Archiv für die Kategorie ‘Politik

Hitlerjunge, Hollywood-Star, Humanist: Hardy Krüger ist tot   Leave a comment

.

Hardy Krüger war vor allem in seinen älteren Jahren ein vorbildlicher Kämpfer gegen das Vergessen und gegen Rechtsextreme. Er kämpfte gegen alte und neue Nazis.

Sein Vater war ein fanatischer NS-Anhänger und hätte anderes vorgehabt mit seinem Sohn.

Von dw.com

In seiner Jugend stand Hardy Krüger vor einer steilen NS-Karriere. Doch nach dem Krieg wurde er Filmstar und Kämpfer gegen rechte Gewalt. Nun ist er im Alter von 93 Jahren gestorben.

.

Hardy Krüger war ein internationaler Star

.

„Mit dem Tod bin ich aufgewachsen, ich hatte mich an ihn gewöhnt“, antwortete Hardy Krüger 2018 in einem Interview kurz vor seinem 90. Geburtstag auf die Frage, ob er sich vor dem Tod fürchte. Der Filmstar im Ruhestand verwies auf all das, was er überlebt hatte: Fronteinsätze im Zweiten Weltkrieg, Bombenkrieg, Todesurteil und Erschießungskommando. „So viel Glück kann ein einzelner Mensch gar nicht haben“, resümierte er.

Jetzt teilte seine Künstleragentur in Hamburg mit, dass Krüger im Alter von 93 gestorben ist. „Unser tiefes Mitgefühl gilt seiner Ehefrau Anita, mit der er 46 Jahre lang glücklich zusammen war, und seiner Familie“, so die Agentur.

Die NS-Karriere zu Füßen

Die keineswegs glückliche Zeit der Weltwirtschaftskrise ist es, in die Eberhard August Franz Ewald Krüger am 12. April 1928 im rauen Berliner Stadtteil Wedding hineingeboren wird. Der Vater, ein Ingenieur, ist Fan von Adolf Hitler und frühes NSDAP-Mitglied. Zu Hause auf dem Klavier steht eine Büste Hitlers.

„Ich bin als Nazi erzogen worden“, erzählte Krüger immer wieder mit Blick auf seine Eltern und Lehrer. Mit dreizehn wird er gar auf der sogenannten Ordensburg im bayerischen Sonthofen aufgenommen: eine NS-Kaderschmiede, die die künftige Elite des Regimes formen soll.

Als Nazi-Eliteschüler wirkt Krüger 1943 in einer Nebenrolle im Film „Junge Adler“ mit. Ausgerechnet bei den Dreharbeiten zu diesem NS-Propaganda-Streifen hört Krüger im vertrauten Gespräch von einem älteren Schauspieler den Satz über Hitler, der sein Leben verändert: „Dein Halbgott, dieser österreichische Anstreicher, der ist ein Verbrecher.“ Krüger erfährt, was in Lagern wie Bergen-Belsen und Dachau geschieht.

Todesurteil

Gerade als er seinen Glauben an Regime und „Endsieg“ verloren hat, wird Krüger im Frühjahr 1945 mit der SS-Einheit „Nibelungen“ an die Front befohlen. Als er sich weigert, auf US-Soldaten zu schießen, verurteilt ihn ein Standgericht wegen „Feigheit vor dem Feind“ zum Tod durch Erschießen. Doch der SS-Mann, der das Urteil vollstrecken soll, schießt nicht. Weil Krüger, damals sechzehn Jahre alt, noch ausgesehen habe wie ein Kind, vermutet dieser später.

.

Filmstill - Die Brücke von Arnheim mit Hardy Krüger

Jahre nach dem Krieg spielte Hardy Krüger im Kriegsfilm „Die Brücke von Arnheim“ mit

.

Stattdessen wird er nun als Melder in den Bombenhagel geschickt. Einen Meldegang in den Alpen nutzt Krüger zur Desertion, gerät später aber in US-Kriegsgefangenschaft. Und wieder hat er Glück. Ein US-Captain lässt ihn laufen. Auch als er kurz darauf in die Hände sowjetischer Soldaten gerät, kann er entkommen. Nach einmonatiger Flucht durch Süddeutschland gelangt Eberhard Krüger zurück nach Berlin. Im Jahr 1945 kommt er ins zerstörte Hamburg.

Der Entschluss, Schauspieler zu werden, ist längst durch Bühne und Radio gereift. Doch der deutsche Film ist Krüger zu seicht. Die französische „Nouvelle Vague“ hat es ihm angetan. Also geht er 1954 zum Klinkenputzen nach Paris, wo man nicht auf ihn gewartet hat: „Deutsche wie Sie hatten wir hier genug, zu Hunderttausenden, in grauer Uniform. Wir können Sie hier nicht brauchen, hauen Sie ab“, bekommt er zu hören.

Durchbruch mit „Einer kam durch“

Auch die Engländer wollen zunächst nichts von ihm wissen. Doch 1957 kann er im Kriegsfilm „Einer kam durch“ den Fliegeroffizier Franz von Werra spielen, dem mehrfach die Flucht aus britischer Kriegsgefangenschaft gelang. Die Premiere des Films ist die Geburtsstunde des internationalen Filmstars Hardy Krüger.

.

Hardy Krüger: Vom NS-Eliteschüler zum Hollywoodstar

„Nur einer kam durch“

Im 1957 erschienenen britischen Kriegsfilm „The One That Got Away“, der in Deutschland als „Nur einer kam durch“ in die Kinos kam, spielte Hardy Krüger den deutschen Fliegeroffizier Franz von Werra, den einzigen deutschen Soldaten, dem die Flucht aus britischer Kriegsgefangenschaft gelang.

