rothschilds gesteuert. Folglich ist es kein Wunder, dass das Märchen von der Einführung des Marxismus durch Inszenieren einer Pandemie besonders in rechten Kreisen beliebt ist. Darunter sind offensichtlich viele Anhänger der AfD, wie man anhand vieler Diskussionsbeiträge solcher Personen zum Thema Corona in den sozialen Medien erkennen kann. Zudem kam jüngst eine Studie der Universität Leipzig zu dem Ergebnis, dass Verschwörungsmythen im Umfeld der AfD prinzipiell deutlich stärker verbreitet sind als bei Anhängern anderer Parteien.

Generell ist leider festzustellen, dass der Glaube an Verschwörungen in Deutschland erschreckend hoch ist. Rund ein Drittel der Bevölkerung neigt zu solchen Positionen, wie eine aktuelle Studie der Konrad Adenauer Stiftung gezeigt hat. Hier hat nicht zuletzt auch das Bildungssystem versagt und die fehlende Medienkompetenz vieler Menschen ist ein großes Problem. Kurzfristig zu reparieren ist das Abdriften großer Teile der Bevölkerung nicht. Wer einmal im Verschwörungssumpf gefangen ist, der kann kaum noch durch Argumente überzeugt werden. Vielleicht bräuchte das Bildungssystem einen „Great Reset“?

Written by Frank Welker

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Der große Dachschaden

 

Veröffentlicht 6. Juli 2021 von hubert wenzl in Medien, Medizin, Politik

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Vatikan sieht italienischen Gesetzentwurf Homosexuelle vor Gewalt zu schützen als Gefahr für die Meinungsfreiheit   Leave a comment

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Da musste ich schon zwei mal hinhören, damit ich richtig hörte!

Unglaublich, der Vatikan will also dass man homosexuelle Menschen beleidigen, mit Aggression und mit Gewalt begegnen kann! Das will der Vatikan als freie Meinungsäußerung gewährt wissen.

Von rainews.it

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Der Vatikan hat Italien aufgefordert, einen Gesetzentwurf zur Homophobie abzuändern, weil er das Konkordat verletzt.

Gesetzentwurf Homophobie: Vatikan fordert Änderungen

Der Vatikan hat die italienische Regierung dazu aufgefordert, den Gesetzentwurf gegen Homophobie abzuändern. Eine entsprechende schriftliche Forderung übergab die vatikanische Diplomatie dem Außenministerium. Nach Auffassung des „Corriere della Sera“ ist dieser Schritt historisch. Noch nie seit Abschluss des Konkordats habe der Vatikan einen solchen Schritt unternommen.

Als Begründung für diese ungewöhnliche Forderung gibt der Vatikan an, dass der nach dem Abgeordneten Alessandro Zan benannte Entwurf das Konkordat verletze.

Die Absicht des Entwurfs liegt darin, Menschen vor homophoben Beleidigungen, Aggressionen und Gewalt zu SCHÜTZEN. Die Kirche sieht darin zuerst einmal eine Gefahr für die Meinungsfreiheit. (Anmerkung: wie bitte??? Man muss dieser Organisation unbedingt die Zähne zeigen, das Konkordat wäre neu zu verhandeln, die Mittel bedeutend zu kürzen und die Steuerprivilegien ersatzlos zu streichen!). Außerdem verstoße er in einigen Punkten gegen Konkordat, argumentiert der Vatikan.

Kaum überraschend, dass die Lega dem Vatikan unterstützend zur Seite stand. Lega-Chef Matteo Salvini dankte dem Vatikan für seinen – so wörtlich – Hausverstand.

Die Kammer hat den Gesetzesentwurf im November verabschiedet. Im Senat muss er noch gebilligt werden.

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Vatikan sieht italienischen Gesetzentwurf Homosexuelle vor Gewalt zu schützen als Gefahr für die Meinungsfreiheit

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Aufruhr bei Promis und Politikern

Der Stopp sorgte für großen Wirbel unter Italiens Politikern und Prominenten. „Es braucht das (Gesetz) Legge Zan, das in einem zivilisierten Land vielleicht gar nicht notwendig wäre, hier aber schon“, sagte der Sänger und Gewinner des bekannten Sanremo-Festivals von 2019, Mahmood, im Interview der Zeitung „La Repubblica“ (Samstag). Die Menschen seien bereit, diese Schande homophober Taten ans Licht zu bringen.

https://www.rainews.it/tgr/tagesschau/articoli/2021/04/tag-aufregung-nach-blockade-anti-homphobie-gesetz-italien-95face02-0860-48f8-8160-f21b92e6f9ad.html

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Kritik an EM-Regenbogen: FDP-Mann Papke fühlt sich mit „Dreck“ beworfen

Der ehemalige Fraktionschef der NRW-FDP hatte Kritik an ein in Regenbogenfarben erstrahlenden Münchener Stadion geübt. Seine Partei reagierte empört – Papke ist es wiederum auch.

Diese freche Arroganz gegenüber Völkern, die sich dem linken Mainstream nicht anschließen wollen, ist unerträglich„, lautet der letzte Satz eines Tweets, der ein schon länger volles Fass wohl zum überlaufen gebracht hat.

Der Verfasser ist Gerhard Papke, von 2005 bis 2012 Fraktionschef der Landtags-FDP und danach bis 2017 Landtagsvize-Präsident. Der heute 60-Jährige prägte über Jahre das Gesicht der Freidemokraten im Landtag, blieb beharrlich ein Vertreter der stark am Markt orientierten FDP.

Papke ärgert die FDP häufiger

Nach seinem Ausscheiden aus dem Landtag schrieb er ein Buch über seine landespolitische Zeit, samt kritischer Passagen über Parteichef Christian Lindner. Auch in seiner aktuellen Position als Präsident der Deutsch-Ungarischen-Gesellschaft eckt er an, da er die Regierung Orban häufig gegen Kritik verteidigte.

Wenig verwunderlich also, dass sich auch Papke gegen die Pläne ausgesprochen hat, bei der EM-Partie der DFB-Mannschaft gegen Ungarn das Münchener Stadion in Regenbogen-Farben erstrahlen zu lassen.

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Papke spricht von „linkem Mainstream“

Dafür hatte sich Parteien im Münchener Stadtrat – auch mit der Zustimmung der dortigen FDP – ausgesprochen. Es sollte ein Zeichen gegen die Gesetzgebung in Ungarn sein. Das Parlament in Ungarn hatte zuletzt Gesetze gegen Homo- und Transsexuelle beschlossen, die international kritisiert wurden

Dass Papke die Pläne mit der Stadionbeleuchtung als „Arroganz“ und „linken Mainstream“ bezeichnet, erzürnt viele in der Partei. Vor allem Letzteres gilt als Bezeichnung, die häufig im neurechten Umfeld benutzt wird.

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FDP-Mann Papke fühlt sich mit „Dreck“ beworfen