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Faschismus – Spanien wird Franco nicht los   Leave a comment

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Ich habe schon gleich mal gesehen, dass Spanien einen extrem harten Wege gegen Katalonien einschlägt. Die 900 Verletzten am Referendums-Tag am 1. Oktober 2017 zeigten wie sich Madrid die Niederhaltung der Katalanen vorstellt. Es ist einen kurzsichtige und unzeitgemäße Vorgehensweise die längerfristig nicht von Erfolg gekrönt sein wird. So treibt man ein Volk von sich weg.

Kaum zu glauben, dass man in einem europäischen Land heute noch so vorgehen kann. Das feige Schweigen der EU ist indiskutabel. Ich versteht jetzt auch den militärischen Arm der Basken, die ETA, die sich ja inzwischen aufgelöst hat. Zu lange wird man sonst nichts erhalten haben von den Spaniern. Die Katalanen wird man nicht ohne eine weitergehende Autonomie ruhig halten können.
Nicht vergessen darf man auch dass die Volkspartei Partido Popular (PP) aus der Partei von Franco hervor ging.
Es funktioniert ja nicht, wenn man sagt der Diktator ist tot, jetzt machen wir Demokratie. Die Köpfe sind ja noch die gleichen.

Aus einem Artikel von http://www.rp-online.de geht klar hervor, wie wenig man die Historie, auch die der früheren Konquistadoren aufgearbeitet hat.

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Die Erinnerung an den Diktator lebt auch mehr als 40 Jahre nach seinem Tod weiter.

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Für Spaniens Ultrarechte ist und bleibt er der „Caudillo“ oder „Generalisimo“, wie er zu Lebzeiten gerne genannt wurde. Gemeint ist Diktator Francisco Franco (1892-1975), den der Spanische Bürgerkrieg 1936 an die Macht brachte. Er behielt sie bis zu seinem Tod. Mehr als vier Jahrzehnte sind seither vergangen. Franco-Monumente wurden abgebaut und Straßen, die seinen Namen trugen, umbenannt. Im Fall des nordspanischen Küstenstädtchens San Vicente de la Barquera ist das allerdings noch nicht lange her. Erst im vorletzten Jahr setzte der Stadtrat eine Namensänderung der Hauptstraße „Avenida del Generalisimo“ durch. Dabei enthielten sich die Vertreter der konservativen Volkspartei der Stimme.

Unlängst griff das Madrider Rechtsanwaltsbüro Eduardo Ranz zum wiederholten Mal den Fall zweier Orte auf, die noch immer nach Franco benannt sind: „Guadiana del Caudillo“ in der Extremadura und „Alberche del Caudillo“ in Kastilien-La Mancha. In beiden Orten regiert die Volkspartei. Die Kanzlei zeigte sowohl den Bürgermeister von Guadiana, Antonio Pozo, als auch die Bürgermeisterin von Alberche, Ana Rivelles, an. Beide wollen ihre Orte nicht umbenennen. Darin sieht das Anwaltsteam eine Weigerung, das Gesetz des historischen Gedächtnisses (Ley de Memoria Historica) umzusetzen. Dieses hält die öffentliche Verwaltung an, sämtliche Erinnerungstafeln oder verherrlichende Erwähnungen zu entfernen, die in Verbindung mit den Repressionen der Franco-Diktatur stehen.

In diesem Zusammenhang erstaunt auch, dass die umstrittene „Nationalstiftung Francisco Franco“ weiter agieren darf. Die Stiftung, die bis zu Beginn des Jahrtausends Zuschüsse aus Staatskassen erhielt, stellt auf ihrer Webseite „wohltätig-lehrende und kulturelle Arbeit“ heraus. Ihr wird jedoch die Fortführung faschistischen Gedankenguts unter dem Deckmantel der Geschichte vorgeworfen.

Auch an anderer Stelle wird das Franco-Erbe bewahrt. Mitten in Madrid machen Besucher im Museo Naval, dem Seemuseum der Marine, Bekanntschaft mit dem Diktator. In einem Ausstellungssaal werden Exponate zu Franco gezeigt, darunter ein glorifizierendes Porträt des Malers Fernando Alvarez de Sotomayor, eine Bronzebüste und Francos Kapitänsmütze.

Aus Sicht von Experten mangelt es in Spanien generell an einer kritischen Aufarbeitung der eigenen Historie. Das gilt für die Konquistadoren, die ganze Kulturen in Lateinamerika auslöschten, ebenso wie für die Franco-Zeit.

Dazu passt, dass seit einiger Zeit die Diskussionen zum Grabmal Francos im pompösen „Tal der Gefallenen“, Valle de los Caidos, verstummt sind. Vor Jahren noch hatte sich eine Expertenkommission dafür stark gemacht, die Überreste Francos aus der riesigen Prunkbasilika zu entfernen oder zumindest eine Mahnstätte daraus zu machen. Aufklärende Informationen am Franco-Grab sucht man jedoch bis heute vergeblich.

Von Andreas Drouve

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Faschismus – Spanien wird Franco nicht los

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Gruß Hubert

 

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Veröffentlicht 22. Oktober 2017 von hubwen in Politik, Uncategorized

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Die „schlimmste Attacke“ seit der Diktatur Francos   Leave a comment

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Es ist ein Witz, wenn Rajoy von Demokratie und Rechtsstaat redet – er müsste eher von Rechts-Staat reden. Ich habe schon vor langer Zeit geschrieben, dass Rajoy zum Faschismus zurück gekehrt ist. Und genau so ist es eingetreten. Man erinnere sich an den 1. Oktober, dem Referendums-Tag als 900 friedliche (!) Katalanen von der ex-Franco paramilitärischen Guradia Civil brutal zusammen geschlagen wurden, darunter auch Frauen.

Aus wiwo.de

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Der Regionalregierungschef Carles Puigdemont bei einer großen Unabhängigkeitsprotest in Barcelona am Samstag. –  Bild:  AP

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Der spanische Ministerpräsident macht ernst. Die Regionalregierung um Puigdemont will er aus dem Amt werfen. Die katalanische Führung spricht von Totalitarismus und dem Ende der Demokratie.

Der katalanische Regierungschef Carles Puigdemont spricht von einem „Putsch“ und einen inakzeptablen Angriff auf die Demokratie“.Die von der spanischen Zentralregierung beschlossenen Maßnahmen zur Beendigung der Unabhängigkeitsbestrebungen in der Region sei die „schlimmste Attacke“ gegen Katalonien seit der Diktatur von Francisco Franco (1939-1975), sagte Puigdemont in einer Fernseh-Ansprache am Samstagabend in Barcelona.

Der spanische Ministerpräsident Mariano Rajoy hatte zuvor am Samstag unter anderem die Absetzung der katalanischen Regierung sowie die Ausrufung von Neuwahlen zum Regionalparlament innerhalb der nächsten sechs Monaten angekündigt. Dazu sagte Puigdemont: „Die Absetzung einer demokratisch gewählten Regierung ist mit einem Rechtsstaat unvereinbar.“ Man werde aber „weiter kämpfen“, beteuerte der Katalane ohne Bekanntgabe von Maßnahmen.

Die Zentralregierung müsse den beispiellosen Schritt unternehmen, die Kontrolle über Katalonien zu übernehmen, um angesichts der von der dortigen Regionalregierung unterstützten Sezessionsbestrebungen die „Ordnung wiederherzustellen“, sagte Rajoy am Samstag nach einer Sitzung seines Kabinetts. Er berief sich dabei auf den Verfassungsartikel 155. Die Zentralregierung werde Katalonien nicht den Autonomiestatus aberkennen, sondern Vertreter der Regionalregierung absetzen, die gegen das Gesetz verstoßen hätten, sagte er.

[…]

Die spanische Verfassung gewährt der Zentralregierung die Macht, einer Regionalregierung Befugnisse zu entziehen, wenn diese das Gesetz übertritt. Puigdemont hatte vergangenen Woche erklärt, die Katalanen hätten ihm beim Unabhängigkeitsreferendum am 1. Oktober das Mandat für eine Unabhängigkeitserklärung gegeben. Er wolle aber zunächst mit Madrid verhandeln. Rajoy forderte ihn daraufhin auf, klarzustellen, ob er die Region für unabhängig erklärt habe, doch Puigdemont wich aus. Das Verfassungsgericht erklärte das Referendum für verfassungswidrig.

(Anmerkung: Das Verfassungsgericht ist nicht unabhängig, sondern Handlanger von Rajoy, wie schon 2006 als es auf Verlangen von Rajoy ein ausgehandeltes Autonomie abkommen vom Tisch wischte. Dieses VG hat für mich keine Legitimation, da nur politisches Werkzeug von Rajoy).

Mitglieder der separatistischen Regionalregierung in Barcelona sind gegen Neuwahlen. Stattdessen haben sie gedroht, die Unabhängigkeit zu erklären, falls die Zentralregierung ihnen Befugnisse entzieht.

Ministerpräsident Mariano Rajoy versuche, Katalonien zu erniedrigen und die Autonomie der Katalanen zu vernichten, so Puigdemont. Er wolle, dass das regionale Parlament in Barcelona über Rajoys Pläne debattiere und darüber abstimme, wie am besten darauf geantwortet werden könne.