.

1957, Krüger lebt inzwischen als international beachteter Schauspieler in England, wird die Synagoge in Köln mit Hakenkreuzen beschmiert. Krüger ist entsetzt und richtet sich mit einem Artikel in der britischen „Daily Mail“ an seine deutschen Landsleute: Er könne nicht verstehen, wieso Alt-Nazis Lehrer werden dürfen, die KPD aber verboten sei. Der damalige Bundeskanzler Konrad Adenauer schimpft über diesen „jungen Deutschen, der die Bundesregierung von England aus belehren“ wolle. Hardy Krüger kann er damit nicht zum Schweigen bringen.

Kampf gegen alte und neue Nazis

Über Jahrzehnte setzt Krüger seine Prominenz und Ressourcen ein, „jeden Alt-Nazi und jeden neuen Nazi“ zu bekämpfen. Mit unzähligen Schulbesuchen, Vorträgen und 2014 mit der Initiative „Gemeinsam gegen rechte Gewalt“ tritt er noch mit fast 90 Jahren neonazistischen Tendenzen entgegen. In seinen letzten Jahrzehnten, in denen Krüger mit seine Frau Anita in Kalifornien und Hamburg lebt, musste er erleben, dass sein Engagement gegen Rechts in Deutschland wieder dringlicher wurde.

Jetzt ist der gebürtige Berliner für immer verstummt.

.

Hitlerjunge, Hollywood-Star, Humanist: Hardy Krüger ist tot

„Novax“ Djokovic ist im Tennis eine Größe, als Mensch ist er es nicht   Leave a comment

.

Ungeimpfter Novak Djokovic könnte auch Wimbledon verpassen.

Novak Djokovic droht Medienberichten zufolge auch ein Ausschluss beim Grand-Slam-Klassiker in Wimbledon, sollte sich der Tennis-Weltranglistenerste nicht impfen lassen. Nach Angaben der britischen Zeitungen „Telegraph“ und „Mirror“ wollen die Londoner Turnier-Verantwortlichen keine Zusicherung geben, dass Djokovic im kommenden Sommer seinen Titel bei dem Rasen-Spektakel verteidigen darf. Damit würden sie über die gegenwärtig geltenden Corona-Regeln der britischen Regierung hinausgehen. Bislang dürfen ungeimpfte Spitzensportler nach Großbritannien einreisen, um dort zu trainieren und an Wettbewerben teilzunehmen.

Zuvor war bekannt geworden, dass sich auch die Titelverteidigung bei den French Open im Mai für den 34-jährigen Serben erledigt hat, wenn er sich weiterhin nicht impfen lässt. Die französische Sportministerin Roxana Maracineanu hatte mitgeteilt, dass in- und ausländische Sportler in Frankreich in Zukunft nur antreten dürfen, wenn sie geimpft oder genesen sind. Auch die Teilnahme an den US Open in New York ist nur für Geimpfte möglich.

Djokovic aus Australien ausgewiesen

Novak Djokovic war am Sonntag nach einem tagelangen Rechtsstreit aus Australien ausgewiesen worden. Der Weltranglisten-Erste wollte mit einer medizinischen Ausnahmegenehmigung ungeimpft an den Australian Open teilnehmen. Sein Visum war jedoch annulliert worden, weil Djokovic nicht ausreichend Belege für die Sondererlaubnis vorlegen konnte. Das Bundesgericht in Melbourne erklärte den Visumsentzug für rechtens, woraufhin der Serbe das Land verlassen musste.

Die in Belgrad erscheinende Zeitung „Informer“ titelte am Dienstag: „Novak muss sich entscheiden: Impfung oder Ende der Karriere. Wenn er nicht spielen kann, verliert er 40 Millionen Euro an Sponsorengeldern“.

.

„Novax“ Djokovic ist im Tennis eine Größe, als Mensch ist er es nicht

.

 

Écrasez l’infâme!   Leave a comment

.

Voltaire – ein wichtiger Wegbereiter der Französischen Revolution, der sich gegen die Willkür der katholischen Kirche zur Wehr setzte.

Aus wikipedia.org

Écrasez l’infâme! (Abkürzung: Écrelinf!, franz. ‚Zermalmt das Infame!‘, ‚Zermalmt das Niederträchtige!‘ ist der antireligiöse, antiklerikale Kampf- und Sammelruf Voltaires, das emblematische Erkennungszeichen des „Patriarchen von Ferney“, wie Friedrich II. den Vordenker der Aufklärung apostrophierte.

Unter dem Infamen, dem Niederträchtigen, dem Schimpflichen, das es zu zerschmettern galt, verstand Voltaire das inquisitorische „Bündnis von Thron und Altar“, die Verschmelzung von „Dogma und Schwert“. Als „infam“ verurteilten Voltairianer die römisch – katholische Kirche, Offenbarungsreligionen – welche sie mit Aberglauben gleichsetzten –, das absolutistische Machtsystem, Fanatismus, Intoleranz, Zensur, Verfolgung, Tötung Andersdenkender, barbarische Strafen, Folter und grausame Justizwillkür.

So wurde zum Beispiel der Protestant Jean Calas als Opfer eines Justizmordes 1762 in Toulouse gerädert. Die „Affäre Calas“ wurde in ganz Europa dank Voltaire, der sich publizistisch, unter anderem mit der Schrift Traité sur la tolérance (1763), für seine postume Rehabilitierung einsetzte, bekannt. Ein berühmtes Beispiel für religiös motivierte Justizmorde im Jahrhundert Voltaires ist der Fall des Chevalier de la Barre. Sein Fall wurde in ganz Europa bekannt, weil sich Voltaire erfolgreich für seine Rehabilitierung eingesetzt hatte.

