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Sind Menschen Tiere? Darum stehen wir nicht über Tieren   Leave a comment

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Bild von Peta.de

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Viele Menschen heben die Unterschiede zwischen Mensch und Tier beispielsweise in Redewendungen hervor, um unseren ausbeuterischen Umgang mit anderen Lebewesen zu rechtfertigen. Die Denkweise, der Mensch würde über dem Tier stehen und dürfe deshalb über andere Lebewesen verfügen, sie für ihr Fleisch, ihre Haut und anderes züchten und töten, ist jedoch widersprüchlich und speziesistisch. Denn wir Menschen sind genauso Tiere wie Hunde, Kaninchen, Schweine, Hühner und Fische.

Vermeintliche Argumente wie Sprachfähigkeit, der Gebrauch von Werkzeugen und Intelligenz, die den Menschen angeblich höherwertig einstufen, sind schon lange widerlegt worden. Erfahren Sie in diesem Beitrag mehr darüber, weshalb der Mensch nicht über „dem Tier“ steht.

Viele Menschen heben die Unterschiede zwischen Mensch und Tier beispielsweise in Redewendungen hervor, um unseren ausbeuterischen Umgang mit anderen Lebewesen zu rechtfertigen. Die Denkweise, der Mensch würde über dem Tier stehen und dürfe deshalb über andere Lebewesen verfügen, sie für ihr Fleisch, ihre Haut und anderes züchten und töten, ist jedoch widersprüchlich und speziesistisch. Denn wir Menschen sind genauso Tiere wie Hunde, Kaninchen, Schweine, Hühner und Fische.

Vermeintliche Argumente wie Sprachfähigkeit, der Gebrauch von Werkzeugen und Intelligenz, die den Menschen angeblich höherwertig einstufen, sind schon lange widerlegt worden. Erfahren Sie in diesem Beitrag mehr darüber, weshalb der Mensch nicht über „dem Tier“ steht.

Was ist ein Tier?

Unter dem Begriff Tier versteht man Lebensformen mit einem eigenen Stoffwechsel, die sich fortpflanzen können und über Muskelgewebe sowie ein Nervensystem verfügen, woraus sich Sinnesorgane bilden. Diese sind die Basis für Empfindungsfähigkeit, also die Fähigkeit, positive und negative Einflüsse zu spüren und Erfahrungen zu sammeln. Nur Tiere besitzen Nervensysteme, also die Mechanik, Informationen wie Schmerzimpulse zu übertragen und daraus Schlüsse zu ziehen – Pflanzen, Pilzen, Bakterien und anderen Organismen fehlt diese Anlage.

Durch ihre Empfindungsfähigkeit können Tiere bei Gefahr beispielsweise weglaufen, suchen nach Nahrung und zeigen anderes Verhalten, das für ihre „reproduktive Fitness“ notwendig ist. [1] Während Pflanzen zwar auf gewisse Reize reagieren können, sind Tiere dazu in der Lage, subjektive Erfahrungen zu machen, besitzen also auch ein Schmerzempfinden und ein Bewusstsein.

Sind Menschen Tiere?

Menschen sind per Definition Tiere, denn auch wir verfügen über Sinnesorgane, haben einen Stoffwechsel und pflanzen uns fort, um unsere Zukunft zu sichern. In der Biologie gehört der Mensch als Säugetier zur Familie der Menschenaffen.

Tatsache ist: Die meisten anderen Tierarten sind uns Menschen in oft mehr als einer Fähigkeit überlegen – wobei eine Beurteilung nach menschlichen Maßstäben grundsätzlich falsch ist, denn jedes Lebewesen besitzt als Individuum einzigartige Fähigkeiten und Erlebenswelten, die es zu respektieren und mit eigenen Grundrechten sicherzustellen gilt.

Diese „Unterschiede“ sind eigentlich Ähnlichkeiten

In den vergangenen Jahrzehnten hat die Forschung alle oben genannten vermeintlichen Alleinstellungsmerkmale des Menschen widerlegt. Die folgenden Argumente zeigen, weshalb der Mensch als eigene Tierart keinerlei Grund hat anzunehmen, anderen Spezies überlegen zu sein.  Aus den folgenden Gründen ist die speziesistische Denkweise nicht gerechtfertigt.

„Bei jeder geistigen Fähigkeit, die ursprünglich als rein menschlich betrachtet wurde, hat sich herausgestellt, dass sie älter und weiter verbreitet ist als zuerst angenommen“, Primatenforscher Frans de Waal

Primatenforscher Frans de waal

Entkräftetes Argument 1: Intelligenzvermögen

Manche Menschen argumentieren, Menschen seien intelligenter als andere Tiere, weshalb sie auch anders behandelt werden sollten. Dabei darf nicht vergessen werden, dass wir Menschen die menschliche Intelligenz als Maßstab setzen – beispielsweise für die Verteilung von Rechten. Aus ethischer Perspektive macht dieses Argument keinen Sinn, insbesondere wenn man sich die Gerichtsbarkeit ansieht: In den USA sprach der oberste Gerichtshof beispielsweise einem Mann mit einem nachgewiesenen Intelligenzquotienten von neun Punkten die vollen Grundrechte zu. [4] Ein Gorilla mit einem IQ von 90 Punkten hat dagegen keine Rechte.

Dazu kommt: Viele Tierarten haben stärker ausgeprägte Sinne als wir Menschen, können also in diesem Bereich deutlich mehr Empfindungen – sowohl positive als auch negative – wahrnehmen als wir. Nichtmenschliche Tiere nehmen ihr Leben anders wahr – ihre Lebensqualität ist deshalb aber nicht geringer als unsere.

Entkräftetes Argument 2: Körperliche Überlegenheit

In körperlicher Hinsicht sind wir Menschen anderen Tierarten nicht überlegen, im Gegenteil.

  • Ein Feldhase ist doppelt so schnell wie Weltrekordhalter Usain Bolt im 100-Meter-Sprint.

  • Der schnellste Fisch der Welt erreicht Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 110 Kilometern pro Stunde – der schnellste Mensch wurde 2017 mit 9,7 Kilometer pro Stunde im Schwimmen gemessen.

  • Hunde können Geruchsspuren über Kilometer hinweg nachverfolgen.

Und es gibt zahlreiche weitere Beispiele. Die Menschheitsgeschichte zeigt, dass wir andere Tierarten vor allem dafür benutzt haben, um unsere eigenen körperlichen Unzulänglichkeiten auszugleichen. Dank moderner Technik müssen wir heutzutage jedoch kein Tier mehr dafür missbrauchen, um unsere körperlichen Mängel zu kompensieren.

Entkräftetes Argument 3: Herstellung und Gebrauch von Werkzeugen

Die Herstellung von Werkzeug gilt als Grundbaustein unserer kulturellen Evolution. Heute weiß jede:r, dass der Gebrauch von Werkzeugen unter vielen Tierarten verbreitet und daher nicht auf den Menschen beschränkt ist.

  • Seeotter nutzen beispielsweise harte Steine, um Muscheln zu öffnen.

  • Krähen und Raben gehen einen Schritt weiter und nutzen die menschliche Technik: Die Vögel beobachten das Verkehrsgeschehen und werfen an Ampeln Nüsse auf die Fahrbahn, die Autos beim Anfahren für sie aufknacken. Schaltet die Ampel zurück auf Rot, holt sich die Krähe die Früchte ihrer Denkarbeit.

