Leonard Cohen Take This Waltz   Leave a comment

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Leonard Cohen Take This Waltz

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In Wien gibt es zehn hübsche Frauen
Es gibt eine Schulter, an der sich der Tod ausweint
Es gibt eine Halle mit neunhundert Fenstern
Es gibt einen Baum, zu dem die Tauben hinfliegen um zu sterben
Es gibt ein Stück, das aus dem Morgen herausgerissen wurde
und es hängt in der Galerie des Frostes

Aey, aey, aey, aey
Nimm diesen Walzer, nimm diesen Walzer
Nimm diesen Walzer mit den Schraubzwingen

Oh ich will dich, ich will dich, ich will dich
auf einem Stuhl mit einer leblosen Illustrierten
in der Grube auf der Spitze einer Lilienblüte
in irgendeinem Korridor, in dem es bisher keine Liebe gab
in einem Bett, auf dem der Mond geschwitzt hat
in einem Schrei, gefüllt mit Fußstapfen und Sand

Aey, aey, aey, aey
Nimm diesen Walzer, nimm diesen Walzer
Nimm seine zerbrochene Taille in deine Hand
Dieser Walzer, dieser Walzer, dieser Walzer, dieser Walzer
mit seinem ganz eigenen Atem aus Brandwein und Tod
der seinen Schweif im Meer hinter sich herzieht

Es gibt einen Konzertsaal in Wien
wo dein Mund tausend Kritiken bekam
Es gibt eine Bar, in der die Jungs aufhörten zu sprechen
Sie wurden zum Tode durch den Blues verurteilt
Doch wer ist es, der durch dein Bild hindurchklettert
mit einer Girlande frisch gepflückter Tränen?

Aey, aey, aey, aey
Nimm diesen Walzer, nimm diesen Walzer
Nimm diesen Walzer, er liegt schon seit Jahren im Sterben

Es gibt einen Dachboden, auf dem Kinder spielen
dort werde ich mich bald mit dir hinlegen müssen
in einem Traum von ungarischen Laternen
im Nebel irgendeines süßen Nachmittags
und ich werde sehen, was du an deinen Kummer angekettet hast
all deine Schafe und deine Schneelilien

Aey, aey, aey, aey
Nimm diesen Walzer, nimm diesen Walzer
mit seinem „ich werde dich niemals vergessen“, du weisst schon
diesen Walzer, diesen Walzer, diesen Walzer, diesen Walzer
mit seinem ganz eigenen Atem aus Brandwein und Tod
der seinen Schweif im Meer hinter sich herzieht

Und ich werde mit dir in Wien tanzen
ich werde als Fluss verkleidet sein
die Wasserhyazinthe wild über meine Schulter geworfen
meine Lippen auf dem Tau deiner Schenkel
und ich werde meine Seele in einem Sammelalbum begraben
mit den Fotos darin, und dem Moos

Und ich werde mich der Flut deiner Schönheit ergeben
mit meiner billigen Geige und meinem Kreuz
und du wirst mich im Tanze hinuntertragen
zu den Teichen, die sich auf dein Handzeichen erheben
Oh meine Liebste, oh meine Liebste
nimm diesen Walzer, nimm diesen Walzer
Er gehört jetzt dir, das ist alles was zählt

 

Veröffentlicht 22. Dezember 2016 von hubert wenzl in Lyrik, Musik, Uncategorized

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