Voltaire war ein wichtiger geistiger Wegbereiter der Französischen Revolution. Seit 1760 pflegte er seine Korrespondenz an vertrauenswürdige Mitstreiter im Kampf gegen das Infame mit diesem Appell zu unterzeichnen.

Voltaires Signatur „écrasez l’infâme“

wird zum Fanal des vorrevolutionären Feldzugs der Aufklärer für Meinungsfreiheit, Rede- und Publikationsfreiheit, Toleranz und Humanität.

.

Écrasez l’infâme!

Sturm aufs Kapitol – 06.01.2021   4 comments

.

Gestern (04.01.2022) war eine aufschlussreiche Doku auf ARTE zum Sturm aufs Kapitol (auch Begebenheiten davor und danach) bzw. auch auch was dazu führte. Trump hat seine Anhänger mit Berechnung angestachelt, vor allem auch weil er immer wieder (wider besseren Wissens) die Lüge von den gestohlenen Wahlen auftischte. Die fünf Toten im Kapitol gehen ohne Frage auf sein Konto. Trump will morgen am Jahrestag nicht zu einer Pressekonferenz erscheinen.
Aber fast alle Republikaner stehen weiterhin zu Trump… Für einen Demokraten nicht nachvollziehbar. Was ist denn das für eine Bande??? Schockierend die Bilder, die man gestern bei ARTE in einer Doku sah! Wer das gut heißt, den oder die muss man zu diesem Pöbel dazuzählen. Trump will die „Proud Boys“ nicht gekannt haben. Später sagte er sie sollen sich bereit halten. Sie sind eine rechtsextreme Gruppe, die unter anderem die weiße Vorherrschaft wollen.

Von arte.tv/de

Der Sturm aufs Kapitol

Ein amerikanisches Trauma

Der 6. Januar 2021 ist eine Zäsur in der Geschichte der USA. Ein wütender, bewaffneter Mob dringt in das US-Kapitol ein, um zu verhindern, dass Joe Biden offiziell als Wahlsieger bestätigt wird. Der Sturm aufs Kapitol hinterlässt einen Schock bei allen überzeugten Demokraten. Wie konnte es so weit kommen? Eine Rekonstruktion und Analyse aus ganz verschiedenen Perspektiven.
Am 6. Januar 2021 stehen die USA am Rand eines politischen Abgrunds. Die Lüge vom gestohlenen Wahlsieg Donald Trumps entlädt sich in Gewalt, fünf Menschen sterben im Herzen der US-Demokratie.

Die Welt ist am 6. Januar 2021 live beim Sturm auf das Kapitol dabei. Fast lückenlos ist das Vorgehen der Angreifer dokumentiert, aber auch die Hilflosigkeit der Sicherheitskräfte. Im Verlauf des Jahres können mit Hilfe der Bilder hunderte Einzeltäter identifiziert und verurteilt werden. Aber fast alle Republikaner stehen weiterhin zu Trump, eine erneute Kandidatur für die Präsidentschaftswahlen 2024 ist noch immer möglich. Viele fürchten, dass den USA der endgültige Zusammenbruch der Demokratie bevorsteht.

Der Film rekonstruiert die Ereignisse aus mehreren Perspektiven nach und analysiert die Folgen des Angriffs auf die Demokratie: Aus der Sicht der Angreifer, der Einsatzkräfte, aus Sicht der Abgeordneten, die sich teils unter Todesangst verbarrikadierten. Aus Sicht der Journalisten, die während des Angriffs im Gebäude waren und die über die Ereignisse live berichteten. Doch es geht auch um einen Blick nach vorne. Ist die Gefahr für die Demokratie in den USA gebannt oder wird es nach der Wahl 2024 noch schlimmere Gewalt geben als 2021?

.

Sturm aufs Kapitol – 06.01.2021

.

.

Schwarzer Tag in der Geschichte der US-Demokratie

 

Der ehemalige US-Präsident Donald Trump hat eine geplante Pressekonferenz zum Jahrestag der Erstürmung des US-Kapitols am 6. Januar abgesagt.

 

Trump hatte die Konferenz kurz vor Weihnachten angekündigt. Er hat bis heute seine Wahlniederlage gegen Biden nicht eingeräumt und verbreitet regelmäßig seine Wahlbetrugsvorwürfe.

Hunderte radikale Trump-Anhänger*innen hatten das Kapitol Anfang Januar 2021 gestürmt, als dort Bidens Wahlsieg zertifiziert werden sollte. Dabei starben fünf Menschen, unter ihnen ein Polizist und eine von einem Beamten erschossene Angreiferin. Der Sturm auf den Sitz des Kongresses sorgte weltweit für entsetzte Reaktionen und gilt als schwarzer Tag in der Geschichte der US-Demokratie.

Der Ex-Präsident und seine Anhänger*innen versuchen, die Kapitol-Erstürmung als legitimen Protest gegen eine manipulierte Wahl darzustellen. Der bei der konservativen Basis äußerst beliebte Rechtspopulist ist nach wie vor der starke Mann bei den Republikanern – und liebäugelt mit einer erneuten Präsidentschaftskandidatur im Jahr 2024.

https://de.yahoo.com/nachrichten/trump-sagt-pressekonferenz-erstem-jahrestag-234922610.html

.

.