  • Schimpansen basteln sich Werkzeuge aus Stöcken, um an Termiten oder Honig zu gelangen.

Entkräftetes Argument 4: Kommunikationsvermögen

Es ist bekannt, dass manche Tiere wie Meisen und Delfine über verschieden zusammengezogene Laute Sätze formen und so Informationen über ein eindeutiges Vokabular im Dialog mit Artgenossen teilen. Erdmännchen benutzen Redewendungen, um sich gegenseitig zur Nahrungssuche „auf einen Spaziergang“ einzuladen und Schimpansen können die Zeichensprache der Gehörlosen, die American Sign Language (ASL), lernen.

In einer Studie folgerten Forscher:innen, dass sich alle Wirbeltiere universell verstehen – auf emotionaler Ebene. Zwar verstehen wir Menschen nicht die genaue Bedeutung vieler Laute einer anderen Spezies, wir können aber nachvollziehen, welche Emotionen hinter Tonarten stecken. Wir Menschen sind in Sachen Kommunikation nicht besser als andere Tierarten – denn Kommunikation kann auch auf Ebenen ablaufen, die wir bisher einfach noch nicht verstehen.

Jedes Leben ist gleich viel wert

Es gibt keine logische oder plausible Rechtfertigung dafür, Menschen und andere Tiere ungleich zu behandeln. Denn jedes Leben ist wertvoll – unabhängig von Geschlecht, Hautfarbe, Körperform und Spezies. Dazu gehört auch, jedes Lebewesen als eigenständige Persönlichkeit anzuerkennen, die ein Recht dazu verdient, ihre individuellen Wünsche und Bedürfnisse nach freiem Willen zu entfalten.

Das Problem liegt darin, dass wir Menschen nicht-menschliche Tiere nach menschlichen Fähigkeiten und Eigenschaften bewerten. In Tierversuchen der Grundlagenforschung beispielsweise wird die Leistungsfähigkeit von Tieren in verschiedenen Bereichen an Aufgabenstellungen ermittelt, die für den Menschen ausgelegt sind. Das ist ungerechtfertigter und willkürlicher Elitarismus, dem jegliche ethische Grundlage fehlt. Denn auch Kindern und Menschen mit Behinderung würden wir ihre Rechte nicht absprechen, nur weil sie in manchen Fällen nicht dieselben Fähigkeiten erfüllen.

Handeln Sie mitfühlend – geben Sie Speziesismus keine Chance

Speziesismus hat in einer vorwärtsgerichteten Gesellschaft wie der unseren keinen Platz – denn heutzutage muss kein Lebewesen mehr für unsere Zwecke leiden. Die einfachste Möglichkeit, wie Sie jedes Leben wertschätzen und nachhaltig schützen können, ist es, vegan zu leben.

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Sind Menschen Tiere? Darum stehen wir nicht über Tieren

Hühner-KZs, vergaste Füchse und das Auschwitz der Tiere   Leave a comment

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Ich finde den Vergleich mit dem Holocaust bei sog. „Nutztieren“ voll angebracht. Überhaupt bin ich absolut gegen eine künstlich errichtete Kluft zwischen Mensch und nicht-menschlichen Tieren. Sie spüren wie wir Schmerzen, haben tiefe Gefühle und haben viele wunderbare Eigenschaften, von den körperlichen Sinnen gar nicht zu reden, wo sie dem Menschen oft unvergleichlich voraus sind. Und auf jedem Fall begehen Tiere nicht solche abscheulichen Verbrechen wie Menschen überall auf der Welt.

Von antispe.de

Legen macht frei

In den 60er Jahren wurden in Deutschland Legebatterien eingeführt, Gebäude, die angefüllt waren mit hölzernen Käfigen, in denen Hennen unter grausamen Bedingungen eingesperrt waren zu einem einzigen Zweck: ein kurzes Leben bis zu ihrem gewaltsamen Tod Nahrung aufzunehmen und diese in ihren gequälten Körpern umzuwandeln in Kot und Eier. Angesichts dieser massenhaften industriellen Quälerei und Tötung sprach der Zoologe Bernhard Grzimek von „Hühner-KZs“. Auch wenn diese Bezeichnung vom Gericht als zulässige Meinungsäußerung gewertet wurde, erregen noch heute oft weit mehr als die tierquälerischste Haltung die sogenannten „KZ-Vergleiche“ die Gemüter.

Anders offenbar als bekannte Parolen wie etwa „Polizei, SA, SS“ und „Stammheimer KZ“, die ja nun unleugbar ebenfalls in diese Kategorie fallen, solle es eine Verharmlosung der Greueltaten der Nazis sein, eine Herabwürdigung der Opfer. Denn es sind ja „nur Tiere“, um die es hier geht.

„Ich weigere mich Tiere zu essen, weil ich mich nicht von den Leiden und vom Tod anderer Lebewesen ernähren kann. Ich weigere mich, dies zu tun, weil ich selbst so schmerzlich gelitten habe, daß ich den Schmerz anderer fühle, indem ich mich meiner eigenen Leiden erinnere.“ Edgar Kupfer-Koberwitz verglich hier also tatsächlich sein eigenes Leiden im KZ mit den Leiden der Tiere, mehr noch, aus diesen heraus leitete er den kategorischen Imperativ ab, keine Tiere zu essen. Er zumindest empfand dies wohl nicht als Herabwürdigung. Daß andere dies anders sehen, ist klar: Speziesisten nämlich, so wie Rassisten es sähen, wenn sie Vertretern „minderwertiger Rassen“ „gleichgesetzt“ würden.

Natürlich gibt es bei allen Vergleichen zwangsläufig Unterschiede. Vollkommen Gleiches kann in diesem Sinn nicht verglichen werden. Dagegen ist es möglich, um das bekannte, jedoch falsche, Schlagwort zu bemühen, Äpfel mit Birnen zu vergleichen, also Unterschiede und Gemeinsamkeiten zu benennen: „Ich esse lieber Äpfel als Birnen“, „Äpfel haben einen höheren Pektingehalt als Birnen“ oder „Äpfel gehören wie Birnen zum Kernobst“ – dagegen ergibt „Äpfel sind runder als Äpfel“ keinen Sinn. Wenn Äpfel mit Äpfeln verglichen werden sollen, müssen es solche mit unterschiedlichen Eigenschaften sein: „Die Äpfel auf der Sonnenseite dieses Baums sind reifer als die auf der Schattenseite“, „Die Äpfel an den oberen Zweigen sind genau so groß wie die an den unteren“. Dies ist so elementar, daß es bei Obst allgemein einleuchtet – doch in anderen Fällen wird offenbar der Verstand über Bord geworfen: „Auf den Scheiterhaufen der Inquisition starben eineinhalb mal soviele Menschen wie in den Gaskammern der Nazis“ wird plötzlich zu einer Relativierung der Greueltaten der Nationalsozialisten, als ob ein solches Verbrechen in irgendeiner Weise weniger grauenhaft würde, wenn es ein anderes vergleichbaren oder auch größeren Ausmaßes gab. Als ob Jack the Ripper durch Jeffrey Dahmer plötzlich zu einem netten Menschen würde.