Puigdemonts Aussagen waren eine versteckte Drohung, die Unabhängigkeitserklärung in der florierenden Region im Nordosten Spaniens weiter voranzutreiben. Der Regionalregierungschef hatte sich zuvor an einem großen Unabhängigkeitsprotest in Barcelona beteiligt. Nach Angaben der Polizei beteiligten sich daran rund 450.000 Menschen, Unabhängigkeitsgegner bezifferten die Menge auf 85.000 Personen. Die Teilnehmer der Demonstration machten ihrem Ärger über das Vorgehen der Zentralregierung Luft und forderten zudem die Freilassung zweier Unabhängigkeitsaktivisten. Während die Demonstranten „Freiheit, Freiheit“ riefen, sagte der Sprecher der Initiative Òmnium Cultural, Marcel Mauri, der Plan der Zentralregierung zerstöre die Demokratie. Auf Englisch bat er um internationale Unterstützung: „Helfen Sie Katalonien, retten Sie Spanien, retten Sie Europa.“

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Die „schlimmste Attacke“ seit der Diktatur Francos

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Aus der Sonntagszeitung ZETT, 22.10.2017, Südtirol.

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Die spanischen Stiefel waren ein Folterwerkzeug bei der Inquisition.

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Spanische Stiefel

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Gruß Hubert

 

 

Veröffentlicht 22. Oktober 2017 von hubwen in Politik, Uncategorized

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Massenexodus von NS-Kriegsverbechern nach Argentinien   Leave a comment

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In Lateinamerika gab es genug Länder, die NS-Kriegsverbechern Schutz gewährten, darunter auch Argentinien. Argentinien hatte auch das Ziel unter den NS-Kriegsverbrechern „Techniker“ und „Experten“ aufzunehmen. Die Peron-Regierung in Argentinien hieß NS-Verbrecher herzlich willkommen.

Aus ila-web.de

Im zweiten Teil seiner Artikelserie über die Fluchthilfe für NS-Kriegsverbrecher nach Argentinien beschreibt Theo Bruns die verschiedenen Beteiligten, die wichtigsten Fluchtrouten und die Schlüsselrolle der Regierung Perón bei der Evakuierung der Massenmörder.

Argentinien war aus dem Zweiten Weltkrieg wirtschaftlich gestärkt hervorgegangen. Der im Februar 1946 zum Präsidenten gewählte Juan Domingo Perón erträumte für das Land am Rio de la Plata bereits die Rolle einer „Dritten Weltmacht“, und die argentinischen Militärs verfolgten ehrgeizige Pläne, die den Aufbau von Waffenfabriken, die Konstruktion von Kampfflugzeugen und die Entwicklung von Nukleartechnologie einschlossen. Sie konkurrierten mit den Alliierten im Wettlauf um die Rekrutierung von NS-Wissenschaftlern und Rüstungsexperten, die sie in den Dienst der eigenen Machtentfaltung stellen wollten. Dennoch war Peróns Einwanderungspolitik nicht rein pragmatisch orientiert, sondern zielte darüber hinaus auf eine Personengruppe, deren Einschleusung ausschließlich politisch-ideologisch motiviert war und sich seiner weltanschaulichen Nähe zum europäischen Faschismus verdankte. In den Nürnberger Prozessen sah Perón nicht die gerechte Strafe für beispiellose Verbrechen, sondern kritisierte sie im Stil deutscher Nazis als Siegerjustiz: „In Nürnberg geschah damals etwas, was ich persönlich als eine Schande und als eine finstere Lektion für die Zukunft der Menschheit ansah … Es ist die größte Ungeheuerlichkeit, welche die Geschichte niemals vergessen wird.“

Er entschied sich – in flagranter Verletzung internationaler Verträge – eine illegale Einwanderung in Gang zu setzen, die nicht nur Jagd auf „Techniker“ und „Experten“ machte, sondern so viele NS-Täter und Kollaborateure wie möglich vor der Nachkriegsjustiz bewahren sollte. Uki Goñis Standardwerk „Odessa – Die wahre Geschichte“ kommt das außerordentliche Verdienst zu, Konturen, Akteure und Funktionsmechanismen dieser umfassenden Operation im Detail nachgezeichnet zu haben. Seine minuziöse Rekonstruktion des komplizierten Fluchthilfenetzwerks verweist die These, die NS-Kriegsverbrecher hätten nach dem Krieg ihre Flucht vornehmlich individuell und ohne organisierte Hilfe in die Wege geleitet, ein für alle mal ins Reich der Legenden. Die Schaltzentrale der Operation war in der Nachrichtenabteilung des Präsidenten (División Informaciones) angesiedelt, einem neu geschaffenen Geheimdienst, den Perón mit der Planung und Durchführung der Fluchthilfe beauftragt hatte. Sie wurde geleitet von Rodolfo Freude, einem engen Freund Evitas und ihres Bruders Juan Duarte. Rodolfo war der Sohn des deutsch-argentinischen Unternehmers Ludwig Freude, der als oberster Nazi Argentiniens galt. Gerüchten zufolge verwaltete er einen Nazi-Spionagefonds und war bereits vor Kriegsende in Finanztransaktionen verwickelt, die Nazivermögen vor dem Zugriff der Alliierten retten sollten. Freudes Topagent war eine außerordentlich schillernde Gestalt: Carlos Horst Fuldner, der Sohn einer deutschen Einwandererfamilie, die Anfang der 1920er Jahre nach Deutschland zurückgekehrt war. Fuldner trat bereits 1931 der SS bei, machte sich später der Unterschlagung schuldig und wurde nach einem misslungenen Fluchtversuch verhaftet und degradiert. Später diente er als Übersetzer bei der Blauen Division, einer spanischen Militäreinheit, die Franco für den Einsatz an der Ostfront zur Verfügung gestellt hatte. Ende 1944 tauchte er in Madrid auf, nun als Agent des Auslandsgeheimdienstes der SS. Im Auftrag Schellenbergs sollte er Fluchtmöglichkeiten für SS-Größen sondieren, eine Mission, die er später als Agent der Nachrichtenabteilung Peróns umsetzen wird.

Die erste Fluchtwelle erreichte Argentinien über Spanien. Bei der Mehrzahl der Fliehenden handelte es sich um Mitglieder der europäischen Kollaborationsregime der Nazis, die sich nach dem Einmarsch der Alliierten nach Madrid gerettet hatten: Vertreter des französischen Vichy-Regimes und belgische Kollaborateure, kroatische Ustascha-Vertreter, Mitglieder der slowakischen Hlinka-Garde und der rumänischen Eisernen Garde. Ein wahres Horrorkabinett und getreues Abbild des nazistischen Europas. Aus ihm wird Freude das Team rekrutieren, welches die „Odessa“ Peróns bilden und den Massenexodus von Kriegsverbechern aus Europa einleiten wird. Zum harten Kern dieses Netzwerkes gehörten u.a. Pierre Daye, der ehemalige Fraktionsvorsitzende der pronazistischen Rexisten-Partei in Belgien; dessen Landsmann René Lagrou, Gründer der flämischen SS; Charles Lesca, Herausgeber des französischen Kollaborationsorgans Je suis partout, das einen rabiaten Antisemitismus vertrat; Georges Guilbaud, Organisator der Vichy-Milizen in Nordfrankreich und späterer Finanzberater Peróns; Jacques de Mahieu, Veteran der französischen SS-Division Charlemagne (sein Buch „Grundlagen der Biopolitik“ wurde vom NPD-Verlag Deutsche Stimme in deutscher Sprache veröffentlicht); Branko Benzón, Botschafter des kroatischen Ustascha-Regimes in Berlin; Radu Ghenea, Botschafter des NS-Satelliten Rumänien in Madrid. Zu ihnen gesellten sich aus Italien kommend die Brüder Ferdinand und Jan Durcansky, Vertreter des slowakischen NS-Marionettenstaates. Fast alle von ihnen waren in ihren Heimatländern wegen Kriegsverbrechen zum Tode verurteilt worden oder hatten lange Haftstrafen zu erwarten. Auslieferungsersuchen an die Adresse der argentinischen Regierung wurden jedoch in geradezu provozierender Weise ignoriert.

Diese makabre Runde traf sich auf Vermittlung Freudes in der Casa Rosada mit Perón, um die Evakuierung ihrer in Europa zurückgebliebenen Mittäter und Gesinnungsgenossen zu planen. Gemeinsam debattierten sie die peronistische „Dritte Position“ (Tercera Posición) jenseits von „plutokratischem“ Kapitalismus und sowjetischem Kommunismus, die in ihren Grundzügen dem europäischen Faschismus nur zu ähnlich war. Sie waren in der festen Überzeugung vereint, dass ein Dritter Weltkrieg und die Wiedereinsetzung in ihre alten Positionen unmittelbar bevorstehe. Pierre Daye, der sich in pathetischer Pose in einer Zeit ähnlich der Renaissance, einer „Epoche der Abenteurer“ wähnte, schrieb: „Die Märtyrer, die man für jede höhere Sache braucht, werden ihre Namen im Triumph rehabilitiert sehen.“ Aus Madrid sekundierte der in Belgien ebenfalls zum Tode verurteilte Rexistenführer Léon Degrelle: „In zwei, drei, fünf Jahren wird die große Stunde kommen. … Alles Bisherige war ja nichts als Patrouillengang, Erkundung, aufmerksame Beobachtung. Das wirkliche Leben fängt erst noch an.“ Sie geben sich im Präsidentenpalast die Klinke in die Hand und unterstützen sich wechselseitig. Sie danken Perón für die „bewegende Gastfreundschaft“, verwenden sich für eine „Einwanderung der Eliten“ und versprechen, ihre „gesammelte Erfahrung“ im antikommunistischen Kampf in den Dienst der „Argentinischen Nationalen Revolution“ zu stellen. Binnen kurzem werden sie in wechselnder personeller Zusammensetzung für Peróns Geheimdienst oder als Berater (asesores confidenciales) der zunächst von dem erklärten Antisemiten Peralta, ab Mitte 1947 dann von Pablo Diana geleiteten Einwanderungsbehörde arbeiten oder als „Vertrauensmänner“ (allegados) an Konferenzen teilnehmen, welche die strategischen Eckpunkte der Einwanderung festlegten. Freudes Team ist mit weitreichenden Vollmachten ausgestattet und befugt, Einreisegenehmigungen (libre desembarco) für die nach Nationalitätengruppen betreuten Schützlinge zu erteilen, auf deren Basis die argentinischen Konsulate in Europa angehalten sind, Visa zu erteilen.