Unmöglich dieser Trump. Er weiß nicht WER die Proud Boys sind. ts ts ts ts. Sie sind eine rechtsextreme Gruppierung. Hoffentlich kommt er NIE wieder. Es fällt Trump extrem schwer sich von Rechtsextremen zu distanzieren.

Trump und die „Proud Boys“

.

.

Die rechtsextremen „Proud Boys“ im US-Wahlkampf | TT-Reportage zur US-Wahl

.

 

Wie sich Deutschland verändern wird   Leave a comment

.

Das säkulare Jahrzehnt:

2022 wird der Bevölkerungsanteil der Katholiken und Protestanten erstmals unter 50 Prozent fallen, spätestens 2032 werden die konfessionsfreien Menschen die absolute Mehrheit in Deutschland stellen. In seiner Neujahrsansprache hat gbs-Vorstandssprecher Michael Schmidt-Salomon ausgeführt, welche politischen Veränderungen mit diesem gesellschaftlichen Wandel einhergehen sollten.

In den letzten 150 Jahren hat sich der Bevölkerungsanteil der Konfessionsfreien vervierzigfacht und der Anteil der Katholiken und Protestanten halbiert. Wie Schmidt-Salomon in seiner Ansprache betonte, hat mit Olaf Scholz erstmals in der deutschen Geschichte ein Konfessionsfreier die Regierungsverantwortung übernommen und haben fast die Hälfte der Kabinettsmitglieder auf die traditionelle Gottesformel bei der Vereidigung ins Amt verzichtet. Diese „neue Säkularität der verantwortlichen Politikerinnen und Politiker“ äußere sich, so der gbs-Sprecher, auch in dem Koalitionsvertrag, den SPD, FDP und Grüne ausgehandelt haben, etwa in der Streichung des umstrittenen §219a (die sogenannte „Werbung für den Schwangerschaftsabbruch“) aus dem Strafgesetzbuch.

Diese Streichung sei ein wichtiger erster Schritt, meinte Schmidt-Salomon, aber er dürfe keineswegs der letzte sein. Denn die Bandbreite der religiös begründeten Gesetze, welche die Freiheiten der Bürgerinnen und Bürger unzulässig einschränkten, reichten „von der Wiege bis zur Bahre, ja sogar darüber hinaus, nämlich vom sogenannten Embryonenschutz, der zur Kriminalisierung des Schwangerschaftsabbruchs geführt hat, bis hin zum Friedhofszwang, der uns verbietet, die Asche unserer Verstorbenen im eigenen Garten zu verstreuen“. Derartige Gesetze müssten in den nächsten Jahren fallen, forderte der Stiftungssprecher: „Denn warum auch sollte sich eine konfessionsfreie Mehrheit weiterhin Gesetzen unterwerfen, die von überkommenen religiösen Dogmen bestimmt sind?!“

Eine starke säkulare Lobbyorganisation

Es bestehe Hoffnung, dass die neue Bundesregierung „die historische Chance zu einer neuen, säkularen Rechtspolitik“ ergreife, allerdings werde dieses Projekt „kein Selbstläufer“ sein. Es brauche gesellschaftlichen Druck, damit sich die Dinge ändern, nötig sei nun vor allem „eine starke säkulare Lobbyorganisation, die den Politikerinnen und Politikern auf den Füßen steht und sie daran, erinnert, dass die Mehrheit der Deutschen – ob konfessionsfrei oder nicht – längst schon ein Leben jenseits religiöser Gängelungen führen will“. Im Rahmen des Schwerpunktthemas „Das säkulare Jahrzehnt“ werde die Giordano-Bruno-Stiftung die Etablierung einer solchen Lobbyorganisation mit ihren Mitteln maßgeblich unterstützen, nämlich den Aufbau des „Zentralrats der Konfessionsfreien“, der sich 2022 erstmals der Öffentlichkeit präsentieren wird.

Bis 2032, also bis zum Ende dieses ersten säkularen Jahrzehnts, will Schmidt-Salomon einiges erreicht haben: „So sollte die Kriminalisierung des Schwangerschaftsabbruchs bis 2032 Geschichte sein. 150 Jahre lang hat die Frauen-Bewegung gegen diese Kriminalisierung gekämpft, wir wollen alles daransetzen, dass es am Ende keine 160 oder noch mehr Jahre sein müssen. Fallen sollten natürlich auch die historischen Staatsleistungen, die seit über 100 Jahren verfassungswidriger Weise an die Kirchen gezahlt werden. Ebenso fallen muss das kirchliche Arbeitsrecht, das nicht nur Konfessionsfreie, sondern auch Juden und Muslime, Schwule und Lesben diskriminiert.“

Für einen modernen, weltanschaulich neutralen Staat

Am Schluss seiner Neujahrsansprache stellte der gbs-Vorstandssprecher klar, dass das Schwerpunktthema „Das säkulare Jahrzehnt“ zwar eine „Kampfansage an die herrschenden Rechtsverhältnisse“ sei, keineswegs aber eine „Kampfansage an Gläubige“: „Wir wissen sehr wohl, dass es in den Kirchen viele Menschen gibt, die die Dinge ähnlich sehen wie wir. Auch sie wollen in einer offenen Gesellschaft leben, in der niemand aufgrund seines Glaubens oder Unglaubens privilegiert oder diskriminiert wird.“

Diese säkulare Haltung werde auch wichtig sein, um der Herausforderung des politischen Islam zu begegnen: „Denn der moderne Rechtsstaat kann Muslimen nicht verwehren, was er Christinnen und Christen gewährt. Wer also nicht will, dass die Muslimbrüder in die Lage versetzt werden, religiöse Sonderrechte für ihre Propaganda-Zwecke auszunutzen, darf diese Möglichkeit auch den christlichen Kirchen nicht einräumen.“ Insofern sei der „Einsatz für den weltanschaulich neutralen Staat“ zugleich auch ein „Einsatz zur Verteidigung der offenen Gesellschaft gegen ihre wiedererstarkten Feinde“.