Was den sogenannten KZ-Vergleich angeht, es ist meist keiner, sondern zum einen die bloße Feststellung von Tatsachen, zum anderen eine reductio ad absurdum, und als solche durchaus geeignet, Inhalte zu vermitteln – je ein Beispiel:

 

  • Jedes zweite Kücken der Legehuhnzuchtlinien ist durch Zucht für die Mast und aufgrund seines Geschlechts zum Legen ungeeignet, und so werden jährlich Abermillionen männlicher Kücken unmittelbar nach dem Schlüpfen vergast. Auch zum Töten von „Pelztieren“ wird häufig Gas eingesetzt, um die Haut nicht zu verletzen, und Jäger töten so Füchse im Bau. Es muß möglich sein, diese Tatsachen zu äußern, ohne wegen des Gebrauchs des Wortes „vergasen“ als Revisionist abgestempelt zu werden. Dabei ist es völlig unerheblich, daß nicht Zyklon B verwendet wird, sondern Kohlenmonoxid (das übrigens ebenfalls von den Nationalsozialisten in transportablen Gaskammern in abgedichteten Lastkraftwagen eingesetzt wurde).

  • Tierschützer fordern häufig, Lebendtiertransporte zeitlich zu begrenzen oder zu verbieten, gleichzeitig aber als vermeintliche Alternative Schlachtung vor Ort bzw. Kühlfleischtransport. Analog hierzu wäre die Forderung, Häftlinge in „lokalen“ Gaskammern zu töten, um ihnen den Transport zu ersparen. Solcher Zynismus dient selbstverständlich nicht dazu, Opfer herabzuwürdigen, sondern zeigt, wie absurd die Forderung nach Verkürzung von Transportzeiten ist, und daß die einzig ethisch vertretbare die ist, Schlachtung ganz und gar abzuschaffen.

Es ist angesichts des ungeheuren Ausmaßes der Verbrechen an Tieren schwer, eine Sprache zu finden, die dies adäquat klarmacht. So bleibt oft nur, Parallelen zu ziehen zu anderen Verbrechen ebenfalls ungeheuren Ausmaßes, zu Sklaverei und eben auch zu Konzentrationslagern. Parallelen zum massenhaften Tod in Schlachthäusern und grauenhaften medizinischen Experimenten hier wie dort. Lampenschirme aus Menschen-, Couchbezüge und Schuhe aus Rinderhaut. Düngung der Felder mit Tiermehl und mit Asche aus den Krematorien. Die Bilder gleichen sich, und die Beispiele ließen sich endlos fortsetzen: So wie die Nationalsozialisten den Reichstagsbrand vermutlich selbst inszeniert hatten, ihn aber ihren Gegnern zuschrieben, hat (wenn auch in kleinem Maßstab) der berüchtige, angeblich von Veganern mit Mordanschlägen bedrohte Bremer „Öko-Schlachter“ Groth den Brand in seinem Laden selbst gelegt. Natürlich gibt es Unterschiede, Bremen ist nicht Berlin, eine Metzgerei kein Reichstag, mit dem Kommunisten van der Lubbe wurde wegen der Brandstiftung im Reichstag ein Unschuldiger verurteilt, der Metzger Groth wegen der Brandstiftung in seinem Laden zurecht. Entscheidend aber sind auch hier die Parallelen: die Perfidie, die eigenen Verbechen anderen unterzuschieben, um dann eine Hetzjagd auf sie zu betreiben – wann immer in der Bildzeitung, der taz, in Schrot und Korn oder im Spiegel von Veganismus die Rede war, der „Anschlag“ auf den armen Metzger blieb nie unerwähnt – und zum Teil noch nach seiner Verurteilung. Wo Schindler die Menschen in den Zügen nach Auschwitz mit Wasser versorgte, sind es heute die Tiere in Transportern. Wer einmal ein paar Hühner aus einer Legebatterie befreit hat und hunderttausend zurücklassen mußte kann nachempfinden, wie Schindler sich fühlte, nicht mehr Menschen vor dem KZ bewahren zu können.

Ein häufig angeführter Einwand ist die unterschiedliche Motivation der Täter. Während Konzentrationslager vor allem auf einen Genozid ausgerichtet waren, dienen Tierfabriken in erster Linie der Ausbeutung und Bereicherung. Davon abgesehen, daß von der Arbeitskraft bis zu den Haaren der KZ-Häftlinge alles akribisch in Reichsmark und Pfennigen aufgewogen wurde und andererseits die Massentierhaltung sehr wohl mit Genozid, wenn auch eben gerade an anderen als den ausgebeutetet „Nutztierrassen“ einhergeht, würde das im Umkehrschluß bedeuten, daß der Massenmord in den KZs weniger schlimm gewesen wäre, hätten die Nazis diesen nur aus Gewinnstreben begangen – das wird wohl kaum jemand ernsthaft behaupten wollen. Auch wenn sie eine andere Form haben: vergiftete Äpfel sind ebenso tödlich wie vergiftete Birnen.

Ein weiterer häufiger Einwand ist etwa der, die Geschehnisse im Nationalsozialismus seien einmalig, das erste Mal in der Geschichte wäre versucht worden eine „Volksgruppe“ planmäßig zu vernichten. Ein Blick in ein geeignetes Geschichtsbuch, Deschners „Kriminalgeschichte des Christentums“ beispielsweise oder einfach eine Enzyklopädie zeigt das Gegenteil. Es gab mehr als nur einen Fall nicht nur versuchter, sondern in vielen Fällen durchgeführter Vernichtung von „Volksgruppen“, durch die Kreuzritter oder die Konquistadoren etwa. Sind Scheiterhaufen harmloser als die Gaskammern, die päpstliche Hexenbulle freundlicher als die Nürnberger Gesetze, die Folterinstrumente der Inquisitoren angenehmer als die eines Mengele, die Bartholomäusnacht vergnüglicher als die Reichskristallnacht, die Verfolgung von Juden, Homosexuellen, Andersdenkenden vertretbarer, wenn sie christlich statt faschistisch begründet ist? Ist der Tod von neun Millionen Menschen (von anderen Tieren, die wegen „Hexerei“ verbrannt wurden, nicht zu reden) gemäß dem biblischen Gebot „Eine Hexe sollst du nicht am Leben lassen“ (Ex. 22:17) nicht mit dem von sechs Millionen KZ-Opfern zu vergleichen, ebenso wie die Versuche der Täter und deren geistiger Erben, die Zahlen herunterzuspielen? Da ist im Zusammenhang mit KZ-Vergleichen die Rede von einem „Geschichtsrevisionismus“ – und damit wird gerade einem Revisionismus (in diesem Fall dem christlichen) das Wort geredet, das Christentum in unverantwortlicher Weise verharmlost, sprich: es wird eben das getan, was anderen vorgeworfen wird.

Es ist selbstverständlich, daß das Aufzeigen von Parallelen faschistischer und ethnozentrischer zu speziesistischer und anthropozentrischer Handlungs- und Denkweise nicht zu bloßen Schlagworten verkommen darf. Im Grund genommen ist die Ablehnung sogenannter KZ-Vergleiche jedoch meist nichts anderes als ein sich Winden derer, die sich getroffen fühlen: denn sie zeigen, daß die Speziesisten heute in ihrem Verhalten den Tieren gegenüber, sei es als aktive Täter oder als Mitläufer, die die Taten dulden und bezahlen, nicht anders sind als die Nazis als Mitglieder der vermeintlichen „Herrenrasse“ Menschen gegenüber. So, wie jemand, der in einer sexistischen oder rassistischen Gesellschaft sagt, „es sind ja nur Frauen“, „es sind ja nur Juden“, „es sind ja nur Schwarze“ sich als Sexist oder Rassist entlarvt, so entlarvt sich, wer sagt, „es sind ja nur Tiere“ als Speziesist.