Diese verschworene Gemeinschaft von Schreibtischtätern, Mördern und NS-Kollaborateuren gründet 1948 eine harmlos klingende Organisation namens SARE, die „Argentinische Gesellschaft zum Empfang von Europäern“. Diese hat sich dem Ziel verschrieben, „unseren gefährdeten Freunden auf dem Alten Kontinent Visa und Mittel für die Einwanderung nach Argentinien zu besorgen“. Sie wird von der peronistischen Regierung offiziell anerkannt und genießt weitreichende Befugnisse. Logo der Organisation ist sinnigerweise ein Rettungsring, der die Landkarte Europas umrahmt. Sie tagt in einem im Kolonialstil erbauten Gebäude in Buenos Aires, welches im Besitz des Erzbistums von Buenos Aires ist. Dessen Oberhaupt, Kardinalprimas Santiago Luis Copello, ein Sympathisant des Vichyregimes, wird von Perón zu seinem „päpstlichen Gesandten“ beim Heiligen Stuhl ernannt.

Noch fünfzig Jahre nach den Ereignissen ist Uki Goñi fassungslos, „dass Perón in so dreister Weise und in direkter Komplizenschaft mit den Kriegsverbrechern die größte Fluchtoperation in den Annalen der Verbrechensgeschichte aushecken konnte“. Während Freude sein Team in Buenos Aires zusammenstellte, wurde in Europa bereits die Fluchtroute Nord installiert. Sie wurde von dem Deutsch-Argentinier Carlos Schulz sowie den argentinischen Konsuln Piñeyro und Mouret in Kopenhagen betreut und diente u.a. der Ausschleusung von NS-Wissenschaftlern und -technikern via Skandinavien. Die prominentesten Anwerbungen waren zweifelsohne der ehemalige Chefkonstrukteur der Focke-Wulf-Werke in Bremen, Prof. Kurt Tank, und dessen Mitarbeiter Jürgen Naumann, die die Blaupause für einen neuen Kampfflieger mit nach Argentinien brachten. Tank wurde in Córdoba leitender Berater des Luftfahrttechnischen Instituts in Argentinien und war mit seinem Team maßgeblich an der Produktion des argentinischen Düsenjägers Pulqui II beteiligt. Ein „Experte“ anderer Art war Dr. Carl Vaernet, der „dänische Mengele“, der als SS-Arzt an homosexuellen Häftlingen des KZ Buchenwald grausame Experimente durchgeführt hatte, um ein „Heilmittel gegen Homosexualität“ zu entwickeln. Im März 1947 flüchtete er über Schweden nach Argentinien, wo er für Peróns Gesundheitsministerium arbeitete. 

Die spektakulärste Flucht gelang dem SS-Mann Ludwig Lienhardt mit einer Gruppe aus Angehörigen von acht Nationen, der auf einem ehemaligen Segelschulschiff, der Falken, in Stockholm in See stach und ein halbes Jahr später in Buenos Aires eintraf. Die Falken wurde später zu einem beliebten Treffpunkt der deutschen Nazi-Szene um Hans-Ulrich Rudel, dem Flieger-As der Luftwaffe Hitlers. Rudel war ein enger Freund Peróns und gründete ein deutsches NS-Hilfswerk in Buenos Aires, das so genannte Kameradenwerk. Zu dessen Gründungsmitgliedern gehörten neben Lienhardt Kriegsverbrecher und Massenmörder wie das Mitglied der Einsatzgruppe D, Kurt Christmann, der für Massenmorde an der jüdischen Bevölkerung im Kaukasus verantwortlich war.

[…]

Obwohl die fraglichen Hauptkriegsverbrecher über einen Zeitraum von zwei Jahren verteilt einreisten (Priebke: November 1948; Mengele: Juni 1949; Eichmann: Juli 1950), wurden ihre Anträge innerhalb von zwei Monaten eingereicht, die von Mengele und Priebke sogar mit fortlaufenden Aktenzeichen. Mengele und Eichmann wurden zwischen April und Juni 1948 Ausweise der italienischen Stadt Temeno (Tramin) in Südtirol auf die Namen Helmut Gregor (Nr. 114) bzw. Riccardo Klement (Nr. 131) ausgestellt. Und auch die Rote-Kreuz-Pässe diverser Kriegsverbrecher weisen häufig eine verdächtig dicht aufeinander folgende Nummerierung auf. Klare Hinweise auf eine koordinierte Aktion. Ein Großteil der Akten, die genaueren Aufschluss hätten geben können und nach den Worten eines Juristen der argentinischen Einwanderungsbehörde „extrem kompromittierend“ waren, wurden während der Präsidentschaft Carlos Menems – pikanterweise kurz vor der Bildung einer staatlichen Historikerkommission zur Aufklärung der argentinischen Nazi-Connection – 1996 auf Anweisung der Regierung aus den Archiven geholt und an der Hafenmole verbrannt. Uki Goñi vermutet, dass die erwähnten Einreiseanträge von Fuldner über die DAIE in Genua an Freudes Nachrichtenabteilung übermittelt wurden.

Das Räderwerk dieser „größten Fluchthilfeoperation der Kriminalgeschichte“ funktionierte im Dreieck von Nachrichtenabteilung im Präsidentenpalast, der Einwanderungsbehörde in Buenos Aires und den Schlepperbasen in Europa reibungslos. Mit der Schifffahrtsline des argentinischen Reeders Dodero und der staatlichen Fluglinie FAMA standen sichere Transportwege über den Atlantik zur Verfügung. Zum Internationalen Roten Kreuz, das Ersatzpässe auf falsche Namen ausstellte, bestand ein routinemäßiger Kontakt, und in Argentinien brachten Fuldner und Co. ihre angekommenen „Schützlinge“ in eigenen Firmen unter. Zur Perfektion gebracht wurde dieses System durch die enge Zusammenarbeit mit einem weiteren mächtigen Bündnispartner, dem Vatikan. Davon wird der dritte und letzte Teil dieser Artikelserie berichten.

Von Theo Bruns

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Massenexodus von NS-Kriegsverbechern nach Argentinien

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Gruß Hubert

 

 

Veröffentlicht 21. Oktober 2017 von hubwen in Politik, Uncategorized

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Fluchthilfe für Kriegsverbrecher – Der Vatikan und die Rattenlinie   Leave a comment

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Besonders unter dem Papst Pius XII. galt der Kampf gegen den atheistischen Kommunismus als eines der Hauptziele der katholischen Kirche. Zur Eindämmung der Sowjetunion träumten Kirchenführer von einem Sperrgürtel im Osten, der aber auch bis zur Ardria und zum Schwarzen Meer reichen sollte. Deshalb fand es der Vatikan gut, wenn er Nazis zur Flucht nach Südamerika verhalf und man nannte diese Fluchthilfeoperation die Rattenlinie. Man wollte auch die lateinamerikanische Länder mit Nazis und Kriegsverbrechern infiltrieren, wenn sie nur Antikommunisten und pro katholische Kirche waren. Und bei Nazis kann man da ja ideologisch sicher sein, gehören ja Kommunisten zu deren größten und zu bekämpfenden Feinden. Ich glaube, dass die Allermeisten wenig oder gar nichts von dieser katholischen Fluchthilfe für Kriegsverbrecher wissen. Deshalb halte ich diesen Beitrag für gerechtfertigt und nötig.

Aus ila-web.de

Wie die katholische Kirche Nazis und Kriegsverbrecher nach Südamerika schleuste

„Der Vatikan ist die größte Organisation, die an der illegalen Weiterleitung der Emigranten beteiligt ist. … Der Vatikan begründet seine Beteiligung an dem illegalen Menschenhandel mit seinem Wunsch, nicht nur europäische, sondern auch lateinamerikanische Länder mit Menschen – unabhängig von ihrer politischen Einstellung – zu infiltrieren, wenn sie nur Antikommunisten sind und pro Katholische Kirche“, schrieb im Mai 1947 in einem Top-Secret-Bericht der US-amerikanische Geheimdienstagent Vincent La Vista. Der Rolle der katholischen Kirche widmet sich der dritte und letzte Teil der Artikelserie von Theo Bruns zur Flucht hoher Nazis und anderer Kriegsverbrecher nach Lateinamerika.

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Unter der Schirmherrschaft von Papst Pius XII., der zum Holocaust geschwiegen hatte, entfaltete die Kurie eine Fluchthilfeoperation, die die Täter des Judenmordes in Sicherheit brachte. Für die katholische Kirche galt der Kampf gegen den „atheistischen Kommunismus“ als entscheidende epochale Auseinandersetzung; im Vergleich zu ihr erschien der Zweite Weltkrieg nur als Vorspiel. Zur Eindämmung der Sowjetunion träumten die Kirchenführer von einem katholischen „Intermarium“, einem Sperrgürtel, der von Polen und dem Baltikum bis zu einer neu zu bildenden Donauföderation von der Adria bis zum Schwarzen Meer reichen sollte. Die christliche Nächstenliebe erstreckte sich insbesondere auf östliche Kollaborationsregime der Nazis, die von katholischen politischen Parteien geführt worden waren. Dies galt an erster Stelle für die kroatische Ustascha.