.

Veröffentlicht 3. Januar 2022 von hubert wenzl in Politik, Religionskritik

Getaggt mit

Wenn die Seele schreit   Leave a comment

.

Oder: warum ich niemals ein Patriot oder Nationalist sein werde (u.a.)

Im ARD war vor wenigen Tagen abends eine ehemalige Bundeswehr-Soldatin von Afghanistan im Interview, die so was von enttäuscht war, wie es nicht ärger sein könnte. Kein Brief, nicht mal eine Postkarte, kein Angebot über psychologische Hilfe. Kein Anruf. Der Zapfenstreich war eine Farce, so empfanden es alle Afghanistan Soldaten. Sie war zuletzt im Interview den Tränen nahe. Nach Afghanistan, wieder zu Hause fiel sie in ein tiefes Loch.
Für SOO ein Land, SOO einen Staat sollte man sich einsetzen, sein Herzblut hergeben???
Man sieht das auch in den USA wie schlecht Veteranen in den USA behandelt werden, wie erbärmlich ihre eventuellen Kriegsinvalidenrenten sind.
Ich werde NIE ein Patriot und NIE ein Nationalist werden, war ich auch noch NIE.

deutschlandfunk.de

Die Bundeswehr hofft also, mit optimaler Vorbereitung das PTBS-Risiko zu minimieren; sie geht davon aus, dass PTBS erfolgreich behandelt werden kann und mehr noch: die Betroffenen könnten nach einer Therapie an die Front zurückkehren. Eine Einschätzung, die auch Oberfeldarzt von Rosenstiel vertritt, die aber von vielen Psychologen angezweifelt wird.

Die Behauptung, PTBS sei heilbar, ist beispielsweise für die Münchener Psychologin Michaela Müller Teil einer Strategie: Man wolle der Bevölkerung so den Krieg ohne „eigene“ Opfer einreden. Seit dem Vietnamkrieg sei – so die Psychologin – bekannt, dass retraumatisierte Soldaten eigentlich nur zwei Alternativen hätten: entweder sie verbergen ihre seelischen Verletzungen hinter eskalierender Gewalt und Brutalität oder sie brechen zusammen.

https://www.deutschlandfunk.de/seelenschrei-100.html

.

Der heute in Bonn lebende Eggert hat sich entschlossen, im Interview mit dem ARD-Hauptstadtstudio über das Wiederaufflammen seiner Krankheit zu reden. Andere Traumatisierte wollen und können das angesichts der Bilder und Berichte aus Afghanistan derzeit nicht.

Aus Sicht des Bundes Deutscher Einsatzveteranen jedenfalls offenbart sich hier ein Riesenproblem: Schon nachdem Ende Juni die letzte Bundeswehrmaschine vom Hindukusch zurückkehrte und sich keine Politikerseele zum Empfang am Rollfeld blicken ließ, hätten die Telefone nicht stillgestanden, berichtet der Verbandsvorsitzende Bernhard Drescher. Das sei angesichts der Taliban-Machtübernahme so weitergegangen: „Auf allen Kanälen wurden uns Wut und Enttäuschung – also quasi ein Gewitter der Emotionen – mitgeteilt, welches sich gerade bei den Traumatisierten sehr stark entladen hat.“

https://www.tagesschau.de/…/afghanistan-bundeswehr-127…

.

Die anderen Nationen holen ihre Helfer raus

„Das bereitet nicht für einen kurzen Zeitraum mal schlaflose Nächte, sondern das wird über Monate die Kameraden wieder zurückwerfen.“ Je näher der „Tag x“, sprich der komplette Abzug aus Kabul, rücke, desto schlechter werde es den Veteranen gehen: „Wir wissen, der Rest der Menschen wird vermutlich verloren sein.“

Dass bis dato so wenige Ortskräfte rausgeholt werden, ist für Eggert unverständlich. Er sagt, dass das Mandat erweitert werden müsse, damit die Bundeswehr-Soldaten in Kabul den Flughafen auch verlassen und afghanische Helfer retten können: „Das machen die Franzosen auch vor Ort. Sie holen ihre Menschen dort raus aus der Menge. Warum die Deutschen nicht?“

Wenn die Seele schreit

Wenn Trump von Diktatoren redet…   Leave a comment

.

In meinem Spam-Ordner eines Online-Mail Anbieters waren folgende geistigen Ergüsse zu lesen (Auszug):

Leisten wir unseren Beitrag zur geistigen Weltgesundheit!
„Die schlimmsten Dinge in der Geschichte sind passiert, wenn Menschen aufhören für sich selbst zu denken, besonders wenn sie es zulassen, von negativen Leuten beeinflusst zu werden. Das ist was Diktatoren heraufbeschwört. Vermeidet das um jeden Preis. Stoppt es zuerst auf persönlicher Ebene und ihr werdet zur geistigen Weltgesundheit genauso beigetragen haben, wie zu eurer eigenen.“ – Donald J. Trump, 45. Präsident der Vereinigten Staaten.