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Hühner-KZs, vergaste Füchse und das Auschwitz der Tiere

Warum Wassertiere schlauer sind, als wir denken   Leave a comment

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Von animalequality.de

Alle bisherigen Annahmen über die Intelligenz von Fischen können wir über Bord werfen.

KUTTELFISCHE KÖNNEN VORAUSPLANEN

Eine Gruppe von Kuttelfischen, die zusammen mit Kraken und Tintenfischen zur Familie der Kopffüßer gehören, hat kürzlich einen kognitiven Test bestanden, der für menschliche Kinder gemacht ist. Der Test, der oft als “Marshmallow-Test” bezeichnet wird, soll zeigen, ob jemand lernen, sich anpassen und für die Zukunft planen kann oder nicht. Die Kuttelfische wurden in ein Becken mit sofortigem Zugang zu einer rohen Garnele gesetzt, bekamen nach einer Verzögerung jedoch Zugang zu einem begehrteren Futter, einer lebenden Grasgarnele. Wenn sie die rohe Garnele fraßen, bekamen sie keinen Zugang zu den Graskrabben. Die Tintenfische in der Studie zeigten die Fähigkeit, die Belohnung hinauszuzögern und auf die beliebtere Leckerei zu warten – eine Fähigkeit, die mit der von Wirbeltieren mit größeren Gehirnen vergleichbar ist.

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KRAKEN SIND FLUCHTKÜNSTLER

Wie wir alle wollen auch Kraken frei von körperlichem oder emotionalem Leid leben. Es gibt Berichte über Kraken, die Experimentatoren mit Wasser bespritzen oder sogar Lichtschaltkreise kurzschließen, wenn sie in Gefangenschaft Dunkelheit wünschen. Ein Oktopus namens Inky machte in Neuseeland Schlagzeilen, als er aus seinem Becken in einem Aquarium entkam und sich seinen Weg zu einem Abflussrohr bahnte, das ins Meer führte.

FISCHE KÖNNEN WERKZEUGE BENUTZEN

Die Verwendung von Werkzeugen wurde lange Zeit als eine kognitive Fähigkeit angesehen, die nur Menschen besitzen, doch mittlerweile haben Wissenschaftler entdeckt, dass nicht nur Tiere wie Schimpansen und Otter sondern auch Tintenfische und Fische ebenso Werkzeuge verwenden. Laut dem Discover Magazine schlägt der Messerlippfisch Muscheln gegen Felsen, bis ihre Schalen brechen. Auf ähnliche Weise drücken andere Fischarten Seeigel gegen Korallen, um ihre Stacheln zu brechen und sich von ihrem weichen Inneren zu ernähren.

KRABBEN HABEN EIN GUTES GEDÄCHTNIS

Im Jahr 2019 führten Wissenschaftler eine Studie zum räumlichen Lernen durch, die zeigte, dass Strandkrabben ihren Weg durch ein komplexes Labyrinth navigieren können, um Nahrung zu finden, und sich sogar noch Wochen später an diese Route erinnern. Während eines vierwöchigen Zeitraums stellten die Wissenschaftler fest, dass die Krabben eine stetige Verbesserung in der Durchführung der Aufgabe zeigten – sowohl in der Zeit, die sie benötigten, um das Futter zu finden, als auch in der Anzahl der falsch gewählten Abzweigungen. Als sie zwei Wochen später wieder in das Labyrinth zurück kehrten, erreichten sie alle das Ende des Labyrinths in weniger als acht Minuten – ein klares Zeichen dafür, dass sie sich die Route gemerkt hatten. Neue Krabben, die zum ersten Mal in das Labyrinth gesetzt wurden, brauchten viel länger, um das Ende zu erreichen, und einige schafften es während des einstündigen Untersuchungszeitraums nie bis zum Ziel.
Wassertiere sind intelligent, sich selbst bewusst und – was am wichtigsten ist – sie empfinden Schmerzen wie jedes andere Tier auch. Doch auch unabhängig von ihrer Intelligenz sollten alle Lebewesen frei von Missbrauch leben dürfen. Die kognitiven Fähigkeiten eines Lebewesens sollten keinen Einfluss darauf haben, wie jemand behandelt wird. Dennoch kann das Wissen darüber, wie Tiere denken und Probleme lösen, uns helfen, uns noch mehr mit ihnen zu identifizieren.
Bitte zeigen Sie Mitgefühl für diese faszinierenden Tiere und streichen Sie sie von Ihrer Speisekarte.

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Warum Wassertiere schlauer sind, als wir denken

Geistesgestört   Leave a comment

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„Das System hat aus uns herzlose und verhärtete Seelen gemacht, die nicht mehr in der Lage sind, diese Verhärtung zu hinterfragen.“

 

Bild/Artist: Dana Ellyn

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Ein Graureiher zieht lautlos an mir vorbei…

Sanft gleiten seine weitausgespannten Flügel übers Wasser. Eine tiefe Achtung steigt in mir auf, beim Betrachten seiner Eleganz und stillen Anmut. «In der Ruhe liegt die Kraft», dieser Satz trifft nicht auf uns Menschen zu, auf die Tierwelt jedoch unbedingt.

Die Achtung vor dem Leben scheint dem Menschen absolut nicht beigebracht worden zu sein. Wir werden in ein System gepresst, das nur eines von uns will: Leistung, damit wir das Räderwerk aus Geld, Macht und Gier weiter am Laufen halten.
Wenn Tiere als Befriediger unseres Egoismus missbraucht werden, dann ist das fernab von Achtung und Liebe. Natürlich wird der Verstand, den man gesellschaftlich zurechtgestutzt hat, immer ein Argument finden, warum dies nötig sei, der Verstand jedoch, fühlt nicht und ist emotional dumm. Liebe und Wertschätzung entsteht im Herzen und nicht im Kopf!

Als Kinder waren wir noch beGEISTerungsfähig, wir konnten staunen und waren voller Hingabe beim Betrachten eines Käfers oder einer Ameise. Diese Fähigkeit jedoch wurde nicht gefördert, sondern durch die Maschinerie von Leistungsstress und Erziehungsdruck der gesellschaftlichen Normen gestört. Man könnte demzufolge also getrost sagen, wir alle sind auf die eine oder andere Art geistesgestört. Diese Gestörtheit des Geistes, zeigt sich insbesondere, wie wir mit Tieren und der Natur umgehen. Obwohl es augenfällig ist, dass weder die Tiere noch die Natur uns braucht, wir jedoch zutiefst abhängig sind von diesem Planten, zerstören wir unsere Lebensgrundlage und vernichten andere Erdlinge, die unerlässlich sind, dieses Ökosystem aufrechtzuerhalten. Gleichzeitzeit leben wir in dem Wahn, die intelligenteste Spezies zu sein, während wir uns alles andere als intelligent und lebensklug verhalten.

Das System hat aus uns herzlose und verhärtete Seelen gemacht, die nicht mehr in der Lage sind, diese Verhärtung zu hinterfragen. Die Tragik besteht darin, dass es den meisten nicht einmal bewusst ist, dass sie geistig völlig irregeleitet wurden. Macht man sie darauf aufmerksam, wollen sie in ihrem Zustand der Geistesgestörtheit nicht gestört werden.