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Der von den Nazis 1941 an die Macht gehievte kroatische Satellitenstaat hatte unter der Führung von Ante Pavelic Hunderttausende von orthodoxen Serben, Juden, Roma und Sinti massakriert. Es war ein Völkermordregime von bestialischer Grausamkeit, das mit dem Konzentrationslager Jasenovac ein „Auschwitz des Balkans“ errichtet hatte, in dem ca. 80 000 Menschen umgebracht wurden. Die Weltanschauung der Klerikalfaschisten brachte Erziehungs- und Kulturminister Mile Budak im Juli 1941 folgendermaßen auf den Begriff: „Für Minderheiten wie Serben, Juden und Zigeuner haben wir drei Millionen Kugeln. Wir werden einen Teil der Serben umbringen, den anderen werden wir abtransportieren, und den Rest werden wir zwingen, die römisch-katholische Religion anzunehmen.“

Im April 1945 flohen die Ustaschen (Anmerkung: zur Ustascha findet man genug im Internet) vor Titos Partisanen und der vorrückenden Roten Armee nach Österreich. Mit sich führten sie einen Teil des ihren Opfern geraubten Schatzes. Nun schlug die Stunde des kroatischen Priesters Krunoslav Draganovic, des „erfolgreichsten Nazi-Schleppers des Vatikans“. Er war selbst ein Ustascha-Oberst und Kriegsverbrecher, der an der „Umsiedlung“ von Juden und Serben beteiligt gewesen sein soll. Er ging 1943 nach Rom, wo er als inoffizieller Repräsentant Pavelic‘ fungierte und die ersten Kontakte nach Argentinien herstellte. Bereits in dieser Zeit wurde er mit der Verwaltung des Ustascha-Schatzes in Verbindung gebracht, was ihm den Beinamen „Goldener Priester“ einbrachte.

Draganovic‘ Hauptquartier befand sich im Istituto San Girolamo degli Illirici, einem kroatischen Kloster in der Via Tomacelli nahe der Vatikanstadt. Die Bruderschaft von San Girolamo war vom Vatikan als kroatische Sektion der Päpstlichen Hilfskommission (PCA) anerkannt. Diese Institution war u.a. für die „Flüchtlings- und Gefangenenbetreuung“ zuständig, die Kardinal Giovanni Montini im Staatssekretariat des Vatikans, dem späteren Papst Paul VI., unterstand. Über die PCA und ihre nationalen Unterkomitees sowie die internationale Caritas wurde die Fluchthilfe des Vatikans koordiniert. Es war für alles gesorgt: Unterkunft und Verpflegung, Rote-Kreuz-Pässe, Visa für lateinamerikanische Staaten und Schiffspassagen über den Atlantik. 

San Girolamo war ein Tummelplatz gesuchter Kriegsverbrecher. Viele der flüchtigen Top-Ustascha-Verbrecher lebten eine Zeit lang in dem Kloster, von dem sie zuweilen zum Vatikan pendelten. „Das Auto kommt aus dem Vatikan und lässt seine Fahrgäste innerhalb des Klosters aussteigen“, berichtete ein US-amerikanischer Geheimdienstbericht. Bereits 1946 arrangierte Draganovic die Ausreise von ungefähr 50 Ustascha-Faschisten über Spanien nach Argentinien. Ende 1946 erhielt er von der Regierung Peróns eine Blanko-Einreisegenehmigung für 250 Kroaten. In Argentinien wurden sie vom Franziskanerpriester Blas Stefanic empfangen. Stefanic betreute im Namen der kroatischen Caritas auch eine kollektive Einwanderungsakte in Buenos Aires, die Ende des Jahrzehnts schließlich 2000 Kroaten umfasste. Die von Draganovic telegrafierten Namenslisten wurden in die Einwanderungsbehörde gebracht, wo sie umgehend genehmigt wurden. Fast die gesamte Führungsriege des Ustascha-Staates wurde auf diesem Wege nach Argentinien geschleust: Minister, KZ-Kommandanten, Plünderer und Massenmörder, unten ihnen Ante Pavelic, das ehemalige Staatsoberhaupt. In Buenos Aires bildete Pavelic eine Exilregierung und avancierte zum Sicherheitsberater Peróns, dessen Leibgarde ebenfalls aus geflohenen Ustascha-Faschisten bestand.

Auch der US-amerikanische Geheimdienst machte sich die Rattenlinie von Draganovic zunutze. Seit 1947 arbeitete Draganovic für den amerikanischen CIC, um Fluchtwege für Displaced Persons aus Osteuropa zu organisieren. Viele von ihnen waren Kollaborateure der Nazis, die im beginnenden Kalten Krieg von Nutzen sein konnten. Im Gegenzug schleuste der CIC die Schützlinge Draganovic‘ aus Deutschland und Österreich heraus. 

Der bekannteste Fall ist Klaus Barbie. Der „Schlächter von Lyon“, verantwortlich für die Folterung und Ermordung von Widerstandskämpfern der französischen Résistance sowie die Deportation der jüdischen Kinder von Izieu nach Auschwitz, wurde nach dem Krieg vom amerikanischen CIC als „antikommunistischer Experte“ rekrutiert. Als die Sache zu heiß wurde, baten die Amerikaner Ende 1950 Draganovic, ihren Mann über die Rattenlinie nach Lateinamerika zu bringen. Draganovic verschaffte Barbie ein Visum nach Bolivien, wo er später als Sicherheitsberater für den Militärdiktator Banzer sein schmutziges Handwerk wieder aufnahm. Nur dem unermüdlichen Einsatz von Beate und Serge Klarsfeld ist es zu verdanken, dass Barbie schließlich im Februar 1983 doch noch an Frankreich ausgeliefert und vor Gericht gestellt werden konnte. 

Neben Draganovic war eine ganze Schar weiterer kirchlicher Würdenträger, deren Klientel nach Nationalitätengruppen sortiert war, in der Fluchthilfe aktiv. Zum Beispiel Erzbischof Iwan Butschko, der sich für die Freilassung einer ganzen Division der ukrainischen Waffen-SS einsetzte, die sich im Mai 1945 in britische Kriegsgefangenschaft begeben hatte und nun in Rimini interniert war. Für die Rettung dieser „Blüte der ukrainischen Nation“ konnte er die persönliche Fürsprache von Pius XII. gewinnen. Mit Erfolg: Die Mordhelfer der Nazis konnten schließlich nach Großbritannien und danach in verschiedene Länder des Commonwealth ausreisen. 

Die deutschen NS-Täter nahm der Leiter der österreichischen Sektion der Päpstlichen Hilfskommission, Bischof Alois Hudal, unter die Fittiche. Der gebürtige Österreicher war Rektor des deutschen Priesterkollegs und Vorsteher der deutschen Nationalkirche Santa Maria dell’Anima in der Via della Pace in Rom. Der Träger des „Goldenen Ehrenzeichens der NSDAP“ hatte sich für eine Symbiose von Katholizismus und Nationalsozialismus stark gemacht und 1936 das Buch „Die Grundlagen des Nationalsozialismus“ veröffentlicht. Ein an Hitler verschicktes Exemplar hatte Hudal mit der Widmung versehen: „Dem Siegfried deutscher Größe“. Nach 1945 fühlte er sich, wie er unverblümt zugab, verpflichtet, sein „gesamtes wohltätiges Werk hauptsächlich früheren Nationalsozialisten und Faschisten zu widmen, besonders den so genannten Kriegsverbrechern“. 

Hudal war neben Draganovic die zweite zentrale Figur der kirchlichen Fluchthilfeoperation. Ihre Netzwerke ergänzten sich in perfekter Weise. Verbindungsmann in Genua war Franz Ruffinengo, ein ehemaliger Offizier Mussolinis, der später ein bei Nazis beliebtes Reisebüro in Buenos Aires eröffnen sollte. Schutz boten der Erzbischof von Genua, Giuseppe Siri, sowie der ungarische Priester Edoardo Dömöter, dem eine „ausgesprochene Schwäche für Hardcore-Nazis“ nachgesagt wurde und der 1950 Eichmanns Antrag auf einen Rote-Kreuz-Pass unterzeichnete. Hudals wichtigster Gehilfe war Reinhard Kopps, ein ehemaliger Agent der Abwehr, der potenzielle Fluchtkandidaten aufspürte. Mitte 1948 flüchtete Kopps selbst nach Argentinien, von wo aus er den Kontakt zu Hudal aufrechterhielt und unter dem Namen Juan Maler eine rege neonazistische Propagandatätigkeit entfaltete. 

Hunderte von Flüchtlingen verdankten Hudal ihre Flucht, neben den Topverbrechern Eichmann, Priebke und Schwammberger (s. Kasten) auch der „Henker von Riga“, Eduard Roschmann, der in Forsyths Roman „Die Akte Odessa“ als Kopf der „Odessa“ auftritt, Franz Stangl, der als Kommandant der Vernichtungslager von Treblinka und Sobibor den Tod von 400 000 Menschen zu verantworten hatte, sowie der höchstdekorierte Soldat der Wehrmacht und bekennende Nazi, Fliegeroberst Hans-Ulrich Rudel. Letzterer erinnerte sich noch Jahre später in den wärmsten Worten an Hudal, der „das rasende Verlangen der Sieger nach Rache und Vergeltung wirksam vereitelt“ habe. 