Der Trump müsste wohl von Diktatoren reden, er der den Sturm auf das Kapitol am 6. Jänner 2021, mit 5 Toten zu verantworten hat, weil er zuvor die Leute aufgehetzt hat. Man wollte die Ernennung Bidens zum Präsidenten der USA verhindern. Trump der Meister-Lügner schwafelt bis heute von Wahlbetrug, was man nicht kommentieren muss, weil gelogen und Schwachsinn. Aber der Schreiber dieses Schunds, „PatriotPetition.org“, ist ein Rechtsextremer.
Diese Leute loben ja auch Putin und sind ausgesprochen russlandfreundlich, wie zum Beispiel auch die AfD, die FPÖ in Österreich und weitere Rechte. Unter Putins Gerichtshelfern wurde ja erst vor einigen Tagen die Menschenrechtsorganisation „Memorial“ verboten.

.
Eskalation in Washington – Rechtsextreme und QAnons bei Kapitol-Sturm
Rechtsextreme und Verschwörungsgläubige waren beim Sturm auf das Repräsentantenhaus dabei. Das habe Trump selbst provoziert, sagen Kritiker.

.

Bild von zdf.de

.

Bild von zdf.de

.

https://www.zdf.de/nachrichten/politik/us-wahlen-rechtsextreme-kapitol-proud-boys-100.html

.

Wenn Trump von Diktatoren redet…

 

„Bergdoktor“-Star Hans Sigl übt scharfe Kritik an Jan Josef Liefers   Leave a comment

.

Kann Hans Sigl da nur voll zustimmen.

Von web.de – Auszug.

„Bergdoktor“-Star Hans Sigl übt scharfe Kritik an Jan Josef Liefers: „Was stimmt mit dem nicht?“

Seit 2008 und damit beinahe 15 Jahre lang ist Hans Sigl nun schon als „Der Bergdoktor“ Martin Gruber im Dauereinsatz am Wilden Kaiser. Im wahren Leben ist der Schauspieler bekennender Impfbefürworter. Wie manche Kollegen allerdings mit dem Coronavirus und der Pandemie umgehen, kann der 52-Jährige nicht nachvollziehen.

Im Gespräch mit Moderatorin Barbara Schöneberger für das Magazin „Barbara“ sagte Sigl vor Kurzem: „Wer sich impfen lässt, übernimmt nicht nur Verantwortung für sich, sondern auch für andere, die dadurch geschützt sind.“ Dieses Verantwortungsgefühl sei jedoch noch nicht überall angekommen. Auch bei ihm seien bereits Freundschaften in der Coronakrise zerbrochen. „Mir sind tatsächlich ein paar Freunde abhandengekommen“, offenbarte Sigl.

Hans Sigl über Jan Josef Liefers: „Was stimmt nicht mit dem?“

Im Interview mit dem „Spiegel“ (Plus-Inhalt) setzt der Schauspieler nun noch eins drauf und tut seine Verwunderung über den Umgang mancher Kollegen mit dem Coronavirus kund. Generell habe es ihn überrascht, „wie kontrovers das Thema Corona in den Künstlerkreisen dann doch wahrgenommen wurde“. Aktionen wie #allesdichtmachen und #allesaufdentisch stoßen bei ihm auf Befremden.
Besonders irritierend scheint Sigl das Verhalten von Jan Josef Liefers zu finden. Wenn einer wie er „die Nummer reitet, man darf hier nicht mehr alles sagen in diesem Land, dann denke ich wirklich, was stimmt mit dem nicht?“, erklärt der „Bergdoktor“ über seinen Kollegen. Jemand, der die Medien, die Umsetzung, Ursache, Aussage und Wirkung kenne, sollte nach Sigls Meinung nicht so vorgehen.
Gemeint ist damit ein anderer Schauspielkollege: „Der Richy Müller mit seinem absurden Tütenwitz. Das sollte Satire sein? Das kann ich bei einem Schauspielschüler noch gelten lassen, aber nicht bei einem Kollegen.“ Scherze und Gags in diesem Zusammenhang seien nicht angebracht, findet Sigl: „Die Sprengkraft musste ihnen klar sein. Das Thema in dieser Form verträgt keine Satire.“

.

„Bergdoktor“-Star Hans Sigl übt scharfe Kritik an Jan Josef Liefers

Veröffentlicht 27. Dezember 2021 von hubert wenzl in Medizin, Politik

Getaggt mit , , ,

#Faktenfuchs: Die Verschwörungstheorie zu „The Great Reset“   Leave a comment

.

Wenn ich schon Kopp Verlag lese…

der auch vorkommt bei den Verschwörungsschwurblern.

„The Great Reset“, also auf deutsch: Der große Umbruch.

Unter dem Titel „The Great Reset“ liefert das Weltwirtschaftsforum Vorschläge für eine nachhaltigere Neugestaltung der Wirtschaft nach der Corona-Pandemie. Verschwörungstheoretiker verbreiten dazu ihr eigenes Narrativ. Ein #Faktenfuchs.

Seit letztem Jahr verbreitet sich unter Corona-Leugnern eine neue Verschwörungstheorie, „The Great Reset“ – „Der große Umbruch“. Die These: Unter der Überschrift „The Great Reset“ plane eine globale Finanzelite eine neue Weltwirtschaftsordnung und begründe das durch die Covid-19 Pandemie.

Die Grundlage der Verschwörungstheorie

Das Weltwirtschaftsforum (World Economic Forum WEF) bezeichnet sich selbst als Internationale Organisation für Öffentlich-private Kooperation und wurde 1971 als Stiftung in der Schweiz gegründet. Bekannt ist das WEF für sein alljährliches Treffen in Davos: Dort kommen Spitzenpolitiker, führende Wirtschaftsexperten, Wissenschaftler und gesellschaftliche Akteure zusammen, um über Wirtschafts-, Sozial- und Umweltpolitik zu diskutieren.