Das Überleben der Menschheit, steht für uns an oberster Stelle. Dafür gehen wir mit Mundschutz und Spritzen über Leichen, während wir weiterhin – unintelligenterweise – den Tod und die Gräueltat konsumieren, die uns nachweislich krank machen und die lebensnotwendigen Ressourcen zerstören.

Stets sind wir bemüht den Feind von aussen zu bekämpfen. Der Feind jedoch sitzt in uns drin; in unserem Verstand, der uns alles Mögliche erzählt, nur nichts über Achtung und Demut vor dem pulsierenden Leben.


Text by: Bea Kälin

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Geistesgestört

Moral   Leave a comment

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Von beasbevegan.ch

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Bild von beasbevegan.ch

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Ganz allgemein sprechen wir den Tieren eine Moral ab. Tiere handeln nach Instinkt und Überlebenswillen. Ein Löwe jagt und frisst die Antilope, weil er überleben muss und er ein Carnivor ist. Hätte er Empathie für seine Beute, er müsste innert kürzester Zeit verhungern.

Von uns sagen wir, dass wir ein Bewusstsein, eine Moral und vorallem Empathie haben. Schaut man sich in der Welt um, dann fragt man sich jedoch, wo da unser Bewusstsein und Mitgefühl ist? An beidem fehlt es gewaltig, wenn es um Profit und Gier geht. In der Tat ist unser Umgang mit anderen Erdlingen an Empathielosigkeit nicht zu übertreffen.

Wir führen Kriege um Rohstoffe und Macht. Wir zerbomben ganze Städte und bringen dabei reihenweise Zivilisten um. Eigentlich sind wir ständig am Morden.

Der milliardenfache Mord an Tieren für ihr Fleisch, ihre Haut, ihr Fell, ihre Milch, ihre Eier etc. ist der blanke Irrsinn, in Anbetracht dessen, dass wir diese Produkte weder zum Überleben noch für unsere Gesundheit benötigen!

Text by: Bea Kälin

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Bild von beasbevegan.ch

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Überraschenderweise fällt oft der Satz : „Moral ist subjektiv“, wenn es um das Töten von Tieren geht.

Wäre Moral tatsächlich subjektiv, dann gäbe es keinen Bedarf an einem Rechtssystem oder an Gefängnissen. Nach dieser Ansicht würden ja Mord, Vergewaltigung, Diebstahl etc. automatisch moralisch akzeptabel, denn Moral ist ja subjektiv.

Unnötiger Mord an Tieren ist unmoralisch. Dazu brauchen wir weder eine Religion noch eine Wissenschaft um das zu erkennen. Wir alle spüren, was richtig und was falsch ist, auch wenn man uns in gewissen Lebensfragen dafür blind gemacht hat. Öffnet man sein Herz und lässt vom Verstand los, dann ist Empathie möglich, dann ist man in der Lage, die Situation aus der Sicht des Opfers zu erkennen.

Text by: Bea Kälin

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Wir wäre das für uns, wenn wir an der Stelle der Tiere wären?

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Veröffentlicht 22. März 2021 von hubert wenzl in Tiere, Tierrechte

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Vorurteile der veganen Ernährung   Leave a comment

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Tiere wollen ihr Leben mit Sicherheit nicht damit verbringen, lebenslänglich gequält und dann auf grausame Weise getötet zu werden. Wie auch wir Menschen versuchen sie, bedrohliche Situationen zu vermeiden. Auch sie haben einen Selbsterhaltungstrieb. Menschen und andere Tieren haben bestimmte Grundbedürfnisse und darüber hinausgehende Bedürfnisse und Wünsche – diese zu erfüllen, danach strebt jedes Individuum. Tiere besitzen wie wir ein zentrales Nervensystem und Intelligenz und genau das macht uns, Mensch und Tier, leidensfähig. Genau so wie wir wollen sie in Frieden leben. Aus diesem Wissen heraus gibt es keinen Grund, Tiere nicht zu vermenschlichen bzw. den Menschen als vom Tier abstammend zu leugnen. Schon Albert Schweitzer sagte: \“Ich bin Leben, das leben will, inmitten von Leben, das leben will.\“

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Ein Drittel der weltweiten Ackerflächen werden mittlerweile für die Produktion von Viehfutter verwendet. Für 1kg Rindfleisch werden 16kg Getreide und über 15.000l Wasser benötigt. Auf der dafür genutzten Ackerfläche könnte man stattdessen beispielsweise 200kg Tomaten oder 160kg Kartoffeln anbauen. Die Hälfte der weltweiten Erträge von Getreide und 80 Prozent der weltweiten Sojaernte werden für die Fütterung von Nutztieren aufgebracht. Die Fleischindustrie verschlingt riesige Mengen an Ressourcen, um einen verhältnismäßig kleinen Teil der Weltbevölkerung mit Lebensmitteln zu versorgen. In Anbetracht der Unwirtschaftlichkeit der Fleischproduktion würde der Umstieg auf eine pflanzliche Ernährungsweise einen unfassbar großen Nahrungsmittelgewinn mit sich bringen.

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Viele Menschen argumentieren, dass die menschliche Intelligenz den Menschen zu einem überlegenen Wesen macht. Einhergehend damit wird auch meist die Ansicht formuliert, dass das menschliche Leben mehr wert sei, als das eines Tieres. Angenommen, man ließe diese Aussage als Tatsache stehen, wäre dann nicht gerade die überlegene menschliche Intelligenz ein Argument für eine pflanzliche Ernährung? Seine überlegene Intelligenz müsste dem Menschen aufzeigen, dass auch Tiere Respekt verdienen und als Lebewesen geachtet werden müssen. Davon abgesehen, dass niemand es gutheißen würde, wenn der Wert eines Menschen nach seiner Intelligenz bemessen werden würde, haben Tiere bereits unzählige Male das Potential ihrer Intelligenz bewiesen, die dem Menschen in mancher Hinsicht durchaus ebenbürtig ist. Menschen sind nicht die besseren Tiere, Tiere sind schlicht völlig anders, weswegen wir sie – was unsere animalische Natur entlarvt – als fremd und minderwertig betrachten. Der Mensch als Krone der Schöpfung an oberster Stelle des Evolutionsstammbaumes – das ist reaktionäres Gedankengut aus vergangenen Jahrhunderten. Das Leid der Tiere in der industriellen Massentierhaltung ist Mensch gemachtes. Aus diesem Grunde ist es auch unsere Pflicht, uns dafür einzusetzen, dass Tiere nicht mehr länger wegen uns leiden müssen. Darüber hinaus steht menschliches Leid oft in direktem Zusammenhang mit tierischem Leid. Fleischkonsum führt zu exzessiver Tierhaltung, welche wiederum enorme Mengen an Ressourcen verschwendet, die stattdessen dafür eingesetzt werden könnten, den Hunger in der Welt zu bekämpfen. Futtermittel wie Soja, Mais und Weizen könnten die Menschen zum Beispiel direkt verspeisen, ohne \“Veredelungsverluste\“ von bis zu 90 Prozent. Die Folgen der Klimaerwärmung sorgen ebenfalls für großes Leid von Menschen – würden global gesehen weniger tierische Produkte verzehrt und andere Maßnahmen verfolgt werden, könnten diese Folgen ausbleiben. Veganismus ist keine realitätsferne Ethikspielwiese, sondern ein Beitrag zum Lösen unserer globalen Schwierigkeiten – und zwar der Probleme der Menschen.