Es ist bis heute Gegenstand einer hitzig geführten Kontroverse, ob Papst Pius XII. in das Nazifluchthilfenetzwerk involviert war. Unstrittig ist, dass er sich persönlich bei den Alliierten für die von Draganovic protegierten kroatischen Kriegsverbrecher einsetzte, um sie vor der Auslieferung an Jugoslawien zu retten. Er attestierte den Ustascha-Generälen Vladimir Kren und Ante Moskov, „standhaft für die Anwendung humanitärer Prinzipien eingetreten zu sein“. Pius XII. verwandte sich zudem für zum Tode verurteilte Massenmörder wie Otto Ohlendorf, der als Führer der Einsatzgruppe D die Ermordung von 90 000 Juden befahl, oder Oswald Pohl, der als Chef des SS-Wirtschaftsverwaltungshauptamtes für die Verwaltung der Konzentrationslager verantwortlich war. 

Simon Wiesenthal zog als bittere Bilanz: „Die NS-Verbrecher waren die Hauptnutznießer des kalten Krieges.“ Und Uki Goñi kommt auf dem Hintergrund seiner Recherchen zu dem Schluss: „Für den Vatikan und die alliierten Geheimdienste war die Rettung von Nazi-Kollaborateuren und SS-Mördern Teil ihrer gemeinsamen antikommunistischen Agenda.“ Die Archivquellen belegen: „Kardinäle wie Montini … waren das Hirn des Fluchthilfeunternehmens. Bischöfe und Erzbischöfe wie Hudal, Siri und Barrere brachten die notwendigen bürokratischen Verfahren auf den Weg. Priester wie Draganovic, Heinemann und Dömöter unterschrieben die Passanträge. Angesichts dieser nicht zu widerlegenden Beweise ist die Frage, ob Papst Pius XII. über diese Vorgänge Bescheid wusste oder nicht, völlig naiv.“

Von Theo Bruns

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Fluchthilfe für Kriegsverbrecher – Der Vatikan und die Rattenlinie

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Gruß Hubert

Und verantwortlich ist niemand?   Leave a comment

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Vorausschicken möchte ich, dass ich nicht zu den Willkommensklatschern gehöre und weiß, dass man in Europa nicht „halb Afrika“ aufnehmen kann. Zu unterstreichen gilt es aber, dass es in Südtirol nur 1400 Flüchtlinge gibt und man damit sicher nicht überfordert ist. Was würden da andere Länder sagen…
Was aber vor wenigen Tagen in Südtirol passierte, ist unwürdig eines wohlhabenden Landes wie Südtirol. Was war dem vorausgegangen? Ein 13-jähriger Junge im Rollstuhl, hier in Südtirol gelandet mit seinen kurdischen Eltern, wird ins Krankenhaus eingeliefert und dort wieder verschickt, da man ja sparen muss, obwohl der behandelnde Arzt sagte, dass der Junge unbedingt eine warme Unterkunft bräuchte. Die Familie samt Jungen übernachtete aber im Freien und der Bub starb. Jetzt will natürlich niemand dafür verantwortlich sein, am wenigsten wohl die Sozial-Landesrätin Martha Stocker. Egal wie die rechtlichen Fakten liegen, darf es nie dazu kommen, dass man eiskalt einen behandlungsbedürftigen Jungen aus dem Krankenhaus vor die Tür setzt und ihm seinen Schicksal ohne Unterbringung überlässt. Möglich machte das ein Rundschreiben, dass der leitende Beamte, sicher auf Verlangen von Marhta Stocker, so verfasste. Es nimmt weder auf Gesetze noch Menschenrechte Rücksicht und unterscheidet sich wesentlich zur italienischen Gesetzgebung. Hauptsache Abschreckung. Eine Autopsie soll nun die genaue Todesursache klären. Die Staatsanwaltschaft ermittelt.

Auszug:
„Der entscheidende Punkt ist, dass in Ländern wie Schweden oder Deutschland niemand – vor allem nicht ein Kind mit einer akuten Behinderung – auf der Straße landet. Ob asylberechtigt oder nicht: Bis zum Zeitpunkt der Abschiebung bleiben die fundamentalen Menschenrechte jeder Person dort bewahrt. Warum also in Italien, besonders in Südtirol, nicht? Das ist die zentrale Frage. Und damit verbunden auch die Frage, wer dafür verantwortlich ist.“

Aus barfuss.it

Nach Adans Tod blickt die Welt irritiert nach Südtirol: eine Wohlstandsprovinz, die Kinder der Straße ausliefert.

Lizenz: CC0 – Bild: photo-graphe
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Es gibt bestimmte Debatten, die nie enden. Selbst dann, wenn ein großer Teil der Bevölkerung – auch jener, der politisch interessiert ist – sie eigentlich schon lange satt hat. Wie sich gezeigt hat, konnte nicht einmal der Tod eines Kindes dazu beitragen, ein paar Augenblicke des Schweigens oder wenigstens etwas Anstand ins Kreuzfeuer der Meinungen zu bringen. Im Gegenteil. Nach dem Tod des 13-jährigen Kurdenjungen Adan, dessen Familie nach der Ablehnung ihres Asylantrags in Schweden nach Südtirol gekommen war, flammten viele müßige und völlig überflüssige Diskussionen wieder auf. Flüchtlinge aufnehmen, ja oder nein? Sind wir Südtiroler kaltherzige, nur aufs Geld bedachte Unmenschen? Und was ist mit den selbstgefälligen Heuchlern, die „Refugees welcome!“ rufen, während ihre eigene Schlafcouch im Wohnzimmer immer noch unberührt ist?

Alle diese Fragen haben nichts mit dem zu tun, was eigentlich geschehen ist. Ob man für oder gegen Einwanderung ist, ob Südtirol mehr Menschen aufnehmen soll oder nicht, ist zumindest in diesem Fall völlig irrelevant. Das wurde oft genug diskutiert und fast jeder hat dazu eine Meinung. Ich auch. Aber die Tragödie, die sich abgespielt hat, liegt weit entfernt von der Frage, ob Adans Familie nun asylberechtigt ist oder nicht. Ohne weiteres kann man Schwedens Entscheidung, die Familie abzuschieben, auch unterstützen. Der entscheidende Punkt ist, dass in Ländern wie Schweden oder Deutschland niemand – vor allem nicht ein Kind mit einer akuten Behinderung – auf der Straße landet. Ob asylberechtigt oder nicht: Bis zum Zeitpunkt der Abschiebung bleiben die fundamentalen Menschenrechte jeder Person dort bewahrt. Warum also in Italien, besonders in Südtirol, nicht? Das ist die zentrale Frage. Und damit verbunden auch die Frage, wer dafür verantwortlich ist.

Das Rundschreiben

Der Grund, warum es hier anders läuft, ist genauso banal wie ernüchternd. Abschiebungen kosten. Jemanden auf die Straße zu setzen und zu hoffen, dass ihn die menschenverachtende Behandlung irgendwann in ein anderes Land oder wenigstens in eine andere Stadt treibt, kommt eben billiger. Anschließend sorgen sich die politischen Amtsträger um den „decoro“, um die Ansehnlichkeit der Stadt, die sie zuvor eigenhändig mit Obdachlosen vollgepackt haben. Wenn diese Menschen dann in der Kälte der Oktobernächte nach einem geschützten Unterschlupf suchen und ihre Sachen herumliegen lassen, ist das selbstverständlich nicht die beste Werbung für unsere Törggelen-Touristen. Also macht man es den Obdachlosen mit dem Vorwand des „decoro“ noch eine Stufe schwerer. In der Stadt Bozen werden zum Beispiel regelmäßig die Biwaks der obdachlosen Menschen geräumt, ihre Decken und Kleider entsorgt.

Die gleiche Behandlung wäre nun auch für Adan und seine Familie vorgesehen gewesen. Möglich macht es ein Rundschreiben des Amtsdirektors für Soziales Luca Critelli. Es ist ein sehr asoziales Rundschreiben, das keinerlei rechtliche Grundlage hat und gegen eine ganze Reihe von Gesetzen und menschlichen Grundrechten verstößt. Es sieht unter anderem vor, dass diejenigen Asylbewerber, deren Antrag in einem anderen EU-Staat abgelehnt wurde, in Südtirol keinen Anspruch auf Unterkunft und sozialen Beistand haben. Ob sie minderjährig, krank oder schutzbedürftig sind, spielt keine Rolle.

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Landesrätin Stocker mit Amtsdirektor Critelli – Bild: LPA/Daniel Rabanser

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Bis zum jetzigen Zeitpunkt hat niemand das Rundschreiben revidiert oder zurückgenommen. Niemand ist zurückgetreten. Der Fall Adan zieht immer weitere Kreise der Empörung. Die britische Tageszeitung The Guardian hat über die Südtiroler Schande berichtet und fragt sich, wie in der wohlhabenden Provinz so etwas geschehen kann. Auch die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen kritisierte die Zustände in Bozen scharf. Und das Hohe Kommissariat für Flüchtlinge der UN hat sich direkt an die Landesregierung gewandt und fordert, dass das illegale Rundschreiben unverzüglich entsorgt wird.

Passiert ist trotz des internationalen Drucks nichts. Die zuständige Landesrätin Martha Stocker reagierte lieber so, wie jeder reagieren würde, der von Verantwortung nichts wissen will: Sie führte alles auf ein Missverständnis zurück. Auf „Kommunikationsprobleme“ zwischen den verschiedenen zuständigen Sozialdiensten und den Freiwilligen Helfern. Dass sogar das Bozner Krankenhaus die Sozialdienste und das Land über Adans kritischen Gesundheitszustand informiert und um eine angemessene Unterbringung gebeten hatte, verschweigt Stocker.

Die zynische Strategie der Landes- und Stadtpolitik ist übrigens aufgegangen. Die kurdische Familie, die ihren Sohn verloren hat, wurde inzwischen in Trient aufgenommen. Auf Südtirols und Bozens Kassen lastet also wieder eine Handvoll Asylbewerber weniger. Der Preis dafür war ein junges Menschenleben.