Bei einem virtuellen Treffen im Juni 2020 beschäftigte sich das Weltwirtschaftsforum mit den Auswirkungen der Corona-Pandemie und stellte eine neue Initiative vor: „The Great Reset“ – „Der Große Umbruch“ – die sich mit der Frage befasst, wie die Weltwirtschaft nach der Covid-19-Pandemie nachhaltiger und gerechter gestaltet werden könne.

Der Gründer des Weltwirtschaftsforums, Klaus Schwab, veröffentlichte im Juli 2020 gemeinsam mit dem Autor Thierry Malleret ein Buch mit dem Titel „Covid-19: Der grosse Umbruch“. Darin schreiben sie: „Es geht darum, die Welt weniger gespalten, weniger verschmutzend, weniger zerstörerisch, integrativer, gerechter und fairer zu machen, als wir sie in der Zeit vor der Pandemie hinter uns gelassen haben.“ (K. Schwab, T. Malleret: Covid-19: Der grosse Umbruch, Schlussfolgerung, S. 293).

Die Corona-Pandemie und die dadurch entstandenen wirtschaftlichen Auswirkungen zögen nicht nur negative Auswirkungen mit sich, sondern könnten auch als Chance betrachtet werden. Die Pandemie ist laut Schwab eine Gelegenheit, um Wirtschaft neu zu denken. Er und Malleret betonen in ihrem Buch, dass der „Stakeholder-Kapitalismus“ in Zukunft immer wichtiger werde. Das heißt, dass Unternehmen nicht mehr nur daran interessiert sein sollten, ihre Profite zu maximieren, sondern auch anderen Gruppen bzw. Themen, den „stakeholdern“, eine zentralere Rolle einzuräumen, etwa Nachhaltigkeit und Umweltschutz – aber auch den Beschäftigten. (Schwab, Malleret: Covid-19: Der grosse Umbruch, S. 217)

Dieser Ansatz ist nicht neu. Schon beim Weltwirtschaftsforum 2019 ging es unter anderem um die Gefahren durch den Klimawandel und die Frage, wie man nicht nur ökonomischen Wohlstand, sondern auch das gesellschaftliche Wohlbefinden steigern könne. Doch die Verknüpfung mit der Covid-19-Pandemie lieferte 2020 eine Steilvorlage für Verschwörungstheoretiker.

  • Der #Faktenfuchs klärt auch in diesem Video, was es mit der Theorie zum „Great Reset“ auf sich hat, wer Klaus Schwab ist und was sein Buch mit einer angeblichen Weltverschwörung zu tun hat:

 

Klaus Schwab und der Great Reset: Was passiert wirklich? | #Faktenfuchs | BR24

.

.

Dominierende Verschwörungstheorie

Seit Beginn der Pandemie verbreiten sich die unterschiedlichsten Verschwörungstheorien dazu, was und wer angeblich hinter der Pandemie stecken könnte. Im Juli 2020 äußerte sich der Journalist Ernst Wolff auf der Internetseite des bekannten Verschwörungstheoretikers Ken Jebsen alias „KenFM“ zu den vermeintlichen Hintergründen des „Great Reset“.

Dieser sei „eine Art Schocktherapie“, mit der die finanzielle und politische Elite der Welt innerhalb kürzester Zeit Veränderungen durchsetzen wolle. „Und dazu haben die Eliten ganz offensichtlich in diesem Jahr den passenden Partner gefunden: Das neue Corona-Virus.“ Die Eliten würden ihre Selbstsucht hinter der vorgeschobenen Sorge um das gesundheitliche Wohl der Bevölkerung verstecken – für Wolff eine „absurd anmutende Verdrehung der Tatsachen.“

Auch der Kopp-Verlag, der laut eigener Aussage auf unbequeme Wahrheiten und unterdrückte Informationen hinweist, verlegt ein Buch des Autors Peter Orzechowski, das die Verschwörungstheorie des „Great Reset“ verbreitet. In „Durch Corona in die neue Weltordnung“ heißt es im Klappentext: „Politik und Medien wollen uns glauben machen, die Bedrohung sei ein Virus. Sie nennen es Covid-19. Aber dieses Virus dient einer global operierenden Elite nur als Vorwand, unser Zusammenleben komplett neu zu ordnen.“ Die Elite würde daran arbeiten, die Grundbausteine der Gesellschaft zu zerstören: die Familie, das Vertrauen in Recht und Gesetz und vor allem die Freiheit. Als Neue Weltordnung wird in verschiedenen Verschwörungstheorien das angebliche Ziel von Eliten und Geheimgesellschaften bezeichnet, eine autoritäre, supranationale Weltregierung zu errichten. (Anm. ts ts ts…:) )

Der Verschwörungstheorie-Experte Michael Butter von der Universität Tübingen sagt im Gespräch mit dem #Faktenfuchs: „“Ganz schnell gab es die Vermutung, dass das Ganze dazu dienen sollte, die Wirtschaft auf der Welt grundlegend neu zu ordnen und sie entsprechend dahingehend zu verändern, dass die großen Konzerne noch mehr Macht bekommen und der Neoliberalismus noch stärker wird.“ Seit dem Herbst dominiere die Verschwörungstheorie zum „Great Reset“ die Diskussionen über die angeblichen langfristigen Folgen der Pandemie.