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Es ist nicht zwangsläufig notwendig, die grausame Tötung von Tieren hautnah mitzuerleben. Gleichermaßen verhält es sich beispielsweise mit Sklaverei, Vergewaltigung und Krieg. Allein das Wissen um deren Existenz und unsere Vorstellungskraft genügen, um uns die Schreckenstaten bewusst zu machen und ethisch abzulehnen. Menschen, die immer noch an eine schmerzfreie, harmlose sogenannte \“artgerechte\“ Tötung der Tiere glauben, könnte solch ein Erlebnis jedoch die Augen öffnen.

Quelle:

Vorurteile der veganen Ernährung

 

 

 

Papa Staat   Leave a comment

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Von beasbevegan.ch

Bild von beasbevegan.ch

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Die Unmündigkeit der Bevölkerung kommt nicht erst jetzt in der Corona-Krise zum Vorschein.
Dieses kritiklose Hinnehmen dessen, was die Regierungen und die öffentlichen Medien (auch Leitmedien genannt) einen auftischen oder eben verschweigen, kommt bei vielen anderen Themen ebenso zum Tragen…

So auch beim Thema Tierhaltung und Konsum von tierischen Produkten. Immer wieder schallt es aus voller Kehle von Fleischessern: „Ja, aber das ist doch legal, sonst hätte es die Regierung längst verboten!“ Antwortet man darauf mit: „Nur weil etwas legal ist, ist es noch lange nicht moralisch vertretbar.“, blickt man oft in betretene und verständnislose Gesichter, denn so hat man sich das gar noch nie überlegt.
Es gab mal eine Zeit, in der es völlig legal war, Juden, Homosexuelle und Behinderte zu vergasen.

Wo Selbstverantwortung dringend nötig wäre, wird die Verantwortung gerne an Obrigkeiten abgeschoben. Zu den sogenannten Obrigkeiten gehören für viele Menschen auch Ärzte, die in Bezug auf die Ernährung angeblich Empfehlungen abgeben, weiterhin das nachweislich krankmachende Fleisch zu konsumieren.

Wir sollten uns nicht beschweren, dass man uns wie unmündige Kinder behandelt, denn genau so benehmen wir uns ja: Wie unmündige Kinder, die angeleitet werden müssen, richtig von falsch zu unterscheiden. Was früher die Kirche für uns übernahm, übernimmt jetzt Papa Staat.

In der Covid-19-Affaire lehnen sich nun doch einige gegen die Massnahmen auf, denn es geht ihnen an die eigene Existenz, bei der Fragestellung über Ethik und Moral gegenüber den Tieren jedoch, beruft man sich in dieser Angelegenheit gerne auf den Staat und das Gesetz; also auf die «Eltern».

Fragt man einen Fleischesser, wer ihm gesagt hat, dass man eine Katze nicht essen darf, ein Schwein aber schon, kommt prompt die Antwort: Meine Eltern.
Alles Mögliche hinterfragen wir, was uns einst die Erzieher beigebracht haben, nur nicht in Bezug auf die Tiere, da scheint die Reflektionsfähigkeit völlig zu versagen.

Trotz eindringlichen Bildern und Statements von Veganern und Tierschützern, hält der Bürger stur an der Vorstellung fest, dass es korrekt und akzeptabel sei, Tiere zu versklaven, zu missbrauchen und zu töten für die Erfüllung des eigenen Egos. Erst wenn Papa Staat es verbieten würde und mit Strafe drohte, dann wäre das Volk gezwungen nach einer alternativen Ernährung Ausschau zu halten.

Wie man aber weiss, bringen Verbote überhaupt nichts. Einen Menschen umzubringen ist auch verboten, trotzdem morden wir weiter. Illegal ist es auch, in der Innenstadt zu rasen, dennoch finden solche halsbrecherische Rennen statt, ungeachtet dessen, wen man dabei gefährdet oder gar zu Tode fährt.

Ob wir Tiere essen oder sie in einer anderen Form ausbeuten, hängt nicht von Verboten oder Weisungen der Regierung ab. Einzig in der Betrachtung des eigenen Egos und dem Eingeständnis, dass ein Tier genauso viel Wertigkeit hat, ein Dasein in Würde und Unversehrtheit zu leben wie wir, wird den Menschen automatisch zu einer veganen Lebensweise führen.
Dies ist die logische Konsequenz aus der Erkenntnis, dass es unethisch und unmoralisch ist, Mitlebewesen zu missbrauchen, um seinen Egoismus – egal in welcher Hinsicht – zu befriedigen.

Text by: Bea Kälin

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Papa Staat

Augenblick   Leave a comment

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Von beasbevegan.ch

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Gerade wollte ich mich an meinen Computer setzen, als ich wahrnahm, dass meine Hündin mich betrachtete…

Ihr Blick drang tief in mein Herz und ihre Augen strahlten diese Weisheit aus, die nur reine Seelen beherbergen. Während ich mich diesem intimen Moment hingab, spiegelte sich in ihrem Ausdruck die Geschichte von Spaniens Strassen wider, auf denen sie einst lebte; er erzählte mir von Fusstritten und Stockschlägen, von Ohnmacht, Schmerz und unbändiger Angst. Trotz all dieser quälenden Erfahrungen ist die wärmende Sanftmut aus ihren rehbraunen Augen niemals gewichen.

Als wollte sie mir etwas sagen, ruhte ihr würdevoller, wissender Blick auf dem meinigen -.
Unvermittelt vernahm ich die Stimmen all der gedemütigten Tiere, sah ihre ehrlichen und unverfälschten Augenpaare, indes ich ihre verzweifelte Not, ihr Wehklagen und wimmern hörte – plötzlich wurde die Stille in diesem magischen Moment sehr laut.

«Das Wunder des Lebens wird uns anvertraut und wir treten es mit Füssen», dachte ich und ein Schauer lief mir über den Rücken. Wir morden sekündlich diese Augenpaare, durch die der göttliche Funke schaut; skrupellos, erbarmungslos und gewissenlos. «Es sind ja nur Tiere», sagen wir, wenden uns ab, während der Teufel an unsere Seite mitgeht und einen langen Schatten wirft.

Der vernebelte Dunstkreis, scheint es uns unmöglich zu machen, das Diabolische hinter dieser absoluten Brutalität im Umgang mit den Tieren zu erkennen. Stattdessen flüchten wir in Ausreden, die wir uns in die eigene Tasche lügen, immer bestrebt dabei, das Recht auf unserer Seite zu haben. Verblendet in der Annahme, wir stünden über allen anderen Wesen, erschüttert keine noch so fürchterliche Gräueltat das versteinerte Herz.
Diese achselzuckende Gleichgültigkeit ist das Verderben von Milliarden fühlender Geschöpfe, deren Augen längst gebrochen sind. Sie haben die Hölle gesehen und dem Teufel ins Antlitz geschaut.

Wollen wir je ein Miteinander in Frieden, Liebe und Achtsamkeit leben, dann muss Schluss sein mit dieser Ignoranz und dem Totentanz der Egoismen! Es ist die Fratze der Gleichgültigkeit, die es dem Bösen erlaubt, durch die Wände der lieblichen Schöpfung zu dringen, um alles was an Reinheit strahlt zu zerstören.

Noch eh ich meinen Blick beschämt von meiner Hündin abwenden konnte, atmete sie tief ein, senkte mit einem Stossseufzer ihren Kopf und schlief ein.
Es war, als würde sie stellvertretend für mich, all den Schmerz loslassen und ins Universum hauchen in der Hoffnung, Gehör zu finden für tausende versklavte und gequälte Opfer, deren geschundene Körper niemals die Sonne spüren werden.