Menschen von der Straße zu holen ist nicht eine Aufgabe von Privatpersonen, sondern der öffentlichen Institutionen.

Doch die Unfähigkeit zur Selbstkritik beschränkt sich keineswegs auf Landesrätin Stocker. Viele schweigen, so manche verteidigen sogar den aktuellen Umgang mit Flüchtlingen. In den Kommentarspalten der Nachrichtenportale und in den sozialen Medien war viel Geschmackloses zu lesen. Es gab Leute, die den Zynismus aufbrachten, die Schuld für Adans Tod seinem eigenen Vater in die Schuhe zu schieben. Unverantwortlich sei er, weil er nach der Ablehnung in Schweden noch die Unverschämtheit hatte, in einem anderen EU-Land um Asyl anzufragen (anstatt nach Nordirak zurückzukehren, wo der Islamische Staat Adans Familie vertrieben und eine Autobombe Adans fünfjährige Schwester in den Tod gerissen hatte).

Wird Südtirols Umgang mit Migranten kritisiert, fühlen sich andere wiederum gleich persönlich angegriffen. Die Überempfindlichen reagieren mit der üblichen Anklage: Und wann hast du jemanden aufgenommen? Ich bin es inzwischen zwar leid geworden, jedes Mal mein Engagement breitzutreten, doch den Vorwurf der Heuchelei hört man eben nicht gern. Wer diese Vorwürfe vorbringt und in seinem Denken nicht völlig beschränkt ist, der weiß allerdings genau, dass es nicht Aufgabe von Privatpersonen ist, Menschen von der Straße zu holen, sondern Aufgabe der öffentlichen Institutionen. Genauso wie man nicht selbst Löcher im Asphalt stopft, um überhaupt fordern zu dürfen, dass der Staat die Straßen sanieren soll.

Hier in Südtirol sind die Straßen meist einwandfrei. Es gibt Institutionen und Organisationen für alles Mögliche. Sogar der HGV hat seine eigene Jugendorganisation, wie ich erst kürzlich mit Staunen festgestellt habe. Aber dass Minderjährige, die nicht das Glück hatten, hier geboren zu sein, nicht unter der Brücke schlafen müssen, das kriegt das Land nicht auf die Reihe. Das will man nicht auf die Reihe kriegen.

Die Frage nach der Verantwortung, die oben gestellt wurde, ist inzwischen wohl beantwortet.

Liebe Frau Stocker, Herr Landeshauptmann Kompatscher, Herr Bürgermeister Caramaschi und Co., ihr habt in diesen Tagen noch die Möglichkeit zu zeigen, ob das alles so gewollt ist oder ob eure Worte des Beileids für Adans Familie aufrichtig waren. Ihr habt es in der Hand, wenigstens jetzt etwas zu ändern und zu verhindern, dass es weitere Adans geben muss.

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Und verantwortlich ist niemand?

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Gruß Hubert

 

Die bedauernswerte Geschichte der Katalanen   3 comments

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Ich hätte mir nie gedacht, dass die Repression gegen Katalonien durch Spanien so weit gehen würde und so umfassend ist. „Unser Ziel ist es“, verkündete kürzlich der dortige Kulturminister, „darauf zu bestehen, die katalanischen Kinder zu hispanisieren.“ Das ist super-faschistisch. Auch in Italien wollte man ja unter dem Faschismus (bis über die 50-er Jahre hinaus, obwohl Italien ab 02.06.1946 als Republik ausgerufen wurde), die deutschen Südtiroler, die logisch eine deutsche bzw. österreichische Kultur hatten, zu italianisieren versucht. Deutsche Schulen waren verboten und auch in der Öffentlichkeit deutsch zu reden. Es wurde auch versucht die Südtiroler durch Zuzug aus dem Süden durch Italiener zu majorisieren. Sogar auf Grabkreuzen wurden italienische Namen verwendet, also zum Beispiel Giuseppe statt Josef. Das finde ich für ein Kulturverbrechen. Auch den Familiennamen konnte man sich italianisieren lassen, manche taten das auch, wenn sie unbedingt eine öffentliche Stelle erhalten wollten. So wurden aus einem Oberleiter ein Guidoni oder aus einem Seeber ein Delago. Deshalb kann ich mich sehr gut in die Katalanen, die ja heute noch unterdrückt werden, gut und leicht einfühlen. Es gibt Leute, ich möchte es kaum glauben, für die ist nur die Gegenwart wichtig, für die geht die Zeit nur zurück auf IHR Lebensalter von 10 Jahren, als sie selbst anfingen etwas differenzierter zu denken. Wie will ich aber eine Zeit bewerten oder einordnen, wenn ich nicht weiß was dem zumindest vor einigen Jahrzehnten, ich würde sagen, mindestens 50 Jahren vorausging?? Große Konflikte haben ihr Konfliktpotential auch oft Jahrzehnte, oft sogar Jahrhunderte zurück liegen. Man denke nur an den Antisemitismus, in welcher Zeit dieser seine Wurzeln hat. Oder man nehme den Jugoslawienkrieg her, und betrachte die Geschichte zwischen Kroaten und Serben – Stichwort Ustascha. JEDER Historiker weiß was ich meine. Aber manche Leute halten Historiker für überflüssig, so ist es ja, wenn ich nur über MEINE Gegenwart reden will. Oder sie akzeptieren nur jene Historiker, die eine dunkle Vergangenheit schönreden. Besonders bei Faschisten ist das bekannt, dass sie sich nicht mit der Vergangenheit auseinandersetzen wollen und die „Erinnerungskultur“ streichen wollen… Stichwort Höcke. Mit solchen Leuten will ich nicht diskutieren und absolut nichts zu tun haben. Sie sind mir ein Gräuel.

Was soll das für eine Kultur sein, die nur im eigenen Lebensalter leben will???

Um auf Katalonien zurück zu kommen. Ich kann sie sehr gut verstehen, dass sie sich von der Repression und dem spanischen Joch befreien wollen.

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Aus der ZEIT ein Artikel über die bedauernswerten Katalanen UND DIE GESCHICHTE, die DEM VORAUSGING.

„Warum ist Katalonien eigentlich noch in Spanien?“ Der katalanische Schriftsteller Albert Sánchez Piñol plädiert für die Unabhängigkeit und hofft auf Hilfe der EU.

Gerade bin ich 50 Jahre alt geworden und in diesem halben Jahrhundert ist nicht ein Jahr vergangen, in dem die spanische Regierung nicht ein Gesetz gegen die katalanische Sprache und Kultur verabschiedet oder zumindest Politik dagegen betrieben hätte. Was die Katalanen im Moment am meisten kränkt, sind die neuen Gesetze zur Pädagogik, die darauf angelegt sind, das katalanische Schulmodell zu zerstören. Wenn nur ein Kind kastilisch spricht, müssen die Lehrer die Unterrichtssprache von Katalanisch auf Kastilisch ändern. Insofern ist die eigentliche Frage nicht: „Warum gibt es so viele Katalanen, die keine Spanier sein wollen?“, sondern: „Warum ist Katalonien eigentlich noch in Spanien?“

Bis ins 15. Jahrhundert waren Kastilien und Katalonien die beiden dominierenden Mächte der iberischen Halbinsel. Geografisch und politisch betrachtet waren das zwei sehr unterschiedliche Länder: In Kastilien, im trockenen Landesinneren gelegen, hat sich das absolutistische Prinzip verfestigt, indem das königliche Wort Gesetz ist. Im Gegensatz dazu unterhielten die Monarchen im mediterranen Katalonien deutlich vielschichtigere Beziehungen zu öffentlichen Institutionen wie Parlament und Gerichten. Oder, wie ein bestürzter Beobachter sagte: „Für die Katalanen ist der König nur etwas abstraktes“, während ein anderer meinte: „Die vergangenen Parlamente haben die Katalanen republikanischer gemacht als die Briten.“

Im 15. Jahrhundert haben sich die beiden Staaten dann durch eine königliche Ehe vereint. Aber damit wir uns richtig verstehen: Sie verschmolzen nicht, die entsprechenden Hoheiten blieben erhalten. Katalanen wie Kastilier unterstanden fortan der gleichen Monarchie, aber deren Zuständigkeiten blieben zumindest in Katalonien beschränkt wie zuvor. Amerika entwickelte sich zu einem rein kastilischen Unterfangen, denn weil Katalonien ein eigenes Königreich war, hatte es dort keine Rechte. Es gibt keine katalanischen „Konquistadoren“.

Der Krieg war grausam, die Repression noch viel mehr

Mit der dynastischen Union erst begann paradoxerweise die Rivalität zwischen Kastilien und Katalonien. Es konnte gar nicht anders kommen, denn es handelte sich um politische Antipoden. Die Katalanen beteiligten sich nicht am kastilischen Imperialismus. Die Gesetze in Barcelona zum Beispiel verbaten es dem König, Katalanen zu rekrutieren, um außerhalb Kataloniens zu kämpfen. So musste Kastilien die Kriege in Flandern und Amerika allein führen. Die Katalanen wurden als unsolidarisch bezichtigt. Francisco de Quevedo (span. Schriftsteller aus dem 17. Jhd., Anm. d. Red.) höchstpersönlich bezeichnete sie als „Aussätzige unter allen Königreichen“.

Aber es gibt noch etwas. Mit der Vertreibung der Juden im Jahr 1492 musste sich der König einen neuen Sündenbock suchen. Wem könnte man eine so eine schwere Last aufbürden? Das kollektive Bild, das die Spanier bis heute von Katalanen haben, entstand in dieser Zeit: Der Katalane als sparsame und zurückhaltende Kreatur, arbeitsam, aber irgendwie komisch. Der Katalane ist sehr eigen, vielleicht weil er eine andere Sprache spricht – und das macht er extra sehr schlecht, damit wir nicht verstehen, was er vorhat. Schlau – oder besser gesagt: durchtrieben – und egoistisch.