Konferenzen beliebter Auslöser für Verschwörungstheorien

Treffen wie das des Weltwirtschaftsforums in Davos oder auch die Bilderberg-Konferenz, bei denen hochkarätige Personen aus Wirtschaft und Politik zusammenkommen, eigneten sich gut, um daraus eine Verschwörungserzählung zu stricken, sagt Josef Holnburger, Politikwissenschaftler und Geschäftsführer des Centers für Monitoring, Analyse und Strategie (CeMAS): „Verschwörungserzählungen haben immer den Gegenstand, dass es eine kleine Gruppe von Personen gibt oder eine Einzelperson, die etwas Böses machen will, einen illegitimen Zweck herbeiführen will und sich dabei eines umfassenden Machtapparats bedienen kann.“

Eine Verschwörung, unterschiedliche Auslegungen

Die Verschwörungstheorie zum „Great Reset“ sei „transnational“, sagt Butter. Allerdings nehme sie in Nordamerika andere Ausprägungen an als in Europa: In den USA und Kanada werde erzählt, dass der Sozialismus eingeführt werden solle. Dort werde das Buch von Weltwirtschaftsforum-Gründer Klaus Schwab so interpretiert, dass der Neoliberalismus mehr oder weniger am Ende sei und eine Verschiebung des Kapitals von der besitzenden Klasse zu den Arbeitenden stattfinde. (Anm. das wäre nicht mal eine schlechte Idee 🙂 )

Als Beleg dafür werden Zitate aus Schwabs Buch herangezogen. Er schreibt, dass es in der Ära nach der Pandemie zu einer massiven Umverteilung des Reichtums kommen wird, „von den Reichen zu den Armen und von Kapital zur Arbeit.“ (Covid-19: Der grosse Umbruch, S. 88). Dies wird als Beleg gesehen, dass die Akteure des „Great Reset“ den Sozialismus bzw. Kommunismus einführen wollen. (Anm. typisch USA)

In Europa werde behauptet, es ginge um eine „Steigerung des Neoliberalismus“, so Butter. Es ginge darum, den großen Konzernen noch mehr Geld zu geben und den Arbeitnehmern Macht wegzunehmen. Der wahre Grund der Pandemie sei demnach die Zerstörung des Mittelstandes, Menschen und Regierungen sollen von den Großkonzernen abhängig gemacht werden, deshalb würden zum Beispiel Rettungspakete für Großkonzerne geschnürt. In Europa dominiert also genau das gegenteilige Narrativ zu dem in den USA und Kanada.

WEF-Gründer Klaus Schwab als zentrale Figur

Dreh- und Angelpunkt der Verschwörung rund um den „Great Reset“ ist der Gründer des Weltwirtschaftsforums, Klaus Schwab. Häufig werden Fotos von Schwab geteilt, die ihn in einer Robe zeigen, zusammen mit Zitaten aus seinem Buch. Der Mechanismus dahinter: Emotionalisierung.

Josef Holnburger vom CeMAS sagt: „Es geht sehr stark darum, dass man die Person Klaus Schwab negativ auflädt. Da hat man Fotos von Klaus Schwab in einer Kutte und meint das als Beweis zu sehen, dass er eigentlich Satanist wäre.“

Bei der Verwendung von Begriffen wie Satanist oder „absolut böse“ geht es laut Holnburger darum, den Diskurs zu emotionalisieren. Es gibt tatsächlich Fotos von Klaus Schwab in dieser schwarzen Robe, das Kleidungsstück ist aber kein Merkmal einer Sekte oder eines anderen geheimen Zirkels. Sie wird an der Technischen Universität Kaunas in Litauen zu feierlichen Anlässen getragen. 2017 verlieh die Hochschule Klaus Schwab die Ehrendoktorwürde. Bei der festlichen Zeremonie trugen sowohl Schwab als auch weitere Professoren der Universität diese Roben.

.

#Faktenfuchs: Die Verschwörungstheorie zu „The Great Reset“

18 Jahre Haft für Tichanowskajas Mann   Leave a comment

.

Lukaschenko würde ich das gleiche Ende wie Ceausescu wünschen.

Opposition in Belarus
18 Jahre Haft für Tichanowskajas Mann

Sergej Tichanowski, der Ehemann von Oppositionsführerin Swetlana Tichanowskaja, ist in Belarus zu 18 Jahren Haft verurteilt worden. Er wurde im Zusammenhang mit den Massenprotesten gegen Machthaber Alexander Lukaschenko schuldig gesprochen. Der 43-jährige Blogger müsse wegen „Vorbereitung und Organisation von Massenaufständen“ unter besonders harten Haftbedingungen ins Straflager, meldete die staatliche belarussische Nachrichtenagentur Belta.

Emotionale Videobotschaft von Tichanowskaja

Nach der Urteilsverkündung twitterte Tichanowskaja, dass Lukaschenko sich öffentlich an seinen stärksten Gegnern räche. „Aber die ganze Welt schaut zu. Wir werden nicht aufhören“, betonte sie.

Nach Kandidatur-Bekanntgabe festgenommen

Tichanowski wollte bei der Präsidentschaftswahl im August 2020 gegen Lukaschenko antreten. Kurz nach Bekanntgabe seiner Kandidatur wurde er jedoch festgenommen, seine Frau Swetlana trat daraufhin an seine Stelle.

Trotz massiver Betrugsvorwürfe wurde Lukaschenko nach der Wahl zum Sieger erklärt. Dies löste beispiellose Massenproteste aus. Sie wurden gewaltsam niedergeschlagen, tausende Regierungskritiker wurden festgenommen oder flohen ins Exil, darunter auch Tichanowskaja.

https://www.tagesschau.de/ausland/sergej-tichanowski-haft-101.html

Wo wurde Ceausescu hingerichtet?
Dezember 1989 auf dem Palastplatz von Bukarest zu einer Menge von 100.000 Menschen.