Schaut den Tieren in die Augen und vergesst niemals, in wessen Seele ihr geschaut habt!

Text by: Bea Kälin

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Augenblick

Wenn Mensch und Tier zu eng beisammen sind   Leave a comment

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Es nützen alles Jammern, keine Wutausbrüche über die Corona-Maßnahmen nichts, so lange man nicht an die Ursachen geht. Es wird nicht die letzte Pandemie sein, wenn man nichts daraus lernt und nichts ändert.

Von derstandard.de

Sehr viele Pandemien sind sogenannte „Zoonosen“

Seltene Wildtiere werden oftmals als Delikatessen betrachtet. Foto: EPA

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Die österreichische Reaktion auf die Covid-19-Seuche ist unkoordiniert, zögerlich und wird von allerlei Provinzfürstentümern behindert. Das ist ein äußerst ungünstiger Befund, denn die Corona-Pandemie wird nicht die letzte sein, die über uns hereinbricht.

Nein, nicht „hereinbricht“, sondern fahrlässig herbeigeführt wird, und zwar durch das menschliche Verhalten.

Wir dringen einerseits massiv in den Lebensraum von Wildtieren ein und holen uns dadurch Viren, mit denen wir sonst nicht oder kaum in Kontakt gekommen wären; andererseits erzeugen wir durch Massentierhaltung in den entwickelten bzw. industrialisierten Ländern immer wieder Bedingungen, die zur Entstehung von Viren, die auch auf den Menschen überspringen können, beitragen.

Das Vordringen besonders in tropische Regenurwaldgebiete, komplett mit Abholzung, begünstigt diesen Kontakt. Dazu kommt die fatale Neigung großer Bevölkerungen, sich aus diesen Gebieten mit „bushmeat“ zu versorgen. Zwei der tödlichsten Seuchen der neueren Geschichte, die Millionen Opfer gefordert haben, gehen mit größter Wahrscheinlichkeit auf den Verzehr von infizierten Affen in West- und Zentralafrika zurück. Nämlich HIV/Aids (33 Millionen Tote seit 1980) und Ebola.

Dieses Überspringen von Tieren auf den Menschen nennt man Zoonose (zusammengesetzt aus den altgriechischen Worten für „Tier“ und „Krankheit“). Ähnlich ist es mit dem Ausbruch von Covid-19, den man auf die südchinesische Tradition zurückführt, seltene Wildtiere als Delikatessen zu betrachten. Entweder waren es Fledermäuse oder Schuppentiere („Pangolin“), die auf dem Wildtiermarkt der zentralchinesischen Millionenstadt Wuhan verkauft wurden und die Covid-Pandemie auslösten. Die Kommission der WHO, die nach Wuhan gereist ist, sagte jetzt, es sei jedenfalls ein Tier der Zwischenwirt gewesen – und das Virus sei nicht aus dem Labor entkommen.

Chinesische Feinschmecker sind wohl auch für den Ausbruch der Lungenkrankheit Sars 2002/ 2003 verantwortlich, die auf den Verzehr von Zibetkatzen aus der Provinz Yunnan zurückgeführt wurde.

Aber auch die (Massen-)Haltung von ganz normalen Nutzvögeln wie Hühnern, Puten, Enten und Gänsen kann angesichts des engen Zusammenlebens mit den Menschen in den Dörfern zur Gefahr werden. Die großen Vogelgrippen, die in regelmäßigen Abständen ausbrechen, haben zwar bisher nur zu relativ wenig Übertragungen auf den Menschen geführt, aber die Hongkong-Grippe von 1968 (ca ein bis zwei Mio. Tote weltweit) entstand aus einer Kombination von Geflügelpest auslösenden Viren und bereits unter Menschen zirkulierenden Influenzaviren. Das ist der Grund, warum immer wieder beim Auftreten solcher Erkrankungen in industrialisierten Tierfabriken der Welt der gesamte (Millionen-)Bestand getötet wird – 1997 in Südchina und 2014 in Südkorea der gesamte Zuchtgeflügelbestand und jetzt in Dänemark und anderen europäischen Ländern Millionen von Zuchtnerzen (allein in Dänemark 15–17 Millionen). Pervers? Eindeutig. Wer hätte überhaupt gedacht, dass es so viele Zuchtnerze gibt?

Pandemieforscher sagen daher, wir müssten die aktuelle Pandemie als „Generalprobe“ begreifen. Oder als letzte Warnung?

Hans Rauscher

Wenn Mensch und Tier zu eng beisammen sind

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Gruß Hubert

„Du sollst nicht töten!“ – auch gegenüber Tieren?   Leave a comment

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Wir lieben Tiere: Hunde, Katzen, Pferde, Vögel – und wir freuen uns, wenn wir Lämmer oder Kälbchen auf der Weide sehen oder Rehe, die am Waldrand äsen. Andererseits freut sich die Mehrheit der Menschen über ein gutes Stück Fleisch auf dem Teller. Doch niemand möchte darüber nachdenken, dass er Tierkinder isst: Ferkel, Kälber, Lämmer, 6 Wochen alte Masthühner oder 16 bis 23 Wochen alte Gänse und Enten. Warum ist das so? Wo kommt der Gedanke her, Tiere hätten keine Seele und sie wären dafür da, dass wir Menschen sie essen? Fragen, denen Peter Sasse in seinem Buch »Tiere sind die besseren Menschen« nachgeht – aus religiöser, philosophischer, gesellschaftspolitischer und naturwissenschaftlicher Sicht. So erfährt der Leser in dem spannenden Sachbuch Hintergründe und Ursachen von Tierquälerei und Tierversuchen, Massenhaltungen und Schlachthöfen, Profitgier und politischem Handeln in Bezug auf Tierrechte. 

Haben Tiere eine Seele?

Peter Sasse untersucht die historischen Wurzeln des heutigen milliardenfachen Tierleids: Wo kommt der Gedanke her, Tiere hätten keine Seele? Im Altertum hatten nach der Philosophie Platos Tiere eine Seele. Für Plato war der Unterschied zwischen Tier und Mensch nicht exakt festgelegt, sondern fließend. Erst die römisch-katholische Kirche machte eine klare Trennung zwischen den »unvernünftigen« Tieren und der unsterblichen Seele des Menschen als Ebenbild Gottes.

»Ob Gott dies auch so gesehen hat?«, fragt Peter Sasse. »Ich glaube, seine Stellvertreter haben den Tieren die Seele abgesprochen, um sie damit zu entrechten und nach Gutdünken behandeln zu können. Ein Lebewesen ohne Rechte darf gequält und umgebracht werden, ohne dafür Schuld empfinden zu müssen. Genauso hat man jahrhundertelang über Frauen, Schwarze und indigene Völker gedacht. Diejenigen, die sich auf die christliche Lehre beriefen, behaupteten, dass das Gebot ‚Du sollst nicht töten’ nicht für Lebewesen gilt, die keine Seele haben. Die Kirche hatte keine Skrupel, Zigtausend Frauen lebendig zu verbrennen, daneben unzählige Andersgläubige sowie die Ureinwohner Südamerikas, von denen nicht einmal zehn Prozent die Christianisierung überlebten. Den Frauen sprach man später eine Seele zu, wenn auch eine niedrigere als der des Mannes. Seit der Aufklärung musste man diese abstrusen Ansichten nach und nach aufgeben. Heute spricht man zumindest den Frauen und den Schwarzen eine Seele zu. Bei den Tieren tut man sich aber immer noch schwer.«

Bereits in seinem vorherigen Buch »Die Angst vor der Frohen Botschaft« hat sich Peter Sasse ausführlich mit der Institution Kirche und ihrer Geschichte auseinandergesetzt. Hatte er dort die Menschen im Fokus, geht es in seinem neuen Buch »Tiere sind die besseren Menschen« um unsere Mitgeschöpfe, die Tiere. Denn auch sie haben laut Kirche keine Seele und somit keine Rechte – diese Aussagen vertritt ein Großteil der Bischöfe bis heute. Ist es da verwunderlich, wenn in katholisch geprägten Ländern Rituale wie Stierkämpfe und Tieropfer nach wie vor unter großem Beifall zelebriert werden?