Das fein austarierte Gleichgewicht zwischen den beiden Königreichen fand im Jahr 1700 mit dem spanischen Erbfolgekrieg sein Ende. Dabei handelte es sich in Wahrheit eher um einen europäischen Krieg zwischen den beiden Großmächten dieser Zeit, Frankreich und England. Die Widersacher suchten Alliierte, Kastilien verband sich mit Frankeich und Katalonien mit England. Auf den europäischen Schlachtfeldern wurde um die Vorherrschaft auf dem Kontinent gerungen, in Spanien um Leben und Tod. Die Katalanen wussten, wenn ihre absolutistischen Feinde gewinnen würden, wäre es das Ende ihrer Institutionen. Es handelte sich nicht um einen ethnischen oder politischen Konflikt, was es den Individuen erlaubte, die Linien zu überschreiten: Die katalanischen Anführer wählten als militärischen Oberbefehlshaber einen Kastilier.

Der Krieg war grausam. Und im Jahr 1713 ließ England Katalonien aus politischem Interesse im Regen stehen. Isoliert überstand Barcelona ein Jahr lang die Belagerung. Im Jahr 1714 dann kapitulierte die Stadt nach einem verheerenden Angriff, bei dem Tausende Zivilisten und Soldaten gestorben waren. Wir schreiben den 11. September, heute ist es der katalanische Nationalfeiertag, der „Diada“. Aber auch wenn der Kampf grausam war, die nachfolgende Repression war es noch viel mehr. Die Institutionen wurden abgeschafft, die Sprache verboten und Dutzende Häuser in Brand gesteckt. Noch 300 Jahre später erschreckt es, die Korrespondenz der kastilischen Verantwortlichen zu lesen: „Wir müssten alle aufhängen“, schrieb ein Kommandant nach Madrid, „aber bedauerlicherweise können wir nicht, es fehlt uns an Stricken.“

1714 hörte Spanien auf, ein Staatenbund zu sein und wurde zu dem, was es heute ist: Ein streng kastilisches Projekt. Jedes Mal, wenn seitdem eine Republik ausgerufen wurde oder ein Diktator starb, bei jeder demokratischen Wallung, führte Katalonien die Sehnsüchte nach kollektiver Freiheit an. Bis heute.

Hört nicht auf die Lautsprecher in Madrid!

Heute beginnt eine Mehrheit der Katalanen zu verstehen, dass es unmöglich ist, Katalane in Spanien zu sein. Die spanische Politik ist zu unflexibel und intolerant. Das Katalanische wird als pathologisch, als Krebsgeschwür, angesehen. Madrid verheimlicht das gar nicht: „Unser Ziel ist es“, verkündete kürzlich der dortige Kulturminister, „darauf zu bestehen, die katalanischen Kinder zu hispanisieren.“

Katalonien erlebt derzeit einen außergewöhnlichen Prozess gesellschaftlicher Mobilisierung, inspiriert durch Mandela und Ghandi. Ihr Ziel? Dass die katalanische Gesellschaft frei über ihre Zukunft entscheiden kann – was die spanischen Gesetze verbieten. Es gibt kein Gegenangebot. Spanien beschränkt sich darauf, der katalanischen Gesellschaft Angst einzujagen und ihre Anführer als Nazis zu beschimpfen (für Wahnsinnige sieht es so aus) und die Bedrohung zu verbreiten, aus der Europäischen Union ausgeschlossen zu werden.

Aber wenn die EU alles in ihrer Macht Stehende getan hat, einen belastenden und gescheiterten Staat wie Griechenland in ihren Reihen zu behalten, warum sollte sie dann Katalonien rauswerfen, ein so prosperierendes Land, einen so überzeugten Europäer und Nettozahler, in dem so viele europäische Unternehmen aktiv sind? Was hat Katalonien falsch gemacht? Das demokratische Prinzip wiedererfunden?

Im Jahr 1714 fühlte sich England schuldig, die Katalanen auf so niederträchtige Weise im Stich gelassen zu haben; in London erschien das Manifest The Deplorable History of the Catalans („Die bedauerliche Geschichte der Katalanen“) erschien. Heute fürchtet Madrid nichts mehr, als eine Macht, die ihr auferlegt, mit den Katalanen in Verhandlungen zu treten –  und das schafft nur eine informierte europäische öffentliche Meinung. Bitte, informieren Sie sich. Das, was gerade in Katalonien passiert, ist wunderschön: Eine zivile Revolution, eine Erneuerung der Demokratie. Und hören Sie allen Seiten zu, nicht nur den Lautsprechern aus Madrid. Vielleicht wird die Geschichte Kataloniens dann endlich ein bisschen weniger bedauerlich – und die Europas ein bisschen bewundernswerter.

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Die bedauernswerte Geschichte der Katalanen

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Spanische Demokratie!

Mit Gummigeschossen auf friedliche katalanische zur Wahl gehende Personen geschossen

NO Guardia Civil! Nie wieder Faschismus!

Sehen sie da bewaffnete Katalanen?

Die verhasste spanische, paramilitärische Guardia Civil in Katalonien – die sind nichts als Besatzer

Warum darf ein Volk nicht ungestört eine Volksabstimmung zur Selbstbestimmung durchführen? Das ist niemals illegal was ein Volk mehrheitlich will. Das Volk ist der Souverän.

Spanische Nationalisten mit faschistischem Gruß – wahrscheinlich sind viele Franquisten darunter.
Warum sollte Katalonien unter so einem Staat bleiben wollen, von dem es nicht einmal eine ausreichende Autonomie gewährt bekommt? Um die jährliche Ausstattung des Haushaltsplanes müssen Katalanen sich wie Bettler anstellen. Rajoy kennt nur Gesetz und Gewalt. Aber um friedlich zusammenleben zu können, braucht es andere Kategorien, wie die Würde eines Volkes zu respektieren. Spanien unter Rajoy verhält sich wie europäische Kolonialmächte vor 80 Jahren in Afrika. So kann das nicht gehen! Der spanische, nationalistische Zentralstaat zeigt sich von seiner hässlichsten Seite. Rajoy müsste weg, mit ihm kann es kein friedliches Miteinander geben.

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Die Polizei geht mit Gummigeschossen gewaltsam gegen katalanischen Wähler vor. Diese wollen trotzdem über die Unabhängigkeit abstimmen. (1. Oktober 2017).

Hier ist noch die Rede von 450 Verletzten, zum Schluss wurden es aber doppelt so viele, nämlich 900.

Im Link zum Schluss eine Reihe von Videos wo man die brutale Gewalt der spanischen Polizei sieht.

Catalan independence referendum

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Auszug aus heute.at

In Barcelona und anderen großen Städten Kataloniens war es seit dem Morgen zu Zusammenstößen mit der Polizei gekommen, die das Unabhängigkeitsreferendum verhindern soll. maskierte Polizisten drangen in Wahllokale ein und schleppten Wahlurnen weg.

An vielen anderen Orten versuchten schwer gepanzerte Polizisten, Wähler vom Betreten der Wahllokale abzuhalten. Es kam zu Zusammenstößen, die Ordnungskräfte setzte Gummigeschosse und Knüppel gegen die Menschenmengen ein.

http://www.heute.at/welt/news/story/Verletzte-durch-Polizeigewalt-bei-Katalonien-Referendum-49862654

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Der unnachgiebige Nationalist und Hardliner Rajoy

 

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Cara al Sol Himno de la Falange (con letra) (spanisches Faschisten-Lied)

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Auch hier sind noch viele Bilder und Videos spanischer Gewalt zu sehen.

https://www.contra-magazin.com/2017/10/katalonien-1-oktober-tag-der-polizeigewalt-in-bildern/

 

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Gruß Hubert

Veröffentlicht 12. Oktober 2017 von hubwen in Politik, Uncategorized

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Spanien hat seine Militärdiktatur nur mangelhaft aufgearbeitet   1 comment

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Dachte ich mir ja gleich, dass die Zeit des Franco-Regimes auch jetzt beim Konflikt um die angestrebte Unabhängigkeit von Katalonien eine große Rolle spielt. In zu vielen spanischen Köpfen ist das franquistische Denken noch drin. Man sieht ja wie sich jetzt Spanien verhält. Es pocht auf das Urteil des Verfassungsgerichtes, dass das Referendum in Katalonien für illegal erklärt hat. Aber was sagt das schon? Spanien sagt es sei ein Rechtsstaat. Aber ein Staat, dass brutalste Schläger in der Uniform der paramilitärischen Polizei Guardia Civil gegen eigene Leute losschickt, hat das Recht verwirkt sich demokratisch zu nennen. Das ist nicht demokratisch sondern AUTORITÄR, autoritär im Stile von faschistischen Regierungen. Rechtsstaat: das heißt doch nichts, als Rechtsstaat bezeichnet sich auch Erdogan mit „seiner“ Türkei, der linksdiktatorische Maduro in Venezuela, so bezeichneten sich auch Hitler-Deutschland oder das faschistische Italien unter Mussolini. Welcher Staat sagt denn von sich er sei kein Rechtsstaat? Und wenn es der ärgste Schurkenstaat ist. Verfassung hin oder her, in der Politik zählt letzten Endes die normative Kraft des Faktischen, das war zum Beispiel auch in der DDR so. Es wäre laut Verfassung nicht möglich gewesen, wenn nicht die Menschen auf die Straße gegangen wären. Also das Gerede von Rechtsstaat kann sich Spanien abschminken. Vor allem nach dem was am 1. Oktober in Katalonien durch das brutale Dreinschlagen auf friedliche Wähler passiert ist, mit insgesamt 900 Verletzten! Menschen die nichts anderes als wählen wollen werden verprügelt. Schande über Spanien.