Das 5. Gebot gilt nicht für alle

In den Zehn Geboten heißt es eindeutig: »Du sollst nicht töten!«. Doch laut Kirchenlehre gilt »Du sollst nicht töten« nicht für den Umgang mit Tieren, sondern nur für Menschen. Das allerdings hat die Kirche nicht gehindert, zu Zeiten der Kreuzzüge zum massenhaften Töten von Muslimen und Juden aufzurufen oder in Inquisition und Hexenverfolgung millionenfach Andersdenkende foltern und grausam töten zu lassen. »Alle, die außerhalb von Dogmen und Kirchengesetzen standen, waren Freiwild«, schreibt Peter Sasse.

In der Bibel gibt es zu dieser Frage unzählige Widersprüche: Während Gott durch Moses das Gebot »Du sollst nicht töten!« verkündet, fordert angeblich derselbe Gott in vielen Stellen des Alten Testaments zu Hinrichtungen und Kriegen auf. Durch einige Propheten des Alten Bundes lehnt Gott blutige Tieropfer ab, an anderen Stellen des Alten Testaments werden grausige Brandopfer mit genauen Anweisungen des Schlachtens und Zerstückelns gefordert.

Peter Sasse weist darauf hin, dass etliche Historiker die Bibel als das grausamste Buch der Weltliteratur bezeichnen. Und er zitiert den amerikanischen Bischof John Shelby Spong, der die beiden Testamente genau studiert hat: »Wer seine Moral auf der Bibel aufbauen will, hat sie entweder nicht gelesen oder nicht verstanden.« Um Gottes reines und unverfälschtes Wort kann es sich dabei jedenfalls nicht handeln.

»Auch im Neuen Testament lässt sich jede gesellschaftliche und theologische Meinung herausfiltern«, schreibt Sasse. Dies sei nicht verwunderlich, wenn man bedenke, unter welchen Machteinflüssen die Bibel in Jahrhunderten entstanden sei. Und gerade was die Frage über den Umgang mit Tieren angehe, könne man auch im Neuen Testament kaum eine Orientierung finden, da bereits bei der ersten Bibelausgabe (Vulgata) des Hieronymus die Erzählungen von Jesus und den Tieren unterdrückt worden waren. »Die Bibel bleibt Menschenwerk«, schreibt Sasse und zitiert den katholischen Diplom-Theologen Moris Hoblaj, der die Bibel »als das maßgeschneiderte Kleid der Kirche« bezeichnet.

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Der römische Kaiser Konstantin kämpfte skrupellos um die Macht im römischen Reich und fasste im Konzil zu Nicäa im Jahr 325 n. Chr. die damals unterschiedlichen Strömungen des Christentums zu einer einheitlichen kirchlichen Macht zusammen. »Die Kirche hatte ohnehin seit der Ausdehnung im römischen Reich das Urchristentum nicht nur weitgehend verlassen. Zusätzlich begann sie, dessen Ideen und Lebensweisen seit dem 4. Jh. regelrecht zu bekämpfen«, erklärt Peter Sasse. Er zitiert als Beispiel aus einem Beschluss der Synode von Ankara aus dem Jahr 314, dass alle Priester und Diakone, die sich des Fleisches enthielten und sich weigerten, nicht einmal mit Fleisch vermischtes Gemüse zu essen, aus dem Amt zu entfernen seien.

»Generell galten die Urchristen fortan nicht nur als Ketzer, sondern vor allem als Anachristen und damit Feinde des Staates«, so Sasse. »Besonders schlimm ging man nun gegen die Vegetarier vor, indem man ihnen den Prozess machte, sie hinrichtete und später fast ganz ausrottete.« Weiter schreibt er: »Um die urchristlich lebenden Kirchengemeinden besser verfolgen zu können, verhängte Papst Johannes III. 561 n. Chr. vierzehn bis heute nicht widerrufene Bannflüche gegen alle Vegetarier.« Und in der 1. Synode von Braga wurde festgelegt: »Wenn jemand Fleischspeisen, die Gott den Menschen zum Genuss gegeben hat, für unrein hält und … auf sie verzichtet, der sei mit dem Bannfluch belegt.« Mit dem Bannfluch fielen Vegetarier nach Lehre der Kirche nicht nur ewigen Höllenqualen anheim, sie galten auch als »vogelfrei«: Der Gebannte verlor als ein aus der Gesellschaft Ausgeschlossener alle Rechte – und so wurden Vegetarier verfolgt und oftmals hingerichtet.

»Ab dem 11. Jahrhundert ließ die päpstliche Inquisition Menschen foltern und aufhängen, die sich weigerten, Tiere umzubringen«, ist in dem Buch weiter zu lesen. Viele Vegetarier landeten durch die Inquisition auf dem Scheiterhaufen. Historisch belegt ist beispielsweise die Hinrichtung von Séréna und Agnès de Châteauxverdun, beide gläubige Katharerinnen: Man hatte sie des »Irrglaubens« überführt, weil sie sich weigerten, ein herbeigebrachtes Huhn umzubringen. »Die Kirche entwickelte eine panische Angst vor Menschen, die nach dem ursprünglichen Christentum lebten, da sie es seit Konstantin für ausgerottet geglaubt hatten«, so Peter Sasse.

Die Katharer wurden durch die Inquistion und einen Kreuzzug der Katholischen Kirche im 13. und 14. Jahrhundert ausgerottet. Über die urchristliche Glaubensbewegung der Katharer findet sich in den Inquisitionsakten der Kirche Folgendes: „…sie durften … kein Tier töten.“ Und: „Ferner glauben sie, dass es sogar in drängender Not eine Todsünde sei, Fleisch, Eier oder Käse zu essen…“ Ab dem 11. Jahrhundert ließ die päpstliche Inquisition Menschen foltern und aufhängen, die sich weigerten, Tiere umzubringen. Die Weigerung, Fleisch zu essen, galt als Erkennungszeichen für „Ketzerei“.

Dass die Katholische Kirche – später auch die Lutherische – über viele Jahrhunderte Hunderttausende so genannte Ketzer verfolgte, grausam foltern und brutal töten ließ, gehört heute zum Allgemeinwissen. Interessant ist jedoch, dass fast allen verfolgten Gemeinschaften, die dem urchristlichen Glauben treu waren – von den Katharern bis zu den Manichäern -, etwas gemeinsam war: Sie weigerten sich strikt, Tiere zu töten und Fleisch zu essen. Als »Ketzer« wurden sie jahrhundertelang verfolgt und erbarmungslos ausgerottet.

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„Du sollst nicht töten!“ – auch gegenüber Tieren?

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Gruß Hubert