Hier ein Artikel aus der SZ

Verfassungsbruch! Verfassungsbrecher! Mit solchen Beschimpfungen überzieht die spanische Regierung im Gleichklang mit der Hauptstadtpresse derzeit immer wieder die katalanische Führung. Und aus der Region schallt der Gegenvorwurf zurück: Söhne und Enkel von Verfassungsbrechern!

In diesen wechselseitigen Invektiven fokussiert sich der Grundkonflikt zwischen Madrid und Barcelona über die Zukunft der wirtschaftsstarken Region am Mittelmeer. In der Tat haben Regionalparlament und -regierung die spanische Verfassung ignoriert, als sie das umstrittene Unabhängigkeitsreferendum am 1. Oktober durchführen ließen.

Doch dass die Zentralregierung unter Mariano Rajoy jeden Dialog mit Barcelona verweigert, stattdessen die nationale Polizei gegen friedliche Demonstranten vor den Wahllokalen zuschlagen lässt und dies mit der „Verteidigung der Verfassung“ begründet, empört viele Katalanen. Dass obendrein König Felipe VI. die Worte Rajoys in derselben unversöhnlichen Tonlage wiederholt, macht die Sache nicht besser. Denn beide sind in Folge historischer Verfassungsbrüche, die großen Einfluss auf das Los der Katalanen hatten, in ihre Ämter gekommen.

Es handelt sich um die Verfassung von 1931, die erste demokratisch legitimierte in der Geschichte Spaniens. Sie legte die Republik als Staatsform fest und gestand den Katalanen weitgehende Autonomierechte zu.

Doch fünf Jahre später rebellierte der nationalkatholische General Francisco Franco gegen die verfassungsmäßige Ordnung. Mit massiver militärischer Unterstützung Hitlers und Mussolinis rangen seine Truppen die Verbände der rechtmäßigen Regierung nieder.

(Anmerkung: schon wieder einmal sind diese …. Katholiken mit im „Spiel“).

Nach seinem Sieg 1939 herrschte Franco gemäß dem Motto: Wehe den Besiegten!

Nach dem Sieg im Bürgerkrieg 1939 herrschte er nach dem Motto: Wehe den Besiegten!

Zu letzteren gehörten die Katalanen, denn sie hatten auf der Seite der Republik gestanden. Ihre Führer wurden exekutiert, sofern sie nicht rechtzeitig ins Ausland geflohen waren, der Gebrauch der katalanischen Sprache im öffentlichen Leben wurde verboten. Zu den bekanntesten Opfern des Rebellengenerals Franco gehörte der Rechtsanwalt Josep Sunyol; er war einer der führenden Köpfe der republikanischen Linken und Präsident des FC Barcelona. Dessen Stadion, das Camp Nou, ist heute Hochburg der Verfechter der Abspaltung Kataloniens vom Königreich Spanien: Bei jedem Heimspiel gedenken die Fans des Schicksals Sunyols.

In Barcelona wird immer wieder darauf hingewiesen, dass die in Madrid regierende konservative Volkspartei (PP) aus einer franquistischen Gruppierung hervorgegangen ist.

In Karikaturen der katalanischen Presse wird Premierminister Mariano Rajoy gern mit Dreispitz gezeichnet, der traditionellen Kopfbedeckung der Guardia Civil: der nationalen Polizeitruppe, die eine tragende Rolle im Repressionsapparat Francos spielte.

Franco setzte auch die Restaurierung der Monarchie durch; unmittelbar nach seinem Tod 1975 wurde der von ihm persönlich ausgesuchte Thronprätendent Juan Carlos zum König ausgerufen. Somit sieht man in Katalonien auch die Inthronisierung von dessen Sohn Felipe VI. als Spätfolge der Verfassungsbrüche Francos.

Mit dem Namen Felipe ist in den Augen vieler Katalanen ein weiterer schwerer Rechtsbruch verbunden, der noch weiter in der Geschichte zurückliegt, nämlich 303 Jahre. 1714 endete der Spanische Erbfolgekrieg mit der Eroberung Barcelonas durch die Truppen des Königs Felipe V., eines Enkels des Sonnenkönigs Ludwig XIV. aus dem Hause Bourbon. Die Katalanen hatten in dem Krieg auf Seiten der Habsburger gestanden, die schließlich den Kampf aufgaben, als ihnen Felipe die italienischen Besitzungen des Königreichs Spanien anbot.

Bis heute kennt jedes Kind in Barcelona den General im Käfig von 1714

Die nun von den Verbündeten im Stich gelassenen Katalanen konnten dem Heer des Bourbonen nicht standhalten. Auch dieser kannte keine Gnade mit dem Besiegten:

Er ließ ein paar Vertreter der städtischen Elite köpfen, der katalanische General Josep Moragues, der die Verteidigung Barcelonas geleitet hatte, wurde von einem Pferd zu Tode geschleift, sein Kopf zur Warnung für seine Landsleute für zwölf Jahre in einem Käfig aufgehängt. Jedes Kind in Barcelona weiß aus den Schulbüchern von dieser Schmach.

Bis heute wirkt sich die Strafe aus, die Felipe über die gesamte Region verhängte: Er hob ihre historischen Selbstverwaltungs- und Steuerrechte auf. Bis heute hängt die Zuteilung eines Großteils der Haushaltsmittel vom Gutdünken des Finanzministers in Madrid ab. Die Minister der Regionalregierung müssen dort immer wieder antichambrieren – was in Barcelona als Demütigung empfunden wird.

In Madrid aber wird gegen all diese Proteste und Klagen eingewandt, dass die Bevölkerung Kataloniens ja mit großer Mehrheit der bis heute gültigen Verfassung von 1978 zugestimmt hat. Doch dort entgegnet man, dass eine Reform dieses Gesetzeswerks längst überfällig sei. Denn bei seiner Ausarbeitung hätten hohe Funktionsträger des Franco-Regimes dominiert, auch hätten die damals verabschiedeten Gesetze der Übergangszeit (Transición) vor allem die alten Eliten geschützt, auch vor Strafverfolgung.

So ist der heutige Konflikt zwischen Madrid und Barcelona nur vor dem Hintergrund der mangelnden Aufarbeitung der Franco-Diktatur zu verstehen, angereichert durch Legenden und Mythen um das katalanische Schicksalsjahr 1714. Rajoy und auch Felipe VI. ist offenbar nie die Möglichkeit in den Sinn gekommen, mit geschichtspolitischen Gesten und in Ansprachen Verständnis für den anderen Blick der Katalanen in die gemeinsame tragische Vergangenheit zu bekunden. Sie hätten dem Konflikt sehr viel von seiner Schärfe nehmen können.

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Spanien hat seine Militärdiktatur nur mangelhaft aufgearbeitet

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die paramilitärische Guardia Civil (die schon unter Diktator Franco so hieß) mit ihrer typischen Dreispitz-Kopfbedeckung

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Auf wessen Seite ich stehe, muss ich wohl nicht erklären.

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Inakzeptabel die Stellung zum Konflikt um Katalonien der Bundesregierung und die kaum anzuhörenden und unerträglichen Äußerungen des Regierungssprecher Seibert. Er versteckt sich ständig hinter den Wörtern: Verfassung und innerspanische Angelegenheit. So ein…….. Bitte nicht vergessen, auch die Katalanen sind Bürger der EU – diese hüllt sich auch in Schweigen.

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Bundesregierung weiß von keiner Polizeigewalt in Katalonien

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Auszug aus der ZEIT

Es wäre an der Zeit zu sortieren, was Region und was Nation ist

Die Katalanen sind derzeit nicht die einzigen, die eine regionale Autonomie in Europa wollen. Da wären noch Tirol oder Schottland, Wallonien, Flandern, Venetien oder eben Bayern. Um nur einige zu nennen. Die Forderungen dieser Menschen werden lauter, weil in der EU durcheinander geraten ist, was nur eine Region sein darf und was möglicherweise ein Staat sein kann. Auch Irland oder Zypern sind zwei Beispiele, wo ethnische Region und Staatlichkeit nicht kongruent gehen.

Daneben ist die EU einerseits voll von großen Regionen (etwa Nordrhein-Westfalen), die in der EU nicht mitbestimmen dürfen, und andererseits kleinen Staaten (etwa Luxemburg oder Malta), die das dürfen. Wäre es nicht an der Zeit, mal zu sortieren, was eigentlich eine Region und was eine Nation ist? Zumal viele Nationen de facto Zusammenschlüsse von mehreren Regionen sind, allen voran Italien oder Deutschland. Selbst Frankreich hat eine zwar unterdrückte, aber reiche regionale Vergangenheit. Auch in Nantes in der Bretagne gab es deshalb Solidaritätskundgebungen mit den Katalanen.

http://www.zeit.de/politik/ausland/2017-10/katalonien-krise-spanien-eu-zukunft-unabhaengigkeit

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Chomsky, ein berühmter und kompetenter Unterstützer der Unabhängigkeit von Katalonien.

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Die ausgestreckten Arme zum faschistischen Gruß müssen ja nicht mehr kommentiert werden. Ich hätte nie geglaubt, dass es in Spanien so viele Nationalisten, nein, Chauvinisten gibt. Manche gerieren sich offen als Faschisten, schöne Grüße von Franco.

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Spanische hässliche Ärsche von der Guardia Civil – so was von unsexy 😉

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Spanische Demokratie.

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Gruß Hubert